Gründungszuschuss vom Jobcenter: Raus aus der Arbeitslosigkeit

Mit dem Gründungszuschuss unterstützt die Agentur für Arbeit Arbeitslose, die sich selbstständig machen möchten. Berechtigt sind ausschließlich Empfänger von Arbeitslosengeld 1 (ALG 1). Der Gründungszuschuss in Höhe von 300 Euro wird zunächst für 6 Monate zusätzlich zum ALG 1 gewährt. Für weitere 9 Monate kann der Gründungszuschuss dann 300 € betragen.

Es gibt keinen Rechtsanspruch auf einen Gründungszuschuss. Eine gute Vorbereitung auf den Antrag ist daher notwendig. Ein spezialisierter Berater kann hilfreich sein – empfehlenswert ist eine kostenfreie Gründungsberatung für Empfänger von ALG 1.

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1. Gründungszuschuss: Dauer und Höhe

Wer darf die Förderung durch den Gründungszuschuss beantragen? Der Gründungszuschuss gilt nur für Arbeitslose mit Arbeitslosengeld 1 (ALG 1). Ansprechpartner dafür ist das örtliche Jobcenter. Mit dem Gründungszuschuss ohne Arbeitslosigkeit sind sämtliche öffentlichen Zuschuss-Programme gemeint.

Wer als Arbeitsloser gründen möchte, geht zuerst zur Arbeitsagentur. Dort bespricht er mit seinem Ansprechpartner sein Gründungsvorhaben und die geplante Tätigkeit.

Dauer und Höhe des Gründungszuschuss

  • Phase 1: Der Arbeitslose erhält für 6 Monate einen Gründungszuschuss in Höhe von Arbeitslosengeld 1 + 300 Euro. In dieser Phase baut er sein Geschäft auf.
  • Phase 2: Danach erhält er für weitere 9 Monate 300 Euro. Mit Beginn von Phase 2 muss das Geschäft bereits laufen.

Wichtig: Die Unterstützung in Phase 2 wird nicht automatisch gewährt. Der Gründer muss sie nach Ablauf der 6 Monate bei der Arbeitsagentur beantragen. Dabei überzeugt er das Jobcenter, dass er die 300 € für weitere 9 Monate tatsächlich benötigt. Dafür ist ein schriftlicher Antrag notwendig.

So berechnet sich der Gründungszuschuss

  • Ausgangspunkt ist das Nettogehalt
  • Berechnung von ALG 1: 60% des Nettogehaltes (67% bei Arbeitnehmer mit Kind)
  • Monat 1 - 6: Gründungszuschuss = Betrag ALG 1 + 300 €
  • Monat 9 - 15: Gründungszuschuss = 300 €

Beispiel: Arbeitnehmer mit 4.000 € Bruttogehalt, keine Kinder, Lohnsteuerklasse 1

  • Nettogehalt: 2.510 € => ALG 1 sind 60% davon: 1.506,30 €
  • Monatlicher Gründungszuschuss für die Monate 1 - 6: 1.806,30 €
  • Gesamtförderung über 15 Monate: 13.537,80 €

Achtung: Bemessungsgrenze für das Bruttogehalt

Wie hoch ist der Gründungszuschuss für einen arbeitslosen Manager, der vorher 30.000 € pro Monat verdient hat? 

  • Antwort: In diesem Fall wird der Gründungszuschuss auf Basis der Bemessungsgrenze von 7.100 € (alte Bundesländer) bzw. 6.700 € (neue Bundesländer) berechnet.

Achtung: Kein Rechtsanspruch auf Gründungszuschuss

Den Gründungszuschuss zu gewähren, liegt im Ermessen der Arbeitsagentur. Der Sachbearbeiter entscheidet auf Basis interner Richtlinien. Eine gute Vorbereitung ist notwendig, um den Sachbearbeiter der Arbeitsagentur zu überzeugen. Gründer sollten eine Beratung nutzen, die zu 100 % vom Staat gefördert wird.

