Mit einem Kleingewerbe in die Selbstständigkeit starten

Wir erläutern die wichtigsten Punkte, wenn Sie ein Kleingewerbe gründen: Gewerbeanmeldung, Firmenname, Steuern und Buchführung in unserer kostenlosen Checkliste für Kleingewerbe. Sie wissen noch nicht, ob Sie sich als Kleingewerbetreibender selbstständig machen wollen? Es gibt verschiedene Alternativen wie den Kaufmann e.K. oder Kapitalgesellschaften wie die GmbH oder die UG. Abzugrenzen vom Kleingewerbe ist der Status Freiberufler, den Sie erlangen, wenn Sie in den Freien Berufen gründen.

Wenn Sie als Kleingewerbetreibender starten, kann dies verschiedene Vorteile bringen, zum Beispiel die einfache Buchführung mit der EÜR. Wir zeigen Ihnen, wie Sie ein Kleingewerbe anmelden und erläutern typische Fragen zum Gründen mit dieser Rechtsform.

Wichtige Tools für Ihr Kleingewerbe

EÜR Tool für Ihr Kleingewerbe

EÜR-Excel-Tool: Belege erfassen, Gewinn und finanziellen Überschuss ermitteln. Unser EÜR-Tool ist ideal für Kleingewerbetreibende.

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Steuerpflichten für Ihr Kleingewerbe

Welche Steuern zahlt ein Kleingewerbetreibender? Unsere Checkliste gibt Ihnen Auskunft, mit welchen Steuerarten Sie rechnen müssen.

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Rechtsformtest für Ihre Gründung

Finden Sie die ideale Rechtsform, um Ihr Unternehmen erfolgreich zu gründen. Nutzen Sie unser Tool für den Rechtsformtest.

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Ein Kleingewerbe anmelden, geht das überhaupt?

Wenn Sie sich eine typische Gewerbeanmeldung ansehen oder wenn Sie Ihren Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ausfüllen, werden Sie vergeblich einen Abschnitt finden, wo Sie sich als Kleingewerbetreibender auszeichnen oder die Option "Kleingewerbe" ankreuzen können. Sie geben hingegen an, ob Ihr Unternehmen im Handelsregister eingetragen ist. Das ist erforderlich, wenn Ihr Unternehmen nach Art und Umfang einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Gewerbebetrieb benötigt (siehe dazu im Detail §1 (2) HGB). Dies wiederum hängt ab von der Größe Ihres Unternehmens und der Rechtsform.

Der springende Punkt ist also: Ein gewerbliches Unternehmen wird dann als Kleingewerbe bezeichnet, wenn es nicht ins Handelsregister eingetragen werden muss.

TIPP

Neben den gewerblichen Unternehmen gibt es die freien Berufe. Was für Freiberufler wichtig ist, haben wir in einem Leitfaden zusammengestellt.

Leitfaden für Freiberufler

1. Welche Rechtsformen sind für das Kleingewerbe möglich?

Kleingewerbetreibende können allein oder im Team gründen. Gründen Sie als Einzelperson, sind Sie Einzelunternehmer. Als Team gründen Sie Ihr Kleingewerbe in der Rechtsform der GbR. Die folgende Tabelle zeigt, welche Rechtsformen für das Kleingewerbe möglich sind und welche nicht.

Rechtsformen KleingewerbeRechtsformen Handelsgewerbe nach HGB
EinzelunternehmerKaufmann e.K.
GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts)OHG, KG, GmbH & Co. KG
 GmbH, UG (haftungsbeschränkt)
 AG, KGaA
Rechtsgrundlage: Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) im SchwerpunktRechtsgrundlage: Handelsgesetzbuch (HGB) im Schwerpunkt

Rechtsformwandel für Kleingewerbetreibende ab einer bestimmten Unternehmensgröße

Wenn Sie als Einzelgründer oder als GbR ein Kleingewerbe gründen, müssen Sie bestimmte Größenschwellen beachten. Die Größenschwellen (Grenzen für Umsatz und Gewinn) für das Kleingewerbe sind:

  • 60.000 Euro Gewinn und/oder
  • 600.000 Euro Umsatz

Überschreitet Ihr Unternehmen diese Schwellen, fällt es unter die Regelungen des HGB mit seinen strengeren Auflagen bezüglich Buchführung und Rechnungslegung. Dabei wandelt sich der kleingewerbliche Einzelunternehmer in die Rechtsform Kaufmann e.K. um, die GbR wird zu einer OHG.

