- Grundlage der Selbstständigkeit ist der Businessplan
- Für bestimmte Geschäftsideen sind Genehmigungen notwendig
- Rechtsform: Am unkompliziertesten ist das Einzelunternehmen
- Die Gewerbeanmeldung ist der offizielle Start in die Selbstständigkeit
- Versicherungen verringern finanzielle Risiken
| Gründungssituation berücksichtigen
Jeder Gründer startet mit anderen Voraussetzungen. Wir geben konkrete Tipps für unterschiedliche Ausgangslangen:

Wer als Angestellter gründet, muss Pflichten gegenüber seinem Arbeitgeber einhalten. Wir erklären, wie die nebenberufliche Selbstständigkeit gelingt.

Wer seine Festanstellung aufgibt, um sich selbstständig machen, sollte vor allem Risiken reduzieren. Wir erklären, wie das geht.

Arbeitslose, die sich selbstständig machen wollen, profitieren von Förderung. Wir erläutern alle Details.
Diese Hilfen erleichtern den Einstieg in die Selbstständigkeit unabhängig von der Gründungssituation:




| Geschäftsidee entwickeln
Jetzt geht es um die Idee, mit der Sie sich selbstständig machen wollen. Sind Sie bereits sicher, welche Geschäftsidee es wird oder braucht es noch ein wenig Inspiration? Falls Sie noch keine Idee mitbringen, gibt es drei Möglichkeiten:

Sie suchen noch eine passende Geschäftsidee? Stöbern Sie in Ideen von Gründern weltweit.

Beim Franchising erfolgt der Start in die Selbstständigkeit mit einem bereits erfolgreichen Konzept.

Übernehmen oder kaufen Sie ein bestehendes Unternehmen und sparen Sie sich die Startphase.
Es beginnt mit Ihnen: Wo liegen Ihre Stärken?
Eine Selbstständigkeit ist ein spannender neuer Lebensabschnitt, aber auch mit Risiken verbunden. Die Risiken sind meist höher, wenn nicht ausreichend geplant wird. Der erste Schritt einer fundierten Planung ist eine Selbstanalyse. In dieser persönlichen Situationsanalyse erfassen angehende Gründer Qualifikationen, berufliche Erfahrung, Kenntnisse in Betriebswirtschaft sowie ihre Motivation und Leidenschaft, sich selbstständig zu machen. Dabei hilft unser Existenzgründer-Test. Anhand von 30 Fragen erhalten Gründer in spe konkrete Tipps für den Unternehmensstart, basierend auf folgenden Faktoren:
- Persönlichkeit: Mindset, Leidenschaft für die Idee
- Umfeld & Belastung: Stressresistenz, Unterstützung von Familie und Freunden
- Erfahrung: Unternehmerische oder Branchenkenntnisse
- Finanzen: Eigenkapital, Bedarf an Finanzierungen oder Förderungen
Storytelling: Erzählen Sie Ihre Geschichte
Ihre Geschichte als Gründer ist das, was zählt. Die Gründungsmotivation sollte in eine faszinierende Story gepackt werden: Warum sind Sie die ideale Person für diese Geschäftsidee? Was macht das Konzept unwiderstehlich? Was treibt Sie an, sich selbstständig zu machen, und warum ist jetzt der richtige Zeitpunkt? Storytelling funktioniert im Businessplan, überzeugt Kreditgeber und Kunden. Je bildhafter und fesselnder Gründer formulieren, desto höher die emotionale Verbundenheit beim Leser. Nutzen Sie unsere Gründerprofile als Inspiration für Ihre persönliche Story. Diese sind Teil des Businessplans und fassen für die Leser Motivation und das persönliche Warum der Gründenden perfekt zusammen.
Erfahrungen aus 25 Jahren Selbstständigkeit
Was macht eine gute Geschäftsidee aus?