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2. Wichtig: Reihenfolge und Fristen einhalten

Eine gute Zeitplanung ist für den Gründungszuschuss von großer Bedeutung:

Antrag auf Gründungszuschuss vor der Unternehmensgründung

Niemals das Unternehmen gründen, wenn vorher nicht der Antrag auf Gründungszuschuss gestellt wurde! Gründer mit ALG 1 müssen unbedingt diese Reihenfolge einhalten:

  • Zuerst den Antrag auf Gründungszuschuss stellen
  • Dann das Unternehmen gründen

Wer es umgekehrt macht, bekommt keinen Gründungszuschuss.

Unternehmensgründung vor Ablauf der 150-Tage-Frist (ALG 1)

Der Gründer muss spätestens 150 Tage vor Ablauf der ALG-1-Zahlungen sein Unternehmen gegründet haben. Gründet der Arbeitslose zu spät, verfällt sein Anspruch auf den Gründungszuschuss. Hier sind 2 Zeitpunkte relevant:

So berechnet das Jobcenter die Frist für den Gründungszuschuss:

  • Grundsatz: Jeder Monat wird mit 30 Tagen berechnet

Daraus ergibt sich eine simple Rechenweise: Letzter Gründungstag = Letzter Tag von ALG 1 um 6 Monate zurückgerechnet. Ein Beispiel verdeutlicht dies:

  • Am 21. Dezember 2021 läuft das ALG 1 ab.
  • Der Juli 2021 ist der Monat, der 6 Monate hinter dem Dezember zurückliegt.
  • Also ist der letztmögliche Gründungstag der 21. Juli 2021.

Weitere Beispiele:

Ende ALG 1Letzter Gründungstag
5. November 20215. Juni 2021
22. Oktober 202122. Mai 2021
13. September 202113. April 2021

Achtung: Wer regulär mit echten Kalendertagen rechnet, riskiert seinen Gründungszuschuss. Beispiel: Endet das ALG 1 am 21. Dezember und rechnet man 150 Tage zurück, kommt man auf den 24. Juli als letztmöglichen Gründungstag. Das wäre 3 Tage zu spät.

ALG 1 Zahlungen enden mit der Gründung

Sobald der Arbeitslose gegründet hat, endet die Zahlung von ALG 1. Häufig ist zum Gründungszeitpunkt der Gründungszuschuss noch nicht bewilligt. Der Gründer muss also diesen Zeitraum mit eigenen finanziellen Mitteln überbrücken. Ist der Gründungszuschuss bewilligt, erhält er ihn rückwirkend zum Gründungszeitpunkt. Umso wichtiger ist es, den Gründungszuschuss rechtzeitig zu beantragen. Dabei hilft eine professionelle Gründungsberatung.

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3. Checkliste: 8 Voraussetzungen für den Gründungszuschuss

  1. Einhaltung der Reihenfolge: Zuerst Antrag stellen, dann Unternehmen gründen.
  2. Fristen beachten: Zum Zeitpunkt der Unternehmensgründung besteht der Anspruch auf ALG 1 noch für mindestens 150 Tage.
  3. Der letzte Gründungszuschuss liegt 24 Monate zurück.
  4. Der Arbeitslose hat eine vom Arbeitsamt geförderte Bildungsmaßnahme (AVGS-Maßnahme) wahrgenommen.
  5. Entscheidend ist ein Businessplan, der eine tragfähige Geschäftsidee und die unternehmerische Eignung des Gründers darstellt.
  6. Der Arbeitslose besitzt die notwendigen Qualifikationen für die geplante Tätigkeit, z.B. den Meisterbrief.
  7. Der Finanzplan zeigt auf, dass der Gründer auf den Gründungszuschuss während der ersten 6 Monate angewiesen ist.
  8. Die Vermittlung des Gründers in ein Arbeitsverhältnis als Angestellter oder Arbeiter ist unwahrscheinlich.

Ziel der Arbeitsagentur ist es, den Arbeitslosen in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis zu vermitteln. Der Arbeitslose muss daher erfolglose Bewerbungsversuche nachweisen. Wer zum Beispiel darstellt, dass 30 Bewerbungen zu keiner Anstellung geführt haben, erfüllt eine wesentliche Voraussetzung für den Gründungszuschuss.