Als Gründer ist es wichtig, diese Regeln zu kennen. Denn zu Beginn Ihrer Tätigkeit als Unternehmer können Sie als Kleingewerbetreibender diverse Vorteile nutzen. Insbesondere die Erleichterungen bei der Buchhaltung. Wächst Ihr Unternehmen, müssen Sie beispielsweise Ihre Buchhaltung anpassen. Und dann sollten Sie sich frühzeitig auf diese Änderungen vorbereiten.

Gründungspaket für Einzelunternehmer

Sie starten als Einzelunternehmer? Dann bietet Ihnen dieses Gründungspaket Unterstützung bei der Gewerbeanmeldung und beim Ausfüllen des steuerlichen Erfassungsbogens für das Finanzamt.

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GbR-Gründungspaket für Team-Gründer

Sie gründen eine GbR? Dann gibt es mehrere Schritte, die zu beachten sind.Vom Vertrag über das Gewerbeamt bis zum Finanzamt. Im Gründungspaket erhalten Sie Unterstützung von Anfang bis Ende.

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2. Kleingewerbe versus Kleinunternehmer - was ist der Unterschied?

In der Alltagssprache werden die Begriffe Kleinunternehmer und Kleingewerbe synonym verwendet. Kleingewerbe und Kleinunternehmerregelung haben aber nichts miteinander zu tun. Die Kleinunternehmerregelung kann derjenige beantragen, dessen Jahresumsatz weniger als 17.500 Euro beträgt. Also kann auch der Freiberufler die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen.

Was bringt die Kleinunternehmerregelung mit sich? Wer für die Kleinunternehmerregelung optiert, muss keine Umsatzsteuer zahlen. Andererseits kann er auch keinen Vorsteuerabzug geltend machen. Ob es für den Kleingewerbetreibenden sinnvoll ist, beim Ausfüllen des steuerlichen Erfassungsbogens die Kleinunternehmerregelung zu wählen, muss im Einzelfall geprüft werden.

TIPP

Lesen Sie unseren Leitfaden zur Kleinunternehmerregelung.

Leitfaden zur Kleinunternehmerregelung

3. Vorteile / Nachteile: Ist das Kleingewerbe für Ihre Gründung geeignet?

Bevor wir auf die Details rund um die Gründung eines Kleingewerbes eingehen, möchten wir Ihnen die Vor- und Nachteile kurz und kompakt zusammenstellen. So können Sie entscheiden, ein Kleingewerbe zu gründen oder lieber eine andere Rechtsform zu wählen. Dabei hilft Ihnen auch unser Rechtsformtest.

Vorteile KleingewerbeNachteile Kleingewerbe
Formlose, schnelle und kostengünstige GründungHaftung mit dem gesamten Vermögen: Firmenvermögen und Privatvermögen
Kein Startkapital notwendigKeine freie Wahl der Geschäftsbezeichnung: freie Firmierung ist nicht möglich.
Geringe Buchhaltungskosten durch einfache Buchhaltung und Gewinnermittlung mit Einnahmen-Überschussrechnung (EÜR) Investoren steigen nur bei Kapitalgesellschaften ein, z.B. bei einer GmbH
In den Anfangsjahren auch Vergünstigungen bei den Beiträgen für IHK und Handwerkskammer 

Der entscheidende Vorteil des Kleingewerbes sind die vereinfachten Vorschriften bei Buchhaltung und Jahresabschluss. Die Haftungsfrage und die Einschränkungen bei der Geschäftsbezeichnung sollten Sie immer beachten. 

Viele gründen Ihr Unternehmen als Nebengewerbe. Gerade für Existenzgründer im Nebenerwerb ist das Kleingewerbe ideal: Die Gründung geht schnell und einfach und es gibt keine komplizierten Buchführungsvorschriften.

4. Wie funktionieren Buchhaltung und Jahresabschluss beim Kleingewerbe?

Beim Kleingewerbe genügen die einfache Buchführung und die Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) als Form des Jahresabschlusses bzw. der Gewinnermittlung. Damit ist der Buchhaltungsaufwand beim Kleingewerbe deutlich geringer als bei Unternehmen, die mit der doppelten Buchführung arbeiten müssen.

Einfache Buchführung heißt, dass ein Geschäftsvorfall auf ein Konto gebucht wird. Bei der doppelten Buchführung sind es zwei Konten.

