Der richtige Preis ist entscheidend!

Zu hohe oder zu niedrige Preise für Ihr Angebot schaden Ihrem Unternehmen langfristig. Mit unserem Tool zur Preiskalkulation finden Sie ganz leicht den passenden Verkaufspreis - egal ob für Handwerk, Dienstleistung, Gastronomie oder Ihre Produkte.

— René Klein, Für-Gründer.de

Excel-Tool zur Preiskalkulation: schnell und einfach den Verkaufspreis ermitteln

Sie haben eine Idee für ein tolles Produkt, das Sie auf den Markt bringen möchten? Nur: zu welchem Preis sollen Sie Ihr Produkt anbieten? Wie kalkulieren Sie Ihren Verkaufspreis richtig, wie hoch ist Ihre Gewinnspanne? Diese Fragen stellt sich jeder Gründer zu Beginn. Mit unserem Excel-Tool nehmen Sie eine genaue Preiskalkulation vor: ausgehend von den Kostenarten kalkulieren Sie die Selbstkosten, die Gewinnspanne und ermitteln den Verkaufspreis. Das Tool eignet sich für die Preiskalkulation in Gastronomie, für Handwerker, für ihre Produkte im Handel oder wenn Sie für Ihre Dienstleistung Preise kalkulieren wollen.

Mit unserem Excel-Tool ermitteln Sie in nur wenigen Schritten Ihren optimalen Verkaufspreis und nehmen eine gute Angebotskalkulation vor. Wir zeigen Ihnen auch die 10 häufigsten Fehlerquellen bei der Preiskalkulation. Die Preiskalkulation sollten Sie außerdem in Ihrem Finanzplan und Businessplan berücksichtigen - für beides können Sie von der geförderten Beratung profitieren.

Was versteht man unter Preiskalkulation?

Ob Boutique, Schreinerei oder Café – wenn Sie ein eigenes Geschäft eröffnen und erfolgreich betreiben möchten, müssen Sie angemessene Verkaufspreise kalkulieren, um eine ausreichende Gewinnspanne zu erzielen. Wer sich bei der Preiskalkulation des Verkaufspreises allein auf sein Bauchgefühl verlässt oder zu stark am Wettbewerb orientiert, riskiert, dass er nicht ausreichend Erträge erwirtschaftet. Die Preiskalkulation kann Gründer somit schon mal gern vor Herausforderungen stellen. Vieles muss beachtet und in die Preiskalkulation einbezogen werden. Denn der Preis soll nicht nur die Kosten decken, sondern auch einen Gewinn erzielen und vor allem konkurrenzfähig sein. Nehmen Sie sich also ausreichend Zeit für die Angebotskalkulation - und nutzen Sie unser Excel-Tool.

Warum eine gute Preiskalkulation so wichtig ist

Kaum ein Thema ist so vielfältig und bunt wie die Preiskalkulation. Denn jedes Angebot und jede Nachfrage ist individuell. Die Preiskalkulation ist die Suche nach dem Gleichgewicht zwischen mehreren Elementen, nämlich dem Aufwand für die Herstellung des Produkts, der angestrebten Marge und der Marktsituation.

Gute Preise zu kalkulieren ist also das A und O, wenn Sie mit Ihrem Geschäft eine angemessene Gewinnspanne erzielen möchten. Ein guter Verkaufspreis ist einerseits konkurrenzfähig und für Kunden attraktiv, andererseits ist er wirtschaftlich. Auf der einen Seite müssen Sie die Preise kalkulieren, dass Ihre Kunden nicht zu einem sehr viel günstigeren Mitbewerber abwandern. Auf der anderen Seite sollten die kalkulierten Verkaufspreise immer auch dazu geeignet sein, Ihre Kosten und Ihren Verdienst zu erwirtschaften.

Insbesondere wenn Ihr Sortiment mehrere Hundert Produkte umfasst, können Sie wahrscheinlich nicht für jeden einzelnen Artikel eine vollständige Preiskalkulation vom Listeneinkaufspreis bis zum Verkaufspreis vornehmen, die wirklich alle Preisfaktoren berücksichtigt. Es ist jedoch ratsam, zumindest die Grundlagen der Preiskalkulation zu beherrschen. Denn wenn Sie eine Vorstellung von Ihren Selbstkosten, der Gewinnspanne und der erforderlichen Marge haben, können Sie bei der Beschaffung Ihres Angebots zielgerichteter verhandeln. Dadurch profitieren Sie gegebenenfalls sogar von besseren Ausgangskonditionen für Ihre Preiskalkulation.

