Hotel eröffnen: So gelingt Ihre Existenzgründung im Hotelgewerbe!

Sie möchten Ihr eigenes Hotel eröffnen? Um in der Hotellerie erfolgreich zu gründen, brauchen Sie vor allem ein durchdachtes Konzept. Denn mit der Eröffnung eines Hotels sind je nach Größe und Konzept erhebliche Investitionen verbunden. Planen Sie sorgfältig und erstellen Sie ein einzigartiges Geschäftsmodell für Ihr Hotel sowie einen belastbaren Business- und Finanzplan.

Wir zeigen Ihnen, was Sie beachten müssen, wenn Sie ein Hotel eröffnen. Schritt für Schritt leiten wir Sie von Ihrer Geschäftsidee zum individuellen Hotel-Konzept und unterstützen Sie mit unseren Online-Tools für den Businessplan und den Finanzplan sowie einer kostenfreien Checkliste.

Von
Chefredakteur

Chefredakteur: René Klein
Für-Gründer.de Redaktion

René Klein verantwortet als Chefredakteur seit über 10 Jahren die Inhalte auf dem Portal und aller Publikationen von Für-Gründer.de. Er ist regelmäßig Gesprächspartner in anderen Medien und verfasst zahlreiche externe Fachbeiträge zu Gründungsthemen. Vor seiner Zeit als Chefredakteur und Mitgründer von Für-Gründer.de hat er börsennotierte Unternehmen im Bereich Finanzmarktkommunikation beraten.

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Hotel eröffnen und sich erfolgreich selbstständig machen

Quereinsteiger träumen ebenso davon ein eigenes Hotel zu eröffnen wie ausgebildete Hotelfachangestellte, Touristikkaufleute oder Gastronomen. Sie alle dürfen rechtlich gesehen ein Hotel eröffnen und führen. Erfahrungen im Hotelgewerbe und Verständnis für kaufmännische und betriebswirtschaftliche Belange sind jedoch dringend empfehlenswert, denn in einem Hotel gibt es einiges zu organisieren: von der Buchhaltung bis zur Schichtplanung des Personals. Und das Risiko des Scheiterns ist aufgrund der hohen Investitionssummen groß. Wohl überlegt und gut durchgeplant bietet die Eröffnung eines Hotels gute Chancen für Existenzgründer.

477,6 Mio. Übernachtungen in- und ausländischer Gäste wurden 2018 in deutschen Beherbergungsbetrieben gezählt. Laut Statistischem Bundesamt ist dies ein Zuwachs von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Wachstumstrend ist seit gut einem Jahrzehnt ungebrochen. Auch der Umsatz der Hotelleriebranche ist mit rund 32 Mrd. Euro beachtlich. Erholungssuchende Urlauber haben Deutschland genauso für sich entdeckt wie City-Hopper, die auf Wochenendreisen Großstädte wie München, Hamburg oder Berlin erkunden. Urlaub an den deutschen Nord- und Ostseestränden oder Skiurlaub in den Bergen sind „in". Hinzu kommen je nach Stadt und Region Übernachtungen von Geschäftsreisenden, Montage-Arbeitern sowie Messegästen und -ausstellern. Das bietet Potenzial für neue Hoteleröffnungen – wenn man es richtig angeht. Denn die Konkurrenz ist groß: Rund 33.000 Hotelbetriebe mit insgesamt 1,8 Mio. Betten gibt es in Deutschland bereits. Da gilt es, als kleines inhabergeführtes Hotel seine Zielgruppe zu finden und mit einem einzigartigen Konzept der Dominanz von Hotelketten wie Hilton, Marriott oder InterConti zu trotzen.

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1. Hoteleröffnung mit eigenem Konzept oder Franchise?

Steigenberger, Dorint, Best Western oder First sind bekannte Franchise-Hotels. Die Eröffnung eines Hotels via Franchise ist eine interessante Alternative, bei der Sie kein eigenes Konzept entwickeln und die Vorteile einer bereits am Markt etablierten Hotelmarke nutzen können. Allerdings sind Sie als Franchisenehmer an die Vorgaben des Franchisegebers gebunden, wenn Sie ein Hotel eröffnen wollen.