  • Beispiel: Sie kaufen Büromaterial für 100 Euro und zahlen bar. Bei der einfachen Buchführung machen Sie nur eine Buchung auf das Konto "Büromaterial". Dagegen müssen Sie bei der doppelten Buchführung die 100 € auch auf dem Konto "Kasse" buchen.

EÜR als Form der Gewinnermittlung heißt, dass sich der Gewinn als Differenz von Einnahmen und Ausgaben ermittelt. Beim Jahresabschluss nach HGB ergibt sich der Gewinn durch Vergleich des Firmenvermögens. Ist das Firmenvermögen im Lauf des Geschäftsjahres gestiegen, hat ein Unternehmen einen Gewinn erwirtschaftet. 

Lesen Sie dazu unsere Ratgeberbeiträge zu den Themen „Einfache Buchführung" und „doppelte Buchführung – Bilanzierung", sowie „Jahresabschluss erstellen".

Wie erstellt der Kleingewerbetreibende seine Rechnungen?

Ob Kleingewerbe oder Gewerbe nach HGB, die Vorschriften, wie Sie eine ordentliche Rechnung erstellen, sind die gleichen. Achten Sie darauf, dass Ihre Rechnungen alle Pflichtbestandteile enthalten, damit Sie bei einer Betriebsprüfung keine Schwierigkeiten bekommen. Lesen Sie auch dazu unseren Leitfaden "Rechnungen erstellen" und nutzen Sie am besten eine gute Rechnungssoftware.

TIPP

Auch ein Kleingewerbetreibender muss rechtskonforme Rechnungen erstellen und die Buchhaltung führen. Mit lexoffice geht das ganz einfach: Jetzt 1 Jahr kostenfrei testen!

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5. Welche Steuern muss ein Kleingewerbetreibender zahlen?

Folgende steuerliche Regeln gelten beim Kleingewerbe:

  • Den Gewinn seines Unternehmens versteuert der Kleingewerbetreibende im Rahmen seiner Einkommensteuer.
  • Der Kleingewerbetreibende zahlt zusätzlich zur Einkommensteuer auch Gewerbesteuer. Für die Gewerbesteuer gilt für ein Kleingewerbe ein Freibetrag von 24.500 € jährlich.
  • Der Kleingewerbetreibende muss außerdem die Umsatzsteuer für das Kleingewerbe abführen.
  • Von der Umsatzsteuer befreit ist der Kleingewerbetreibende, der für die Kleinunternehmerregelung optiert hat.
  • Bei der Umsatzsteuer können Sie die IST-Versteuerung beantragen. Das bedeutet, dass die Umsatzsteuer für Ihre Kundenrechnung erst fällig wird, wenn Ihr Kunden die Rechnung bezahlt hat.
  • Beschäftigt der Kleingewerbetreibende Arbeitnehmer, muss er Lohnsteuer bezahlen.
  • Wenn Sie als Kleingewerbetreibender ein Firmenfahrzeug haben, zahlen Sie außerdem auch Kfz-Steuer.
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Holen Sie auch unsere Checkliste "Steuerliche Regeln für das Kleingewerbe"

Checkliste Steuern für Kleingewerbe

6. Welchen Unternehmensnamen darf ein Kleingewerbe führen?

Der Unternehmensname muss den Namen des Inhabers enthalten, weil der Inhaber des Kleingewerbes Vertragspartner seiner Kunden und Geschäftspartner ist. Gleiches gilt für die GbR als Kleingewerbe. Auch hier müssen die Namen der GbR-Gesellschafter im Firmennamen enthalten sein. Hinweise auf die Branche oder Tätigkeit des Unternehmens sind möglich, aber nicht notwendig. Erläutern wir dies anhand von Beispielen:

Mögliche UnternehmensnamenNicht erlaubte Unternehmensnamen
"Western Bar - Willi Hofmann"Western Bar
"Strick-Susi - Susanne Muster"Strick-Susi
"SEO-Star - Schwarzhut & Trix GbR"SEO-Star GbR

Unternehmensnamen, die keinen Rückschluss auf einen Inhaber zulassen, sind also nicht erlaubt. Solche Phantasienamen gehen nur bei Unternehmen, die im Handelsregister eingetragen sind.

7. Überblick: Kleingewerbe anmelden, wie geht das?