TIPP

Hier gelangen Sie zum Download für das Excel-Tool zur Angebots- und Preiskalkulation.

10 Fragen zur Preiskalkulation und zum Verkaufspreis

Auch wenn Sie die Berechnung für Ihren Verkaufspreis bereits vorgenommen haben, sollten Sie diesen regelmäßig überprüfen. So können Sie sehen, ob der kalkulierte Verkaufspreis noch richtig ist oder ob Sie diesen eventuell anpassen müssen. Stellen Sie sich dafür folgende Fragen: 

  1. Gibt es einen Mindestpreis, den Ihr Produkt, Handwerk oder Ihre Dienstleistungen haben muss?
  2. Wie hoch ist der Konkurrenzpreis, den der Wettbewerb für ein ähnliches Angebot am Markt verlangt?
  3. Worin unterscheidet sich Ihr Angebot vom dem Ihres Konkurrenten hinsichtlich des Preis-Leistungs-Verhältnisses?
  4. Haben Sie die richtige Zielgruppe, um den Kostenpreis erzielen zu können?
  5. Ist Ihre Zielgruppe für psychologische Schwellenpreise empfänglich (z.B. 2,95 Euro)?
  6. Kauft die Zielgruppe mehr, wenn besondere Verkaufsaktionen oder Verkaufspsychologien angewandt werden (z.B. "Kauf 2 nimm 3!")?
  7. Hat Ihre Zielgruppe genügend Einkommen zur Verfügung oder müssen Sie ggf. Discountmodelle anbieten?
  8. Können Sie Preisnachlässe geben (Rabatt, Skonto)?
  9. Welche zusätzlichen Nebenkosten müssen in den Verkaufspreis kalkuliert werden (IT-Kosten, Transportkosten, Finanzierungskosten)?
  10. Auf welche Weise können Sie Kosten sparen, um sich dem aktuellen Marktpreis anzunähern?

Sich erst dann Gedanken über den Verkaufspreis und die gewünschte Gewinnspanne zu machen, wenn das Produkt schon fertig ist, ist viel zu spät. Widmen Sie sich daher diesen 10 Fragen und fangen Sie erst mit der Preiskalkulation an, wenn Sie alle beantworten können. All diese Fragen helfen Ihnen auch noch im Nachgang, Ihre Preiskalkulation fortlaufend zu überprüfen und wenn es sein muss, den Verkaufspreis zu ändern.

Lesen Sie im nächsten Abschnitt, wie die Preiskalkulation für Gastronomie, Handwerker, Produkte und Dienstleister im Detail erfolgt und worauf Sie noch bei der Kalkulation des Verkaufspreises achten sollten.

TIPP

Kalkulieren Sie die Preise für Ihre Produkte oder Dienstleistungen auch, wenn Sie keine Spielräume für die Preisgestaltung haben. Sie erhalten Transparenz, wissen, wo Sie stehen, und können frühzeitig Verbesserungen umsetzen.

Preiskalkulation: Die 3 wichtigsten Berechnungs-Modelle

Preiskalkulation beschreibt den Prozess, durch den der Maximalpreis ermittelt werden soll, den die Kunden bereit sind, für ein angebotenes Produkt zu bezahlen. In der Vergangenheit war die Preisfindung eine Aufgabe der Rechnungsabteilung, doch inzwischen sprechen auch die Marketingexperten ein entscheidendes Wort mit, denn ein zu hoher Preis ruiniert das gesamte Bild eines Unternehmens, zudem kann die Preisfindung durch geschickte Marketingmaßnahmen beeinflusst werden. Die klassischen Methoden unterteilen sich dabei in folgende Varianten der Angebotskalkulation:

  1. Kostenorientierte Kalkulation
  2. Nachfrageorientierte Kalkulation
  3. Wettbewerbsorientierte Ermittlung des Verkaufspreises

