Kleingewerbe anmelden: Ausfüllhilfe für das Formular

Sie gründen ein Kleingewerbe als Einzelperson oder im Team? In diesem Beitrag bieten wir eine Ausfüllhilfe für das Formular zur Gewerbeanmeldung, geben einen Überblick über die Anmeldegebühren und zeigen, wo eine Online-Anmeldung möglich ist.

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1. Kleingewerbe online anmelden + Kosten

Üblicherweise erfolgt die Kleingewerbe-Anmeldung vor Ort beim Gewerbeamt einer Gemeinde. In der Regel kann der Gründer das Anmeldeformular auf der jeweiligen Webseite des Gewerbeamtes herunterladen und vorher schon ausfüllen. Sinnvoll ist auch eine Terminvereinbarung. Hier bietet die Stadt Leipzig beispielsweise eine Online-Terminvereinbarung an.

Die Digitalisierung ist in manchen Städten und Bundesländern schon weit fortgeschritten. In NRW kann die komplette Kleingewerbeanmeldung über ein zentrales Register unabhängig von lokalen Gewerbeämtern durchgeführt werden. Aktuelle Ausnahme ist noch die Stadt Köln, wo der Kleingewerbetreibende sich aber trotzdem online anmelden kann. Vielfach funktioniert die Online-Gewerbeanmeldung wie folgt:

  • Eingabemaske statt Formular GewA 1: Hier gibt der Gründer die Angaben zur Person, zum Betrieb und zu Genehmigungen direkt ein.
  • Hochladen aller relevanten Nachweise: Personalausweis, gewerberechtliche Erlaubnisse, Handwerkskarte oder Aufenthaltsgenehmigungen
  • Elektronisches Bezahlen der Gebühr
  • Download der Anmeldeunterlagen

Eine elektronische Gewerbeanmeldung dauert ca. 10 - 15 Minuten.

Kosten für die Kleingewerbeanmeldung in Deutschland

Die folgende Tabelle zeigt die Gewerbeämter der 10 größten deutschen Städte, ob eine Online-Anmeldung möglich ist und welche Anmeldegebühren für das Kleingewerbe zu bezahlen sind.

Stadt

Gewerbeamt

Kleingewerbe online anmelden

Kosten / Gebühren Kleingewerbe

BerlinBerlin HauptstadtportalJa15,00 €
DortmundWirtschafts-Service-Portal.NRWJa26,00 €
DüsseldorfWirtschafts-Service-Portal.NRWJa26,00 €
EssenWirtschafts-Service-Portal.NRWJa26,00 €
Frankfurt a. M.GewerberegisterNein28,00 €
Hamburgüber Hamburg-ServiceJa20,00 €
KölneMeldung Stadt KölnJa26,00 €
LeipzigGewerbebehörde LeipzigNein10,00 €
MünchenKreisverwaltungsreferat MünchenNein47,00 €
StuttgartAmt für öffentliche OrdnungJa57,50 €

2. Ausfüllhilfe für das Formular zur Gewerbeanmeldung

Relevant für die Kleingewerbeanmeldung ist das Formular GewA 1. Es liegt in den Gewerbeämtern aus, kann aber in den meisten Fällen online heruntergeladen und ausgefüllt werden.

Schritt 1: Voraussetzung prüfen

    Vor der Kleingewerbeanmeldung sollte der Gründer prüfen, welche Erlaubnisse und Genehmigungen für sein Gewerbe erforderlich sind.

    • Ist das Gewerbe erlaubnispflichtig?
      Das ist zum Beispiel für Apotheker, für die Arbeitnehmerüberlassung oder für das Bewachungsgewerbe wichtig.
    • Besteht im Falle der Gründung eines Handwerksbetriebs die Meisterpflicht? 
    • Bei ausländischen Gründern: Hat der Gründer eine Aufenthaltsgenehmigung? Ist diese mit Auflagen verbunden?

    Schritt 2: Anmeldeformular GewA 1 ausfüllen

    Wir zeigen Zeile für Zeile, wie Sie das Anmeldeformular für das Kleingewerbe ausfüllen. Sie erfahren, welche Punkte für das Kleingewerbe relevant sind und welche nicht. Das Formular GewA 1 verwenden Gründer für jede Gewerbeanmeldung, also auch für die Gründung einer GmbH beispielsweise.

