Teambuilding: Gemeinsam zum Ziel



Teambuilding ist mehr als die jährliche Weihnachtsfeier. Teamgeist und ein gutes Arbeitsklima könnt ihr durch regelmäßige Maßnahmen erreichen. Wir erklären wie.

Teambuilding
Teambuilding hilft euch, ein gutes Arbeitsklima zu schaffen und die Unternehmensziele besser zu erreichen. (Foto: Unsplash)

Was bedeutet Teambuilding?

Bei Teambuilding denken die meisten an Teamevents, bei denen Berge erklommen, Skipisten abgefahren oder irgendwelche Aufgaben detektivisch gelöst werden müssen. Aber Teambuilding fängt bereits viel früher an. Wer im Team gegründet hat, der hat sich schon zu Beginn seiner unternehmerischen Laufbahn Gedanken gemacht, mit wem er am besten seine Vision als Geschäftsidee umsetzen kann. Ob Freunde, Kommilitonen oder frühere Arbeitskollegen – die meisten Gründerteams bauen auf gemeinsame Erfahrungen auf.

Doch Erfahrungen müssen, gerade für Mitarbeiter, in transparente Werte umgesetzt werden. Das Start-up Userlane hat beispielsweise bei einem zweitägigen Offsite auf einer Hütte in den Alpen mit Hilfe von erfahrenen Coaches und dem Team gemeinsame Unternehmenswerte erarbeitet und festgelegt. An der Firmenkultur arbeiten sie seitdem kontinuierlich weiter. Mitgründer Hartmut Hahn von Userlane sagte uns in der Gründerstory:

Wenn Mitarbeiter sich mit den Werten eines Unternehmens identifizieren, arbeiten sie mit Freude und Überzeugung für die Company und erreichen meist müheloser und schneller die gemeinsamen (!) Ziele.

Teambuilding bedeutet ein Zusammenschluss von einzelnen Menschen zu einer kleinen Gruppe, die an einem Ziel arbeitet. Aber Teamarbeit bedeutet nicht automatisch, dass durch die Summe der Personen und Qualifikationen automatisch das beste Ergebnis erzielt wird. Wichtig ist, die richtigen Personen zu rekrutieren, strukturiert ein Team zu bilden, den Teamgeist zu fördern und für eine gute Atmosphäre zu sorgen. Nur ein gut funktionierendes Team wird effizient und gemeinsam an den Unternehmenszielen arbeiten können.

Um die richtigen Mitarbeiter für das bestehende Team zu finden, hatte Doreen Huber, Gründerin und ehemalige Chefin von Lemoncat, uns erklärt, dass Bewerber einen Culture-Check bestehen müssen, um final eingestellt zu werden.:

Es reicht nicht aus, einfach smarte Menschen mit beeindruckendem Lebenslauf und den nötigen Skills in einen Raum zu stecken und machen zu lassen. Es kommt auch auf soziale Kompetenzen und Teamfähigkeit an.

Warum ist Teambuilding so wichtig?

Ihr habt eine Vision und ein Ziel: Ihr wollt ein erfolgreiches Unternehmen führen. Natürlich kommt ihr auch mit einem halbwegs funktionierenden Team, was sich selbst motiviert, voran. Aber gerade Start-ups haben Phasen, in denen das Produkt plötzlich stark nachgefragt wird, mehr Kapazitäten gebraucht werden, zahlreiche Mitarbeiter eingestellt und parallel die Anforderungen an die bisherigen Mitarbeiter wachsen.

All das funktioniert nur, wenn ihr ein oder mehrere funktionierende Teams habt, die effektiv und effizient zusammenarbeiten, sich in Hochphasen dazu motivieren, Überstunden zu leisten, um letztlich das große Ziel des Unternehmens zu erreichen.

Ein hoher Stresspegel kann schnell in schlechte Stimmung umschlagen und wenn sich darüber hinaus die Teammitglieder nicht verstehen, werden die Projektziele nicht erreicht. Von daher ist ein dauerhaftes Teambuilding wichtig. Nur wer weiß, was in den Köpfen seiner Mitarbeiter vorgeht, Missverständnisse ausräumt, eine positive Stimmung fördert, wird auf ein loyales und leistungsstarkes Team treffen.

Gerade die Corona-Krise forderte von vielen Unternehmern ein Umdenken. Personio-Gründer Hanno Renner sagte uns im Interview, dass die Umstellung im Home Office zu arbeiten nicht schwierig war, aber je länger diese Phase dauerte, desto herausfordernder wurde sie.