4. Kontakt aufnehmen mit der Arbeitsagentur

Als Erstes informiert der Arbeitssuchende rechtzeitig seinen Sachbearbeiter bei der Arbeitsagentur über die geplante Selbstständigkeit. Dazu fordert der Arbeitslose die Antragsformulare für den Gründungszuschuss beim Jobcenter an.

Was gehört in den Antrag auf Gründungszuschuss?

  • Antragsformular mit geplantem Datum der Selbstständigkeit und Angabe der geplanten selbstständigen Tätigkeit
  • Nachweis, dass Sie eine AVGS-Maßnahme, genauer gesagt, eine vom Jobcenter geförderte Beratung wahrgenommen haben.
  • Nachweis erforderlicher Qualifikationen, z. B. Meisterbrief
  • Businessplan und Finanzplan
  • Fachkundige Stellungnahme (Tragfähigkeitsbescheinigung) von einem Experten, z. B. Steuerberater

Geförderte Beratung beantragen: Der Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS)

Der AVGS-Gutschein ermöglicht eine kostenfreie Beratung für Gründer aus der Arbeitslosigkeit. Dieser Gutschein wird beim örtlichen Jobcenter beantragt. Eingelöst wird er bei einem Berater, der sich auf Gründungen aus der Arbeitslosigkeit spezialisiert hat. Dieser Berater ist beim Jobcenter registriert.

5. Businessplan für das Gründen aus der Arbeitslosigkeit

Damit die Arbeitsagentur den Gründungszuschuss gewährt, muss der Gründer einen Businessplan vorlegen. Ziel dieses Businessplans ist es, die Arbeitsagentur von der unternehmerischen Eignung des Antragsstellers zu überzeugen.

Ein guter Businessplan für das Jobcenter beantwortet diese Fragen:

  • Kann der Gründer mit seinem Geschäftskonzept Geld verdienen und seinen Lebensunterhalt bestreiten?
  • Verfügt der Gründer aus der Arbeitslosigkeit über unternehmerische Fähigkeiten und über das notwendige Know-how für die geplante Tätigkeit?
  • Zeigt der Businessplan auf, dass der Gründungszuschuss für die Sicherung des Lebensunterhalts zu Beginn der Gründung unbedingt notwendig ist.

Ein kompletter Businessplan für das Jobcenter enthält einen Finanzplan, der die Geschäftszahlen für 36 Monate dokumentiert.

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Dafür bietet Für-Gründer.de eine leistungsstarke Businessplan-Software. Sie umfasst: 

  • Sämtliche Businessplan-Kapitel von der Geschäftsidee bis zum Marketing
  • Finanzplan über 60 Monate mit Gründungskosten, Investitionsplanung, Umsatzplanung, Kostenplanung, Liquiditätsplanung und Finanzierung

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6. Fachkundige Stellungnahme

Die Arbeitsagentur verlangt eine sogenannte fachkundige Stellungnahme von einem Wirtschaftsexperten. Das sind unter anderem Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer, die IHK/HWK, Unternehmensberater, aber auch Kreditinstitute und Gründerzentren. Bei der fachkundigen Stellungnahme wird geprüft:

  • Ist der Businessplan schlüssig und fehlerfrei? 
  • Sind die Annahmen realistisch?
  • Kann der Gründer mit der geplanten Tätigkeit mit großer Wahrscheinlichkeit Geld verdienen?

Diese Punkte bestätigt der Wirtschaftsexperte dem Gründer schriftlich in der fachkundigen Stellungnahme.

7. Den Antrag an die Agentur für Arbeit schicken

Jetzt schickt der Gründer den kompletten Antrag (Antragsformular, Businessplan und fachkundige Stellungnahme, Qualifikationen) an das Jobcenter. Wichtig: Der Arbeitslose sollte  den Antrag per Einschreiben/Rückschein versenden. Bringt er ihn persönlich zum Jobcenter, sollte er sich eine Empfangsbestätigung geben lassen.

In der Regel muss der Gründer seinen Antrag und seinen Businessplan nicht mehr persönlich seinem Sachbearbeiter vorstellen. Verlangt es die Arbeitsagentur, sollte der Gründer sein Vorhaben souverän und optimistisch präsentieren.