    So wird das Anmeldeformular für das Kleingewerbe ausgefüllt

    Das Formular GewA 1 basiert auf den Vorschriften der §§14 bzw. 55 der Gewerbeordnung (GewO). Je nach Gemeinde sieht dieses Formular unterschiedlich aus, der Aufbau ist aber bis auf Details nahezu identisch. Der Gründer macht in diesem Formular Angaben zu seiner Person, zum Betrieb und zu eventuellen Erlaubnissen. In unserer Ausfüllhilfe verwenden wir das Formular des Gewerbeamtes in Frankfurt am Main.

    Gewerbeanmeldung Formular
    Im ersten Teil der Gewerbeanmeldung geht es um grundsätzliche Dinge: Was für ein Unternehmen möchten Sie anmelden? Darüber hinaus müssen Gründer hier ihre Personalien darlegen.
    Angaben zum Betriebsinhaber

    Kleingewerbliche GbRs geben in Feld 1 die Namen der Mitgesellschafter an. Gesetzliche Vertreter, wie Geschäftsführer einer GmbH gibt es beim Kleingewerbe nicht. Feld 2, der Registereintrag, ist für das Kleingewerbe ebenfalls nicht relevant.

    Hier gibt der Gründer den Namen seines Unternehmens an. Dabei kann er einen Fantasienamen wählen. Für den späteren Geschäftsverkehr muss er den gewählten Namen für sein Kleingewerbe immer zusammen mit seinem Familiennamen nennen. Ein Beispiel: Corinna May gründet das Nagelstudio ManiCora.

    • ManiCora Nagelstudio als gewählter Name kommt in Zeile 3.
    • ManiCora Nagelstudio - Cora May steht im Impressum der Website, auf der Rechnung oder auf dem Briefkopf.

    Hier gibt der Gründer seine persönlichen Daten an.

    • Angaben zur Person (Nachname, Vorname, Geschlecht, Geburtsdatum, Geburtsort, Geburtsland, Staatsangehörigkeit)
    • Anschrift der Wohnung
    • Kontaktdaten
    Wichtig bei der GbR!

    Gesellschafter einer GbR müssen jeder für sich eine Gewerbeanmeldung machen. Sie können aber die Gewerbeanmeldung an einen Gesellschafter delegieren und ihm für die Kleingewerbeanmeldung eine Vollmacht erteilen.

    Gewerbeanmeldung Formular
    In den Feldern 12-18 geht es nun detaillierter um das anzumeldende Unternehmen. Ist dies die Hauptniederlassung oder handelt es sich hierbei um eine Zweigstelle? Zudem beschreiben Sie hier Ihren Geschäftszweck.
    Angaben zum Betrieb

    Nicht angeben muss der kleingewerbliche Gründer jene Daten, die nur bei einer vollgewerblichen Gründung relevant sind, beispielweise die Anzahl der gesetzlichen Vertreter. 

    • Zeile 12: Die Zahl der geschäftsführenden Gesellschafter ist beim Kleingewerbe nur im Falle einer GbR wichtig.
    • Zeile 13: Die Frage nach einer öffentlichen Beteiligung ist im Falle des Kleingewerbes irrelevant.
    • Zeile 14: Nur bei Kapitalgesellschaften stellt sich die Frage nach den vertretungsberechtigten Personen, beispielsweise den Geschäftsführern einer GmbH oder UG (haftungsbeschränkt)

    Der kleingewerbliche Gründer in diesen Abschnitten folgende Daten ein:

    • Anschrift der Betriebsstätte mit Kontaktdaten
    • Angabe einer Hauptniederlassung im Falle einer Filialgründung
    • Angabe einer früheren Betriebsstätte im Falle eines Umzugs

    Hier beschreibt der Unternehmer sein Geschäftsmodell:

    • Welche Art von Waren verkauft er?
    • Welche Art von Dienstleistungen erbringt sein Unternehmen?

    Der Unternehmer sollte dies möglichst vollständig ausfüllen. Insbesondere, wenn er beispielsweise Waren verschiedener Branchen verkauft.

    Hier gibt der Gründer an, ob er im Nebengewerbe gründet (Zeile 19), wann er sein Geschäft eröffnet (Zeile 20) und zu welcher Branche sein Gewerbe zählt (Zeile 21).

    In Zeile 22 gibt der Unternehmer an, ob und wie viele Mitarbeiter (Vollzeit und Teilzeit) er einstellt. Eingeschlossen sind hier auch Minijobber und Auszubildende.