Eine Geschäftsidee, so neu und gut sie auch erscheinen mag, muss vor allem einen Bedarf erfüllen und ein echtes Problem der Zielkunden lösen – denn wenn es keine Nachfrage gibt, wird sich das Produkt oder die Dienstleistung nicht verkaufen. Der Zielmarkt sollte weiterhin ausreichend groß sein, um die Wirtschaftlichkeit der Geschäftsidee zu gewährleisten. Daher ist Marktanalyse ein zentraler Aspekt bei der Weiterentwicklung der Idee zu einem tragbaren Geschäftsmodell. Drittes Puzzleteil jeder guten Geschäftsidee: ein Alleinstellungsmerkmal, das Ihre Idee von denen der Wettbewerber abgrenzt.
Geschäftsidee weiterentwickeln: Business Model Canvas nutzen
Ist die Geschäftsidee gefunden, geht es an die Entwicklung des Geschäftsmodells – die Vorstufe des Businessplans. Hier stellt sich meistens schnell heraus, ob die Idee wirklich tragfähig ist und für eine Selbstständigkeit taugt – so können Gründer schnell nachbessern oder einem anderen Ansatz nachgehen. Mithilfe des Business Model Canvas beleuchten Sie mehrere Detailbereiche der Idee ein wenig genauer, um Klarheit zu gewinnen, was Stärken und Schwächen betrifft:
- Vision & Idee
- Gründer bzw. Gründerteam
- Zielkunden, Markt und Wettbewerb
- Strategie & Positionierung
- Einnahmen, Ausgaben & Ressourcen
Am einfachsten erstellt man ein Business Model Canvas digital – so kann gemeinsam am Dokument gearbeitet werden und Änderungen sind stets nachvollziehbar.
Tipps für Ihre Wunsch-Branche
Sie wissen schon genau, in welcher Branche Sie sich selbstständig machen wollen? Perfekt! Wir haben umfangreiche Leitfäden für verschiedenste Branchen und Geschäftsideen vorbereitet, die alle Besonderheiten abdecken und erklären. So können Sie sich noch gezielter auf die Selbstständigkeit vorbereiten und haben alle branchenrelevanten Aspekte direkt im Blick.
| Businessplan schreiben
Keine Existenzgründung ohne Planung: Auch, wenn vielerorts angepriesen wird, einfach loszulegen, ist es stets sinnvoller, genügend Zeit in die Planung zu investieren, wenn Sie sich selbstständig machen wollen. Schließlich geht es hier um einen sehr wichtigen Lebensabschnitt von Ihnen!
Ohne geht es nicht: Businessplan erstellen
Ein Businessplan ist eine ausführlich herausgearbeitete, schriftliche Version der Idee, in der sich alle Elemente des Business Model Canvas wiederfinden und jetzt weiter vertieft werden. Die Erstellung muss dabei nicht schwer sein: wir zeigen, wie es geht:
- Businessplan erstellen mit unserem Leitfaden von A–Z,
- Muster, Vorlagen und Beispiele zur Inspiration und
- ein Tool, mit dem die Businessplanerstellung ein Kinderspiel ist.
Der Businessplan folgt dabei dem immer gleichen Aufbau, den Selbstständige in spe stets verwenden sollten. Dies hilft den Lesern, auch sofort die Informationen zu finden, die sie benötigen. Wie die Gliederung eines Businessplans aussehen sollte und wie Gründer mit relativ wenig Zeitaufwand den eigenen Businessplan erstellen, lesen Sie in unserem Leitfaden.
Finanzplanung: Was kostet die Selbstständigkeit?
Kernelement in jedem Businessplan ist die Finanzplanung, denn hier zeigt sich die Wirtschaftlichkeit der Idee: Ist Ihre Geschäftsidee gut genug, dass Sie nicht nur alle Startkosten wieder hereinholen, sondern auch Gewinn erzielen? Als Startpunkt einer jeden Finanzplanung sind daher zwei Punkte zentral: die laufenden und die Gründungs- bzw. Startkosten.
Wichtiger Hinweis: Die tatsächlichen Kosten für eine Selbstständigkeit können sich enorm unterscheiden. Die Gründung eines Onlineshops im Homeoffice mit vorhandenem Equipment als Einzelunternehmen wird so bspw. deutlich günstiger als die Eröffnung eines Restaurants mit einer Kapitalgesellschaft. Wir schätzen die Kosten in den folgenden Tabellen deshalb für
- eine Gründung als Einzelunternehmen (Kleingewerbe)
- aus dem Homeoffice oder einem kleinen Büro (bspw. für einen kleinen Onlineshop oder angebotene Dienstleistungen)
- konservativ (bestehendes Equipment wird genutzt, z. B. Computer) vs. geringe Ausgaben.
