Schritt 1: Geschäftsidee durchleuchten
Zunächst sollten Sie prüfen, ob es für Ihre Geschäftsidee einen Markt gibt. Dabei muss die altbekannte Weisheit „Wo kein Produkt auch kein Markt" nicht unbedingt zutreffen. Eventuell füllen Sie mit Ihrer Geschäftsidee auch eine interessante Nische aus. Um das Potenzial Ihrer Geschäftsidee zu prüfen, beschreiben Sie Ihre Geschäftsidee anhand der folgenden Punkte:
- Was ist Ihr Produkt oder Ihre Dienstleitung?
Beschreiben Sie Ihre Geschäftsidee in 3-5 kurzen, aber prägnanten Sätzen. - Den Kundennutzen Ihrer Geschäftsidee herausstellen!
Erklären Sie, was für Vorteile Ihre Geschäftsidee dem Kunden bringt. Welchen Nutzen hat der Käufer, wenn er sich für Ihr Angebot entscheidet? - Alleinstellungsmerkmal Ihrer Geschäftsidee darstellen!
Das Thema Alleinstellungsmerkmal werden Sie später im Businessplan ausführlich beschreiben. Trotzdem sollten Sie schon jetzt ein paar Argumente finden, warum sich ein Kunde gerade für Ihr Angebot entscheiden sollte. Der Vorteil Ihrer Geschäftsidee muss für den Kunden deutlich erkennbar und bedeutsam sein.
Wenn Sie die Geschäftsidee beschrieben, den Kundennutzen erklärt und ein Alleinstellungsmerkmal Ihrer Geschäftsidee identifiziert haben, können Sie bereits abschätzen, ob Ihre Geschäftsidee über wirtschaftliches Potenzial verfügt. Wen genau Sie mit Ihrer Geschäftsidee ansprechen möchten, legen Sie bei der Zielgruppendefinition im zweiten Schritt fest.
Schritt 2: Zielgruppe festlegen
Ihr Angebot muss auf eine Nachfrage treffen. Die Nachfrage bestimmt sich aus der möglichen Anzahl von Käufern. Wie Sie diese mögliche Anzahl Käufer für Ihre Geschäftsidee bestimmen, erfahren Sie im Kapitel Zielgruppe. Dabei können Sie unterscheiden zwischen:
- Zielgruppe Privatkunden und
- Zielgruppe Geschäftskunden unterschieden können.
Ziel ist es, Ihre Zielgruppe so genau wie nur möglich zu definieren, damit Sie die Anzahl der möglichen Käufer in Zahlen fassen können. Die Zielgruppengröße ist der zweite von drei Faktoren, um das Umsatzpotenzial zu beziffern.
Schritt 3: der Preis als wichtiger Faktor beim Potenzial
Bei der Zielgruppendefinition haben Sie bereits festgelegt, wer sich von der theoretischen Zielgruppe Ihr Angebot nicht leisten kann. Was Sie jetzt aber noch berücksichtigen müssen ist die Kaufbereitschaft derjenigen, die sich zwar Ihr Angebot leisten könnten, aber nicht wollen. Je nach Angebot kann dies ein limitierender Faktor für das Umsatzpotenzial Ihrer Geschäftsidee sein.
Dementsprechend wichtig ist es, dass Sie den optimalen Preis für Ihr Produkt festlegen. Auf der einen Seite sollten Sie eine hohe Marge erzielen, aber trotzdem müssen Sie kompetitiv genug sein und eine genügend große Zielgruppe ansprechen. Was Sie sonst noch bei der Preisfestlegung beachten sollten, erfahren Sie hier. Haben Sie die drei Faktoren zusammen, so können Sie das wirtschaftliche Potenzial berechnen.
Ergebnis: das wirtschaftliche Potenzial
Wenn Sie die effektive Zielgruppe, d.h. die Leute, die sich Ihr Produkt leisten können und auch leisten möchten, bestimmt und den optimalen Preis festgelegt haben, fehlt Ihnen zur Bestimmung des wirtschaftlichen Potenzials Ihrer Geschäftsidee nur noch die Kauffrequenz.
Bei der Kauffrequenz legen Sie fest, wie oft Ihr Produkt über eine gewisse Zeitspanne gekauft wird - z.B. kauft Ihre Zielgruppe fünf Mal pro Woche Ihr Produkt. Wenn Sie die Kauffrequenz bestimmt haben, können Sie das Potenzial Ihrer Geschäftsidee berechnen:
Wirtschaftliches Potenzial berechnen: Beispiel
Folgendes Beispiel - bei dem es um ein peruanisches Restaurant in Frankfurt geht - soll Ihnen helfen, das wirtschaftliche Potenzial Ihrer Geschäftsidee zu berechnen.
Ihr Angebot: Sie möchten ein peruanisches Restaurant in der Frankfurter Innenstadt eröffnen.
Die Zielgruppe: Ihre Zielgruppe sind vorwiegend Angestellte in der Finanzbranche, die
- in der Innenstadt arbeiten (ca. 80.000)
- über 3.500 Euro pro Monat verdienen (ca. 50.000)
- offen für eine neue Küche sind (ca. 30.000) und
- in der Mittagspause nicht in der Kantine, sondern in einem Restaurant essen gehen (ca. 10.000).
Von dieser gesamten Zielgruppengröße nehmen Sie an, dass Sie innerhalb von zwei Jahren 1.000 Stammgäste gewinnen können. Das entspricht 10% der gesamten Zielgruppe und ist der erste relevante Faktor für das wirtschaftliche Potenzial.
Kauffrequenz: Anhand einer kleinen Marktforschung haben Sie festgestellt, dass Ihre Zielgruppe durchschnittlich zwei Mal pro Monat Ihr Restaurant besuchen würde.
Preis: Außerdem haben Sie beobachtet, dass Ihre Kundschaft bereit wäre, 12 Euro pro Essen & Getränk zu bezahlen.
Das Umsatzpotenzial pro Monat entspricht demzufolge:
- 1.000 (Zielgruppe) * 2 (Kauffrequenz) * 12 Euro (Preis pro Essen & Getränk) = 24.000 Euro Umsatzpotenzial pro Monat
Wirtschaftliches Potenzial bei einem Franchisekonzept
Auch bei der Gründung über ein Franchisekonzept oder im Rahmen einer Unternehmensnachfolge sollten Sie die oben erwähnten Punkte abarbeiten, um das Umsatzpotenzial der vorliegenden Geschäftsidee möglichst gut erfassen zu können.
Wenn Sie das Potenzial berechnet haben, können Sie abschätzen, wie interessant ein Franchisekonzept für Ihre Existenzgründung ist. Selbstverständlich hängt das Potenzial von verschiedenen Faktoren ab. Zum Beispiel ist für den Einzelhandel sehr oft der Standort ein wichtiger Faktor, der das wirtschaftliche Potenzial beeinflussen kann.
Geschäftsidee Check nutzen, um das Potenzial abzuschätzen
Weitere wichtige Faktoren, die sich auf das Potenzial Ihrer Geschäftsidee auswirken können, analysieren Sie am besten mit Hilfe des Geschäftsideen Checks. Der kostenlose Geschäftsidee Check hilft Ihnen, die wichtigen Bereiche Ihrer Geschäftsidee zu analysieren damit Sie in einem finalen Schritt das wirtschaftliche Potenzial beziffern können.
Weiter im Businessplan zur Marktanalyse
Nachdem Sie Ihre Idee im Businessplan beschrieben und erste Einschätzungen zum Geschäftspotenzial geliefert haben, geht es nun an die detaillierte Marktanalyse.