Finanzamt: Wichtiges Amt bei der Existenzgründung

Das Finanzamt spielt eine große Rolle bei Ihrer Existenzgründung, denn es ist für die steuerliche Erfassung Ihres Unternehmens zuständig. Dafür erteilt Ihnen das Finanzamt eine Steuernummer. Mit Hilfe eines Fragebogens erfasst das Finanzamt notwendige Angaben zu Ihrem Unternehmen, um es steuerlich einordnen zu können.

Erfahren Sie auf dieser Seite mehr über die Arbeit des Finanzamts und die Anmeldung als Unternehmer und Freiberufler beim Finanzamt. Zudem zeigen wir Schritt für Schritt, wie Sie den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ausfüllen.



Finanzamt: Steuerliche Erfassung Ihres Unternehmens

Vom Finanzamt erhalten Sie nach Ihrer Anmeldung beim Gewerbeamt in der Regel automatisch einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung. Da Sie sich als Freiberufler nicht beim Gewerbeamt anmelden, wenden Sie sich bitte direkt innerhalb von 4 Wochen nach dem Start Ihrer Geschäftstätigkeit an das Finanzamt.

  • Außerdem erteilt Ihnen das Finanzamt die notwendige Steuernummer.

Wenn Sie Waren oder Dienstleistungen innerhalb der Europäischen Union umsatzsteuerfrei verkaufen oder erwerben wollen, müssen Sie eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer beantragen. Diese wird durch das Bundeszentralamt für Steuern vergeben.

  • Kontaktdaten zu dem Finanzamt in Ihrer Nähe finden Sie hier.

Fragebogen zur steuerlichen Erfassung

Notwendige Angaben, die das Finanzamt von Existenzgründern erfragt, sind eine realistische Einschätzungen der künftigen Umsätze und Gewinne - nutzen Sie hierzu Ihren Finanzplan, den Sie im Businessplan aufgestellt haben. Für kleine Unternehmen und Freiberufler gilt folgende Faustformel: Betriebliche Einnahmen abzüglich betriebliche Ausgaben ergibt den Gewinn (oder Verlust).

Kalkulieren Sie realistisch, um größere Steuernachzahlungen an das Finanzamt im Folgejahr zu vermeiden. Sollten sich Änderungen bei Ihrer Planrechnung im Zuge Ihrer Geschäftstätigkeit ergeben, nehmen Sie Kontakt mit dem Finanzamt auf.

Auf Basis des Fragebogens erfolgt die steuerliche Einordnung Ihrer Tätigkeit durch das Finanzamt, die Erteilung der Steuernummer sowie die Festlegung der steuerlichen Vorauszahlungen.

Das heißt also für Existenzgründer: Egal ob Sie ein Einzelunternehmen, eine Personengesellschaft oder eine Kapitalgesellschaft gründen, das Finanzamt ist für Sie eine der wichtigsten Anlaufstellen bei der Existenzgründung. Eine Unterstützung durch einen Steuerberater ist zu empfehlen.

TIPP

Beachten Sie die unterjährigen Zahlungsfristen des Finanzamts, ansonsten ist mit Zuschlägen zu rechnen. Achten Sie darauf stets ausreichend Geld für die Zahlungen an das Finanzamt zu haben.

Finanzamt: Steuerliche Vorauszahlungen

Steuerliche Vorauszahlungen verlangt das Finanzamt für die Einkommen-, Körperschaft-, Gewerbe- und Umsatzsteuer. Bis auf die Umsatzsteuer werden diese vom Finanzamt festgelegt. Die Vorauszahlung der Umsatzsteuer erfolgt im Rahmen der monatlichen Umsatzsteuervoranmeldung beim Finanzamt.

Im Rahmen der Steuererklärung überprüft das Finanzamt dann, ob Ihre tatsächliche Steuerlast über oder unter den Vorauszahlungen lag. Als Folge kann das Finanzamt Steuerrück- oder Steuernachzahlungen feststellen.

TIPP

Sie können im Fragebogen zur steuerlichen Erfassung den Status eines Kleinunternehmers beantragen. Dann müssen Sie keine Umsatzsteuer zahlen. Beachten Sie, dass Sie auf Ihren Rechnungen keine Umsatzsteuer ausweisen. Gleichzeitig können Sie allerdings auch keine Vorsteuer beim Finanzamt geltend machen. Dies bedeutet: Sie können beim Kauf von bspw. elektrischen Geräten die anfallende Umsatzsteuer nicht vom Finanzamt wiederkriegen.

Steuernummer und Umsatzsteueridentifikationsnummer 

Die Steuernummer vergibt das Finanzamt an steuerpflichte Unternehmer und Unternehmen beim erstmaligen Kontakt. Unter der Steuernummer führt das Finanzamt alle Angelegenheiten mit dem Unternehmen. Welches Finanzamt die Steuernummer vergibt, ist bei Unternehmen abhängig vom Firmensitz.

Die Steuernummer ist ein gesetzlich obligatorischer  Bestandteil und muss bei jeder Rechnungsstellung vom Gewerbetreibenden angegeben werden. Alternativ kann der Unternehmer auch seine Umsatzsteueridentifikationsnummer  angeben, die für den grenzüberschreitenden EU-Handel eingeführt wurde. Die Umsatzsteueridentifikationsnummer  muss, wenn vorhanden, auch im Impressum einer Website angegeben werden. Die Steuernummer und die Umsatzsteueridentifikationsnummer ermöglichen eine eindeutige Kennzeichnung des Steuerpflichtigen.

Wer als Unternehmer noch keine Umsatzsteueridentifikationsnummer hat, kann diese freiwillig beim Bundeszentralamt für Steuern schriftlich oder online beantragen. Die Umsatzsteueridentifikationsnummer (kurz USt.-IdNr.) ist jedoch nur für Unternehmer Pflicht, die am innergemeinschaftlichen Warenverkehr der EU teilnehmen möchte. Zudem können alle zum Vorsteuerabzug berechtigten Unternehmer einen Antrag für eine Umsatzsteueridentifikationsnummer stellen. Eine weitere Voraussetzung für den Erhalt einer Umsatzsteueridentifikationsnummer ist, dass der Antragssteller bereits bei einem deutschen Finanzamt umsatzsteuerlich geführt wird.

  • Sprechen Sie auf jeden Fall mit einem Steuerberater, um die Angelegenheiten mit dem Finanzamt zu klären. Einen Steuerberater in Ihrer Nähe finden Sie in unserer Dienstleister- und Beraterbörse.
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