Es stellen sich Fragen wie z. B.: Wie hält man die Motivation der Mitarbeiter in dieser Situation hoch? Wie kann man trotz der räumlichen Distanz ein Wir-Gefühl erzeugen? Oder wie führen wir effiziente Remote-Meetings durch? Um darauf Antworten zu finden, haben wir eine Homeoffice-Taskforce ins Leben gerufen.

So geht ihr Teambuilding an

Viele wollen ihren Teams etwas Gutes tun und organisieren dann gleich einen Teamausflug. Aber hebt dieser dauerhaft die Stimmung? Besser ist es, das Thema strukturiert anzugehen:

  • Beginnt mit einer Ist-Analyse:
  • Wo stehen wir gerade? Was läuft gut? Was müssen wir unbedingt verändern?
  • Passt das Team zusammen? Wie gehen die Teammitglieder miteinander um? Gibt es Probleme?
  • Arbeiten die Teams immer abteilungsweise zusammen oder wechseln die Konstellationen je nach Projekt?
  • Wie werden neue Mitarbeiter integriert?
  • Welche Veränderungen wünsche ich mir als Chef und welches sind die Wünsche seitens der Mitarbeiter?
  • Welche Teambuilding-Maßnahmen haben wir bereits und welche Möglichkeiten gibt es noch?

Neben der Betrachtung des Teams ist es auch wichtig, die Zusammenarbeit zwischen Geschäftsführung und Mitarbeitern, zwischen Vorgesetzten und Teammitgliedern zu analysieren. Den Ist-Stand des Teams könnt ihr auch mit Hilfe eines Workshops und der Team Evolution Curve ermitteln und schließlich den Weg zum Dream Team ebnen.

Team Evolution Curve
Vom Pseudo Team zum High Perfoming Team ist es ein langer Weg, doch er lohnt sich und ist machbar. (Grafik: WorkshopBank)
  • So funktioniert der Workshop Team Evolution Curve: Der Workshop beschäftigt sich mit zwei Fragen: Wo stehen wir und wo wollen wir hin? Es gilt, die Beziehungen der Mitarbeiter untereinander zu verbessern und die Performance zu steigern. Zeichnet auf der Team Evolution Curve ein, wo ihr euch eurer Selbstwahrnehmung nach befindet. Besteht hierbei Uneinigkeit, sollten die Gründe für die unterschiedlichen Wahrnehmungen geklärt werden. Warum empfindet der eine die Zusammenarbeit als gut, während ein anderer Mitarbeiter eher ein Pseudo-Team sieht?

Definiert, was ihr verändern wollt:

  • eigene Arbeit abgeben und ein Team aufbauen
  • bestehende Teams projektbezogen verändern
  • Missverständnisse und schlechte Stimmung im Team beheben
  • die allgemeine Kommunikation zwischen Vorgesetzten und Teammitgliedern verbessern
  • die Mitarbeiter des gesamten Unternehmens näher zusammenbringen
  • den Teamgeist fördern und Teamevents unternehmen
  • Effizienz der Teamarbeit steigern

Die Veränderungen werdet ihr nicht von heute auf morgen herbeiführen können. Ein Schlüssel zum Erfolg wird sicherlich die interne Kommunikation sein. Wenn ihr alle Mitarbeiter mit ins Boot holt, offen über euer Vorhaben berichtet, werdet ihr schneller mit den Umsetzungen beginnen können.

Unternehmenskultur kann man nicht bilden, sie entsteht durchs Zusammenspiel und ist eine Haltung.

Diese Haltung kann man mit Maßnahmen unterstützen.

Gründerin Anna Yona von Wildling hat für ihre Teammitglieder, die dauerhaft im Home Office arbeiten, einen Weg fürs Teambuilding gefunden. Neben einer gemeinsamen Vision, klar definierten Werten, OKRs, Feedback-Loops und virtuelle Meetings gibt es regelmäßige Treffen.

Trotz aller technischen Möglichkeiten kann man den persönlichen Kontakt nicht ersetzen, deshalb treffen wir uns alle 6 Wochen mit dem kompletten Team, um gemeinsam und von Angesicht zu Angesicht zu arbeiten.

Welche Teambuilding-Maßnahmen gibt es?