    Jetzt beschreibt der Gründer den Betrieb als Hauptniederlassung oder Filiale (Zeile 23) oder ob es sich bei seinem Gewerbe um ein Reisegewerbe handelt (Zeile 24). Außerdem erklärt der Gründer in Zeile 24, ob es sich dabei um eine Neugründung handelt. Handelt es sich um eine Übernahme oder Kauf, benennt der Gründer den Namen des Vorbesitzers und der bisher bestehenden Unfallversicherung (Zeilen 26 und 27). 

    Gewerbe anmelden Formular
    In diesen Feldern geht es nun um statistisch wichtige Angaben, aber auch um die Zuordnung zu IHK oder HWK.
    Erlaubnisse und Genehmigungen

    Hier fragt das Formular Betriebserlaubnisse ab. Der Gründer muss angeben, ob das Gewerbe erlaubnispflichtig ist. Ist dies der Fall muss der Gründer die jeweilige Erlaubnis und die zuständige Behörde benennen.

    Diese Zeile ist für Handwerksbetriebe wichtig: Die Gründung eines Handwerksbetriebs erfordert in den meisten Fällen den Meisterbrief verbunden mit dem Eintrag in der Meisterrolle. Hier liefert der handwerkliche Gründer den Nachweis. Die Kopie des Meisterbriefs muss, wenn zutreffend, beigefügt werden.

    Diese beiden Zeilen des Formulars zur Gewerbeanmeldung ist für ausländische Gründer wichtig. Gründer mit Migrationshintergrund geben hier die Aufenthaltserlaubnis an.

    Wichtiger Hinweis im Formular: Strafe bei Fehlen von Genehmigungen und Erlaubnissen

    Ist für eine Gründung der Meisterbrief, eine Gewerbeerlaubnis oder eine Aufenthaltserlaubnis wichtig, darf der Gewerbebetrieb nicht eröffnet werden. Ansonsten drohen Geldbußen, Geldstrafen oder Freiheitsstrafen.

    TIPP

    Hier können Sie ein Beispiel für ein Formular zur Kleingewerbe Anmeldung herunterladen.

    Jetzt herunterladen

    3. Die weiteren Schritte: Finanzamt, Arbeitsamt & Co.

    Viele Ämter werden vom Gewerbeamt automatisch über die Kleingewerbe Anmeldung informiert. Daher erhält der Gründer nach erfolgter Gewerbeanmeldung nach ein paar Wochen automatisch Post vom Finanzamt. Wem diese zu lange dauert, der sollte den steuerlichen Erfassungsbogen proaktiv anfordern, um schnell eine Steuernummer zu erhalten.

    Anmeldung beim Finanzamt: der steuerliche Erfassungsbogen

    In der Regel schickt das Finanzamt Kleingewerbetreibenden nach der Gewerbeanmeldung automatisch einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung. Außerdem erteilt das Finanzamt eine Steuernummer. Wer Waren oder Dienstleistungen innerhalb der EU umsatzsteuerfrei verkaufen oder erwerben will, muss eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer beantragen. Diese wird durch das Bundeszentralamt für Steuern vergeben. Wir haben die Kontaktdaten zu einem Finanzamt in Ihrer Nähe aufgelistet. Im steuerlichen Erfassungsbogen gibt der kleingewerbliche Gründer außerdem an, ob er für die Kleinunternehmerregelung votiert.

    TIPP

    Der Fragenbogen zur steuerlichen Erfassung ist etwas umfangreicher. Wir erklären Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie diesen für Ihr Kleingewerbe ausfüllen.

    Zur Ausfüllhilfe

    Beschäftigen Gründer Angestellte, müssen sie beim Arbeitsamt eine Betriebsnummer beantragen. Die Betriebsnummer wird von der Bundesagentur für Arbeit vergeben und muss beantragt werden, sobald der erste Mitarbeiter eingestellt wird. Die Nummer ist sowohl für die Anmeldung zur Sozialversicherung als auch bei der Krankenkasse relevant. Der Antrag auf eine Betriebsnummer muss auch für Mini-Jobber und Auszubildende gestellt werden. Im Fall einer Betriebsübernahme müssen Sie eine neue Betriebsnummer beantragen. Die Anmeldung erfolgt online.