1. Die nachfrageorientierte Preiskalkulation: Wertempfindung des Käufers heranziehen

Der Preis orientiert sich bei dieser Preiskalkulation an der Reaktion der Konsumenten. Zu welchem Preis kaufen diese die größten Mengen des Produkts? Für einen Startpreis, der über Erfahrungswerte verändert wird, führt die Marketingabteilung dafür verschiedene Preistests durch. Beliebt sind

  • der Preisschätzungstest: Was darf Ihrer Meinung nach das Produkt höchstens kosten?
  • der Preisempfindungstest: Empfinden Sie den Preis als gut oder schlecht?
  • der Preisbereitschaftstest: Würden Sie das Produkt für diesen Preis kaufen?

In der Theorie ist diese Preisbildung ausschließlich vorteilhaft, denn sie erlaubt es, den gesamten Verkaufsprozess zu optimieren, da der vermeintliche Höchstpreis für einen maximalen Absatzerfolg bekannt ist. In der Praxis gibt es zwei Nachteile: Potentielle Kunden werden gefragt, wieviel sie bereit wären, für dieses Produkt zu bezahlen. Das ist genauso, als wenn man Passanten auf der Straße fragt, ob sie bereit wären, sich für einen guten Zweck zu engagieren. Natürlich wäre jeder dazu bereit, aber wirklich machen wird es hinterher kaum einer. Kurz: Sie wollen nicht wissen, was Ihre Kunden zu zahlen bereit wären, sondern für welchen Preis Ihre Kunden wirklich kaufen. Nur der Preis, den jemand tatsächlich bezahlt, ist interessant. Alles andere sind Zahlen auf dem Papier und von Papier können Sie nicht leben. Die Datenerhebung ist also nicht genau, denn viele Befragte geben an, sie würden ein Produkt zu einem bestimmten Preis kaufen, obwohl dies nicht der Fall ist, weil sie dem Frager sympathisch erscheinen möchten. Zudem gibt es erhebliche regionale Unterschiede: Mit ermittelten Daten aus einem Bankenviertel einer Großstadt ist es beispielsweise unmöglich, einen Preis für das gleiche Produkt in einem Dorf festzulegen. Eine umfassende Datenerhebung für eine nachfrageorientierte Preisbildung ist deshalb kostspielig.

Fazit: Der Preis basiert auf dem dem Produkt vom Kunden beigemessenen Wert, unabhängig von Kostenaspekten. Das Problem bei dieser Methode der Preisfindung ist also, dass das Unternehmen nur schwer an verlässliche Daten herankommt. Zudem können sich Schwierigkeiten ergeben, wenn der vom möglichen Kunden genannte angemessene Preis zu gering ist, um ein qualitativ gutes Produkt zu erstellen. Es ist also nicht empfehlenswert, sich speziell nur auf diese Angebotskalkulation zu verlassen.

2. Die wettbewerbsorientierte Preiskalkulation: Blick auf die Konkurrenz

Wenn ein Produkt eingeführt wird, das es in vergleichbarer Form bereits von anderen Unternehmen gibt, orientiert sich die neue Firma häufig an den Konkurrenten und unterbietet diese leicht. Diese als wettbewerbsorientierte Preiskalkulation praktizierte Strategie ist vor allem auf dem Mobilfunkmarkt eine gängige Strategie. Der Vorteil ist, dass die Kunden den neuen Preis als positiv empfinden, die Absatzzahlen steigen und sich das Image der Firma verbessert. Doch es gibt ein erhebliches Problem: "der Verlust der eigenen Preispolitik". Die Konkurrenz reagiert nämlich ihrerseits mit Preissenkungen. Eine Abwärtsspirale wird in Gang gesetzt, aus der die Unternehmen schwer entkommen können. Manche versuchen, die Preissenkungen nicht mitzumachen, sondern bieten stattdessen besondere Rabattaktionen ("Zum Smartphone bekommen Sie auch eine passende Handytasche") an.

Fazit: Das Preisgestaltung basiert auf den Preisen der Mitbewerber. Gerade für Neugründer können die von der Konkurrenz veranschlagten Preise wichtige Anhaltspunkte zur Preisfindung bieten. Doch sollten Sie auch die am Wettbewerb orientierte Preisfindung nicht losgelöst von Kosten und Aufwand betrachten. Prüfen Sie Angebote. Vergleichen Sie, ob Ihre Verkaufspreise angemessen und realistisch sind. Dabei bietet sich der Durchschnittspreis aller Anbieter oder der Verkaufspreis des Marktführers an.