8. Weitere Fragen zum Gründungszuschuss

Sind beim Gründungszuschuss Nebenjobs erlaubt?

Grundsätzlich sollte der Gründer den Nebenjob der Arbeitsagentur mitteilen. Erlaubt sind Nebenjobs bis zu 15 Stunden pro Woche.

Muss der Gründungszuschuss zurückbezahlt werden?

Der Gründungszuschuss ist eine Subvention, kein Darlehen. Daher braucht ihn der Gründer nicht zurückzahlen, sofern er sich an die Regeln hält. Den Gründungszuschuss zurückzahlen muss:

  • Wer Nebenjobs mit mehr als 15 Stunden pro Woche hat.
  • Wer abweichend vom Antrag eine völlig andere selbstständige Tätigkeit ausübt.
Welche Rechtsformen sind erlaubt?

Für eine Gründung mit Gründungszuschuss kann jede denkbare Rechtsform gewählt werden, egal ob Freiberufler, Kleingewerbe, GbR oder GmbH.

Ist der Gründungszuschuss möglich, wenn der Gründer eine GmbH mit Investorengeldern gründet?

Das Grundprinzip ist: Der Businessplan muss beweisen, dass der Gründer ohne Gründungszuschuss nicht auskommt. Im Falle der Investorengelder müsste der Arbeitslose nachweisen, dass die Investoren am Anfang kein ausreichendes Geschäftsführergehalt bewilligen.

Was ist bei den Steuern zu beachten?

Der Gründungszuschuss ist steuerfrei. Ansonsten gelten alle Steuerpflichten für Selbstständige und Unternehmer.

Was ist bei der Sozialversicherung wichtig?

Um Rentenversicherung, Krankenversicherung und Arbeitslosenversicherung muss sich der Gründer aus der Arbeitslosigkeit selbst kümmern. Die 300 € des Gründungszuschusses dienen dazu, dass sich der Gründer entsprechend persönlich absichert.

  • Rentenversicherung und Krankenversicherung: Hier kann ein Gründer zwischen der freiwillig gesetzlichen Versicherung oder einer privaten Versicherung wählen.
  • Arbeitslosenversicherung: Um das Risiko einer erneuten Arbeitslosigkeit zu mindern, ist es sinnvoll, freiwillig Beiträge zur Arbeitslosenversicherung zu leisten.
Welche weiteren Fördermaßnahmen gibt es?

Neben dem Gründungszuschuss gibt es viele weitere Zuschüsse für die Selbstständigkeit. Da die Förderprogramme vielfältig sind, bietet Für-Gründer.de einen kostenfreien Fördermittelcheck. 

Welche Förderungen gibt es für Empfänger von ALG 2 (Hartz-IV)?

Hartz-IV-Empfänger können bei der Arbeitsagentur ein sogenanntes Einstiegsgeld beantragen. Dieses Thema sollte ein Hartz-IV-Empfänger direkt mit seinem Betreuer im Jobcenter besprechen.

Haben Sperrzeiten wegen Kündigung Einfluss auf den Gründungszuschuss?

Wer als Arbeitnehmer sein Arbeitsverhältnis von sich aus kündigt, bekommt für 3 Monate kein ALG 1. Diese 3 Monate sind die Sperrzeit. Danach bekommt der Arbeitnehmer ALG 1 und kann anschließend einen Gründungszuschuss beantragen.

9. Gründungszuschuss? Unbedingt kostenfrei beraten lassen!

Entscheidend beim Gründungszuschuss ist es, das Jobcenter von der Gründungsidee zu überzeugen. Denn es liegt im Ermessen des Jobcenters, den Gründungszuschuss zu bewilligen. Für Gründer.de bietet daher ein Beratungsangebot eines auf Arbeitslose (ALG 1) spezialisierten Gründungsberaters. Es bietet:

  • Persönliches Coaching
  • Hilfe beim Erstellen des Businessplans
  • Vermittlung von Unternehmer-Wissen

Dieses Beratungsangebot wird von der Arbeitsagentur mit dem AVGS-Gutschein zu 100 % finanziell gefördert. 

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