Ein Kleingewerbe anmelden geht schnell und einfach. Die wichtigste Behörde ist das Gewerbeamt Ihrer Gemeinde. Denn spätestens mit Aufnahme der Geschäftstätigkeit, müssen Sie laut Gewerbeordnung Ihr Gewerbe angemeldet haben (§14 GewO). Die folgende Tabelle zeigt Ihnen die wichtigsten Schritte der Anmeldung, egal ob Sie Ihr Kleingewerbe als Einzelunternehmer oder als GbR gründen.

TIPP

Das wichtigste Amt für das Kleingewerbe ist das Gewerbeamt. Ein Formular für die Gewerbeanmeldung können Sie hier herunterladen.

Download: Formular Gewerbeanmeldung
Wichtige GründungsschritteErläuterung
#1VertragAls Einzelunternehmer brauchen Sie keinen Vertrag. Wenn Sie das Kleingewerbe als GbR gründen, regelt ein Vertrag das Verhältnis der Gesellschafter untereinander. Grundsätzlich genügt eine mündliche Vereinbarung. Allerdings ist ein schriftlicher GbR Vertrag zu empfehlen.
#2GewerbeamtDer Eigentümer des Kleingewerbes muss eine Gewerbeanmeldung vornehmen. Eigentümer ist entweder der Einzelunternehmer oder es sind die GbR Gesellschafter. 
#4GeschäftskontoEin Geschäftskonto ist für das Kleingewerbe nicht zwingend erforderlich, aber auf jeden Fall zu empfehlen. 
#3FinanzamtBeim Finanzamt müssen Sie den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ausfüllen. Sie erhalten dann u.a. ihre Steuernummer.
#5Buchhaltung und SteuernFür Angebote und Rechnungen ist eine Buchhaltungssoftware empfehlenswert. Damit können Sie auch Ihre EÜR erstellen. Ist die Buchhaltung Ihres Unternehmens komplex und umfangreich, empfiehlt sich ein Steuerberater.
#6IHK oder HWKFür alle Gewerbetreibenden ist die Anmeldung bei IHK oder HWK (Handwerker) Pflicht.
#7Agentur für ArbeitWenn Sie Mitarbeiter einstellen wollen, benötigen Sie eine Betriebsnummer, die Sie bei der Agentur für Arbeit erhalten.
#8BerufsgenossenschaftOft wird die Anmeldung bei der zuständigen Berufsgenossenschaft vergessen - dies soll innerhalb einer Woche nach Gründung erfolgen.
#9Ggf. andere ÄmterAbhängig von Ihrer geplanten Tätigkeit müssen Sie auch zum Bauamt oder Ordnungsamt.

Diese Aufstellung bietet eine erste Orientierung für die formalen Gründungsschritte, wenn Sie Ihr Kleingewerbe gründen. Alle Punkte haben wir Ihnen im Kapitel Unternehmen anmelden ausführlich zusammengetragen - Sie finden dort auch eine Infografik zum Thema. Außerdem haben wir digitale Buchhaltungsprogramme für Sie untersucht.

TIPP

Geschäftskonto für Kleingewerbetreibende? Ja, unbedingt. Trennen Sie von Anfang an die privaten und geschäftlichen Finanzen. Lesen Sie unseren Geschäftskontenvergleich!

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Bürokratie - kein Problem

Welche Gründungsschritte sind konkret nötig? Welche Ämter spielen eine Rolle? Wo muss ich mich anmelden? Das Gründungscockpit hilft weiter.

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Checklisten Kleingewerbe

Sie wollen ein Kleingewerbe? Nutzen Sie unsere Checklisten zu den praktischen Gründungsschritte und den Steuerpflichten eines Kleingewerbetreibenden.

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8. Die häufigsten Fragen zum Kleingewerbe

Im Folgenden beantworten wir weitere typische Fragen von Gründern zum Kleingewerbe, wie Sie uns häufig gestellt werden.

Wer muss ein Kleingewerbe anmelden?

Wenn Sie als Einzelperson ein Gewerbe anmelden, müssen Sie selbst zum Gewerbeamt gehen und den Gewerbeschein beantragen. Wenn Sie als Team gründen, melden Sie Ihr Gewerbe als GbR an. Auch in diesem Fall muss jeder GbR-Gesellschafter persönlich zum Gewerbeamt gehen. Eine Alternative ist eine entsprechende Vollmacht der einzelnen Gesellschafter. Dann kann auch ein Gesellschafter die Anmeldung vornehmen.

Was kostet die Gründung eines Kleingewerbes?