    Nach der Gewerbeanmeldung ist die Pflichtmitgliedschaft in einer der 80 Industrie- und Handelskammer (IHK) nötig. Sie ist Pflicht für alle gewerblichen Unternehmen. Das Gewerbeamt übermittelt die Daten der Kleingewerbeanmeldung an die zuständige IHK, die dann die weiteren Schritte unternimmt. Die Handwerkskammer (HWK) wird ebenfalls über die Gründung informiert. Nach der Gewerbeanmeldung erhält der handwerkliche Gründer ein Schreiben der zuständigen HWK, mit dem die Pflichtmitgliedschaft in der Handwerkskammer beginnt.

    Binnen einer Woche nach der Gewerbeanmeldung muss sich der Gründer bei einer gewerblichen Berufsgenossenschaft anmelden. Als Träger der gesetzlichen Unfallversicherung sind die Berufsgenossenschaften für Arbeitsunfälle, Unfälle auf dem Arbeitsweg und Berufskrankheiten zuständig.

    Angestellte sind bei der jeweiligen Krankenkasse zu melden. Meldungen bei der Krankenkasse werden nicht nur beim Eintritt eines neuen Mitarbeiters fällig, sondern auch zu anderen Zeitpunkten. Informieren Sie sich hierzu am besten bei der jeweiligen Krankenkasse. Für die Überweisung der Beiträge und die weiteren Meldefristen stellt die Krankenkasse Merkblätter zur Verfügung.

    Step by step im Video erklärt: Die Unternehmensanmeldung

    4. Tipps für den Start des Kleingewerbes

    Sie haben Ihr Kleingewerbe angemeldet, herzlichen Glückwunsch. Jetzt sollten Sie an folgende Dinge denken:

    Zu prüfenWichtige Fragen und TippsDas bieten wir
    GeschäftskontoModerne Geschäftskonten unterstützen die Abläufe im Büro.Geschäftskontenvergleich
    VersicherungenSind Sie beruflich und privat gut versichert?Ratgeber Versicherungen
    AGBsSind Ihre AGBs rechtssicher?Angebot Rechtsanwalt
    SteuerberaterDelegieren Sie Buchführung und LohnbuchhaltungAngebot Steuerberatung
    BüroArbeiten Sie vom Homeoffice aus oder mieten Sie ein Büro an?Ratgeber Büro
    Vorlagen BüroWertvolle Vorlagen für den BüroalltagFormulare und Vorlagen
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    Steuerpflichten für Ihr Kleingewerbe

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    TIPP

    Wenn man ein Kleingewerbe anmeldet, wird man auch gefragt, ob die eigenen Daten zu Werbe- oder Informationszwecken weiter gegeben werden dürfen. Dies sollte man verneinen, da man sonst Wochen damit verbringt, (Werbe-)Angebote abzuwehren.

    5. Häufige Fragen zur Kleingewerbeanmeldung

    Einzelpersonen und Gründerteams, die ein gewerbliches Unternehmen gründen, melden ein Kleingewerbe an, wenn sie keine Rechtsform wählen, die einen Eintrag im Handelsregister erfordert (wie z.B. GmbH oder UG). Wenn Sie als Einzelperson ein Gewerbe anmelden, müssen Sie selbst zum Gewerbeamt gehen und den Gewerbeschein beantragen. Wenn Sie als Team gründen, melden Sie Ihr Gewerbe als GbR an. In diesem Fall muss jeder GbR-Gesellschafter persönlich zum Gewerbeamt gehen oder muss sich durch Vollmacht vertreten lassen.

    Das Kleingewerbe muss grundsätzlich vor Aufnahme der Geschäftstätigkeit angemeldet werden. Es dürfen also keine Umsätze getätigt worden sein. Die Umsatzschwelle liegt sozusagen bei 0 €.

    Nein, das ist grundsätzlich nicht erlaubt. Die Gewerbeordnung schreibt vor, dass ein Gewerbe vor Aufnahme der Geschäftstätigkeit angemeldet werden muss. In der Praxis kommen allerdings Fälle vor, in denen eine Gewerbeanmeldung nach Aufnahme der Geschäftstätigkeit erfolgt. Das ist zum Beispiel bei eBay-Verkäufern der Fall. Verkauft ein Ebay-Verkäufer privat, braucht er keine Gewerbeanmeldung. Ab 40 Verkäufen pro Monat geht das Finanzamt allerdings von gewerblicher Tätigkeit aus. Dann sollte der Ebay-Verkäufer ein Gewerbe anmelden.

