Private Krankenversicherung für Selbstständige: Pro & Contra

Die Krankenversicherung ist in Deutschland Pflicht - das gilt auch für Gründer und Selbstständige. Sie können sich entweder für eine gesetzliche oder für die private Krankenversicherung entscheiden. Die private Krankenversicherung bietet den Vorteil, dass Sie die Leistungen und somit auch die Kosten individuell anpassen können. Die private ist wie ein Baukasten, den Sie individuell konfigurieren können. Sie können somit z. B. mit einem günstigeren Tarif starten und später in einen leistungsstarken Tarif wechseln. Bevor Sie sich entscheiden, nutzen Sie die Möglichkeit zum kostenfreien Tarifvergleich.

1. Private Krankenversicherung - das Wichtigste im Überblick

Gesetzlich oder privat: für welche Art der Krankenversicherung wollen Sie sich entscheiden? Hier die wichtigsten Tipps und Fakten für Unternehmer:

  • Eine PKV sichert die beste medizinische Versorgung ab. Der Beitrag ist zum größten Teil abhängig vom Einstiegsalter – je jünger Sie sind, desto günstiger ist Ihr Beitrag! So starten viele Gründer aktuell bei nur 180-200 € monatlich!
  • Die Gesetzliche Krankenversicherung bietet eine ordentliche medizinische Standardversorgung. Die GKV Beiträge hängen dabei von der Höhe des Einkommens ab. In der Regel beträgt der monatliche Beitrag 400-800 €. (Stand 2020)
  • Der Wechsel in eine PKV erfordert einen Gesundheitscheck. Selbstständige können immer in die PKV wechseln, Arbeitnehmer benötigen ein Mindesteinkommen (62.550 € brutto im Jahr, Stand 2020). 
  • Die private Krankenversicherung erlaubt die individuelle Vereinbarung medizinischer Leistungen. Einmal vereinbarte Leistungen dürfen nicht gekürzt werden.
  • Die Auswahl des Versicherungstarifs ist entscheidend. Kein Tarif bietet alle Leistungen, jedoch werden Ihre Wünsche und Vorstellungen mit Sicherheit erfüllt. Geben Sie diese möglichst genau an, dann können unsere Experten Ihnen den optimalen Tarif erarbeiten.
  • Sowohl in der gesetzlichen, als auch in der privaten Krankenversicherung können sich die Beiträge erhöhen. In der privaten Krankenversicherung können Sie auch hier, mit der Wahl des richtigen Versicherers, als auch mit Zusatztarifen entgegenwirken. Bei einer gesetzlichen Kasse ist man einer Beitragserhöhung ausgesetzt. Diese betrifft dann in der Regel alle gesetzlichen Kassen, daher ist ein Wechsel zwar möglich, dieser bietet jedoch keine Vorteile. Erhöht ein privater Anbieter den Beitrag, kann man zu einem anderen Anbieter wechseln, welcher den Beitrag aktuell nicht anpasst.
  • Von der gesetzlichen kann man jederzeit in eine private Krankenversicherung wechseln (bei guter Gesundheit und einer bestimmten Kündigungsfrist) – auch ein Wechsel von der privaten zurück in die gesetzliche Krankenversicherung ist einfacher wie Sie denken – fragen Sie hierzu gerne bei uns nach!
  • Die Gesetzliche Krankenversicherung mit einer privaten Zusatzversicherung kann eine gute Alternative sein.

Selbstständige und Unternehmer sollten also prüfen, ob ihr Einkommen stabil und konstant genug ist, um sich die Beiträge langfristig leisten zu können. Eine gute und objektive Beratung zum optimalen Tarif ist auf jeden Fall zu empfehlen.

Privat oder gesetzlich versichern?

Um die GKV und die PKV zu vergleichen, ermitteln Sie im ersten Schritt den monatlichen Beitrag für eine private Krankenversicherung. Danach können Sie den besten Tarif mit der gesetzlichen Krankenversicherung vergleichen. Für einen unverbindlichen und kostenfreien PKV Vergleich füllen Sie bitte einfach nachfolgendes Formular aus - unser Experte für Versicherungsfragen wird Ihnen dann kostenfrei eine Aufstellung erstellen und zusenden. Im Anschluss können Sie die Kosten und Leistungen vergleichen und haben eine optimale Entscheidungsgrundlage. 