#1 Teambuilding-Maßnahmen im Büro

  • Meetings: Bereits normale Meetings können dem Teambuilding dienen. Ob täglich oder wöchentlich – nehmt euch Zeit für eure Mitarbeiter, geht nicht nur analytisch die Projekte und Aufgaben durch, sondern lasst ein wenig Raum für Smalltalk und fragt auch nach dem Wohlbefinden.
  • Gemeinsam Zeit verbringen: Je besser sich ein Team kennt, desto besser arbeitet es zusammen und steht füreinander ein. Gemeinsame Zeit sollte daher auch im Büro und zu Bürozeiten eingeräumt werden. Zum Beispiel durch gemeinsames Kochen und Mittagessen. Das muss nicht täglich sein. Was gekocht wird, wer einkauft und wer aufräumt, wird am besten am Wochenanfang kurz besprochen. Hier gibt es ein paar Rezepte für die Mittagspause.
  • Feedbackgespräche: Feedbackgespräche sollten regelmäßig und nicht nur einmal im Jahr stattfinden. So entsteht keine Unzufriedenheit oder sie kann im Ansatz gepackt werden und größere Unruhe im Team vermeiden. Ihr könnt die Feedbackgespräche in ungezwungener Atmosphäre bei einem After-Work-Getränk führen oder ganz offiziell im Besprechungszimmer. Auch eine anonyme Umfrage hilft, von Mitarbeitern Positives sowie Negatives zu erfahren genauso wie Wünsche seitens der Geschäftsführung und des Teams. Als Chef solltet auch ihr Feedback geben und ruhig dem Team zeigen, dass euch gewisse Entwicklungen auch beunruhigt haben.
  • Beschwerde- und Konfliktmanagement: Sind doch einmal größere Probleme und Unstimmigkeiten zwischen einzelnen Mitarbeitern oder im Team zu klären, räumt dem angemessen Zeit ein und sucht das Gespräch. Versucht die Ursache herauszufinden und eine schnelle Lösung herbeizuführen, damit das Team wieder in voller Stärke seine Aufgaben umsetzen kann.
  • Training/Coaching: Auch ein Training für das Team oder ein Coaching für die Führungskraft kann den Ist-Stand des Teams abfragen, mögliche Führungs- und Teamprobleme besprechen und Handlungstipps für die kommenden Wochen herleiten.
  • Werte-Workshop: Jeder hat seine persönlichen Werte und auch das Unternehmen sollte für sich Werte definieren, nach denen die Mitarbeiter handeln sollten. Mit Hilfe eines Werteworkshops kann die Wirksamkeit von Werten und die Motivation daraus ergründet werden. Ziele werden definiert und geschaut, wie sich Werte auf den Erfolg von Teamzusammenarbeit und aufs Unternehmen auswirken können. Die Purpose Cards können euch dabei helfen.
  • Phasen-Modell nach Tuckman: Mit Hilfe von ursprünglich 4 Phasen (Forming, storming, norming und performing) und mittlerweile 5 Phasen (Adjourning) kann der aktuelle Stand des Teams ermittelt und je nach Phase zielgerichtet an der Erreichung der nächsten Phasen gearbeitet werden. So erhaltet ihr ein motiviertes, selbstständig arbeitendes und lösungsorientiertes Team, das auch Konflikte lösen kann.
  • Rollenspiel: Mit kleinen Rollenspielen könnt ihr das Team auch mal aus der Reserve locken.

Tipp: Spielt eine Runde Listen up! Dafür braucht ihr Karteikarten. Auf jede der Karteikarten, schreibt ihr unterschiedliche umstrittene Themen. Teilt die Teilnehmer jeweils in ein Teampärchen. Jeweils ein Partner zieht eine Karte und spricht 3 Minuten lang (ohne Pause!) über seine Ansichten zu dem jeweiligen kontroversen Thema. Der andere Partner darf nichts sagen, sondern muss seinem Partner genau zuhören. Anschließend hat der zuhörende Partner nur eine Minute Zeit zu rekapitulieren, was sein Partner gesagt hat, ohne jedoch seine Meinung zu vertreten. Die übrigen Teilnehmer beobachten das Geschehen und beurteilen anschließend, wie der Ton und die Körpersprache der Referenten dazu beigetragen hat, die Botschaft wiederzugeben. Dieses Spiel kann mit umgekehrten Rollen der Partner und neuen Themen wiederholt werden. Zum Schluss sollte die Frage diskutiert werden, welche Rolle den Teilnehmern leichter fiel und warum? Bei diesen Spielen lernt ihr das Team und das Team sich untereinander besser kennen und seht, wer sich in welcher Rolle besonders wohlfühlt.

