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Als Freiberufler selbstständig machen

Es gibt zahlreiche Freie Berufe. Und so stellen Freiberufler eine große Gruppe der Selbstständigen in Deutschland dar. Der Status einer freiberuflichen Tätigkeit ist jedoch an Bedingungen geknüpft, oft sind auch bestimmte Qualifikationen zu erbringen.

Insbesondere rechtliche und steuerrechtliche Fragen sollten Freiberufler schon vor dem Unternehmensstart klären. Aber auch die Wahl der Krankenversicherung, die Rentenversicherung sowie die Künstlersozialkasse sind für Freiberufler wichtige Themen.



Freie Berufe in Zahlen

Laut IFB, dem Institut für Freie Berufe in Nürnberg, waren Anfang 2014 fast 1,27 Millionen Menschen in Deutschland als Freiberufler in der Selbstständigkeit tätig. Die meisten Freiberufler, nämlich 299.000 Freiberufler, sind in sogenannten Freien Kulturberufen tätig. Dies entspricht einem Anteil von fast 24 %. Weitere häufig vertretene Freie Berufe sind (gerundet):

  • Ärzte: 124.000
  • Andere freie Heilberufe: 118.000
  • Rechtsanwälte: 117.000
  • Unternehmensberater/wirtschaftsberatende Freie Berufe: etwa 114.000
  • Steuerberater: 59.000
  • Architekten: 57.000
  • Zahnärzte: 54.000

Was sind Freie Berufe?

Für viele Existenzgründer stellt sich die Frage, wann man eine freiberufliche Tätigkeit ausübt und damit den Status Freiberufler erfüllt. Die Abgrenzung zu einem klassischen Gewerbe ist dabei nicht immer klar und eindeutig. Zuständig für die Anerkennung ob eine freiberufliche Tätigkeit ausgeübt wird, ist das Finanzamt.

Grundsätzlich gilt, dass Freiberufler wissenschaftliche, künstlerische, erzieherische oder schriftstellerische Tätigkeiten ausüben, die nicht der Gewerbeordnung unterliegen. Hierzu zählen gemäß § 18 Einkommensteuergesetz und § 1 des Gesetzes über Partnerschaftsgesellschaften folgende Freie Berufe:

  • Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Heilpraktiker, Krankengymnasten, Hebammen, Heilmasseure, Diplom-Psychologen
  • Mitglieder der Rechtsanwaltskammern, Patentanwälte, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, beratenden Volks- und Betriebswirte, vereidigte Buchprüfer (vereidigte Buchrevisoren), Steuerbevollmächtigte
  • Ingenieure, Architekten,
  • Handelschemiker, Lotsen, hauptberufliche Sachverständige,
  • Journalisten, Bildberichterstatter, Dolmetscher, Übersetzer und ähnliche Berufe sowie Wissenschaftler, Künstler, Schriftsteller, Lehrer und Erzieher

Die im Einkommensteuergesetz genannten Freien Berufe wie Anwalt, Buchprüfer oder Ingenieur werden als Katalogberufe bezeichnet. Daneben haben sich auch einige den Katalogberufen ähnliche Freie Berufe etabliert. Dazu zählt das IFB:

  • Aushilfsmusiker, Bergführer, Bildhauer, Designer, Diätassistent, Dirigent, EDV-Berater, Erfinder, Erzieher, Fotografen, Kameramann, Künstler, Dozent, Logopäde, Magier, Marketingberater, Marktforscher, Musiker, Raumgestalter, Schauspieler, Schriftsteller, Tanzlehrer, Tanz- und Unterhaltungsmusiker, Unternehmensberater, Visagist, Werbetexter und viele weitere.

Es empfiehlt sich Rücksprache mit einem Steuerberater oder Anwalt zu halten, damit der Status Freiberufler eindeutig geklärt werden kann. Zudem können Sie beim Finanzamt eine verbindliche Auskunft beantragen.

TIPP

Als Freiberufler haften Sie mit Ihrem Privatvermögen. Umso wichtiger ist es, dass Sie von Anfang an richtig versichert sind. Welche Versicherungen für Freiberufler sinnvoll sind, erfahren Sie hier!

Welche Versicherung für Freiberufler?

Bei der Unternehmensgründung geht es auch darum Risiken zu vermeiden. Für viele Risiken, die Sie nicht beeinflussen können, gibt es Versicherungen, damit die finanziellen Auswirkungen nicht schon ein frühes Aus bedeuten. Doch welche Versicherung lohnt sich für Freiberufler? Machen Sie die Bedarfsanalyse.