3. Die kostenorientierte Preiskalkulation: Suche nach dem minimalen Verkaufswert

Gewöhnlich geht es um den Maximalpreis, den ein Kunde für eine Ware bezahlen würde. Die kostenorientierte Preiskalkulation stellt diese Grundannahme jedoch auf den Kopf: hier wird der minimale Wert gesucht, zudem ein Unternehmen das eigene Produkt anbieten kann. Je günstiger die Fertigung, desto billiger kann das Unternehmen nach dieser Strategie die eigenen Waren anbieten. Der Vorteil an dieser Form der Preisbildung ist die große Konkurrenzfähigkeit. Oft sprechen Unternehmen auch von einem "Kampfpreis". Das Produkt spricht so sofort Kunden an, die deshalb kaufen. Allerdings muss ein gewisser Absatzerfolg erzielt werden, damit die Produktion überhaupt profitabel ist. Der Anbieter hat zudem kaum Potenzial, um auf eine Abwärtsspirale am Markt zu reagieren, da der Preis komplett ausgereizt ist.

Fazit: Bei der Festlegung des Preises wird von den Kosten des Produktes ausgegangen. Die Nachteile dieser Methode zur Preisfindung liegen darin, dass die Preiskalkulation an der Realität vorbeigehen kann. Es könnte passieren, dass niemand bereit ist, das Produkt zu diesem Preis zu kaufen. Andererseits besteht auch die Möglichkeit, dass der Markt sogar einen viel höheren Preis akzeptieren würde. Dieses Verfahren bietet sich vornehmlich für kleinere Unternehmen an, da es einfach und leicht zu handhaben ist.

Welches Modell zur Preisfindung ist das richtige für mich?

Viel Theorie, in der Praxis leider gerade für Neugründer nur schwer umsetzbar. Die Preiskalkulation ist natürlich unabdingbar. Allein schon, um dem Kunden kommunizieren zu können, warum er das Produkt kaufen muss: weil es das günstigste ist oder weil es ein Prestige-Objekt ist. Allerdings haben Unternehmen bei der Preisbildung in der Praxis gar keinen allzu großen Spielraum. Am Anfang entscheidet man, ob man eine Hoch- oder Niedrigpreisstrategie fährt. Eine Rolex bei einem Discounter für 9,99 € würde sicherlich nicht ganz ins das Konzept passen. Trotzdem geht eine Rolex für 4.900 € auch nur, weil kostspieligste Markenbildung dahintersteht. Ein einfaches mittelständisches Unternehmen hat es da sicherlich schwerer. Die Unternehmen erleben die Preise eher als vom Markt vorgegeben.

Bei der Preiskalkulation müssen alle genannten Einflussfaktoren unter einen Hut gebracht werden, zu entscheiden bleibt jeweils, welches Gewicht den einzelnen Wegen der Preiskalkulation zugestanden wird. In der Praxis sollten Sie versuchen, alle hier aufgeführten Modelle zur Preisfindung gleichzeitig und angemessen zu berücksichtigen.

Unser Tipp: gehen Sie pragmatisch an die Preiskalkulation heran, da sie auf Faktoren wie z.B. den Einkaufspreis nur bedingt Einfluss haben. Genauso wenig wie der Faktor Image und Marke, bei dem Sie zunächst nur bedingt Spielraum aufbauen können.

TIPP

Unser Excel-Tool zur Preiskalkulation hilft Ihnen bei der Preisfindung: egal ob für Handwerk, Produkt oder Dienstleistung. Laden Sie es kostenfrei herunter.

Welche Faktoren müssen Sie beim Verkaufspreis beachten?

Neben dem korrekt berechneten Preis hängen die Preiskalkulation und der finale Verkaufspreis auch noch von weiteren Faktoren ab, die Sie berücksichtigen sollten.

