Boutique eröffnen: Mit Mode erfolgreich in die Selbstständigkeit starten

Der Fashionmarkt ist einer der größten Wirtschaftszweige in Deutschland. Viele Designer und zahlreiche Modebegeisterte wollen ihre Leidenschaft für schöne Stoffe und innovative Schnitte mit einem eigenen Business verbinden und ein Modegeschäft eröffnen. Doch lohnt es sich, eine Boutique zu eröffnen? Die Liebe zur Mode allein genügt nicht, um erfolgreich zu sein. Wir zeigen Gründern alle relevanten Gründungsschritte zur Entwicklung eines wettbewerbsfähigen Ladenkonzeptes. Übersichtlich zusammengefasst auch in unserer kostenfreien Checkliste zum Download.

1. Modebranche als wichtiger Teil des Einzelhandels

Die Textilbranche ist nahezu vollständig digitalisiert, dennoch ist der Anteil stationärer Geschäfte mit 49 % noch immer groß. Versand- und Onlinehandel haben lediglich 22 % Marktanteil, sonstige textile Waren machen 29 % aus. Das größte Teilsortiment im Modemarkt macht die Damenoberbekleidung aus. Pro Jahr geben deutsche Haushalte für Kleidung durchschnittlich 1.295 € aus. Durch eine Vielzahl an Modegeschäften, von Global Playern bis zu rein lokalen Anbietern, liegt der Durchschnittsumsatz je Unternehmen bei ungefähr zwei Millionen Euro.

Der Modemarkt im Einzelhandel ist umkämpft. Mit großen Modeketten zu konkurrieren ist eine enorme Herausforderung und auch die Wettbewerber aus dem Onlinehandel sind nicht zu unterschätzen, wenn man eine Boutique eröffnen will. Der Umsatz im E-Commerce steigt jährlich deutlich, während der Anteil stationärer Bekleidungsgeschäften am Gesamtumsatz der Branche in den vergangenen Jahren eher rückläufig war.

Allerdings haben Onlineshops eine hohe Retourenquote von 46 %. Häufig kann diese Ware nicht mehr zum Originalpreis verkauft werden und eine zusätzliche Reinigung der Kleidung wird notwendig. Das mindert nicht nur den Gewinn der Boutique, sondern erzeugt zusätzliche Kosten. Die virtuelle Begleitung des Kaufprozesses gewinnt jedoch durch die sozialen Medien immer mehr an Bedeutung. Bei rund 28 % des Online-Umsatzes von Fashionartikeln haben sie zur Kaufentscheidung beigetragen. Ein Synergie-Effekt, den sich auch Modeläden im stationären Handel durch gezieltes Marketing zunutze machen kann.

Für manche Gründer sind Franchisesysteme wie Tom Tailor, s.Oliver oder Esprit der Weg zur Boutique-Eröffnung. Dabei können sie von etablierten Marken, erprobten Konzepten, dem Erfahrungsschatz der Ansprechpartner und dem Netzwerk der Franchisenehmern profitieren. Allerdings werden Unternehmer dadurch auch in ihren Möglichkeiten, kreative Ideen in der eigenen Boutique umzusetzen, eingeschränkt. Die Vorgaben des Franchisegebers müssen eingehalten und ein Teil des Umsatzes wird als Lizenz abgegeben.

2. Der Gründer als Mittelpunkt des Modeladens

Eine abgeschlossene Ausbildung im Einzelhandel ist keine zwingende Voraussetzung für eine Boutique-Eröffnung. Lediglich die Anstellung Auszubildender erfordert eine entsprechende Qualifikation. Für den Arbeitsalltag sind kaufmännische Kenntnisse wichtig, weshalb Quereinsteiger, die einen Modeladen eröffnen wollen, sich unbedingt mittels Fachlektüre oder Gründerseminar mit den zahlreichen Aufgaben vertraut machen sollten. Hilfreich vor der Eröffnung des eigenen Modeladens sind das Arbeiten und Beobachten in einem Fashion Store.

Um die passenden Produkte für die eigenen Boutique zu finden und zum richtigen Preis zu bekommen, sind gute Kontakte innerhalb der Branche und zu den Lieferanten entscheidend. Besonders der Besuch von Modemessen und -events ist wichtig, um keinen Trend zu verpassen und in professioneller Atmosphäre die passenden Entscheider kennenzulernen. Überlegen Sie sich schon in der Planungsphase zur Boutique-Eröffnung, wo Sie einkaufen wollen.