Welche Kosten fallen an, wenn Sie sich selbstständig machen?
| Kostenpunkte | Kosten |
Startkosten & Investitionen | |
Gründungskosten | 15 – 50 € |
| Homeoffice- oder Büroausstattung Schreibtisch, Computer, sonst. Inventar und Equipment | 0 – 500 € |
| ggf. Geschäftsausstattung Inventar, Regale | 0 – 300 € |
| Marketingkosten Website Aufbau/Baukasten, Logo, Visitenkarten, o. Ä. | 0 – 500 € |
Laufende Kosten (monatl.) | |
| Lebenserhaltungskosten Miete, Strom/Wasser/Heizung, Lebensmittel, Freizeit & Urlaub, etc. | 1.000 – 2.000 € |
| ggf. Büro Miete, Büromaterial, Strom/Wasser/Heizung, Internet- und Telefonanschluss etc. | 200 – 1.000 € |
| ggf. Lager Warenbestellungen | 100 – 300 € |
| Versicherungen Krankenversicherung, Haftpflicht- und Berufsunfähigkeitsversicherung plus weitere je nach Branche und Tätigkeit | 100 – 300 € |
| Buchhaltungssoftware oder Steuerberater | 10 – 100 € |
| Beiträge Je nach Branche: Berufsgenossenschaften, IHK/HWK, Künstlersozialkasse | 10 – 100 € |
| Marketingkosten Laufende Marketingmaßnahmen, z. B. geschaltete Werbung | 0 – 250 € |
Summe | 1.435 – 5.400 € |
Diese beiden Aspekte sind der erste Schritt im Finanzplan. Die Startkosten können Gründer mit Eigenkapital oder einem Bankkredit abdecken, die laufenden Kosten müssen ebenfalls in die Finanzierung eingeplant werden – denn bis das Unternehmen profitabel arbeitet, müssen Sie den Betrieb und sich selbst über Wasser halten können. Natürlich wird dies in den seltensten Fällen innerhalb des ersten Jahres erreicht – in der Praxis kann es durchaus länger dauern, bis eine Selbstständigkeit rentabel ist.
Nachdem Gründer die Kosten betrachtet haben, geht es im nächsten Schritt darum, Umsätze einzuplanen, um einen Eindruck von Liquidität und Rentabilität zu erhalten. Es ist wichtig, verschiedene Szenarien zu durchlaufen (pessimistisch, neutral und optimistisch), also zu überlegen "Wie viele Kunden kaufen wann wie viel?" Nur mit einer guten Finanzplanung können Gründer von Anfang an mit ausreichend Kapital rechnen und dieses rechtzeitig anfragen – egal, ob es letzten Endes der Kredit von der Hausbank wird oder sie Fördermittel beantragen, um die Selbstständigkeit zu finanzieren.
Klingt komplexer, als es ist – ein Finanzplan-Tool nimmt viel Arbeit ab und hilft bei den teilweise komplizierten Berechnungen.
Finanzierung & Fördermittel
Zur Finanzplanung gehört natürlich auch die Finanzierungsplanung! Viele Menschen mit dem Wunsch, sich selbstständig zu machen, sorgen sich um die Finanzierung des Vorhabens. Natürlich müssen Sie die Gründung nicht komplett allein stemmen – es gibt zahlreiche Fördermittel, Zuschüsse und Kreditmodelle für Existenzgründer, die bei der Deckung des im Finanzplan errechneten Kapitalbedarfs unterstützen.
Bei der Suche nach Fördermitteln oder Finanzierungen hilft es, wenn Selbstständige in spe sich noch einmal ihre Gründungssituation ins Gedächtnis rufen: so können Studierende spezielle Förderprogramme wie EXIST nutzen und Arbeitssuchende mit ALG I haben die Option, den Gründungszuschuss zu beantragen. Alle anderen Gründer können zwischen verschiedenen Finanzierungsmodellen wählen oder diese auch kombinieren, um ihren Finanzierungsbedarf für den Start der Selbstständigkeit zu decken.



