Rechtsformen von Unternehmen: Überblick und Kriterien

Die Wahl der Rechtsform im Zuge der Unternehmensgründung hängt von verschiedenen Faktoren wie Startkapital oder Haftung ab. Möglich ist die Selbstständigkeit als Einzelunternehmer, Personen- oder Kapitalgesellschaft. Wir zeigen, welche Rechtsform für wen geeignet ist und vergleichen Rechtsformen wie die Sologründung als Kleingewerbe, die GbR, die GmbH und die UG. Damit Sie die passende Rechtsform finden, hilft Ihnen unser Rechtsformtest.

1. Welche Rechtsformen gibt es?

Was ist eine Rechtsform?

Eine Rechtsform schafft den rechtlichen Rahmen für die unternehmerische Tätigkeit. Die Wahl der Rechtsform beeinflusst bspw. Steuer- und Buchführungspflichten, die Haftung oder den Außenauftritt mit einem Firmennamen. Die Art der Rechtsform entscheidet über die Formalitäten bei der Gründung sowie die Art und Weise, wie Investoren und Banken das Unternehmen einschätzen. Die Vorschriften für die einzelnen Rechtsformen von Unternehmen ergeben sich aus dem BGB, dem HGB oder dem GmbHG.

Gleichbedeutend mit dem Begriff der Rechtsform ist der Begriff Unternehmensform. Rechtsformen für die Gründung im Team werden auch Gesellschaftsformen bezeichnet, weil sich hier die Team-Gründer als Gesellschafter zusammenschließen.

Wichtige Rechtsformen von Unternehmen

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die einzelnen Rechtsformen. Wir haben jene hervorgehoben, die bei Gründern besonders beliebt sind. Mit der Einteilung in Rechtsformen für gewerbliche Unternehmen und Freiberufler treffen wir bereits eine wichtige Unterscheidung. 

 EinzelgründungHäufig genutzt?TeamgründungHäufig genutzt?
GewerblichKleingewerbe UG (haftungsbeschränkt) 
 Kaufmann e.K. GmbH 
 1-Personen UG OHG 
 1-Personen GmbH KG 
 1-Personen AG GmbH & Co KG 
   AG 
   KGaA 
Freiberuflichfreiberuflich Selbstständiger GbR 
   PartG 
   PartG mB 
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2. Häufige Fragen zu Rechtsformen von Unternehmen

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Rechtsformen für Einzelunternehmer sowie Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften. Einzelunternehmer können sein:

  • Freiberufler
  • Kleingewerbetreibende
  • Kaufmann (Kauffrau) e.k. als handelsrechtlicher Vollkaufmann.

Bei den Personengesellschaften gibt es:

  • Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)
  • Offene Handelsgesellschaft (OHG) 
  • Kommanditgesellschaft (KG) 

Zu den Kapitalgesellschaften zählen:

  • GmbH
  • die UG (haftungsbeschränkt) als Mini-GmbH
  • AG
  • KGaA.

Eine neue Rechtsform bei den Kapitalgesellschaften ist die Societas Europea (SE), eine Aktiengesellschaft nach europäischem Recht.

Die mit Abstand häufigste Rechtsform ist der Einzelunternehmer. Je größer ein Unternehmen wird, desto häufiger finden sich Kapitalgesellschaften. Ab einer Unternehmensgröße von 10 Mitarbeitern dominieren die Kapitalgesellschaften. Das hängt zusammen mit dem Vorteil der beschränkten Haftung und des einfacheren Zugangs zu Investorenkapital und der Möglichkeit, die Geschäftsführung professionell aufzustellen. Hier die Zahlen der aktuellen Veröffentlichung des Statistischen Bundesamtes.

Gesamtzahl der Unternehmen: 

  • Einzelunternehmer: 62%
  • Personengesellschaften: 11%
  • Kapitalgesellschaften: 21%
  • sonstige: 10%

Unternehmen ab 10 Mitarbeiter:

  • Einzelunternehmer: 18%
  • Personengesellschaften: 18%
  • Kapitalgesellschaften: 54%
  • sonstige: 10% 

Die Rechtsform schafft den rechtlichen Rahmen für das Handeln eines Unternehmens. Die Rechtsform definiert Geschäftsführungsbefugnis, Haftung des Unternehmens, Buchführungspflichten, die Art des Jahresabschlusses sowie steuerliche Pflichten. Die Rechtsform als Gesellschaftsform dient auch dazu, Rechte und Pflichten sowie Haftungsrisiken der Gesellschafter zu definieren. Auch mit Regelungen zu Gesellschafterversammlungen greift eine Rechtsform tief in den Aufbau eines Unternehmens ein.