Businessplan-Beispiel für Freiberufler

Wie für alle Gründer gilt auch für Freiberufler, dass ein Businessplan für den Weg in die Selbstständigkeit unbedingt zu empfehlen ist. Starten Sie jetzt mit der Existenzgründung als Freiberufler und verschaffen Sie sich einen detaillierten Überblick über die wichtigsten Besonderheiten beim Businessplan für Freiberufler.

Kammerpflichtige Freie Berufe

Oftmals gibt es berufsständische Kammern - oder Standeskammern - bei denen Sie sich registrieren müssen, wenn Sie sich als Freiberufler selbstständig machen möchten. Kammerpflichtige Freie Berufe sind:

  • Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Apotheker
  • Notare, Rechtsanwälte, Patentanwälte
  • Steuerberater, Wirtschaftsprüfer
  • Architekten, beratende Ingenieure

Wir haben Ihnen die Adressen und Kontaktdaten zu den berufsständischen Kammern zusammengestellt.

Erforderliche Qualifikationen für Freie Berufe

Bei den Freien Beruf gilt, ähnlich wie bei den meisterpflichtigen Handwerksberufen, dass für eine Existenzgründung mit einer freiberuflichen Tätigkeit eine hohe fachliche Kompetenz und eine Ausbildung nachgewiesen werden muss.

  • Sofern Sie als Freiberufler Mitglied in einer Kammer sein müssen, erfolgt der Nachweis bei Ihrer Kammer.
  • Für andere Freiberufler ohne Kammerpflicht muss der Nachweis gegenüber öffentlichen Institutionen erbracht werden.

Wenden Sie sich als Freiberufler an die für Sie zuständige Standeskammer um die exakten Anforderungen an die berufliche Qualifikation zu erfahren.

TIPP

Alle wichtigen Stationen für die Anmeldung Ihrer freiberuflichen Tätigkeit haben wir Ihnen hier zusammengestellt.

Recht und Steuern für Freie Berufe

Folgende rechtlichen und steuerrechtlichen Punkte sollten Sie als Freiberufler bei Ihrer Existenzgründung beachten:

  • Rechtsform für Freiberufler
    Als Einzelkämpfer haben Sie den Status Freiberufler. Für den Zusammenschluss von mehreren Freiberuflern gibt es die spezielle Rechtsform der Partnerschaftsgesellschaft. Sie können sich aber als Freiberufler auch in einer GbR oder GmbH selbstständig machen. Bei einer GmbH geht Ihnen aber die Gewerbesteuerfreiheit  für Freiberufler verloren.
  • Anmeldung für Freiberufler zum Start der Selbstständigkeit
    Wenn Sie sich als Freiberufler selbstständig machen, müssen Sie sich nicht beim Gewerbeamt, sondern direkt beim Finanzamt anmelden. Erfahren Sie mehr über die Anmeldung.
  • Rentenversicherung für Freiberufler
    Pflichtversicherung: Für Freie Berufe, für die eine Standeskammer besteht, ist die Mitgliedschaft in einem Versorgungswerk der Kammer Pflicht. Durch die Mitgliedschaft werden automatisch Beiträge für die Rentenversicherung an das Versorgungswerk für die Freiberufler fällig. Zudem gibt es auch weitere Freie Berufe, die über Pflichtzahlungen an die Rentenversicherung leisten müssen, da sie als besonders schutzbedürftig gelten. Zu diesen zählen bspw. Lehrer, Hebammen, Seelotsen oder Küstenschiffer. Natürlich können alle übrigen Freiberufler auch freiwillig in die Rentenversicherung einzahlen oder privat für die Rente vorsorgen.
  • Künstlersozialkasse für Freie Berufe
    Künstler und Publizisten müssen sich bei der Künstlersozialkasse versichern. Die Künstlersozialkasse fungiert dann als Rentenversicherung, übernimmt aber auch Aufgaben der Krankenversicherung und Pflegeversicherung für die Freiberufler.
  • Krankenversicherung für Freiberufler
    Wenn für Sie als Freiberufler nicht die Künstlersozialkasse ohnehin eine Pflicht ist, müssen Sie sich zwischen der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung entscheiden.
  • Steuern für Freiberufler
    Freiberufler haben das Privileg, in der Regel keine Gewerbesteuer zahlen zu müssen.

Online-Steuerberatung für Freiberufler

Auch Freiberufler müssen Sie um die Themen Steuern und Buchhaltung kümmern. Preisgünstige Lösungen bietet die Online-Steuerberatung von felix1.de mit speziellen Steuerberatungspaketen für Freiberufler ab 39 Euro im Monat: mehr erfahren.

TIPP

Sie möchten optimal in die Existenzgründung starten? Dann nutzen Sie das geförderte Gründercoaching! Ein erfahrener Berater unterstützt Sie nicht nur beim Businessplan, sondern auch bei Finanzierungsfragen.

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