Die Vorteile: Gegen eine Gebühr können Sie auf bewährte Strategien, Know-how und die Marketingkonzepte des Franchisegebers zurückgreifen. Als Franchisenehmer profitieren Sie von der Markenbekanntheit des etablierten Konzepts, Gebietsschutz, übergreifenden Marketingmaßnahmen sowie Weiterbildungen und Seminaren des Franchisegebers. So müssen Sie sich nicht um die typischen Anlaufschwierigkeiten einer Neugründung sorgen und können sich ganz auf Ihre Hoteleröffnung konzentrieren.

Tipp

Lesen Sie unsere Schritt-für-Schritt Anleitung, wie Sie Franchisenehmer werden.

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2. Sind Sie ein Unternehmertyp? Erkennen Sie Potenziale und Risiken.

Welche Voraussetzungen bringen Sie für eine erfolgreiche Existenzgründung mit? Sind Sie der „geborene Hotelier"? Bevor Sie Ihr Hotel eröffnen, analysieren Sie Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken. So können Sie schon vor der Gründung Ihres Hotels Schwerpunkte setzen und erfolgskritische Aspekte im Auge behalten.

Mit unserem kostenlosen Gründer-Test finden Sie heraus, wie gut Ihre Voraussetzungen für eine erfolgreichen Existenzgründung sind. Anhand von 30 Fragen analysiert der Gründer-Test Ihre Stärken und Schwächen und zeigt Ihnen ausführlich Chancen und Risiken auf. Zu den wesentlichen Faktoren des Gründertests zählen:

Persönlichkeit: Typische Unternehmereigenschaften wie Leistungsbereitschaft, Belastbarkeit, Selbstvertrauen, die Fähigkeit zur Selbstmotivation und eine gewisse Risikotoleranz helfen Ihnen, Ihr Hotel erfolgreich zu führen. Wenn Sie ein Hotel eröffnen wollen, sollten Sie zudem kommunikativ, verantwortungsbewusst und serviceorientiert sein und Spaß daran haben, fremden Menschen ein angenehmes Zuhause auf Zeit zu schaffen. Und als Chef Ihrer künftigen Mitarbeiter sollten Sie Führungsqualitäten mitbringen.

Motivation: Warum wollen Sie eigentlich ein Hotel eröffnen? Machen Sie sich Ihre Beweggründe bewusst: 

  • Träumen Sie schon lange von Ihrem eigenen Hotel oder ist es nur eine spontane Idee?
  • Sind Sie bereits in der Touristikbranche oder in der Gastronomie tätig und wollen sich mit Ihrem Hotel einen Traum erfüllen? 
  • Hoffen Sie als Hotelbesitzer auf ein höheres Einkommen? 
  • Ist die Existenzgründung ein Ausweg aus der Arbeitslosigkeit

Je nach Größe Ihres Hotels werden Sie in der Anfangszeit sicher selbst viel Zeit an der Rezeption verbringen und sich um die Wünsche, Bedürfnisse und Beschwerden Ihrer Gäste persönlich kümmern. Hinzu kommen Buchhaltung, Organisation und Personalplanung. Machen Sie sich bewusst, dass die Selbstständigkeit zahlreiche zeitliche und finanzielle Einschränkungen mit sich bringt: 

  • Sind Sie bereit überdurchschnittlich viel Zeit und Arbeit in Ihr Hotel zu investieren?
  • Sind Sie gesund und fit genug, um regelmäßig lange Arbeitstage in Ihrem Hotel zu überstehen?
  • Stehen Ihr Partner und/oder Ihre Familie hinter Ihrer Entscheidung für das Hotel?
  • Haben Sie genügend finanzielle Rücklagen, um ein Hotel zu eröffnen und auch längere Zeit mit nur geringen Einnahmen zu überstehen?