| Genehmigungen & Rechtsform
Je nach Branche oder Beruf Ihrer gewählten Tätigkeit werden im Zuge der Gründung Genehmigungen oder Zertifikate verlangt, die meist bei der Gewerbeanmeldung vorgelegt werden müssen. Um einen Gastronomiebetrieb gründen zu können, müssen Gründer bspw. ein Gesundheitszeugnis vorweisen, im Handwerk einen entsprechenden Meistertitel. Informieren Sie sich deshalb bereits im Vorfeld bei Ihrer IHK/HWK, ob eine Gewerbeerlaubnis oder spezielle Genehmigungen benötigt wird, damit zum Zeitpunkt der Gewerbeanmeldung alle notwendigen Dokumente vorliegen. Die am häufigsten benötigten Genehmigungen bzw. Erlaubnisse für Gründer sind:
- Erlaubnispflicht für besondere Gewerbe
- Meisterpflicht für Gründungen im Handwerk
- Sachkundeprüfung & Unterrichtung bei der IHK
Wir haben einen Leitfaden rund um alle Genehmigungen für Gründer vorbereitet.
Rechtsform-Test: Was passt zu mir?
Die Rechtsform spukt vielen Gründern in spe bereits von Anfang an im Kopf herum, wenn sie sich selbstständig machen möchten, und im Rahmen der Businessplanerstellung müssen Gründer sich nun entscheiden: Welches rechtliche Fundament passt am besten zu Ihrer Situation und Geschäftsidee? Bei der Entscheidung helfen kann unser Rechtsformtest.
Gewerbe oder freier Beruf?
Bei der Wahl der Rechtsform müssen Sie zuallererst unterscheiden, ob Ihre gewählte Tätigkeit zu den freien Berufen zählt – Sie somit Freiberufler sind – oder ob Ihre Tätigkeit gewerblich ist:
- Freiberufler erbringen ihre Leistungen basierend auf bestimmten Qualifikationen oder kreativen und schöpferischen Talenten. Dabei sind sie eigenverantwortlich und arbeiten für mehrere Auftraggeber. Zu den freien Berufen zählen Tätigkeiten wissenschaftlicher, künstlerischer, erzieherischer oder schriftstellerischer Art. Als Freiberufler benötigen Sie keine Rechtsform, um in die Selbstständigkeit zu starten – eine Meldung beim Finanzamt genügt.
- Unter die Kategorie Gewerbetreibende fallen alle anderen, die selbstständig tätig sind, Gewinne erzielen wollen und dafür ihre Produkte oder Dienstleistung anbieten. Dies sind bspw. Produktionsbetriebe, Händler oder Gaststätten, die häufig als Kleingewerbe betrieben werden.
Rund 80 % der Gründer in Deutschland starten mit einem Einzelunternehmen, welches unkompliziert und ohne größeren Kapitaleinsatz gegründet werden kann. Der Rest der Selbstständigen entscheidet sich zumeist für eine GmbH oder deren kleine Schwester, die UG.
Als Gewerbetreibender müssen Sie verschiedene Faktoren mit in die Rechtsformwahl einbeziehen:
- Anzahl Gründer: Starten Sie allein oder im Team? Einige Rechtsformen können nur allein, andere nur im Team gegründet werden.
- Haftung: Birgt Ihre Geschäftsidee ein Risiko? Bei einer Haftungsbeschränkung bleibt das Privatvermögen bei Haftungsfällen in der Regel verschont.
- Stammkapital: Es gibt Rechtsformen wie bspw, die GmbH, bei deren Gründung ein Stammkapital auf das Geschäftskonto einbezahlt werden muss. Dies kann eine Hürde sein, wenn Sie keinen großen Investitionsbedarf haben.
| Namen finden & Logo erstellen
Ein Aspekt, um den Gründer sich besser zu früh als zu spät kümmern, ist der Name Ihres Unternehmens und/oder Produkts. Denn ohne einen besonderen, kreativen Namen wird es Ihnen vermutlich schwer fallen, aus der Masse der anderen Selbstständigen herauszustechen – so gut das Produkt auch sein mag. Der Name sollte möglichst unterscheidungskräftig sein, jedoch müssen Selbstständige ebenfalls rechtliche Vorgaben zur Namensgebung sowie etwaige markenrechtliche Ansprüche anderer beachten:
- Firmierung oder Unternehmensname? Der Handelsregistereintrag macht den Unterschied.