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2. GKV vs. PKV: was sind die wesentlichen Unterschiede?

Hier die Unterschiede zwischen privater Krankenversicherung (PKV) und gesetzlicher Krankenversicherung (GKV) im Überblick:

 GKVPKV
GrundprinzipSolidarprinzip: Gute Gesundheitsversorgung für alleÄquivalenzprinzip: Beste Medizinische Versorgung für den, der es sich leisten kann.
BeitragshöheAbhängig vom Einkommen bzw. Gewinn; hier gibt es Obergrenzen und Untergrenzen.Abhängig von Gesundheit, Alter und vertraglichen Vereinbarungen (Stichwort: Selbstbehalt)
Entwicklung der BeiträgeKönnen steigenJährliche Beitragssteigerung von 2 - 3% müssen einkalkuliert werden.
LeistungsumfangFür alle Versicherten gleich; Leistungen können gekürzt werdenLeistungen individuell wählbar; Kürzungen von Leistungen sind nicht erlaubt.
Versicherung für FamilienmitgliederKinder sind mitversichert; Ehepartner auch, sofern er nicht arbeitetPro Mitglied eigener Vertragsabschluss notwendig; damit steigen auch die Beiträge

3. Wer darf eine PKV abschließen?

Der Abschluss und die Vorteile einer privaten Krankenversicherung sind in Deutschland nicht für allen Menschen zugänglich. Arbeitnehmer mit einem gewissen Verdienst, Beamte, Freiberuflern und Selbstständige können sich in der Bundesrepublik privat versichern. Vor allem bei Freiberuflern und Selbstständigen gibt es hierzu wichtige Fristen, welche dies für Ihre Situation sind, beantworten Ihnen gerne unsere Experten.

Selbstständige dürfen sofort in die PKV

Selbstständige können sich mit Beginn ihrer Selbstständigkeit privat versichern oder alternativ eine freiwillige Mitgliedschaft in der GKV wählen. Das gilt für Kleingewerbetreibende, den Kaufmann e.k., Gesellschafter einer OHG, einer GbR oder Komplementäre einer KG. Der Wechsel von der GKV in die PKV ist jederzeit möglich.

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Freiberufler dürfen mit Einschränkungen sofort in die PKV

Die meisten Freiberufler können ebenfalls sofort von der GKV in die PKV wechseln. Ein freiberuflicher Künstler ist über die Künstlersozialkasse bei einer gesetzlichen Krankenversicherung versichert. Dann benötigt der freischaffende Künstler ein Mindesteinkommen, um in die PKV wechseln zu können. Die Höhe dieses Mindesteinkommens entspricht der Jahresentgeltgrenze beim Arbeitnehmer.

Arbeitnehmer: Wechsel in die PKV hängt vom Einkommen ab

Arbeitnehmer sind grundsätzlich in der GKV pflichtversichert. Der Wechsel in die PKV ist erst ab einer bestimmten Einkommenshöhe, der sogenannten Jahresentgeltgrenze möglich. Diese Jahresentgeltgrenze steigt jährlich.

JahrJahresentgeltgrenze
201859.400 €
201960.750 €
202062.550 €

Der Arbeitgeber muss sowohl zur gesetzlichen, als auch zur privaten Krankenversicherung 50 % dazuzahlen (bis zu einer Grenze von aktuell etwa 350 € monatlich).

Geschäftsführer einer GmbH bzw. UG: Wechsel in die PKV hängt vom Einkommen ab

Geschäftsführer einer GmbH oder einer UG sind Angestellte Ihrer Gesellschaft. Hier gelten also auch die Regeln für Arbeitnehmer. Wechselt ein GmbH Geschäftsführer in eine private Krankenversicherung, zahlt die Gesellschaft 50% der Beiträge bis zu einem bestimmten Maximalbeitrag.

Nebenberuflich Selbstständige: auch hier bestimmt das Einkommen die Möglichkeit des Wechsels

Auch für den nebenberuflich Selbstständigen gilt zunächst die Pflichtmitgliedschaft in der GKV, da er im Hauptberuf als Arbeitnehmer tätig ist. Der Wechsel in die PKV ist möglich, wenn das Einkommen aus der selbstständigen Tätigkeit überwiegt, oder das Gehalt aus der Anstellung die Bemessungsgrenze übersteigt.