Auch das kommt auf den individuellen Fall an. Insgesamt gibt es 9 wesentliche Kriterien, nach denen Unternehmer eine Rechtsform wählen können:

  1. Einzelunternehmen oder Gesellschaft mit mehreren Eigentümern?
  2. Begrenzte oder unbegrenzte Haftung?
  3. Regelungen zum Startkapital
  4. Steuerliche Regeln?
  5. Aufwand bei der Unternehmensanmeldung?
  6. Freiheiten bei der Wahl des Firmennamens?
  7. Pflicht zur Offenlegung von Geschäftszahlen?
  8. Attraktivität für Investorenkapital?
  9. Möglichkeit ein gemeinnütziges Unternehmen zu führen.

Kein Vorteil ohne Nachteil. Der Vorteil einer begrenzten Haftung wird erkauft durch mehr Aufwand bei der Gründung, Pflicht zur Veröffentlichung von Geschäftszahlen und komplizierte juristische Regeln hinsichtlich Gesellschaftsvertrag. Sinnvollerweise macht ein guter Unternehmer bei der Wahl einer Rechtsform einen Rechtsformtest oder lässt sich kompetent von Steuerberatern oder Wirtschaftsjuristen beraten.

Die Frage "Welche Rechtsform wählen" kann pauschal nicht beantwortet werden und hängt immer von individuellen Situation des Unternehmens ab. Da Start-ups häufig auf Wachstum ausgerichtet sind, benötigen die Gründer die Möglichkeit, einfach Kapital von Investoren zu erhalten. Daher gründen wachstumsorientierte Start-ups häufig in der Unternehmensform einer Kapitalgesellschaft, vorzugsweise der GmbH.

Einzelunternehmer ist jeder, der ein Unternehmen allein gründet und führt. Möglich sind hier einige Rechtsformen. Unternehmen können wählen zwischen:

  • Freiberufler, sofern die berufliche Qualifikation des Unternehmers dies zulässt.
  • Kleingewerbetreibender
  • Kaufmann e.K.
  • 1-Personen-Kapitalgesellschaft: 1-Personen-GmbH, 1-Personen-UG, 1-Personen-AG

An Schulen und Universitäten ist die Lehrmeinung, dass das Einzelunternehmen eine natürliche Person ist. Da sich ein Einzelgründer jedoch auch mit einer Kapitalgesellschaft als Rechtsform selbstständig machen kann, ist es möglich, dass das Einzelunternehmen auch eine juristische Person sein kann. Zur Auswahl stehen dabei die 1-Personen-GmbH, 1-Personen UG (haftungsbeschränkt) und 1-Personen-AG.

Vorschriften zu einer bestimmten Rechtsform gibt es bei Gastronomen nicht. Grundsätzlich benötigt er aber eine gewerbliche Rechtsform. Dazu zählen im Bereich der Einzelunternehmen der Kleingewerbetreibende und der Kaufmann e.K. Unter den Gesellschaftsformen kann der Gastronom eine Personengesellschaft oder eine Kapitalgesellschaft wie die GmbH wählen.

Sobald mehr als 1 Person ein Unternehmen gründet, spricht man von einer Gesellschaft. Die einfachste Gesellschaftsform ist die GbR, auch BGB-Gesellschaft genannt. Damit kann ein Gründerteam gut starten, insbesondere wenn die geschäftlichen Risiken überschaubar sind. Denn bei der GbR haftet der Gesellschafter unbegrenzt. Wächst das Unternehmen, kann das Gründerteam auf eine OHG wechseln. Die OHG ist gewissermaßen die logische Nachfolgerin der GbR. Will das Gründerteam von vorneherein die Haftung begrenzen, dann kommen als Alternative die UG (haftungsbeschränkt) oder die GmbH in Frage. 