Die einzigen Gründungskosten beim Kleingewerbe bestehen in der Anmeldegebühr im Gewerbeamt, wenn Sie Ihren Gewerbeschein beantragen. Die Gebühren dafür setzt jede Gemeinde selbst fest. In der Regel zahlen Sie dafür ca. 60 Euro. Notarkosten oder Kosten der Eintragung ins Handelsregister entfallen. Gründen Sie im Team, kann es sinnvoll sein, einen GbR-Vertrag über einen Anwalt aufsetzen zu lassen. Dann kämen Anwaltskosten hinzu. Es gibt aber auch GbR-Musterverträge.

Besteht eine Sozialversicherungspflicht beim Kleingewerbe?

Eine Sozialversicherungspflicht besteht grundsätzlich für Jedermann. Für Unternehmer und Selbständige gelten Ausnahmen. So entfällt die zum Beispiel die Pflicht, Beiträge zur Arbeitslosenversicherung und Rentenversicherung zu bezahlen. Die Krankenversicherung muss der Kleingewerbetreibende allerdings bezahlen. Wobei er die Wahl zwischen einer gesetzlichen Krankenversicherung und einer privaten Krankenversicherung hat.

Kann ein Kleingewerbetreibender seine Buchhaltung selbst machen?

Das kommt darauf an, wie umfangreich die Buchhaltung ist und wie gut die Buchhaltungskenntnisse des Gründers sind. Mit einem modernen Buchhaltungsprogramm ist es grundsätzlich möglich, seine Buchhaltung selbst zu machen. Da Kleingewerbetreibende in der Regel einen überschaubaren Buchhaltungsaufwand haben, ist es grundsätzlich denkbar. Lesen Sie dazu auch unsere Beiträge zu Buchhaltungssoftware. 

Bekomme ich Fördermittel für die Gründung eines Kleingewerbes?

In der Regel werden Fördermittel unabhängig von der Rechtsform vergeben. Entscheidend ist ein überzeugender Businessplan, wenn Sie Fördermittel beantragen.

Gibt es beim Businessplan für das Kleingewerbe irgendwelche Besonderheiten?

Nein, die Empfehlungen zum Businessplan gelten für Freiberufler und sämtliche Gewerbetreibende gleichermaßen. Empfehlenswert ist sicher, die Wahl des Status "Kleingewerbe" im Businessplan zu begründen. Gute Argumente sind beispielsweise der überschaubare Geschäftsbetrieb oder die geringen Haftungsrisiken.

TIPP

Delegieren Sie als Kleingewerbetreibender die Buchhaltung an einen Steuerberater. Wir vermitteln gerne.

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Was muss ein Kleingewerbetreibender bei der Rechnungsstellung beachten?

Die Vorschriften zum Erstellen einer Rechnung sind für alle Unternehmer und Selbstständigen die gleichen. Damit eine Rechnung rechtlichen Bestand hat und der Betriebsprüfer nichts beanstanden kann, muss die Rechnung bestimmte Pflichtbestandteile enthalten. Dafür haben wir für Sie einen separaten Leitfaden sowie eine Rechnungsvorlage erstellt. Und wir haben digitale Buchhaltungsprogramme für Sie untersucht. 

Wann brauche ich als Kleingewerbetreibender einen Steuerberater?

Ist Ihr Buchhaltungsaufwand als Kleingewerbetreibender überschaubar und besitzen Sie Kenntnisse im Bereich Steuern und Buchhaltung, können Sie mit einer modernen Buchhaltungssoftware oder über die ELSTER-Schnittstelle grundsätzlich Ihre Buchhaltung selbst machen.

Je komplexer und umfangreicher Ihre Buchhaltung, desto sinnvoller ist es, diese Arbeiten an einen Steuerberater zu delegieren. Gut ist sicherlich die Kombination aus einer Buchhaltungssoftware, die auf Zusammenarbeit mit dem Steuerberater ausgerichtet ist. Mit digitalen Schnittstellen wird so die Zusammenarbeit mit dem Steuerberater vereinfacht und der Papierkram im Büro reduziert. Der Steuerberater hält Ihnen für sämtliche steuerlichen Spezialfragen den Rücken frei. Wir vermitteln gerne einen Steuerberater.

Wie vermeide ich als Kleingewerbetreibender die Vollhaftung?

Gründen Sie einzeln, können Sie die Vollhaftung vermeiden, indem Sie eine 1-Personen GmbH oder eine 1-Personen-UG gründen. Gründen Sie im Team, können Sie ebenfalls eine GmbH oder eine UG (haftungsbeschränkt) gründen. Dann unterliegen Sie aber den Vorschriften des HGB und „verlieren" sozusagen den Status des Kleingewerbetreibenden und die Möglichkeit vereinfachter Buchhaltung und Gewinnfeststellung über die EÜR.