- Recherchieren Sie, ob jemand anderes den gewünschten oder einen ähnlichen Namen bereits verwendet und Markenschutz besteht.
- Toben Sie sich kreativ aus! Ein kreativer Name ist in den allermeisten Fällen besser als die bloße Beschreibung Ihrer Tätigkeit.
- Bedenken Sie, dass der Name aussprechbar und leicht zu merken sein sollte.
Ist der Wunschname erst gefunden und Ihre Recherchen fördern keinen bestehenden Markenschutz anderer zutage, ist Schnelligkeit gefragt: Sichern Sie sich die Markenrechte!
Logo erstellen
Damit Sie in der Selbstständigkeit wiedererkennbar sind, empfiehlt sich die Erstellung eines Logos. Dieses kann für das ganze Business oder für einzelne Produkte stehen. Das Logo sollte bildlich darstellen, was Sie tun und auch zum restlichen Corporate Design passen. Sammeln Sie Ideen und auch Logos, die Ihnen gut gefallen – falls Sie einen Designer mit der Logoerstellung beauftragen, kann dieser Input nützlich sein.
| Website aufsetzen
Über 90 Prozent der Deutschen sind inzwischen online unterwegs und recherchieren dort nach Dienstleistern oder Shops – selbst, wenn diese direkt vor Ort sind. Auch, wenn Sie Ihr Angebot nicht online verkaufen (können), sollten Sie eine Website für sich und Ihre Selbstständigkeit aufsetzen – quasi als digitale Visitenkarte. So können sich potenzielle Kunden vorab über Ihr Angebot informieren oder Sie gar erst über das Internet (z. B. Google My Business) entdecken. Wichtig für die ersten Schritte:
- Geschäftsstrategie für das Online-Business: Aus welchem Grund will ich online gehen? Was will ich damit erreichen?
- Die richtigen Kanäle auswählen: Sind Branchenverzeichnisse oder Social Media für Sie relevant?
- Google My Business Profil anlegen & befüllen
- Website erstellen: Hier genügt meistens eine einfache digitale Visitenkarte, die Sie leicht mit einem Website-Baukasten aufsetzen können. Hier lohnt es sich, die Anbieter für Website-Baukästen zu vergleichen.
Unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung hilft Ihnen, ein Online-Business aufzubauen – sei es als digitale Visitenkarte, mit Social Media Kanälen oder mit einem Onlineshop.
| Gewerbe anmelden
Nach Planung und Theorie geht es jetzt an die Praxis – die praktische Gründung des Unternehmens mitsamt allen Formalitäten. Das klingt zunächst nicht sonderlich spannend, ist für den Unternehmensstart aber elementar. Die Gründungsbürokratie hat jedoch bald ein Ende: Nach diesem Kapitel sind Sie offiziell selbstständig!
Im Behördendschungel: wichtige Anlaufstellen
Je nachdem, für welche Rechtsform angehende Selbstständige sich letztendlich entschieden haben oder ob sie als Freiberufler tätig werden, muss das Unternehmen nun bei verschiedenen Behörden registriert werden:
| Wichtige Stationen | Einzelunternehmen oder GbR | Freiberufler | GmbH/UG |
| Handelsregister | nein | nein | ja |
| Transparenzregister | nein | nein | ja |
| Gewerbeamt | ja | nein | ja |
| Finanzamt | ja | ja | ja |
| IHK/HWK | ja | ja | ja |
| Berufsgenossenschaft | ja | ggf. | ja |
Eine vollständige Übersicht, welche Anmeldungen für welche Rechtsform anfallen, finden Sie in unserem Leitfaden Unternehmen anmelden.