Für den Abschluss einer privaten Krankenversicherung ist eine Gesundheitsprüfung notwendig

Für den Wechsel ist eine Gesundheitsprüfung erforderlich. Dieser Gesundheitscheck erfolgt per Fragebogen oder bei älteren Antragsstellern beim Arzt. Das Ergebnis des Gesundheitschecks bestimmt, ob der Antragssteller versichert wird und wie hoch seine Beiträge ausfallen. Sollten hier gewisse Krankheiten oder Ähnliches genannt worden sein, kann der Versicherer genauere Fragebögen, oder zum Beispiel Arztberichte nachfordern. Wichtig bei der Gesundheitsprüfung ist, dass alle Fragen vollständig und wahrheitsgemäß beantwortet werden. Wer etwas verschweigt oder falsch darstellt, riskiert seinen Versicherungsschutz und macht sich strafbar.

    4. Was kostet eine private Krankenversicherung?

    Die entscheidenden Fragen beim Wechsel in die PKV lautet. Was kostet mein optimaler Tarif? Entscheidend für den letztendlichen Beitrag sind Faktoren wie das Einstiegsalter, die gewünschten Leistungen und der Gesundheitszustand. Wie hoch sind die Beiträge und wie entwickeln sich die Beiträge langfristig? Können Sie sich also die Beiträge für die PKV aktuell und langfristig leisten?

    Welche Faktoren bestimmen die Höhe der Beiträge zu Versicherungsbeginn?

    Alter, Gesundheitszustand und Höhe des Selbstbehaltes bestimmen die Beitragshöhe. Die Beiträge sind umso niedriger, je jünger und gesünder der Versicherte ist. Der Selbstbehalt ist der Betrag, den Sie für medizinische Leistungen privat finanzieren und nicht der Krankenkasse in Rechnung stellen. Nehmen wir als Beispiel einen Freiberufler oder Selbstständigen mit gutem Gesundheitszustand. Dabei haben wir verschiedene Möglichkeiten bei der Höhe der Selbstbehalte pro Jahr unterstellt.

    AlterSelbstbehalt 0 €Selbstbehalt 500 €Selbstbehalt 1000 €
    25424 €295 €266 €
    35522 €385 €348 €
    45648 €513 €465 €
    55822 €687 €628 €

    Bei kürzlich vergangenen gesundheitlichen Problemen kann der Versicherer einen Risikozuschlag verlangen.

    Wie steht die PKV im Vergleich zur GKV da?

    Die Beiträge zur GKV betragen aktuell 14,6% zzgl. Zusatzbeitrag von ca. 0,9 %, in Summe also ca. 15,5%. Den Zusatzbeitrag legen die gesetzlichen Krankenversicherungen selbst fest. Er ist abhängig vom wirtschaftlichen Ertrag der Gesellschaften. Was bedeutet das für einen Selbstständigen, der sich überlegt, ob er freiwillig versichert bleiben möchte oder in die PKV wechseln soll? Ein paar Zahlenbeispiele geben Aufschluss. Als Beispiel nehmen wir einen Selbstständigen im Alter von 35 Jahren. Die Tabelle zeigt unterschiedliche Monatseinkommen, mit den GKV-Beiträgen im Vergleich zu den PKV-Beiträgen ohne Selbstbehalt.

    Einkommen pro MonatBeitrag PKVBeitrag GKV
    3.000 €522 €465 €
    4.000 €522 €624 €
    4.687,50 €1522 €

    727 €

    1 Die 4.687,50 € entsprechen dem Gehalt für die Beitragshöchstgrenze der GKV für 2020.

    Anhand dieser Zahlen wird deutlich, dass die freiwillige gesetzliche Krankenversicherung nur bei sehr geringen Einkommen als Selbstständiger günstiger ist. Unternehmer sollten bei der Betrachtung der Beiträge also immer im Blick haben, was sie alternativ in der gesetzlichen Krankenversicherung zahlen würden. Bei einem guten Gesundheitszustand ist grundsätzlich ein Selbstbehalt zu empfehlen. Dieser senkt den Beitrag der PKV monatlich um etwa 200-300 €. Sie müssen zwar dann ärztliche Leistungen bis zur Höhe des Selbstbehaltes selbst zahlen, das zahlt sich in der Regel jedoch aus.