Qualifikation: Eine bestimmte berufliche Qualifikation brauchen Sie nicht, wenn Sie ein eigenes Hotel eröffnen wollen. Allerdings sollten Sie bereits Erfahrungen im Hotelgewerbe oder im Tourismus gesammelt haben und sich mit organisatorischen, kaufmännischen und betriebswirtschaftlichen Abläufen auskennen. Eine Ausbildung zum Hotelfachmann bzw. zur Hotelfachfrau oder ein Studium mit touristischer oder betriebswirtschaftlicher Ausrichtung erleichtert Ihnen den Schritt in die Selbstständigkeit. Wollen Sie Ihr Hotel ohne entsprechende Vorkenntnisse eröffnen, brauchen Sie qualifiziertes Personal, auf das Sie sich absolut verlassen können. Oder Sie ergänzen fehlende Kompetenzen, indem Sie gemeinsam mit einem oder mehreren erfahrenen Partnern Ihr Hotel eröffnen.

Füllen Sie Wissenslücken mit dem Lesen von Fachliteratur und dem Besuch entsprechender Kurse oder Workshops. Für die Gründung selbst empfiehlt sich ein Existenzgründerseminar, das u.a. von den Industrie- und Handelskammern angeboten wird.

3. Hotelgewerbe: Voraussetzungen, Genehmigungen, Konzessionen und Gesetze

Kennen Sie die gültigen Rechtsvorschriften im Hotel- und Gaststättengewerbe? Als künftiger Hotelier müssen Sie u.a.

  • das Gaststättengesetz, Hygienevorschriften, die Preisangabenverordnung, das Reiserecht, Jugendschutz, Nichtraucherschutz, Beherbergungsstatistikgesetz und Informationspflichten nach dem Gesetz des unlauteren Wettbewerbs beachten.

Ihre Zimmer müssen den Mindestanforderungen genügen und in der Regel brauchen Sie eine Gaststättenkonzession. Und sobald Sie Mitarbeiter einstellen, müssen Sie natürlich auch das Arbeitsrecht berücksichtigen. Doch bevor wir auf einzelne Aspekte näher eingehen, schauen wir uns kurz an, was genau ein Hotel eigentlich ausmacht:

Was ist ein Hotel? Sie wollen ein Hotel eröffnen. Oder vielleicht doch lieber eine Pension? Was grenzt Hotels von anderen Beherbergungsarten ab? Und was genau muss ein Hotel eigentlich leisten? Der Deutsche Tourismusverband definiert das Hotel als Beherbergungsbetrieb mit:

  • Rezeption
  • Dienstleistungen und täglicher Zimmerreinigung
  • Zusätzlichen Einrichtungen und mindestens ein Restaurant für Hausgäste und Passanten
  • Mehr als 20 Gästezimmer

Eine Übersicht über die verschiedenen Betriebs- und Beherbergungsarten – wie All-Suite-Hotel, Aparthotel, Kurhotel, Motel oder Hotel garni – finden Sie auf der Website des Deutschen Tourismusverbands. Auch die verschiedenen Zimmerarten, Ausstattungs- und Servicemerkmale sowie Verpflegungsarten werden dort kurz und bündig dargestellt. 

Beherbergungsvertrag / Reservierung: Ein Zimmer ist verbindlich gebucht, wenn es vom Gast bestellt und vom Hotelier zugesagt oder (bei kurzfristiger Buchung) bereitgestellt wurde. Beachten Sie die Rechte und Pflichten, die sich aus dem verbindlich geschlossenen Beherbergungsvertrag ergeben, und überlegen Sie, wie Sie Stornierungen handhaben.

Was ist beim Zimmer eines Hotels wichtig? Denken Sie an folgende Mindestanforderungen, die für ihre Gästezimmer bestehen, wenn Sie ein Hotel eröffnen:

  • Die Schlafräume der Gäste dürfen nicht in der Wohnung des Anbieters oder Dritten liegen.
  • Jedes Gästezimmer muss einen Zugang zum Flur haben.
  • Die Türen müssen von innen und außen abschließbar und fortlaufend durchnummeriert sein.
  • Einbettzimmer müssen mindestens 8 m2 groß sein. Für jedes weitere Bett müssen jeweils mindestens weitere 4 m2 Platz vorhanden sein.