Gewerbliche Rechtsformen benötigen zwingend eine Anmeldung beim Gewerbeamt. Größe des Unternehmens und Höhe des Umsatzes entscheiden, ob das gewerbliche Unternehmen als kleingewerblich oder als Vollkaufmann eingestuft wird. Zu den kleingewerblichen Rechtsformen zählen:

  • Kleingewerbetreibende als Einzelgründer bzw. Einzelunternehmer
  • GbR für Teamgründungen

Vollkaufleute unterliegen den Regeln des Handelsgesetzbuches (HGB). Zu den vollgewerblichen Rechtsformen zählen:

  • Kaufmann (Kauffrau) e.K. als Einzelunternehmer
  • Personengesellschaften OHG, KG sowie GmbH & Co. KG
  • Alle Kapitalgesellschaften

Gesellschaftsformen sind Rechtsformen für die Teamgründung. Sie teilen sich auf in Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften. Die GbR ist dabei für Kleingewerbetreibende eine mögliche Unternehmensform innerhalb der Personengesellschaften. Vollkaufleute wählen die OHG oder die KG als Gesellschaftsform. Diese Unternehmen werden im Handelsregister eingetragen und unterliegen der Pflicht zu doppelten Buchführung. Gleiches gilt für sämtliche Kapitalgesellschaften wie die GmbH, die UG (haftungsbeschränkt) oder die AG. Eine spezielle Form der Personengesellschaft ist die GmbH & Co. KG, eine Variante der KG mit einer GmbH als vollhaftenden Gesellschafter.

Mit der UGmbH ist die Unternehmergesellschaft bzw. UG (haftungsbeschränkt) gemeint. Die Bezeichnung UGmbH ist eher ungewöhnlich, im Geschäftsverkehr firmiert eine UG wie folgt: NAME + UG (haftungsbeschränkt) oder NAME+Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt).

Die UG (haftungsbeschränkt) ist eine Variante der GmbH. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass die UG (haftungsbeschränkt) lediglich ein Startkapital von 1 € benötigt.

Der Unternehmensname als Markenname kann wichtiger Bestandteil der Marketingstrategie eines Unternehmens sein. Ist dies der Fall, muss der Unternehmer eine Unternehmensform wählen, die freie Namenswahl zulässt. Das sind alle Vollkaufleute nach HGB, sprich die Unternehmensformen Kaufmann e.K., OHG, KG, GmbH, UG (haftungsbeschränkt), AG. 

Eine GmbH ist eine gewerbliche Rechtsform, bei der ein Unternehmer Gewerbesteuer zahlt. Der Vorteil des Freiberufler Status besteht gerade darin, keine Gewerbsteuer zahlen zu müssen. In der Praxis gibt es tatsächlich Fälle, in denen Freiberufler GmbHs gründen. Das hängt damit zusammen, dass die Freiberufler ihre Haftung komplett auf das Firmenvermögen begrenzen wollen. Dafür nehmen sie den Nachteil der Gewerbesteuer in Kauf.

Nur Kapitalgesellschaften sind für Investoren geeignet. Nur bei Kapitalgesellschaften gibt gesetzliche Regelungen zur Willensbildung im Unternehmen gibt, beispielsweise über die Gesellschafterversammlung bei der GmbH oder die Hauptversammlung bei einer AG. Außerdem haftet der Investor lediglich mit seinem eingebrachten Kapital. 

3. Rechtsformwahl: Faktoren und Rechtsformtest

Jeder Unternehmer stellt sich die Frage: Was ist die beste Rechtsform für die Selbstständigkeit bzw. das eigene Unternehmen? Die nachfolgende Grafik zeigt neun Kriterien auf, die Sie bei der Wahl der Rechtsform von Unternehmen berücksichtigen sollten. Zu den zentralen Fragen zählen Haftung, Startkapital, die Gründungsformalitäten sowie Buchführung und Steuern. 

9 Kriterien der Rechtsformwahl

9 Kriterien der Rechtsformwahl
Haftung, Startkapital oder Anzahl der Gesellschafter: neun Kriterien der Rechtsformwahl

Die einzelnen Rechtsformen wie Kleingewerbe, UG oder GmbH variieren in ihrer Ausgestaltung der jeweiligen Kriterien. Dies verdeutlicht die nachfolgende Tabelle:

KriteriumKernfrage Optionen für die Rechtsformwahl    
#1 Zahl der Eigentümer

Einzeln gründen oder im Team?