    Warum steigen die Beiträge pro Jahr?

    Auch die Krankenversicherer unterliegen der Wirtschaft und somit vor allem auch dem technischen Fortschritt. Die Verfahren werden fortschrittlicher, aufwendiger und somit oftmals auch teurer. Demnach steigen die Ausgaben und die Beiträge können angepasst werden. Dies geschieht nicht jedes Jahr und bei den meisten Versicherer eher selten, jedoch kann es vorkommen. Die Anpassung beträgt in der Regel zwischen 3 und 8 %.

    Zu berücksichtigen ist allerdings, dass auch die gesetzlichen Krankenkasse Beiträge erhöhen, und zwar häufig in Form des Zusatzbeitrags. Außerdem können Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen jederzeit gekürzt werden. Hinzu kommt eine seltene jedoch extreme Erhöhung der Beitragshöchstgrenze. So lag diese vor ein paar Jahren bei etwa 500 € monatlich, wohingegen sie nun schon bei etwa 800 € pro Monat liegt. 

    Mit welchen Beiträgen müssen Unternehmer für Ihre Familie rechnen?

    In einer privaten Krankenversicherung muss der Versicherte für mitversicherte Kinder zusätzliche Beiträge bezahlen. Eventuell auch den Ehepartner sofern dieser nicht mitversichert ist. Pro Kind muss man aktuell mit mindestens 80 € rechnen. Ein Kind muss jedoch erst dann privat versichert werden, wenn die Eltern verheiratet sind und der PKV-Versicherte mehr verdient, wie z.B. der Ehepartner als Angestellter. Zudem muss der privat Versicherte dann auch noch über der Beitragsbemessungsgrenze verdienen. Ab diesem Einkommen, so zeigt es die Erfahrung, versichern die meisten Ihre Kinder dann ohnehin privat, damit auch die Kinder von den hochwertigeren Leistungen profitieren können. Betrachten wir dafür ein weiteres Zahlenbeispiel.

    Zahlenbeispiel: Ab welchem Mindesteinkommen ist die PKV günstiger?

    • Wir nehmen Person im Alter von 35 Jahren, verheiratet mit zwei Kindern. Der Ehepartner ist berufstätig.
    • In der PKV müssen die Beiträge für zwei Kinder mitberücksichtigt werden, in der GKV sind die Kinder mitversichert.
    • PKV Beitrag für die versicherte Person: 522 €
    • PKV Beitrag pro Kind: 100 €
    • So müssen Sie rechnen: GESAMTBEITRAG PKV / GESAMTBEITRAGSSATZ GKV = MINDESTEINKOMMEN

    In unserem Zahlenbeispiel beträgt dieses Mindesteinkommen 4.658 €. Eine private Krankenversicherung verlangt also eine gute Planung der privaten Finanzen.

    Wie werden Beiträge gegenfinanziert?

    Arbeitnehmer haben es in diesem Punkt leichter als Selbstständige. Bei ihnen zahlt der Arbeitgeber 50% der Beiträge bis zum gesetzlichen Höchstbeitrag. Selbstständige dagegen müssen die kompletten Beiträge selbst finanzieren, was allerdings auch für die GKV-Beiträge im Falle der freiwilligen Versicherung gilt. Beitragsrückerstattungen helfen ebenfalls bei der Finanzierung der Beiträge. Sie werden je nach Vertrag dann gewährt, wenn der Versicherte keine medizinischen Leistungen über das Jahr in Anspruch genommen bzw. über die Krankenkasse abgerechnet hat.

    Langfristige Planung der PKV-Beiträge: So funktioniert das

    Unternehmer sollten bei ihrer privaten Finanzplanung folgendermaßen vorgehen.

    • Prüfen Sie vor dem Hintergrund steigender Beiträge, ob Ihre Einnahmen hoch genug und stabil sind.
    • Kalkulieren Sie den Selbstbehalt in Ihre Planung mit ein. Die Planung für ein Jahr sieht also so aus: 12 x Monatsbeitrag + Selbstbehalt = privater Aufwand für die medizinische Versorgung.
    • Kalkulieren Sie Beitragsrückerstattungen nicht in die Planung ein. 
    • Bilden Sie, wenn möglich, Rücklagen, um die Beiträge im Alter zu finanzieren. Ein möglicher Ansatz wäre, die Differenz zwischen PKV-Beiträgen und GKV-Beiträgen in Form einer Vermögensanlage auf die hohe Kante zu legen.