#Teambuilding-Maßnahmen After-Work

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Ob in der Büroküche, Lounge-Ecke oder bei einem Online-Tasting: Tolle Cocktails sorgen für einen entspannten Feierabend. (Foto: Unsplash)
  • After-Work-Getränk: Wenn ein Team bereit ist, sich auch nach der Bürozeit zu treffen, ist schon ein großer Schritt getan. Es bedeutet, dass die Mitarbeiter sich mögen. Darum führt ruhig ein regelmäßiges After-Work-Get-Together ein. Startet mit einem Abend im Monat mit einem Feierabendgetränk in der Büroküche oder Lounge-Ecke, bei dem ihr mal über private Themen plaudern und euch besser kennenlernen könnt. Cocktailrezepte gibt es hier.
  • Sport: Wer gerne joggen geht, kann sich in Laufgruppen für die Mittagspause oder am Feierabend verabreden und möglichen Bürostress gemeinsam ausschwitzen. Vielleicht könnt ihr auch im Fitness-Studio um die Ecke als Team gemeinsam trainieren – ob auf dem Laufband oder in der Yogagruppe.
  • Hobbies: Jeder hat sie, eine Leidenschaft. Fragt doch mal euer Team und vielleicht könnt ihr pro Monat eine ausprobieren. Da kommen bestimmt richtig spannende und witzige Sachen heraus, wie Bogenschießen, Skat spielen, Escape-Room-Besuche, Sake-Verkostungen oder vielleicht sogar ein Mini-Konzert vom Gitarre spielenden Werkstudenten.
  • Artikel-Tipp: Ideen zu After-Work-Events für euer Team

#Teambuilding-Maßnahmen als Event

Ein großes Team-Event oder Team-Ausflüge sind oft kostenintensiv und können nicht ständig durchgeführt werden. Ein- oder zweimal im Jahr unterstützen sie aber eure Bemühungen des Teambuildings.

  • Weihnachtsfeier/Sommerfest: Das Urgestein der Teambuilding-Maßnahme sowie das klassische Team-Event ist die Weihnachtsfeier oder das Sommerfest. Damit es nicht nur schön, aber austauschbar ist, überlegt euch etwas Besonderes für diesen Tag. Wie wäre es mit einem Krimi-Dinner „Wer hat den Weihnachtsmann getötet?“ oder einen Sommerbowle-Wettbewerb, bei dem alle Mitarbeiter eine selbstgemachte Bowle mitbringen müssen, die dann eine ausgewählte Jury testet und prämiert. Der Sieger bekommt in beiden Fällen ein ausgesuchtes Geschenk. Das motiviert das Team und bringt zusätzlich Stimmung.
Wenn ihr als Teambuilding-Event Bergsteigen wählt, achtet darauf, ob es wirklich etwas für jedes Teammitglied ist. Ansonsten schlägt die gute Stimmung schnell um. (Foto: Unsplash)
  • Wandertour: Eine Wandertour ist Teambuilding pur in der Natur. Ob ein Tag oder über ein komplettes Wochenende – in jedem Fall müsst ihr auf eure Team-Mitglieder eingehen und  Ausdauer sowie körperliche Verfassung beachten. Die Wanderroute sollte gut in der vorgegebenen Zeit für alle zu schaffen sein. Ihr könnt ruhig ein paar Hürden einbauen, die als Team gemeistert werden müssen, aber ohne dass ein Teammitglied bloßgestellt werden könnte. Und am Ende sollte immer ein lohnendes Ziel stehen, wie ein leckeres Essen, eine wundervolle Aussichtsplattform oder eine gemütliche Herberge mit Wellness-Bereich.
  • Weiterbildung: Man kann Teambuilding-Maßnahmen auch mit Weiterbildung verbinden. Warum nicht zusammen einen Intensiv-Sprachkurs belegen oder Seminare zum Thema Vertrieb, Marketing oder Produktion besuchen.
  • Artikel-Tipp: noch mehr Ideen für Teamevents

Fazit: Teambuilding lohnt sich

Es lohnt sich, die Unternehmensziele genauso im Blick zu haben wie die Teamzusammensetzung und das Wohlbefinden der Mitarbeiter.

Jeder Mensch sucht Zugehörigkeit. Wenn die Mitarbeiter nebeneinander her arbeiten, ist es nicht so produktiv. Kennen sich die Mitarbeiter besser, helfen sie sich auch gerne – gerade in Hochphasen.

Bei nicht funktionierenden Teams muss hinter die Kulisse geschaut werden: Woran hakt es? An der Kommunikation? An einzelnen Teammitgliedern oder weil sie keinen gemeinsamen Auftrag zur Erreichung des Unternehmensziels haben? Die Fragen müssen vorab geklärt werden. Denn Teambuilding ergibt nur Sinn, wenn es auch ein gemeinsames Ziel zu erreichen gibt.

Und wenn ihr die täglichen Aufgaben nicht nur einzeln besprecht, sondern das Team abholt, wisst, wo es steht und ihm mit Wertschätzung und Respekt begegnet, schafft ihr ein gutes Arbeitsklima und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Unternehmt ihr neben den täglichen kleinen Meetings immer mal wieder etwas zusammen, dann macht das Erreichen der Unternehmensziele umso mehr Spaß.

Wir wünschen euch viel Erfolg dabei!

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