Ergibt Ihre Preiskalkulation für Ihr Produkt einen „krummen" Preis, wie z.B. 20,34 Euro? Dann sollten Sie versuchen, einen verkaufspsychologisch günstigen Preis zu verlangen. Runden Sie den Preis nach Möglichkeit auf 20,98 Euro auf. Ist das nicht möglich, müssen Sie mit weiter nach unten gehen, z.B. auf 19,99 Euro. Versuchen Sie möglichst bei jedem Produkt einen höheren Preis zu verlangen, als die Preiskalkulation ergibt. Dann ist es in Einzelfällen unkritisch, wenn Sie abrunden müssen.

Wenn Sie sich in einem wettbewerbsintensiven Umfeld bewegen, sind Sie möglicherweise gezwungen Ihre Preise zu senken, wenn Sie keine Kunden verlieren möchten. Dann sollten Sie aber prüfen, welche Verbesserungen Sie in Ihrem Betrieb umsetzen können, um keine Verluste zu erwirtschaften. Sind Sie gezwungen die Preise saisonal zu verändern, obwohl Ihre Kosten stabil bleiben, sollten Sie versuchen, die Preise zu Saisonzeiten deutlich über den kalkulierten Preis anzuheben (Faustregel: 30-50%). In Nebenzeiten sollten Sie versuchen, mit dem Preis nicht mehr als 20-30% unter den berechneten Verkaufspreis zu gehen.

TIPP

Machen Sie nicht den Fehler und schauen nur danach, was Ihre Konkurrenz macht und übernehmen Sie in keinem Fall ungeprüft deren Preise in der Annahme, dass der Wettbewerber richtig kalkuliert hat.

10 typische Fehler bei der Preiskalkulation

#1 - Keine Kalkulation

Sie legen Ihre Preise unüberlegt "aus dem Bauch heraus" fest, ohne detaillierte Preiskalkulation.

#2 - Kein Kostenüberblick

Sie kennen Ihre tatsächlichen Kosten nicht und schätzen diese bei der Preiskalkulation nur "über den Daumen" ab.

#3 - Ohne Personalkosten

Sie grenzen Ihren Leistungsumfang nicht genau genug ab und liefern mehr, als Sie bezahlt bekommen. Sie kalkulieren vor allem den Faktor "Zeit" nicht oder nicht ausreichend ein. Die eigenen Personalkosten und die der Mitarbeiter müssen in den Selbstkosten jedoch berücksichtigt werden.

#4 - Nur Kostenpreis

Sie denken nur an die Kostenpreise und kalkulieren auf der Grundlage Ihres Rechnungswesens. Dabei vernachlässigen Sie aber die Marktpreise.

#5 - Keine Marktinformationen

Sie haben zu wenig Informationen darüber, welche Preise im Wettbewerb auf dem Markt akzeptiert werden.

#6 - Konkurrenz imitiert

Sie "fahren" keine eigene Preisstrategie, mit der Sie sich am Markt positionieren können. Sie kopieren blind die Preisstrategien Ihrer Konkurrenz.

#7 - Falsche Erwartungen

Sie orientieren sich bei der Preiskalkulation an zu hohen Umsatz- und Gewinnerwartungen.

#8 - Ohne Sicherheit

Sie sichern Ihre Preise nicht ab. Das heißt: Sie haben eventuelle Forderungsausfälle, auf den Markt kommende Nachahmer, Konkurrenten, die Ihre Preise unterbieten oder auch notwendige Rabatte nicht einkalkuliert. Sie unterschätzen Belastungen, die erst nach einem gewissen Zeitraum anfallen wie z.B. Kreditrückzahlungen, Lohnkosten, Verwaltungsaufwand etc.

#9 - Angebot vernachlässigt

Sie gestalten Ihr Angebot allein "um den Preis herum". Das heißt: Sie vernachlässigen die Kostensituation und/oder die Qualität von Produkt oder Dienstleistung.

#10 - Fehlende Argumente

Bei hochpreisigen Angeboten fehlen überzeugende Argumente für die Hochwertigkeit von Produkt oder Leistung. Sie investieren nicht ausreichend in Markenbildung.

TIPP

Bei Neugründungen können die Preislisten der Konkurrenz oftmals einen Anhaltspunkt für die eigenen Preise bieten. Höhere Preise lassen sich nur dann erzielen, wenn sich die eigene Dienstleistung vom Wettbewerb positiv abhebt.