    Private Krankenversicherung: Kosten im Alter

    Ein Teil der eingezahlten Beiträge wird von den Versicherungen angespart, um ab dem Eintritt in den Ruhestand die Beiträge einigermaßen stabil zu halten. Wenn dies gelingt und der Versicherte für eine gute Altersvorsorge gesorgt hat, ist alles gut. 

    Sollte der Versicherte merken, dass seine Bezüge aus Altersvorsorge und Rente nicht reichen, kann er in einen Sozialtarif wechseln, den jede private Krankenversicherung anbieten muss. Hier gibt es den Standard-Tarif und den Basis-Tarif. Sie bieten medizinische Leistung auf dem Niveau der gesetzlichen Krankenkasse zu deutlich niedrigeren Leistungen.

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    5. PKV - Vergleich: So finden Sie Ihren optimalen Tarif

    Die Wahl zwischen privater und gesetzlicher Krankenversicherung ist nicht nur eine Frage der Kosten. Unternehmer, die sich für eine private Krankenversicherung entscheiden, machen das in erster Linie wegen der besseren Leistungen. Aber auch hier gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Angeboten für private Krankenversicherungen für Unternehmer. Vergleichen Sie also, was die einzelnen Tarife alles bieten.

    Schritt 1: Vergleichen Sie die Leistungen

    Prüfen Sie zunächst den Leistungsumfang, die grundlegende ärztliche und zahnärztliche Versorgung, dann wichtige Leistungen wie Psychotherapie und Heilmittel und am Schluss individuelle Leistungen wie Impfungen und Sehhilfen.

    Grundlegende Leistungen

    • Arzthonorar: Ist das Arzthonorar gedeckelt? Können Sie sich auch einen teuren Spezialarzt leisten?
    • Ist die freie Arztwahl gewährleistet?
    • Werden alle Medikamente und Hilfsmittel erstattet?
    • Welche Zahnarztleistungen bietet der PKV Tarif?

    Sehr wichtige Leistungen

    • Ist Psychotherapie im Tarif enthalten?
    • Deckt der Tarif Heilmittel ab?
    • Sind auch Kliniken an Kurorten und die stationäre Versorgung eingeschlossen?
    • Werden Reha-Maßnahmen und Kuren bezahlt?
    • Zahlt die Kasse auch aufwendige Transporte ins Krankenhaus, wenn notwendig?
    • In welchen Ländern gilt der Tarif?

    Individuelle Leistungen

    • Sind Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen abgedeckt?
    • Wie sieht es mit Familienleistungen aus, z.B. Pränataldiagnostik.
    • Dürfen Sie Heilpraktiker-Leistungen in Anspruch nehmen?
    • Ist häusliche Krankenpflege eingeschlossen?
    • Bekommen Sie im Krankenhaus ein Einbettzimmer?
    • Bezahlt die PKV Brillen und sonstige Sehhilfen?

    Schritt 2: Vergleichen Sie Beiträge und Konditionen

    • Wie hoch sind die Beiträge?
    • Können Sie Tarife innerhalb der gleichen Gesellschaft problemlos wechseln?
    • Bezahlt die PKV ein Krankentagegeld? Wie hoch ist das Krankentagegeld?
    • Wie hoch sind Selbstbeteiligung und Beitragsrückerstattung?
    • Bietet der Tarif eine Beitragsentlastung im Alter? Beispielsweise durch einen Zusatzbeitrag für eine Lebensversicherung?

    Schritt 3: Wie solide ist die Versicherungsgesellschaft aufgestellt und wie stabil sind die Beiträge?

    Je solider die Finanzen der Versicherungsgesellschaft, desto stabiler sind in der Regel die Versicherungsbeiträge. Außerdem gilt: Bei Günstig-Tarifen ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich Beiträge erhöhen besonders hoch. Informieren Sie sich daher, welche Versicherungen als besonders beitragsstabil gelten. Ziehen Sie Versicherungsvergleiche heran und nutzen Sie eine Versicherungsberatung. Sprechen Sie den Punkt Beitragsentwicklung in dem Gespräch in jedem Fall an.