Sind alle Anmeldungen und Behördengänge erledigt, gilt Ihr Unternehmen als gegründet. Glückwunsch!
| Marketing starten
Damit die Kunden Sie auch entdecken, müssen Sie für sich und Ihre Produkte die Werbetrommel rühren. Gründern stehen alle Marketing-Maßnahmen offen, dennoch sollten Sie sich eine Marketingstrategie überlegen, wenn Sie sich selbstständig machen:
- Wer ist meine Zielgruppe und wie erreiche ich diese am besten?
- Welche Ziele will ich mit Marketing erreichen?
- Wie erreiche ich diese Ziele?
- Welche Marketingkanäle sind sinnvoll für mein Business?
- Wie hoch ist mein Budget?
Erst nach erfolgter Planung sollte die tatsächliche Durchführung von Marketingmaßnahmen erfolgen. Für Gründer ohne großes Marketingbudget eignet sich Online-Marketing hervorragend, bspw. über Social Media Kanäle. Diese können Sie im Zweifel komplett kostenfrei betreiben und Ihre Zielgruppe durch smarten Content akquirieren.
| Geschäftskonto eröffnen
Trennen Sie berufliche und private Finanzen unbedingt durch ein Geschäftskonto, wenn Sie sich selbstständig machen. Das lohnt selbst bei nebenberuflichen Gründungen, zumal es mittlerweile sehr günstige Konten für Selbstständige gibt. So behalten Sie stets den kompletten Überblick über Ihre Finanzen und vereinfachen zudem noch die Buchhaltung. Lesen Sie dazu unseren Geschäftskonto-Vergleich.
| Rechnungen schreiben & Buchhaltung
Jeder Selbstständige muss sich nach erfolgter Gründung um seine Buchhaltung kümmern. Dazu gehören verschiedene Aspekte, unter anderem:
- Eine korrekte Steuererklärung mit der Anlage EÜR,
- das Schreiben von Rechnungen und
- die Lohnbuchhaltung, wenn Sie Mitarbeiter beschäftigen.
Als Gründer begleitet Sie das Thema durch den gesamten Unternehmeralltag. Wenn Sie keinen BWL-Hintergrund haben und auch kein Steuerfuchs sind, kann die Buchhaltung schnell überfordern. Smarte Lösungen und rechtzeitig Hilfe an Bord holen sind also das A und O – auch für Buchhaltungsprofis, denn als Selbstständiger sollten Sie sich lieber um Ihr Kerngeschäft kümmern als um den Papierkram. Wir haben daher verständliche Leitfäden und nützliche Tools für frisch gestartete Selbstständige vorbereitet:
| Versicherungen prüfen
Häufig von Gründern vergessen werden Versicherungen. Dabei sollten Selbstständige sich je nach Branche oder Tätigkeit über entsprechende Versicherungen informieren. So benötigen Onlineshops z. B. anderen Schutz als ein Ladenlokal. Sich selbst sollten Gründer jedoch in jedem Fall absichern, bspw. mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Die wichtigsten Versicherungen für die Selbstständigkeit auf einen Blick:
| Versicherung | Für wen? |
| (Private) Krankenversicherung | Alle Gründer, da gesetzlich vorgeschrieben. Hier haben Sie die Wahl zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung. |
| Rentenversicherung | Alle Gründer sollten nicht nur an betriebliche Risiken denken, sondern sich auch persönlich absichern. Diese Versicherungen sollten zum Standard-Portfolio eines jeden Gründers gehören. |
| Freiwillige Arbeitslosenversicherung | |
| Berufsunfähigkeitsversicherung | |
| Unfallversicherung |
|
| Krankentagegeld / Krankengeld | Gründer, die zusätzlichen Schutz zur Krankenversicherung wünschen und Verdienstausfälle absichern wollen |
Gewerbeversicherung (abh. von der Branche): | Die richtige Versicherung für das eigene Geschäftsmodell ist immens wichtig, um Schäden, die während der Tätigkeit auftreten, abzufedern. Bspw. sollten Sie als Juwelier den Inhalt Ihres Geschäfts absichern, als Heizungsbauer etwaige Schäden, die durch Ihre Tätigkeit an den Räumlichkeiten der Kunden verursacht wurden. |
| Cyberversicherung | Gründer im digitalen Umfeld, bspw. Onlineshops |
Bevor Sie sich mit möglichen Versicherungen auseinandersetzen, sollten Sie Ihren Bedarf abklären – persönlich und betrieblich.