Preiskalkulation für Produkte, Dienstleistung & Handwerk

Den optimalen Verkaufspreis zu bestimmen, ist ein wichtiger Faktor für den unternehmerischen Erfolg. Doch wie findet man den "richtigen" Preis? Eine Antwort darauf liefert unser Excel-Tool zur Preiskalkulation.

In dem Excel-Tool befinden sich dabei 3 unterschiedliche Varianten zur Preiskalkulation und Preisfindung. Jeweils eine Vorlage für die Preisberechnung von Produkten, eine weitere Vorlage für die Ermittlung des Preises bzw. des Stundensatzes bei Dienstleistungen und ein Tool, das sich speziell an Handwerker richtet. Außerdem haben wir auch noch ein weiteres Excel-Tool speziell für die Preiskalkulation Gastronomie, mit dem Sie in nur sechs Schritten Ihren Finanzplan erstellen, den Sie in Ihrem Businessplan unbedingt benötigen. Das Excel-Tool ist sehr umfangreich und dennoch auch für unerfahrene Gründer leicht verständlich.

TIPP

Unsere Empfehlung: nehmen Sie die Preiskalkulation in den Businessplan mit auf, denn so kann gezeigt werden, zu welchen Preisen der Betrieb bei gegebenem Leistungsniveau Gewinn abwirft.

Preiskalkulation mit unserem Excel-Tool: So geht's

1. Preiskalkulation für ein Produkt

Der Verkaufspreis ist ein wesentliches Element in Ihrer Marketingstrategie. Für die Angebotskalkulation spielen der Wettbewerb und die Selbstkosten eine entscheidende Rolle.

Das Excel-Tool zur Preiskalkulation hilft Ihnen bei der Berechnung Ihrer Kosten bei der geplanten Absatzmenge. So erhalten Sie die Selbstkosten. Sie können dann Ihre angestrebte Gewinnmarge hinzurechnen. Im nächsten Schritt der Preiskalkulation können Sie zudem Rabatte und Skonto berücksichtigen. Am Ende der Preiskalkulation erhalten Sie den Barverkaufspreis inkl. Umsatzsteuer - so können Sie Ihren Verkaufspreis kalkulieren.

Im Folgenden sehen Sie ein Beispiel für die Kalkulation eines Produktpreises für 8,59 € bei einer unterstellten Jahresmenge von 30.000:

ProduktnameKosten pro StückKosten pro Jahr
Materialkosten0,67 €20.000 €
Vorleistungen0,33 €10.000 €
Personalkosten (Löhne)0,83 €25.000 €
Weitere Kostenarten wie Personalnebenkosten, Miete, Marketingkosten, IT-Kosten (...)  
Selbstkosten3,76 €112.705 €
Angestrebte Gewinnmarge je Stück...1,69 €50.717 €
Barkverkaufspreis Brutto8,59 €257.716 €

Das vollständige Kalkulationsschema finden Sie in unserem Excel-Tool.

Danach sollten Sie jedoch den in der Preiskalkulation ermittelten Verkaufspreis mit dem Preis der Wettbewerber vergleichen. Hilfreich ist dabei die Produktpositionierung. Ist Ihr Preis höher als der der Wettbewerber, ohne dass Ihr Angebot einen Zusatznutzen bietet, werden Sie den Preis kaum durchsetzen können. Da die Preiskalkulation auf Excel basiert, können Sie einfach mit den einzelnen Stellgrößen spielen und eine neue Angebotskalkulation vornehmen.

2. Preiskalkulation für Dienstleistungen

Wenn Sie keine Produkte, sondern in erster Linie Dienstleistungen verkaufen - also Ihre Arbeitszeit wie bspw. als Designer oder Berater - sollten Sie die Kalkulation vom Verkaufspreis anders angehen. Personalkosten müssen berücksichtigt werden und Sie dürfen nicht vergessen, dass Sie vor allem auch Zeit in Marketing investieren müssen. Diese und womöglich weitere Kosten sollten Sie bei der Preiskalkulation für Dienstleistungen berücksichtigen.