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    6. Alternativen zur PKV

    Eine Alternative zur PKV ist die freiwillige Versicherung in der GKV mit einer privaten Zusatzversicherung, insbesondere für Selbstständige, die mit nicht zu üppigem Gehalt Kinder mitfinanzieren wollen.

    Private Krankenzusatzversicherung

    Damit sichern sich Unternehmer einen Teil der Leistungen einer rein privaten Krankenversicherung, bleiben aber trotzdem in der GKV. Das ist für alle Unternehmer sinnvoll, die das Risiko nicht eingehen wollen, insbesondere im Alter von der PKV abhängig zu werden. Private Krankenzusatzversicherungen gibt es für die Behandlung im Krankenhaus, beim Zahnarzt, für Leistungen beim Heilpraktiker, für Brillen und Sehhilfen, für Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen sowie für das Risiko, Pflegefall zu werden. Wichtig hier ist genau zu planen, welche Leistungen Sie wirklich absichern wollen. 

    Die Sozialtarife der Privaten Krankenversicherung

    Wer sich im Alter die Beiträge zur privaten Krankenversicherung nicht mehr leisten kann, kann einen Sozialtarif in Anspruch nehmen. Es handelt sich dabei um den Standardtarif und den Basistarif. Wichtig zu wissen ist, dass Unternehmer mit diesen Tarife nur Anspruch auf die Leistungen haben, die auch eine gesetzliche Krankenversicherung bietet. Der Beitrag ist auf den maximalen gesetzlichen Beitrag gedeckelt.

    7. PKV wechseln und weitere wichtige Fragen

    Wie kann man die gesetzliche Krankenversicherung zurückwechseln?

    In die gesetzliche Krankenversicherung können Arbeitnehmer zurückwechseln, wenn ihr Gehalt unter die Jahresentgeltgrenze fällt.

    Selbstständige können in die GKV wechseln, wenn sie jünger als 55 Jahre sind und die Selbstständigkeit aufgeben und stattdessen ins Angestelltenverhältnis wechseln. Bei seinem Arbeitgeber wählt der ehemals Selbstständige dann eine gesetzliche Krankenkasse seiner Wahl.

    Kann man mit über 55 Jahren in die GKV wechseln?

    Grundsätzlich ist das schwierig. Beim privatversicherten Angestellten ist es möglich, wenn sein Gehalt unter die Jahresentgeltgrenze fällt. Beim Selbstständigen ist es in folgenden Fällen möglich:

    • Sein Einkommen fällt unter 445 € im Monat. Dann kann sich der Selbständige über die Familienversicherung des Ehepartners mitversichern lassen.
    • Der Selbstständige ist zu mindestens 50 % schwerbehindert. In diesem Fall muss aber der Ehepartner Vorversicherungszeiten erfüllen.
    • Beim Wegzug ins Ausland mit einer gesetzlich vorgeschriebenen staatlichen Krankenversicherung.

    Sind diese Voraussetzungen nicht gegeben, muss die versicherte Person in der PKV bleiben. Dies ist jedoch deutlich angenehmer wie früher, da beispielsweise die Pflege, der Vorsorgezuschlag und weiteres wegfällt, was den Beitrag somit später nochmal deutlich reduziert. Wenn Sie dann nur einen Teil der Beiträge in eine Vorsorge investiert haben, lebt es sich vermutlich deutlich sicherer und angenehmer als mit einer gesetzlichen Absicherung.

    Was ist der Selbstbehalt bzw. die Selbstbeteiligung?

    Der Selbstbehalt bezeichnet die Summe pro Jahr, die Sie selbst für Ihre ärztliche Versorgung aufwenden. Beispiel: Beim Selbstbehalt von 500 € tragen Sie Arztrechnungen bis 500 € selbst. Ab 500 € zahlt die Krankenversicherung. Ein 30-jähriger Selbständige r verringert durch die Wahl einer Selbstbeteiligung von 500 €, seinen Beitrag um etwa 200 € monatlich! So hätte dieser ohne SB einen Beitrag von rund 400 €. Mit einer kleinen SB von 500 € zahlt dieser jedoch nur noch 200 € monatlich.

    Was sind Altersrückstellungen?