* Kaufmann e.K.: 1 Eigentümer
* GbR: mind. 2 Gesellschafter
* UG, GmbH: 1 Gesellschafter möglich

#2 HaftungWie hoch ist das Haftungsrisiko?* Unbegrenzte Haftung: GbR, OHG
* Begrenzte Haftung: GmbH, UG
#3 StartkapitalHöhe Startkapital gesetzlich geregelt?* GbR: keine Vorschriften
* UG: Mindestkapital von 1 €
* GmbH: Mindestkapital von 25.000 €.
#4 SteuernBesonderheiten bei Steuerfragen?* Freiberufler: keine Gewerbesteuer.
* GmbH, UG: gewerbesteuerpflichtig.
#5 AnmeldungSchnelle, formlose Gründung?* Freiberufler: schnelle Gründung, da nur Finanzamt, kein Gewerbeamt.
* Kleingewerbe: Gewerbeamt
* GmbH: umfangreichere Formalitäten, da zusätzlich Notar & Handelsregister
#6 FirmennameUnternehmensname frei wählbar? Wichtig für das Marketing.* Kleingewerbe: Nein
* OHG: Ja
* GmbH: Ja
#7 TransparenzPflicht zur Veröffentlichung von Bilanzen?* GbR, OHG: Nein
* GmbH: Ja
#8 InvestorensucheFür Beteiligungskapital geeignet?

* GbR: für Investoren ungeeignet
* GmbH: geeignet für Investoren

#9 GemeinnützigkeitGeeignet für eine gemeinnütziges Geschäftsidee?* GbR: grundsätzlich denkbar
* gGmbH, gUG: sehr gut geeignet.

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4. Rechtsformen im Vergleich

Für einen Vergleich der beliebtesten Rechtsformen von Unternehmen stellt die folgende Tabelle die wichtigsten Einzelaspekte der zuvor genannten 9 Faktoren für die Rechtsformwahl für die Rechtsformen Kleingewerbetreibender, Freiberufler, GbR, UG (haftungsbeschränkt) und GmbH vor.

Kriterien der RechtsformwahlSolo-Gründer KleingewerbeFreiberuflerGbRUG / Mini GmbHGmbH
Personengesellschaft     
Kapitalgesellschaft     
Anzahl Gesellschafter     
Haftung     
Startkapital     
Steuern und Buchführung     
Anmeldung     
Firmenname     
Transparenz     
Investorensuche     
Gemeinnützigkeit     
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Welche Rechtsformen sind am beliebtesten?

Das statistische Bundesamt erhebt regelmäßig die Zahlen zu den Rechtsformen in Deutschland.

Rechtsformbis 9 Mitarbeiter10 bis 49 50 bis 249ab250
Anzahl Unternehmen in Deutschland3.100.000300.00065.00015.000
Anteil Einzelunternehmer67%22%4%1%
Anteil Personengesellschaften10%18%20%19%
Anteil Kapitalgesellschaften17%51%66%65%
Anteil sonstiger Rechtsformen5%9%11%16%

Zwei wesentliche Erkenntnisse:

  • Die häufigste Rechtsform in Deutschland ist die des Einzelunternehmers.
  • Je größer das Unternehmen, desto beliebter sind Kapitalgesellschaften als Rechtsform.

5. Rechtsformen für Einzel- und Teamgründung

Welche Rechtsformen gibt es für Einzelgründer? Tatsächlich gibt es für Einzelunternehmer eine Vielzahl möglicher Rechtsformen, mit denen der Gründer auch sein unternehmerisches Risiko reduzieren kann. Gründerteams gründen dagegen sogenannte Gesellschaften. Daher werden Rechtsformen für Teams auch Gesellschaftsformen genannt. Zu den wichtigsten Gesellschaftsformen zählen Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften. Nur bei Kapitalgesellschaften lässt sich die Haftung für alle Gesellschafter begrenzen. Gesellschafter einer Personengesellschaft haften dagegen mit ihrem Privatvermögen.

Die hier genannten Rechtsformen sind gewerbliche Rechtsformen. Auch für Freiberufler gibt es Rechtsformen für die Einzelgründung und die Teamgründung.

Einzelgründung und Teamgründung: Vorteile und Nachteile

Oft bleibt dem Unternehmer keine andere Wahl als allein zu gründen.

Wer allein gründet, trägt das alleinige Risiko und hat alleinige Entscheidungsbefugnis bzw. Geschäftsführungsbefugnis. Wer im Team gründet, teilt mit seinen Partnern, den Mitgesellschaftern. Oft hat der Einzelunternehmer keine andere Wahl als allein zu gründen. Trotzdem sollte er wissen, dass ein Alleingang nicht nur Vorteile hat. Wer im Team gründet, teilt Gewinn und Risiken mit mehreren Partnern. Geschäftsführungsbefugnis, Rechte und Pflichten der Eigentümer bzw. Gesellschafter sowie die Gewinnverteilung müssen geregelt werden.