Was unterscheidet ein Kleingewerbe von einem Hauptgewerbe?

Die Frage müsste lauten, was ein Nebengewerbe von einem Hauptgewerbe unterscheidet. Das Nebengewerbe betreiben Sie nebenberuflich neben Ihrem Hauptjob als Angestellter bei einem Unternehmen. Hier haben Sie den Vorteil, dass Sie über Ihren Arbeitgeber krankenversichert sind. Allerdings darf ein Nebengewerbe einen bestimmten Umfang nicht überschreiten. Grundsätzlich ist es eine interessante Option, als Kleingewerbetreibender mit einem Nebengewerbe zu starten, wenn das Geschäftsmodell einen geringen Stundenaufwand erlaubt.

Kann man einen Onlineshop als Kleingewerbe betreiben?

Sie können grundsätzlich jedes Gewerbe als Kleingewerbe betreiben, wenn Sie die entsprechende Rechtsform wählen und wenn Ihr Geschäftsumfang unterhalb der Größenschwellen von 600.000 Euro beim Umsatz und von 60.000 Euro beim Gewinn bleibt.

Fazit - Kleingewerbe und Kleingewerbetreibende

Als Kleingewerbetreibender haben Sie im Wesentlichen den Vorteil, dass Sie unkompliziert und schnell gründen können und dass Ihre Buchführungspflichten einfach sind. Möglich für das Kleingewerbe sind die Rechtsformen Einzelunternehmer für Einzelgründer sowie die GbR für Team-Gründer. Aus der Perspektive Buchhaltung und Gewinnermittlung bedeutet Kleingewerbe:

  • keine komplizierten Buchungen im System der doppelten Buchführung
  • kein aufwendiger Jahresabschluss nach HGB
  • keine aufwendige Inventur
  • keine komplizierten Bewertungsfragen

Stattdessen machen Sie die einfache Buchhaltung und ermitteln Ihren Gewinn über die EÜR. Ist der Geschäftsumfang gering, können Sie Ihre Buchhaltung sogar selbst machen, ebenso die Steuererklärungen. Für nebenberufliche Gründer ist das Kleingewerbe daher ideal.

Unser abschließender Steckbrief zum Kleingewerbe fasst die wichtigsten Themen für Kleingewerbetreibende zusammen:

Gründerfragen zum KleingewerbeErläuterung
Anzahl der GründerSie können allein oder im Team gründen.
GeschäftszweckImmer gewerblich. 
HaftungVollhaftung, Haftungsbeschränkung ist nicht möglich.
StartkapitalEs gibt keine gesetzlichen Regeln zum Mindestkapital.
GeschäftsführungErfolgt durch den Inhaber (Einzelunternehmer) bzw. durch die Gesellschafter im Falle einer Teamgründung.
Geschäftsbezeichnung (Firmierung)Immer mit Vor- und Zunahmen, Hinweise zur Art des Gewerbes sind möglich. Reine Phantasienamen sind nicht erlaubt.
BuchführungEinfache Buchführung
GewinnermittlungÜber die EÜR als Form des Jahresabschlusses
Rechnungen stellenEs gelten die allgemeinen Regeln zur Rechnungsstellung. 
SteuernUmsatzsteuer, Einkommensteuer, Gewerbesteuer, Lohnsteuer
Besonderheit bei UmsatzsteuerKleingewerbetreibende können für die Kleinunternehmerregelung optieren. Dann entfällt die Umsatzsteuerpflicht. Geht aber nur bis zur Umsatzgrenze von 17.500 Euro.

Die wesentlichen Nachteile des Kleingewerbes sind neben den Einschränkungen beim Firmennamen vor allem das Problem der Vollhaftung. Um die volle persönliche Haftung zu vermeiden, gründen Sie alternativ eine GmbH oder eine UG (haftungsbeschränkt). Das geht auch als Einzelperson (Ein-Personen-GmbH). Dann unterliegen Sie aber den Regelungen des HGB und müssen auf die Vorteile einfacher Buchführung und vereinfachter Gewinnermittlung via EÜR verzichten.

Um Ihnen die Gründung Ihres Kleingewerbes zu vereinfachen, haben wir zwei praktische Checklisten zusammengestellt.