Unser Versicherungscheck hilft dabei, zu ermitteln, welche Versicherungen für Sie und Ihren Betrieb relevant sind.
Achtung: Scheinselbstständigkeit vermeiden
Wenn Sie sich selbstständig machen, müssen Sie auf jeden Fall das Thema Scheinselbstständigkeit im Auge behalten. Selbstständige, die hauptsächlich nur für einen Auftraggeber tätig sind, sind schnell betroffen. Folgen können bis hin zu Freiheitsstrafen reichen.
Wie Sie Scheinselbstständigkeit erkennen und ihr entgegenwirken, lesen Sie im Leitfaden Scheinselbstständigkeit: Kriterien, Folgen und Schutz.
Hilfe, Beratung & 100+ Dokumente für Ihren Start
Sie sind bei der Unternehmensgründung nicht auf sich allein gestellt – zahlreiche bundesweite und regionale Beratungsangebote, Netzwerke oder Organisationen unterstützen Gründer auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit. Ein guter erster Schritt ist es, auf die für Sie zuständige IHK zuzugehen und nach lokalen Beratungsangeboten zu fragen. Bei uns erhalten Sie Supportangebote für vor, während und nach der Gründung – diese Beratungen werden meist gefördert oder bezuschusst. Von allen Beratungen empfehlen wir besonders die Gründungsberatung.
Vorlagen, Muster & Tools für Ihre Gründung
Damit Sie nicht unvorbereitet in die Selbstständigkeit starten müssen, haben wir mehr als 100 Dokumente für Ihre Selbstständigkeit und die Zeit danach vorbereitet – diese können Sie vollkommen kostenlos herunterladen und nutzen.



| Häufige Fragen
Erfolgversprechend sind 2026 handwerkliche Betriebe, Dienstleistungen rund um Photovoltaik oder E-Mobilität, haushaltsnahe Services für Senioren sowie KI-Beratung für kleine und mittlere Unternehmen.
Als erstes benötigt man eine klare Geschäftsidee: Produkt und Zielgruppe müssen feststehen. Anschließend sind die rechtliche Einordnung der Tätigkeit (Gewerbe oder freier Beruf), die Wahl der passenden Rechtsform und die Klärung notwendiger Genehmigungen entscheidend. Schließlich folgen die formale Anmeldung beim Gewerbeamt beziehungsweise die steuerliche Erfassung beim Finanzamt sowie die Organisation von Finanzen, Buchhaltung und Kundengewinnung.
Wer monatlich etwa 2.000 € netto für private Ausgaben zur Verfügung haben möchte, benötigt als Selbstständiger meist einen Jahresgewinn von rund 55.000 € oder mehr. Hintergrund ist, dass neben Einkommensteuer auch Krankenversicherung, Altersvorsorge und betriebliche Fixkosten vollständig selbst getragen werden müssen.
Personengesellschaften, Einzelunternehmen sowie Freiberufler zahlen auf ihre Gewinne Einkommensteuer. Für Kapitalgesellschaften wird anstatt der Einkommensteuer die sogenannte Körperschaftsteuer erhoben. Die Gewerbesteuer fällt nur für gewerblichen Betriebe an. Alle Selbstständigen und Unternehmen müssen auf Lieferungen und Leistungen Umsatzsteuer abführen, außer sie nutzen die Kleinunternehmerregelung.
Die Selbstständigkeit bringt ein höheres finanzielles Risiko mit sich, da Einkommen schwanken kann und kein Anspruch auf bezahlten Urlaub oder Lohnfortzahlung im Krankheitsfall besteht. Zudem tragen Selbstständige die volle Verantwortung für Steuern, Versicherungen, Buchhaltung und rechtliche Pflichten. Auch die Arbeitsbelastung ist häufig höher, insbesondere in der Anfangsphase, da neben der eigentlichen Tätigkeit organisatorische und administrative Aufgaben anfallen.
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