    Vorteile des Einzelunternehmers

    • Alleinige Entscheidungsbefugnis
    • 100% Anspruch auf den Gewinn
    • Schnelles Handeln möglich

    Vorteile der Teamgründung

    • Breiteres Know-how im Team
    • Breitere Kapitalbasis durch Partner
    • Bessere Entscheidungen möglich

    Nachteile des Einzelunternehmers

    • Gefahr von Fehlentscheidungen
    • Gefahr der Überlastung
    • Unternehmer muss allein finanzieren

    Nachteil der Teamgründung

    • Mindestgeschäftsvolumen erforderlich
    • Risiko des Gesellschafterstreits
    • Gründungsprozess komplizierter

    6. Freiberufler oder gewerblicher Unternehmer

    Eine weitere grundlegende Einflussgröße auf die Wahl der Rechtsform von Unternehmen besteht darin, ob der Unternehmer ein Gewerbe betreibt oder als Selbstständiger einen freien Beruf ausübt.

    Wer ist Freiberufler

    Freiberufler ist man aufgrund seines Berufs. Eine Wahlmöglichkeit besteht hier nicht.

    Freiberufler ist ein Unternehmer kraft seines Berufes. Bestimmte Beratungsberufe und Tätigkeiten als Kreativer zählen zu den freien Berufen. Liste der Berufe regelt §18 des Einkommensteuergesetzes (EkSt). Berufe wie Rechtsanwälte, Architekten, Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer gehören zu diesen sogenannten Katalogberufen (§18 EkSt).

    Welche Rechtsformen gibt es für Freiberufler und gewerbliche Unternehmer?

    Rechtsformen für FreiberuflerKleingewerbliche RechtsformenGewerbliche Rechtsformen
    FreiberuflerKleingewerbetreibenderKaufmann e.K. (Kauffrau e.K.)
    Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)GbR gewerblichPersonengesellschaften
    Partnergesellschaft (PartG) Kapitalgesellschaften
    Partnergesellschaft mit beschränkter Berufshaftung (PartG mbB)  

    Vom gewerblichen Unternehmer unterscheidet sich der Freiberufler dadurch, dass er keine Gewerbesteuer zahlt. Unternehmen mit gewerblichen Rechtsformen benötigen eine Anmeldung beim Gewerbeamt und sind verpflichtet, Gewerbesteuer zu zahlen und Mitglied bei IHK oder HWK zu werden. Es gibt zwei Arten von gewerblichen Unternehmern, den Kleingewerbetreibenden und die Vollkaufleute nach dem Handelsgesetzbuch. Vollkaufleute unterliegen strengeren rechtlichen Regeln.

    7. Rechtsformen für Einzelunternehmer

    Welche Rechtsformen gibt es für Einzelunternehmer? Einzelunternehmer ist jeder, der allein ein Unternehmen gründet und führt. Der Solopreneur kann zwischen unterschiedlichen Rechtsformen wählen.

    Einzelunternehmen
    mit unbegrenzter Haftung
    Einzelunternehmen
    mit beschränkter Haftung
    Freiberufler:
    Für Solopreneure in einem freien Beruf
    1-Personen-UG (haftungsbeschränkt):
    Die Mini-GmbH mit geringen Anforderungen an das Startkapital
    Kleingewerbetreibende:
    Gewerbliche Selbstständigkeit mit einfacheren rechtlichen Vorschriften
    1-Personen GmbH:
    Eine richtige GmbH mit dem Einzelgründer als alleinigen Gesellschafter
    Kaufmann e.K.:
    Der sogenannte Vollkaufmann, der den Vorschriften des Handelsrechts unterliegt.
    1-Personen AG:
    Eine sehr aufwendige Unternehmensform für den Einzelgründer

    Das Erklärvideo für den Einzelunternehmer zeigt alle wichtigen Aspekte und Gründungschritte auf.

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    Es bietet Unterstützung beim Gewerbeamt und beim Ausfüllen des steuerlichen Erfassungsbogens für das Finanzamt.

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    Welche Rechtsformen gibt es für Einzelunternehmer? Lesen Sie unseren umfassenden Beitrag.

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    8. Personengesellschaften vs. Kapitalgesellschaften

    Welche Rechtsformen gibt es für Teamgründer? Wer im Team gründet, wählt zwischen den vielfältigen Unternehmensformen innerhalb der Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften. Ein entscheidender Unterschied zwischen Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften besteht in der Haftung der Gesellschafter.