    Altersrückstellungen werden über die monatlichen Beiträge finanziert. Sie dienen dazu, die Beiträge im Alter, nach Eintritt ins Rentenalter günstiger zu machen. Dafür wird ein Teil der Monatsbeiträge angespart. Dieser sogenannte Vorsorgezuschlag wurde vom Gesetzgeber auferlegt und gilt für jeden privat Versicherten.

    Was ist mit dem Primärarztprinzip gemeint? 

    Wenn der Versicherer auf das Primärarztprinzip verzichtet ist es positiv. Dann können Sie sich direkt von einem Facharzt oder Spezialisten behandeln lassen, ohne Mehrkosten zu erwarten. Viele Versicherer jedoch haben dieses Prinzip und bitten umgekehrt den Versicherten erst zum Hausarzt, welcher dann bei Bedarf an einen Facharzt überweist. Somit erhalten Sie dann auch die Sicherheit 2 fachkundiger Meinungen.

    Was sind Beitragsrückerstattungen?

    Beitragsrückerstattungen erhalten Versicherte, wenn sie in einem Jahr auf Versicherungsleistungen komplett verzichten. Mit einer Selbstbeteiligung ist dies ohnehin der Fall, daher sehr interessant.

    Wie sieht die Mitversicherung bei der privaten Krankenkasse aus?

    Im Gegensatz zur GKV sind bei der PKV Familienmitglieder nicht automatisch kostenlos mitversichert. Das bedeutet, dass für jedes mitversicherte Familienmitglied ein extra Beitrag zu bezahlen ist.

    Kann man Kinder in der PKV mitversichern lassen?

    Ja, das geht. Aber der Versicherte zahlt pro Kind einen eigenen Beitrag. 

    Wie berechnet sich der Arbeitgeberanteil bei der PVK?

    Grundsätzlich zahlt ein Arbeitgeber 50% zum Krankenkassenbeitrag des Privatversicherten dazu. Allerdings gilt der Maximalbeitrag der GKV als Obergrenze. Diese Obergrenze berechnet sich aus der Beitragsbemessungsgrenze, die aktuell 4.537,50 € beträgt. Die Obergrenze beträgt dann 7,3% der Beitragsbemessungsgrenze, also der Hälfte des gesetzlichen Beitragssatzes von 14,6%, aktuell also 351,66 €.

    Nehmen wir dazu zwei Beispiele

    • Der PKV Beitrag beträgt 600 €: Der Arbeitgeber zahlt 300 € dazu, also genau 50%
    • Der PKV Beträgt liegt bei 800 €: Hier zahlt der Arbeitgeber den Maximalbeitrag von 351,66 €, also weniger als die Hälfte.

    Fazit: Informieren Sie sich umfassend zur privaten Krankenversicherung

    Im Vergleich zur gesetzlichen Krankenversicherung bietet eine private Krankenversicherung bessere Leistungen und höheren Service beim Arztbesuch, weil beispielsweise Wartezeiten entfallen. Selbstständige dürfen sich sofort privat krankenversichern lassen. Wichtig ist ein Kostenvergleich. Denn wer nach seiner Gründung noch nicht genug verdient, kommt mit einer freiwilligen Versicherung in der GKV günstiger weg. Auch Selbstständige mit Kindern sollten die Kosten vergleichen, denn pro Familienmitglied zahlen sie in der privaten Krankenversicherung jeweils extra, wissen dann jedoch die Kinder auch hochwertiger abgesichert.

    Eine private Krankenversicherung bietet individuelle Leistungen, die nach Vertragsabschluss nicht gekürzt werden dürfen. Unternehmer sollten daher für sich definieren, welche Art von medizinischer Versorgung für sie wichtig ist, und dann die Versicherung gezielt auswählen. Neben Leistungsumfang ist Beitragsstabilität ein wesentlicher Punkt. Ein gesetzter privater Versicherer am Markt ist oftmals die bessere Entscheidung da diese selten die Beiträge anpassen müssen aufgrund der Erfahrung in dieser Sparte als auch aufgrund der Vielzahl an Versicherten.

    Es spricht also viel für eine private Krankenversicherung. Lassen Sie sich aber von einem unabhängigen und neutralem Fachmann beraten. Er berät Sie umfassend zu allen wichtigen Fragen einer privaten Krankenversicherung, damit Sie den für Sie besten Tarif finden.

    Fordern Sie eine kostenfreie PKV-Beratung an