Hygiene: In Ihrem Hotel müssen Sie dafür sorgen, dass die Hygiene sowohl in den Hotelzimmern als auch in den öffentlichen Bereichen und in der Küche sichergestellt ist. Im Restaurant Ihres Hotels müssen Sie u.a. Maßnahmen zur Küchenhygiene, Schädlingskontrolle und Personalhygiene etablieren. Ihr Personal müssen Sie zu den Hygienevorschriften schulen. Entsprechende Lebensmittelhygiene-Schulungen können in der Regel beim Gesundheitsamt besucht werden.

Gaststättenkonzession: Laut der obigen Definition gehört ein Restaurant für Hotelgäste und Passanten zu einem Hotel dazu. Das bedeutet, Sie brauchen für Ihr Hotel auch eine Gaststättenerlaubnis gemäß Gaststättengesetz (§2 GaststättenG). Schenken Sie keinen Alkohol aus oder bieten Sie Ihre Getränke und Speisen ausschließlich Ihren Hotelgästen an, brauchen Sie keine Gaststättenkonzession. In diesem Fall reicht die Gewerbeanmeldung, um Ihr Hotel zu eröffnen. Lesen Sie zum Thema Gaststättenkonzession auch unseren Leitfaden Restaurant eröffnen.

Beherbergungsstatistikgesetz: Übernachten in Ihrem Hotel mindestens zehn Personen gleichzeitig, unterliegen Sie nach dem Beherbergungsstatistikgesetz (BeherbStatG) der Auskunftspflicht für Erhebungen. 

Nicht vergessen: Denken Sie vor der Eröffnung Ihres Hotels auch an gesetzliche Sperrzeiten, die Genehmigung der GEMA, wenn Sie in den öffentlichen Bereichen Ihres Hotel Musik abspielen wollen, und daran, dass Sie beim Gesundheitsamt für alle Mitarbeiter, die direkten Kontakt mit Lebensmitteln haben, Gesundheitszeugnisse beantragen müssen.

4. So entwickeln Sie ein schlüssiges Geschäftsmodell für Ihr Hotel

Die Ausarbeitung eines stimmigen Konzepts ist der nächste Schritt zu Ihrem eigenen Hotel. Berücksichtigen Sie beim Geschäftsmodell-Check folgende acht Punkte:

#1 Gründer

Haben Sie Erfahrung in der Hotellerie? Kennen Sie sich mit Buchhaltung, Gesetzen und Steuern aus? Wo brauchen Sie Unterstützung? Notieren Sie Ihre Stärken und Schwächen, Qualifikationen, Kenntnisse und Kompetenzen, die Sie als Gründer für die Eröffnung Ihres Hotels mitbringen.

#2 Geschäftsidee

Strandhotel, Kurhotel, Boutique-Hotel, Low-Budget, Drei-Sterne oder mehr? Setzen Sie auf Exklusivität oder Masse? Was zeichnet Ihr Hotel aus? Welche Atmosphäre soll das Hotel den Gästen vermitteln? Vielleicht bieten Sie Zimmer in einer ehemaligen Brauerei, einem alten Fischerhaus oder auf einem Hausboot an und entwickeln Ihr Konzept rund um die Location.

Welche Zusatzleistungen und Services möchten Sie den Hotelgästen bieten? Soll Ihr Hotel einen Fitness- und Wellness-Bereich haben oder bieten Sie auch Kinderbetreuung oder Shuttle-Service an?

Machen Sie sich Gedanken über Stil, Einrichtung und den passenden Namen. Möchten Sie nur ein Frühstücksbuffet anbieten oder sollen Gäste und Passanten auch Mittagstisch und Abendessen in Ihrem Hotelrestaurant einnehmen können? Sind Halbpension (HP), Vollpension (VP) oder vielleicht sogar All-Inclusive (AI) für Ihre Gäste interessant? Wollen Sie die Gäste mit Veranstaltungen, Live-Musik und Sportangeboten unterhalten? Suchen Sie gezielt nach möglichen Alleinstellungsmerkmalen, wenn Sie ein Hotel eröffnen wollen.