    Die einzigen zwingenden Gründungskosten beim Kleingewerbe bestehen in der Anmeldegebühr im Gewerbeamt, wenn Sie den Gewerbeschein beantragen. Notarkosten oder Kosten der Eintragung ins Handelsregister entfallen. Für die Gründung eine GbR gibt es Musterverträge.

    Der Kleingewerbeschein ist der Gewerbeschein für ein Kleingewerbe. Er wird nach erfolgter Anmeldung und positiver Prüfung erteilt und auf den Namen des Inhabers ausgestellt. Aus der Firmierung geht hervor, dass es sich dabei um ein Kleingewerbe handelt. Rein formal unterscheidet sich der Kleingewerbeschein nicht vom Gewerbeschein eines Vollkaufmanns.

    Für wen ist die Kleingewerbeanmeldung nicht relevant?

    Freiberufler betreiben kein Gewerbe. Daher sind die Gründungsschritte bei Freiberuflern einfacher. Rechtsformen, die ein Vollgewerbe nach HGB vorausetzen, können ebenfalls kein Kleingewerbe anmelden:

    Vollkaufleute benötigen zwingend eine Eintragung ins Handelsregister vor der Gewerbeanmeldung.

    Das brauchen Sie grundsätzlich nicht. Die Gewerbeanmeldung können Sie allein machen. Der Steuerberater kann Ihnen aber beim Ausfüllen des steuerlichen Erfassungsbogen behilflich sein, den Sie nach der Gewerbeanmeldung vom Finanzamt erhalten.

    Auch für die Ummeldung eines Kleingewerbes ist das Gewerbeamt zuständig. Erforderlich dazu ist das Formular für die Gewerbe-Ummeldung GewA 2. Eine Kleingewerbe-Ummeldung ist bei einem Standortwechsel erforderlich.

    Ein Kleingewerbe auf den Ehepartner anzumelden ist eine steuerliche Taktik. Zu bedenken ist dabei, dass der Ehepartner dann auch Inhaber des Geschäfts wird. Ob dies sinnvoll ist, muss im Einzelfall geklärt werden. In der Praxis ist dies manchmal eine Empfehlung von Steuerberatern für Freiberufler, die in ein gewerbliches Geschäftsfeld diversifizieren. Mit der Anmeldung des Gewerbes auf den Ehepartner will der Freiberufler das Gewerbesteuerrisiko umschiffen.

    Ja, das geht. Die Frage, ob das Kleingewerbe nebenberuflich gestartet werden soll, ist Bestandteil des Anmeldeverfahrens und ist im Anmeldeformular auszufüllen. Entscheidet sich ein Arbeitnehmer für die nebenberufliche Gründung muss er auch seinen Arbeitgeber darüber informieren.

    Sowohl in der Privatinsolvenz als auch in der Regelinsolvenz kann man grundsätzlich ein Kleingewerbe anmelden. 

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    Unsere Infografik zeigt Schritt für Schritt, in welcher Reihenfolge Sie die verschiedenen Behörden ansteuern müssen.

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    6. Fazit: Unkomplizierte Anmeldung

    Ein Kleingewerbe betreibt derjenige, der als Unternehmer eine gewerbliche Tätigkeit ausübt, ohne die Voraussetzungen für die Eintragung ins Handelsregister zu erfüllen. Die Gründung ist daher einfacher. Der wichtigste Schritt dabei ist die Anmeldung im Gewerbeamt mit dem Formular GewA 1:

    • Das Kleingewerbe können Sie als Einzelperson oder als GbR im Team anmelden.
    • Das wichtigste Amt für das Kleingewerbe ist das Gewerbeamt.
    • Das Anmeldeformular für das Kleingewerbe umfasst Fragen zur Person, zum Betrieb sowie zu Erlaubnissen und Genehmigungen.
    • Nach erfolgter Anmeldung erhält der Gründer den Gewerbeschein für sein Kleingewerbe.
    • Die weiteren Schritte sind: Anmeldung beim Finanzamt, bei IHK oder HWK, Arbeitsagentur und Berufsgenossenschaft

    Die Anmeldung dauert 1 Tag, in vielen Gemeinden ist mittlerweile eine Online Anmeldung möglich. Anschließend folgt die weitere Gründungsvorbereitung: Dazu zählen zum Beispiel die Eröffnung eines Geschäftskontos, das Beziehen und Ausstatten der Geschäftsräume und die Organisation von Büro und Buchhaltung. Dafür bieten wir ein günstiges, aber leistungsstarkes Buchhaltungsprogramm. 

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