Im Folgenden sehen Sie ein Beispiel für die Kalkulation eines Angebotspreises:

ProduktnameKosten pro StundeKosten pro Jahr
Personalkosten für alle Mitarbeiter (Löhne)28,21 €100.000 €
Personalnebenkosten7,05 €25.000 €
Miete5,64 €20.000 €
Weitere Kostenarten wie Marketingkosten, IT-Kosten, Abschreibungen (...)7,34 €26.000 €
Jährliche Kosten48,24 €171.000 €
   
Fakturierfähige Stunden pro Jahr Tage/Stunden
Tage im Jahr 365 Tage
abzgl. Samstage & Sonntage - 104 Tage
Weitere Faktoren wie Feiertage, Urlaubstage, Krankheit (...) - 50 Tage
Netto Arbeitstage 211 Tage
Anzahl Arbeitsstunden pro Tag 1.688 Std.
Zeitverlust bzw. Nicht-Auslastung 506 Std.
Netto Arbeitsstunden pro Mitarbeiter pro Jahr 1182 Std.
   
Kosten pro fakturierfähiger Stunde 48,24 €

Plus Gewinn pro Stunde

- Option 1: Gewinn pro Stunde in %

- Option 2: Gewinn pro Stunde in Euro

 

 

5 % = 2,41 €

5,00 €

Weitere Faktoren wie Angebotspreis Netto, MwSt. (...)  
Angebotspreis Arbeitsstunde Brutto 63,36 €

Die noch detailliertere Angebotskalkulation finden Sie in unserem Excel-Tool.

3. Preiskalkulation im Handwerk

Gleiches gilt für die Angebotskalkulation im Handwerk. Neben den Personalkosten spielen hierbei jedoch oft noch Materialkosten eine große Rolle, wenn Sie den Preis kalkulieren möchten. Berücksichtigen sollten Handwerker auch, dass nicht alle Stunden komplett in Rechnung gestellt werden können.

Im Folgenden sehen Sie ein Beispiel für eine Angebotskalkulation:

Jährliche KostenKosten pro StundeKosten pro Jahr<
Personalkosten für alle Mitarbeiter (Löhne)27,65 €35.000 €
Personalnebenkosten6,91 €8.750 €
Miete7,90 €10.000 €
Weitere Kostenarten wie Marketingkosten, IT-Kosten, Abschreibungen (...)  
Jährliche Fixkosten56,76 €71.750 €
   
Fakturierfähige Stunden pro Jahr Tage/Stunden
Tage im Jahr 365 Tage
Samstage & Sonntage 104 Tage
Weitere Tage wie Feiertage, Urlaubstage, Krankheit (...)  
Netto Arbeitstage 211 Tage
Anzahl Arbeitsstunden pro Tag 1688 Std.
Zeitverlust bzw. Nicht-Auslastung 422 Std.
Netto Arbeitsstunden pro Mitarbeiter pro Jahr 1266 Std.
   
Angebotskalkulation inkl. Gewinn  
Total Kosten 1.991,86 €
Weitere Faktoren wie Gewinnmarge, Rabatt, Skonto (...)  
Angebotspreis Brutto 

3.090,55 €

Die komplette Kalkulationshilfe für die Preisfindung finden Sie in unserem Excel-Tool.

4. Preiskalkulation Gastronomie

Mit der richtigen Preiskalkulation von Speisen und auch mit der korrekten Getränkekalkulation schützen Sie Ihre gastronomische Existenz. Nur wenn Sie sauber den Verkaufspreis Ihrer Speisen und Getränke kalkulieren, Ihre Kosten kennen und Ihre Gewinnspanne immer wieder überprüfen, werden Sie erfolgreich sein.

Unser kostenloses Finanzplan-Tool für die Gastronomie unterstützt Sie bei der Erstellung Ihres Finanzplans für die Existenzgründung mit einem Gastronomiebetrieb wie einer Bar, einem Restaurant oder einem Café.