    Vorteile Personengesellschaften

    • Für Freiberufler und Kleingewerbe möglich
    • Kein gesetzliches Mindestkapital
    • Keine Veröffentlichungspflichten

    Vorteile Kapitalgesellschaften

    • Begrenzte Haftung
    • Für Investoren geeignet
    • Geschäftsführergehalt steuerlich absetzbar

    Nachteile Personengesellschaften

    • Unbegrenzte Haftung der Geschäftsführer
    • Für Investoren ungeeignet
    • hoher rechtlicher Regelungsbedarf

    Nachteile Kapitalgesellschaften

    • Gesetzlich vorgeschriebenes Mindestkapital
    • Hoher Gründungsaufwand
    • Hoher rechtlicher Regelungsbedarf
    • Publikationspflicht
    Erklärvideo Personengesellschaften

    Dieses Erklärvideo erläutert die wichtigsten Personengesellschaften wie die GbR, die OHG und die KG.

    Erklärvideo Kapitalgesellschaften

    Diese Erklärvideo erläutert die Grundzüge von Kapitalgesellschaften am Beispiel der GmbH und der AG.

    Der rechtliche Regelungsbedarf ist bei allen Gesellschaftsformen hoch, egal ob Personengesellschaft oder Kapitalgesellschaft. Bei der Gründung einer Personengesellschaft oder einer Kapitalgesellschaft sind eine Reihe von Verträgen notwendig. 

    Verträge für Personen- und Kapitalgesellschaften

    Wir haben Ihnen wesentliche Informationen zu folgenden Verträgen zusammengestellt:

    Übersicht: Welche Rechtsformen gibt es bei Personen und Kapitalgesellschaften

    PersonengesellschaftenKapitalgesellschaften
    GbR:
    Die einfachste aller Personengesellschaften
    GmbH:
    Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung
    offene Handelsgesellschaft (OHG):
    Alle Gesellschafter haften unbegrenzt 
    UG - Unternehmergesellschaft:
     Die kleine Schwester der GmbH
    Kommanditgesellschaft (KG):
    Nur geschäftsführende Gesellschafter haften unbegrenzt
    Ltd (Limited):
    Von der UG in der Bedeutung abgelöst worden.
    GmbH & Co. KG:
    Eine Variante der KG
    AG (Aktiengesellschaft):
    Rechtsform für große Vorhaben
     KGaA (Kommanditgesellschaft auf Aktien):
    Gut für große Unternehmen im Familienbesitz

    9. Rechtsformen für gemeinnützige Unternehmen

    Wenn Sie ein gemeinnütziges Unternehmen gründen wollen, stehen Ihnen zwei Rechtsformen zur Verfügung. Beide Rechtsformen erlauben es Ihnen, Ihre persönliche Haftung zu beschränken und steuerliche Vorteile auszunutzen. Es handelt sich dabei um:

    Icon: Gründungspaket gGmbH

    So geht das Gründen einer gemeinnützigen GmbH schnell und einfach.

    Zum Paket
    Icon: gUG Gründungspaket

    Sie erhalten Unterstützung bei allen administrativen Gründungschritten.

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    10. Fazit: Wählen Sie Ihre Rechtsform gezielt aus

    Einzelunternehmen, Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften sind die grundsätzlichen Alternativen, wenn ein Unternehmer die für ihn beste Unternehmensform sucht. Um die richtige Rechtsform für Ihr Unternehmen zu finden, machen Sie am besten einen Rechtsformtest, der Ihnen anhand wichtiger Entscheidungskriterien eine erste Vorauswahl möglicher Unternehmensformen liefert. Die wichtigsten Fragen sind sicherlich:

    • Gründet der Unternehmer einzeln oder im Team?
    • Möchte er seine Haftung begrenzen?
    • Möchte der Unternehmer für Investorenkapital attraktiv sein?

    Eine abschließende Beratung durch einen Steuerberater oder Rechtsanwalt ist ratsam. Die Frage der optimalen Rechtsform von Unternehmen ist natürlich nicht nur in der Gründungsphase relevant. Wächst ein Unternehmen, kann ein Rechtsformwechsel im Rahmen einer Umwandlung oder Fusion notwendig werden. In jedem Fall sollte ein Unternehmer die wichtigsten Fakten zu Rechtsformen von Unternehmen kennen. 

    Machen Sie den Rechtsformtest