#3 Zielgruppen

Für welche Art von Gästen konzipieren Sie Ihr Hotel? Oft ergibt sich die Hauptzielgruppe schon durch die Lage Ihres Hotels: In der Innenstadt werden Sie eher Geschäfts- und Kurzreisende, auf dem Land vorwiegend Erholungssuchende und Wanderer und am Meer und in den Bergen sportbegeisterte Urlauber ansprechen. Analysieren Sie zentrale demografische Eigenschaften wie Alter, Wohnort, Einkommen, Beruf und vor allem auch das Freizeitverhalten Ihrer potenziellen Gäste. Was mag die Zielgruppe? Was nicht? Welchen Kundennutzen kann Ihr Hotel den Gästen bieten?

Tipp

Mit unserem Tool zur Standortanalyse finden Sie den passenden Standort, um die Zielgruppe für Ihr Hotel zu erreichen.

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#4 Markt & Wettbewerb

Bevor Sie Ihr Hotel eröffnen, analysieren Sie den Markt für Ihre Hotelidee und die Konkurrenz vor Ort. Eine erste Hilfe für Ihre Wettbewerbsanalyse liefert Ihnen sicherlich Google Maps. Und für die nähere Betrachtung können Sie unser Tool für die Konkurrenzanalyse nutzen.

#5 Preis & Strategie

Die Preiskalkulation ist auch in der Tourismusbranche für viele Existenzgründer ein schwieriges Thema. Welche Preise sind die Gäste bereit, für Übernachtung, Services, Speisen und Getränke zu zahlen? Welche Preise brauchen Sie, um alle Kosten des Hotelbetriebs zu decken und Ihren Mitarbeitern ein angemessenes Gehalt sowie einen attraktiven Unternehmerlohn auszuzahlen. Um realistische Verkaufspreise zu erhalten, müssen Sie Ihre Ausgaben analysieren. Ziehen Sie dazu Gründungskosten und Anschaffungskosten sowie laufende Kosten in Ihre Berechnung mit ein. Berücksichtigen Sie auch die Preise Ihrer Mitbewerber und Branchenkennzahlen.

#6 Marketing & Vertrieb

Machen Sie sich bereits vor der Eröffnung Ihres Hotels Gedanken, welche Marketingkanäle Sie nutzen wollen, um Ihr Hotel bekannt zu machen und die Kundenbindung zu fördern. Bewerben Sie Ihr Hotel zu Beginn mit Eröffnungsangeboten und Rabatten.

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#7 Einnahmen

Für die Preiskalkulation listen Sie Ihre unterschiedlichen Einnahmequellen nach einzelnen Angeboten (u.a. Zimmerkategorien, Verpflegungs- bzw. Reiseangebote, einzelne Speisen und Getränke) und kostenpflichtigen Services auf. Schätzen Sie anschließend die Anzahl Ihrer potenziellen Gäste und die Summen, die jeder Gast in Ihrem Hotel durchschnittlich ausgeben wird, realistisch ein. Nutzen Sie dazu beispielsweise Branchenkennzahlen.

#8 Laufende Betriebskosten - operative Kosten

Bedenken Sie in der Konzeption, welche laufenden Kosten ein Hotel verursacht. In der Praxis sind im Beherbergungsgewerbe folgende operative Kosten relevant:

  • Personalkosten (Löhne und Gehälter Ihrer Mitarbeiter)
  • Wareneinsatz, wenn Ihr Hotel gastronomische Dienstleistungen anbietet
  • Mieten, Pachten, Leasing
  • Energiekosten
  • sonstige Betriebs- und Vewaltungskosten sowie die Finanzierungskosten

Sämtliche operativen Kosten müssen durch die Umsätze aus der Beherbergung oder der Gastronomie gedeckt werden.