Konkurrenzfähig? 3 Tipps für Ihre Preiskalkulation

Neben der Kostenseite dürfen Sie natürlich auch den Wettbewerb nicht vergessen. Ist der Preis, den Sie ermittelt haben, realistisch und konkurrenzfähig? Wären Kunden bereit diesen Preis zu zahlen und kann der Preis im Wettbewerb bestehen? Vergleichen Sie mit Konkurrenten! Ist der ermittelte Preis zu hoch, gibt es verschiedene Stellschrauben:

  • Erhöhung des Absatzes: Wenn Sie Ihre Auslastung um z.B. 10% erhöhen können durch eine Preisreduzierung (z.B. Sonderrabat) von z.B. 5%, so lohnt sich die Preissenkung.
  • Kosten reduzieren: Überlegen Sie sich, wo Sie ggf. Kosten einsparen können (insbesondere auf der Personalseite; ggf. macht eine erfolgsorientierte Vergütung für das Personal Sinn)
  • Gewinnmarge senken: Ggf. müssen Sie Ihre Gewinnerwartungen anpassen, damit Sie konkurrenzfähig bleiben
TIPP

Um durch die Preiskalkulation den optimalen Preis zu finden, einen bankfähigen Finanzplan und Businessplan zu erstellen, können Sie die Hilfe eines erfahrenen Beraters in Anspruch nehmen. Die Beratungsleistungen werden mit bis zu 80% gefördert. 

Checkliste: Was Sie bei der Preiskalkulation beachten müssen

1. Konkurrenz analysieren

Die Preiskalkulation liefert Entscheidungsgrundlagen für das Marketing. Denn auch die Konkurrenzsituation auf dem Markt spielt eine große Rolle. Möglicherweise merken Sie durch die Kalkulation, dass der Preis nicht konkurrenzfähig ist. In diesem Fall können Sie beispielsweise versuchen die Kosten oder den Gewinnaufschlag zu reduzieren. Ist das nicht möglich, lohnt es sich nicht das Produkt oder die Leistung anzubieten.

2. Zielgruppe beachten

Beachten Sie bei der Preisgestaltung der Konkurrenz, an welche Zielgruppe Sie sich richten. Während Onlinehändler globale Angebote vergleichen müssen, sind für regionale Dienstleister nur Konkurrenzangebote in der näheren Umgebung interessant.

3. Kalkulation Verkaufspreis

Auch wenn in vielen Fällen ein niedriger Preis verkaufsfördernd wirkt, so gibt es auch Marktsegmente, in denen Kunden hohe Preise erwarten. Zu günstige Angebote erwecken Misstrauen hinsichtlich der Qualität oder sind aus Imagegründen für die Zielgruppe nicht interessant.

4. Keine spätere Preiserhöhung

Es ist nicht sinnvoll, neue Produkte mit Preisen auf den Markt zu bringen, die langfristig keinen Gewinn erwirtschaften oder sogar zu Verlust führen. Eine spätere Preiserhöhung akzeptieren die Kunden in den wenigsten Fällen. Sie können die Markteinführung jedoch mit zeitlich begrenzten Rabattangeboten oder mit besonders günstigen Zahlungsbedingungen fördern.

5. Gewinnerwartung richtig einschätzen

Die größten Schwierigkeiten treten bei der der Kalkulation vom Verkaufspreis auf, wenn Sie mit geschätzten Werten rechnen müssen. Kalkulieren Sie den Verkaufspreis im Zweifelsfall vorsichtig. Vor allem Gründer und Start-ups müssen anfangs mit geringem Absatz oder Auftragsvolumen rechnen. So kann bei einem neuen Dienstleistungsbetrieb der Prozentsatz für organisatorischen Arbeitsaufwand deutlich höher sein. Die Gewinnerwartungen lassen sich anfangs niedrig ansetzen. Zu Verlust sollte es jedoch nicht kommen.

6. Auf dem aktuellen Stand sein

Überprüfen Sie mit unserem Tool regelmäßig Ihre Preiskalkulationen mit aktuellen Werten.

Auf die Preise, fertig, los!

In der rechnerischen Königsdisziplin den Verkaufspreis für Ihre Produkte oder Dienstleistungen zu ermitteln gilt es nun, einige Dinge unter einen Hut zu bekommen. Die richtige Kalkulation vom Verkaufspreis ist für Ihr Unternehmen von großer Bedeutung, denn letztlich hängt es zum einen davon ab, ob die Kunden das Produkt kaufen und wenn sie es kaufen, ob Sie als Unternehmer von dem, was übrigbleibt, leben können.

Ganz gleich ob Produkt, Dienstleistung oder Handwerk - nutzen Sie unser Tool zur Preiskalkulation und sparen sich so Arbeit und Nerven: