E-Commerce: So funktioniert der Online-Handel

Für Gründer bieten sich im Wachstumsmarkt E-Commerce, also durch einen Onlineshop, wirtschaftlich interessante Möglichkeiten. Doch welches ist das richtige Shopsystem? Wie werde ich Amazon Seller? Welche Zahlungsverfahren benötigt man und wie finde ich Kunden für meinen Onlineshop?

Wir führen Sie in das Thema E-Commerce ein und beantworten die wichtigsten Fragen rund um den Online-Handel.

Wachstumsmarkt E-Commerce: Immer mehr Kunden kaufen online

Der E-Commerce boomt und es ist kein Ende in Sicht: Jedes Jahr wächst der über das Internet generierte Handelsumsatz weiter – und das nicht nur in Deutschland, sondern fast auf der ganzen Welt. Es gibt kaum noch Internetuser, die nicht auch online einkaufen. Wir haben die wichtigsten Zahlen und Fakten zum E-Commerce für Sie zusammengefasst:

  1. Der E-Commerce-Umsatz lag in Deutschland bei 53,3 Milliarden Euro im Jahr 2018.
  2. 2019 wird der E-Commerce-Umsatz auf 57,8 Milliarden Euro wachsen.
  3. Mobile Kaufabschlüsse sind allein zwischen 2014 und 2016 um ganze 138 % angestiegen.
  4. Der weltweite E-Commerce Umsatz wird 2020 auf über 1,75 Billionen US-Dollar geschätzt.
  5. Prognosen gehen von weltweiten Wachstumsraten im E-Commerce von jährlich zwischen 13 und 20 % in den kommenden vier Jahren aus.

Quelle: Statista

Die Zahlen sprechen Bände: Kaum ein Marktsegment in Deutschland kann solch hohe Wachstumsraten aufweisen. Ein Einstieg im E-Commerce bietet Gründern mit einem guten Alleinstellungsmerkmal also eine echte Chance und sollte daher eine Überlegung wert sein.

Onlineshop oder Marktplatz-Modell im E-Commerce

E-Commerce wird oft gleichgesetzt mit dem Verkauf von Produkten über den eigenen Onlineshop. Doch es gibt auch noch das sogenannte Marktplatz-Modell: Wer sich als Gründer nicht mit der komplexen Technik von Onlineshops befassen möchte, für den können Marktplätze wie eBay oder Amazon eine gute Alternative sein. Dort bieten zahlreiche Händler ihre Waren an und die Plattformen kümmern sich um den reibungslosen Ablauf. Gewerbliche Händler können ihre Produkte ins bewährte System einpflegen und direkt weltweit Kunden erreichen.

Möchte man als Gründer in den E-Commerce einsteigen, dann sollte man sich also überlegen: Erstelle ich meinen eigenen Onlineshop oder verkaufe ich meine Ware über einen Marktplatz?

  1. Der eigene Shop: Mit einem eigenen Onlineshop ist man als Gründer um einiges flexibler, muss aber einen gewissen zeitlichen oder finanziellen Aufwand in den Aufbau des Shops stecken. Der Vorteil: man ist und bleibt sein eigener Chef und kontrolliert die gesamte Abwicklung. Außerdem zahlt man keine Verkaufsgebühr an Dritte.
  2. Marktplatz: Amazon und Ebay haben zusammengenommen 66 Prozent Marktanteil beim E-Commerce. Keiner der Konkurrenten kommt über 2 Prozent hinaus. Beim Verkauf über einen Marktplatz wie Amazon oder Ebay kann man von dessen riesigen Kundenstamm profitieren und von Tag 1 Umsatz generieren. Die Marktplatzbetreiber verdienen jedoch bei jedem verkauften Produkt mit und treffen wesentliche Entscheidungen über die Konditionen, zu denen verkauft werden darf.

Da beide Modelle Vor- und Nachteile haben, empfiehlt es sich, mit einer Kombination aus eigenem Onlineshop und dem Verkauf über Marktplätze zu arbeiten. Schneller Kunden findet man zweifellos auf den etablierten Marktplätzen, doch am meisten Geld bleibt langfristig beim eigenen Shop in der Tasche. Bis ein Online-Shop etabliert ist, dauert es meistens Jahre, während man auf Marktplätzen sofort loslegen kann. Vorausgesetzt man hat ein Produkt, das gesucht und gekauft wird. Produkte lassen sich außerdem über einen Marktplatz sehr schnell und unkompliziert testen.

E-Commerce zur Unterstützung des stationären Einzelhandels

Der stationäre Einzelhandel hat viele Jahre lang unter dem E-Commerce gelitten. Erst wurde der E-Commerce als kurzfristiger Trend belächelt, dann aufgrund seines wachsenden Marktanteils von den Händlern verflucht. Mittlerweile hat allerdings ein Umdenken im stationären Einzelhandel stattgefunden: Unter dem Fachbegriff „Multichannel" sind klassische Händler nun nicht mehr nur stationär, sondern auch im E-Commerce unterwegs.

Die Händler greifen hier auf unterschiedliche Formen des Multichannel-Vertriebs zurück. Manche fahren zweigleisig und bieten ihre Ware preislich und logistisch getrennt an – also online und offline. Mittlerweile hat sich jedoch herausgestellt, dass eine enge Verbindung von E-Commerce und stationärem Handel wirtschaftlich am effektivsten ist. So sollten die Vorteile des klassischen Einzelhändlers genutzt werden, indem Online-Bestellungen bspw. portofrei im Ladengeschäft abgeholt werden können.

Shopsysteme für erfolgreichen E-Commerce

Wenn Sie einen Shop gründen möchten, besteht der erste Schritt darin, sich für ein Shopsystem zu entscheiden. Zur Auswahl steht entweder ein Shop-Baukasten, ein Plugin für Wordpress oder eine selbst gehostete Shopsoftware. Da diese Entscheidung langfristig getroffen werden muss, sollten Sie sich mit dieser Überlegung Zeit lassen und sich gut informieren.

1. Shop-Baukasten

Wenn Sie nur wenige Produkte haben und der Online-Shop nur eine Zusatzoption für Ihre Kunden ist, dann empfiehlt sich möglicherweise ein Shop-Baukasten. Solche Systeme erfordern keine Programmierkenntnisse, sind schnell eingerichtet und kosten wenig. Allerdings fehlt es ihnen an Flexibilität und Funktionalität. Und vor allem: der Shop gehört nicht Ihnen, sondern dem Anbieter. Ändert dieser seine Geschäftspolitik oder schließt sein Angebot, ist Ihr Shop gefährdet.

Sollten Sie sich dennoch dafür entscheiden, dann können Sie sich bei Anbietern wie Shopify, Plentymarkets, Strato, 1&1 oder Jimdo über die Details informieren.

2. Wordpress E-Commerce Plugin

Wenn Sie bereits einen Wordpress-Blog führen, müssen Sie kein komplett neues Projekt starten, sondern können den Blog quasi "upgraden" – mithilfe von Shopware oder Open Source Lösungen für Wordpress lässt sich einfach ein Shop integrieren. Eine gute Kompromisslösung, denn dann ist der Shop immerhin auf der eigenen Website integriert.

3. Shopsoftware

Möchten Sie viele Produkte verkaufen und größere Umsätze online generieren, dann kommen Sie an einer professionellen Shopsoftware nicht vorbei. Eine gute Shopsoftware kann vom Design komplett angepasst, individuelle Funktionen können ergänzt und alle wichtigen Zahlungsverfahren können eingebettet werden. Sind Sie technisch sehr fit, dann lässt sich solch eine Software kostengünstig selbst betreiben. Fehlt das notwendige Know-how im Bereich der Webentwicklung, dann stehen Ihnen externe Agenturen zur Verfügung, die die komplette technische Abwicklung übernehmen.

Folgende Software-Lösungen zählen im E-Commerce zu den bekanntesten:

  • Magento
  • xt:Commerce
  • Gambio
  • Shopware
  • Oxid eShop

In einem gesonderten Abschnitt zeigen wir Ihnen weitere Details zur passenden Shopsoftware auf.

TIPP

Wenn Sie im E-Commerce wachsen wollen, brauchen Sie ein gutes Warentwirtschaftssystem.

Ratgeber Warenwirtschaftssystem

Online-Bezahlsysteme im E-Commerce

Laut diverser Studien ist die Auswahl der richtigen Bezahlverfahren der wohl entscheidende Erfolgsfaktor im E-Commerce: Wird das vom Nutzer bevorzugte Bezahlverfahren nicht angeboten, wird der Kauf oft abgebrochen. Doch welches sind die Online-Bezahlsysteme mit der größten Beliebtheit im E-Commerce in Deutschland? Laut einer Postbank Studie zum Thema "Die digitalen Deutschen 2019" hat sich Folgendes bei den Bezahlsystemen getan:

  • Die Nutzung mobiler Bezahlverfahren ist 2019 um 13 % auf 33 % gestiegen.
  • Die Deutschen verwenden am liebsten PayPal (51 %), um Ihre Online-Einkäufe zu bezahlen, gefolgt von den Bezahlsystemen von Google und Apple.

Andere Bezahlsysteme wie Vorkasse, Sofortüberweisung oder giropay spielen im E-Commerce eine untergeordnete Rolle. Die Nutzung all dieser Zahlungsverfahren in Ihrem Shop ermöglichen sogenannte Payment-Service-Provider, welche als Schnittstelle zwischen den einzelnen Zahlungsmethoden und Online-Händlern im E-Commerce fungieren.

Diese Payment-Service-Provider haben unterschiedliche Kostenmodelle, grundsätzlich gilt aber: Je Verkaufstransaktion muss ein geringer prozentualer Anteil an den Payment-Service-Provider abgegeben werden. Bei manchen der Anbieter kommen monatliche Fixkosten hinzu. Die Auswahl des passenden Payment-Service-Providers ist bei der Gründung eines E-Commerce Unternehmens ein wichtiger Schritt und sollte daher mit Bedacht geschehen: Bezahlsysteme auf einen Blick.

Effizientes Online-Marketing im E-Commerce unverzichtbar

Ein Onlineshop allein reicht oft nicht aus, um hohe Umsätze im E-Commerce zu erzielen. Denn ohne passende Werbemaßnahmen, die Ihre Zielgruppe erreichen sollen, werden sich nur wenige Besucher in Ihren Shop verirren. Das Zauberwort für mehr Besucher auf Ihrem Shop heißt Online-Marketing. Es gibt viele verschiedene Online-Marketing Maßnahmen (bezahlte und unbezahlte), die wichtigsten sind allerdings:

Diese drei Maßnahmen werden von manchen Shopbetreibern noch um Social Media Marketing und Bannerwerbung ergänzt. Wer auf Amazon oder Ebay verkauft profitiert von der guten Auffindbarkeit der Plattformen auf Google und kann mit etwas Amazon SEO schnell Erfolge erzielen.

Webanalyse: Erfolg im E-Commerce messen

Sobald Sie Ihre ersten Online-Marketing Kampagnen gestartet haben, können Sie den Erfolg der Kampagnen über Ihre Analytics-Software in Echtzeit messen. Dies ist der große Vorteil beim E-Commerce: Werbeanzeigen in Zeitungen, Flyer oder auch Werbespots im TV können nur eingeschränkt auf ihren Werbeerfolg geprüft werden.

Beim Online-Marketing lässt sich jeder Besucher, ja sogar jeder Klick eines Nutzers messen und analysieren. So kann über jede einzelne Werbekampagne eine Aussage bezüglich der Werbeeffizienz getroffen und die Kampagne je nach Bedarf angepasst oder deaktiviert werden.

TIPP

Im Web lauern viele Gefahren für Ihren Onlineshop. Mit einer Onlineshop-Versicherung können Sie sich z. B. gegen Hackerangriffe und Cyberdiebstahl schützen. 

Onlineshop-Versicherung

Rechtliche Aspekte im E-Commerce

Die rechtliche Komponente spielt im E-Commerce eine immer größer werdende Rolle. Shopbetreiber müssen Ihren Shop nach diversen Richtlinien absichern, so etwa nach der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), die die potenziellen Käufer vor Datenmissbrauch schützt. Darüber hinaus gbt es allerdings noch weitere Grundsätze, die ein Muss sind für jeden Onlineshop und diesen effektiv vor Abmahnungen schützen können:

Die Rechtsvorschriften beim E-Commerce basieren auf vielen verschiedenen Rechtsgrundlagen und befinden sich stetig im Wandel. Da die Abmahngefahr durch den Wettbewerb groß ist, sollte man bei rechtlichen Aspekten nicht sparen und professionelle Unterstützung durch einen geeigneten Anwalt einholen.
 

Nächster Schritt: Erstellen Sie Ihren Onlineshop!

Wenn Sie nach dieser Einführung eine Gründung im E-Commerce als eine interessante Option erachten, dann können Sie sich nun darüber informieren, wie Sie einen eigenen Onlineshop erstellen. Wir informieren über die ganz praktischen Schritte und zeigen auf, welche Zahlungsmethoden Sie anbieten sollten und wie Sie sich gegen Risiken wie z. B. Hackerangriffe oder Cyberdiebstahl schützen können.

Sie möchten auf die technische Komponente eines Onlineshops verzichten und Ihre Waren lieber direkt bei eBay anbieten? Wir erklären Ihnen genau, wie Sie eBay für Ihr E-Commerce nutzen und einen eigenen eBay Shop eröffnen können oder sich als Amazon Seller in den E-Commerce wagen.