#9 Ressourcen

Die bedeutendste Ressource jedes Hotels sind seine Mitarbeiter – von den Rezeptionisten über Koch und Servicekräfte bis hin zum Zimmerservice, Reinigungskräften und Nachtportiers. Sie alle sorgen dafür, dass sich die Gäste in Ihrem Hotel wohlfühlen. Wählen Sie Ihr Personal daher sorgfältig aus und binden Sie qualifizierte Mitarbeiter durch angemessene, zufriedenstellende Gehälter und eine angenehme Arbeitsatmosphäre möglichst langfristig. Setzen Sie auch bei Saisonkräften auf Qualität. Gleiches gilt bei der Auswahl von Lieferanten und Dienstleistern.

Gründertest und Geschäftsmodell, wenn Sie ein Hotel eröffnen wollen

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5. Businessplan und Finanzplan: Die Detailplanung für Ihr Hotel

Das Geschäftsmodell für Ihr Hotel steht? Jetzt arbeiten Sie detailliert Ihren Business- und Finanzplan aus. Nehmen Sie sich hierzu ausreichend Zeit. Denn Sie benötigen Businessplan und Finanzplan für Bankkredite und Gelder privater Investoren. Zudem helfen die Planungen auch Ihnen als Unternehmer, den Überblick über Ihre Finanzen und erfolgskritische Faktoren wie Standort und Personal Ihres Hotels zu bewahren.

Mit unserer kostenfreien Businessplansoftware geht das ganz einfach. Diese führt Sie Schritt für Schritt durch alle Kapitel und unterstützt Sie mit Leitfragen zum Inhalt. Nachfolgend gehen wir auf einige der zentralen Inhalte des Businessplans ein. Vieles davon können Sie bereits aus Ihrem zuvor entwickelten Geschäftskonzept übernehmen und konkretisieren.

#1 Rechtsform

Wollen Sie Ihr Hotel als Einzelunternehmen, GbR oder GmbH gründen? Bei der Entscheidung für eine Rechtsform spielen Startkapital sowie haftungs- und steuerrechtliche Aspekte zentrale Rollen. Verschaffen Sie sich hier einen Überblick und wählen Sie die passende Rechtsform aus.

Rechtsform Gründungspaket

Egal ob als Einzelunternehmer, GbR, UG oder GmbH. Für Ihr Hotel bieten die Gründungspakete Unterstützung bei wichtigen formalen Fragen.

Gründungspaket wählen
Checkliste Gründung GmbH
Rechtsformtest

Sie sind noch unsicher bei der Wahl der passenden Rechtsform für Ihr neues Hotel? Dann nutzen Sie unseren kostenfreien Rechtsformtest.

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#2 Standort: Finden Sie die ideale Lage für Ihr Hotel

Um Ihr Hotel erfolgreich zu eröffnen und zu führen, brauchen Sie einen Standort, an dem sich Ihr Konzept optimal verwirklichen lässt. Dass Sie ein Hotel für Wassersportler am Meer oder an einem See und ein Skihotel in den Bergen eröffnen, versteht sich von selbst. 
Gehen Sie bei der Standortsuche daher ins Detail. Folgende Leitfragen helfen Ihnen dabei:

  • Ist die Lage ruhig?
  • Ist der Standort verkehrstechnisch gut angebunden? Auch in den späten Abendstunden?
  • Gibt es Parkmöglichkeiten?
  • Welche Attraktionen und Sehenswürdigkeiten befinden sich in der Nähe?

Ihr bevorzugter Standort muss zum Konzept, zu Zielgruppe und Nische passen.

Tipp

Den richtigen Standort für Ihr Hotel finden? Unser Tool zur Standortanalyse hilft Ihnen dabei.

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#3 Personalgewinnung: Setzen Sie in Ihrem Hotel auf qualifiziertes Personal

In Ihrem Hotel brauchen Sie kompetente, zuverlässige, freundliche und serviceorientierte Mitarbeiter, auf die Sie sich verlassen können. Mit Anzeigen in speziellen Online-Portale wie hogastjob.com, fair-gast-hotels.de, hotelcareer.de oder kellnerkartei.de können Sie gezielt Fachkräfte aus dem Hotel- und Gastgewerbe ansprechen. Bei saisonal schwankenden Auslastungen können Sie zusätzlich über Zeitarbeitsfirmen kurzfristig Personal einstellen.

#4 Finanzplan: Behalten Sie den Überblick über Ihren Kapitalbedarf

Wenn Sie ein Hotel eröffnen, müssen Sie mit Investitionen in 6- bis 7-stelliger Größenordnung rechnen, wenn Sie Umbau, Renovierung und Ausstattung einplanen. Noch höher ist der Kapitalbedarf beim Neubau eines Hotels. Die folgende Tabelle gibt Ihnen einen Überblick über Gründungskosten und laufende Kosten eines Hotelbetriebes: 

Kostenart Details
Gründungskosten / Startkosten Businessplan- und Finanzierungsberatung, Standortanalyse, Gaststättenkonzession
Logo, Webseite und Corporate Design, Gestaltung Geschäftsausstattung
Markenanmeldung
Gewerbeanmeldung, ggf. Gesellschaftsvertrag, Handelsregistereintrag, Notargebühren
Makler- und Abstandszahlungen
Werbemaßnahmen zur Eröffnung (Anzeigen, Flyer)
Investitionen Umbau und Renovierung der Räumlichkeiten (evtl. auch verursacht durch Auflagen der Baubehörde)
Einrichtung und Ausstattung der öffentlichen Bereiche (Lounge, Lobby, Empfang mit Kasse), der Zimmer (Mobiliar, Bad), des Restaurants, der Küche (u.a. Öfen, Küchengeräte, Kühlgeräte) und der Büroinfrastruktur
Equipment (Bettzeug, Gläser, Teller, Besteck, u.a.)
Erstbestückung mit Getränken und Lebensmitteln sowie Verbrauchsmaterialien (u.a. Putzmittel, Desinfektionsmittel, Papier, Klopapier)
Später Reparatur und Ersatz von Einrichtung, Möbeln, Equipment und Geräten
Laufende Kosten Miete bzw. Pacht der Immobilie
Versicherungen (u.a. Betriebshaftpflicht, Berufsunfähigkeits- und Krankenversicherung)
Beiträge (u.a. Industrie- und Handelskammer)
Personalkosten und Unternehmerlohn
Strom, Wasser, Heizung
Gebühren (z. B. GEMA und Privatsender wie Sky, Kartenzahlung, Müllentsorgung)
Getränke, Lebensmittel, Verbrauchsmaterial
Werbung, inkl. Vermittlungsgebühren bzw. Provisionen für Buchungen über Reiseportale
Beratung (z.B. Steuerberater)
sonst. operative Kosten (z.B. Telefon und Internet, Kosten für Kassensoftware)
Schulungen und Weiterbildungen (für Sie selbst und für Ihre Angestellten)
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#5 Finanzierung sichern

Der Finanzierungsplan hat Ihnen aufgezeigt, wie viel Geld Sie brauchen, um Ihr eigenes Hotel zu eröffnen, wie viel Sie davon als Eigenkapital zur Verfügung haben und wie viel Sie finanzieren lassen müssen. Mit Ihrem Business- und Finanzplan können Sie sich nun gezielt auf die Suche nach Kreditgebern und Investoren begeben. Prüfen Sie zudem Finanzierungsmöglichkeiten durch staatliche Zuschüsse und Förderprogramme sowie günstige Förderkredite der KfW.

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Professioneller Finanzplan

Bisher wurden Finanzpläne meist mühsam mit Excel erstellt. Der digitale Finanzplan führt Sie hingegen Schritt für Schritt durch alle Bereiche.

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#6 Werbung: Machen Sie Ihr neues Hotel bekannt und machen Sie Gäste zu Stammgästen

Eine professionelle Website, aktiv gepflegte Social-Media-Accounts und die Listung in bekannten Reiseportalen machen Ihr Hotel bekannt. Für eine gute Sichtbarkeit in der lokalen Google Suche empfehlen wir auch eine gut gepflegte Google My Business Seite.

Gerade auf die Online-Portale sollten Sie nicht verzichten, auch wenn Sie hier einiges an Provision für jede Buchung abtreten müssen. Die Reichweite, die Ihnen die Reisevergleichsportale bieten, erreichen Sie mit Ihrer Website allein nicht. Setzen Sie darauf, dass Interessenten, die Ihr Hotel im Online-Portal in die engere Wahl ziehen, vor der Buchung auch auf Ihre Website schauen: Dann können Sie sie mit attraktiven Angeboten und Preisnachlässen immer noch zu einer Direktbuchung animieren.

Machen Sie Gäste zu Stammgästen, in dem Sie Ihnen Vergünstigungen für die nächste Buchung bieten. Die entscheidenden Faktoren für eine Kundebindung sind jedoch Freundlichkeit, Service und die Wohlfühlatmosphäre, die Ihr Hotel seinen Gästen gleich beim ersten Aufenthalt bietet. Denn nur ein Gast, der sich gut umsorgt und wohl fühlt, kommt gerne wieder und empfiehlt Ihr Hotel (z. B. auf den Reiseportalen) anderen weiter. 

6. Die Gründung Ihres Hotels– praktisch und formal

Haben Sie sich schon um Gewerbeanmeldung, Gaststättenkonzession, Versicherungen und Geschäftskonto gekümmert? Diese und viele weitere bürokratische Schritte müssen noch erledigt werden, bevor Sie endlich Ihr eigenes Hotel eröffnen können. Damit Sie nichts vergessen haben wir eine übersichtliche Checkliste für Sie zusammengestellt:

Bürokratie - kein Problem

Welche Gründungsschritte sind konkret nötig? Welche Ämter spielen eine Rolle? Wo muss ich mich anmelden? Das Gründungscockpit hilft weiter.

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Checkliste Hotel eröffnen

Sie wollen ein Hotel eröffnen? Unsere Checkliste führt Sie durch die praktischen Gründungsschritte. Sie können diese einfach herunterladen.

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Fazit – Hotel eröffnen: Erfolgreich selbstständig mit dem eigenen Hotel

Wer ein Hotel eröffnen will, muss einiges beachten: Rechtsvorschriften wie Gaststättengesetz, Hygienevorschriften, Reiserecht und Jugendschutz sind nur einige Beispiele. Die Zimmer müssen bestimmten Mindestanforderungen genügen und in der Regel ist eine Gaststättenkonzession erforderlich. Eine spezielle Ausbildung brauchen Sie für die Eröffnung eines Hotels hingegen nicht. Erfahrungen in der Hotellerie, im Tourismus oder Gastgewerbe sind allerdings mehr als hilfreich und können Ihr Investitionsrisiko deutlich reduzieren.

Zudem brauchen Sie ein möglichst einzigartiges und schlüssiges Geschäftskonzept: Entwickeln Sie ein Konzept, das Ihr Hotel von der Masse der Konkurrenz abhebt, analysieren Sie Markt und Mitbewerber und wählen Sie einen passenden Standort für Ihr Hotel. Und damit Ihr Hotel langfristig gewinnbringend arbeitet, müssen Sie Ihre Preise sorgfältig kalkulieren und einen tragfähigen Businessplan und einen belastbaren Finanzplan aufstellen, der auch Ihre Kreditgeber von Ihrem Vorhaben überzeugt.

Unsere kostenlose Checkliste gibt Ihnen einen detaillierten Überblick über alle notwendigen formalen Gründungsschritte. Arbeiten Sie diese Schritt für Schritt ab, bevor Sie Ihr eigenes Hotel eröffnen.

Chefredakteur: René Klein

René Klein verantwortet als Chefredakteur seit über 10 Jahren die Inhalte auf dem Portal und aller Publikationen von Für-Gründer.de. Er ist regelmäßig Gesprächspartner in anderen Medien und verfasst zahlreiche externe Fachbeiträge zu Gründungsthemen. Vor seiner Zeit als Chefredakteur und Mitgründer von Für-Gründer.de hat er börsennotierte Unternehmen im Bereich Finanzmarktkommunikation beraten.