Neben diesen fachlichen Eigenschaften sollte jeder, der einen Modegeschäft eröffnen will, ein gutes Gespür für modische Trends und Kundenbedürfnisse haben. Eine solide finanzielle Grundlage und die Unterstützung des persönlichen Umfelds ermöglichen Gründern, fokussiert am eigenen Unternehmen zu arbeiten. Unternehmerisches Denken sowie Risikobereitschaft und Durchhaltevermögen sind wichtige Faktoren für einen nachhaltigen Erfolg mit der eigenen Boutique. Planen Sie, einen Modeladen zu eröffnen? Finden Sie jetzt heraus, wo Ihre Stärken und Schwächen als Gründer liegen.

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TIPP

Wer eine Zeit lang als Angestellter in einem Modegeschäft tätig ist oder dort ein Praktikum macht, hat eine bessere Vorstellung von den gängigen Abläufen und dem notwendigen Know-how.

3. Wie sieht Ihr Konzept zur Boutique-Eröffnung aus?

Die Nachfrage nach den neuesten Trends ist dank zahlreicher potenzieller Kunden groß – das Angebot in den Modegeschäften aber auch. Wie kann man also Kunden davon überzeugen, dass es sich lohnt, etwas Neues auszuprobieren, wenn man eine Boutique eröffnen will? Für angehende Modehändler ist es essenziell, die eigene Nische zu finden, um nicht übersehen zu werden und in einem realistischen Zeitraum nachdem die Boutique eröffnet hat, die Kosten decken zu können. Dabei kann es sich um eigene Kreationen handeln, wenn man ein eigenes Modelabel gegründet hat, oder um hochwertige Kleidung von neuen Designern aus der Region. Auch eine Kombination aus neuer Kleidung und Secondhandware oder ein Fokus auf spezielle Größen oder Stile kann hilfreich sein, um mit der eigenen Boutique erfolgreich zu sein. Hierbei können auch die gewählten Vetriebswege eine Rolle spielen. Angehende Unternehmer müssen sich entscheiden, ob sie sich auf das Ladengeschäft beschränken oder auch virtuelle Vertriebswege wie Etsy, Amazon oder einen eigenen Onlineshop wählen wollen.

Um herauszufinden, ob das Sortiment von der Zielgruppe angenommen wird, eignet sich ein Pop-up Store, der nur für einen begrenzten Zeitraum betrieben wird. Das ermöglicht Gründenden, ihr Konzept und die gewählte Mode in einem überschaubaren Rahmen zu erproben und mit den Erkenntnissen an der eigenen Boutiqe weiterzuarbeiten. Ist dann ein Ladengeschäft angemietet, sollte sich die Idee konsequent in Ausstattung, Kleidungsstil und Qualität der Bekleidung widerspiegeln.

Sie sind noch auf der Suche nach der Nische für Ihre Modeboutique? Vielleicht regen diese spannenden Ideen von Modegeschäften Ihre Kreativität an.

Boutique eröffnen mit eigenem Designer

Der Modeladen Moni Novy überzeugt Kundinnen mit eigenen Kreationen, die vor Ort genäht werden.

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Modeladen mit Designer-Kleidung

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Bekannte Designer
So entwickeln Sie aus der Idee ein Geschäftsmodell

Um die Gedanken und Erkenntnisse, die Sie entwickeln bevor Sie Ihre Boutique eröffnen, besser strukturieren zu können, eignet sich das Business Model Canvas sehr gut. Mit Hilfe dieser Methode können Gründer ihre Idee in neun Teilbereichen von verschiedenen Seiten beleuchten und ergründen. Dadurch eignet es sich hervorragend als Vorarbeit für die Erstellung des Businessplans für die eigene Boutique.

Beispielhaft werden nachfolgend drei der Faktoren aus dem Business Model Canvas mit einem konkreten Bezug zum Modegeschäft vorgestellt:

FaktorBeispiel für eine Boutique
Zielgruppe: Wer sind die potenziellen Kunden und was ist ihnen beim Kauf wichtig?Berufstätige Frauen zwischen 30 und 40, die sich für die aktuellen Trends interessieren und Wert auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bei ihrer Alltagsbekleidung legen
Markt & Wettbewerb: Welche Bekleidungsgeschäfte mit einem ähnlichen Angebot gibt es in der Nähe und was macht sie attraktiv für potenzielle Kunden? 
  • Modegeschäft 1 ist ca. 10 Minuten Fußweg in nördlicher Richtung entfernt und bietet einen eigenen Kundenparkplatz, der Stil der Bekleidung ist Business Chic
  • Modeboutique 2 ist 15 Minuten Fußweg in Richtung Süden gelegen und bietet moderne, bequeme Sportkleidung, die Kunden schätzen besonders die kostenlosen Getränke
  • Fashion Store 3 ist auf der gegenüberliegenden Straßenseite und bietet Frauen, die den Rockabilly-Stil mögen, die passende Mode
 
Ressourcen: Wie entsteht der Kontakt zu den Lieferanten und mit welchen ist eine Zusammenarbeit sinnvoll?Die Verträge für die aktuelle Saison wurden im Zuge einer Modemesse ausgehandelt und unterzeichnet. Entscheidend ist neben einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis, dass pro gewähltem Produkt jeweils vier Stück in den Größen 36 bis 44 bezogen werden können. Sollte es Lieferengpässe geben, muss es möglich sein kurzfristig Alternativen der gleichen Preiskategorie zu ordern.

Um bessere Aussagen über die einzelnen Faktoren treffen zu können, empfiehlt es sich, neben dem Prüfen der verfügbaren Statistiken auch eine eigene Erhebung in Ihrem Umfeld durchzuführen. Gehen Sie als Kunde zu benachbarten Modegeschäften. So bekommen Sie einen Eindruck vom Angebot Ihrer Wettbewerber, erkennen Stärken und Schwächen und können den Service auf die Probe stellen. Je nach Unternehmensgröße sprechen Sie womöglich direkt mit der Inhaberin oder dem Geschäftsführer der Boutique. Während Sie in den Ladenräumen sind, können Sie gut die Kundenfrequenz beobachten und sich ein Bild vom Kaufverhalten Ihrer Zielgruppe machen. Außerdem ermöglicht es Ihnen, die Kundenbindungsmaßnahmen der Wettbewerber kennenzulernen. Ergänzend sollten Sie außerdem das Online-Angebot analysieren.

Konzept entwickeln

Mit dem Businessmodel Canvas prüfen Sie Ihr Geschäftskonzept auf wichtige Faktoren.

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4. Der Business- und Finanzplan für Ihr Modegeschäft

Ist das Business Model ausgearbeitet, kann der Businessplan für die Boutique erstellt werden. Darin geht die Konzeption weiter ins Detail. Gründer, die sich dadurch sehr gründlich mit allen wesentlichen Aspekten ihres Modegeschäfts auseinander setzen, schaffen sich eine solide Wissensgrundlage.

Im Businessplan werden Zielgruppe und Geschäftsidee ausführlich dargelegt. Dank der Konkurrenzanalyse lassen sich Nischen im Markt leichter ausmachen und Marketingstrategien entwickeln. Die SWOT-Analyse hilft, Stärken und Schwächen der Idee zu identifizieren, und der Finanzplan verschafft einen Überblick über Kosten und Kapitalbedarf. Mit unserer kostenlosen Businessplansoftware können angehende Unternehmer die einzelnen Punkte Schritt für Schritt mit Hilfe von Leitfragen bearbeiten.

Wer eine Modeboutique eröffnen will, sollte einige Besonderheiten beachten und im Businessplan ausarbeiten.

Die Lage Ihres Geschäftes spielt eine entscheidende Rolle für Ihren Erfolg. Vier Aspekten müssen Sie daher besondere Aufmerksamkeit bei der Suche nach einer Immobilie für Ihr Gewerbe schenken:

  1. die Kundschaft, insbesondere die Laufkundschaft, muss zur Zielgruppe passen
  2. in der unmittelbaren Umgebung sollte sich keine direkte Konkurrenz befinden, damit potenzielle Kunden nicht abgelenkt werden
  3. Die Infrastruktur: Ist die Anbindung per ÖPNV gegeben, sind ausreichend Parkplätze vorhanden und gibt es auch Platz für Fahrräder?
  4. die entstehenden Kosten müssen langfristig getragen werden können

Mit einer gründlichen Standortanalyse finden Gründende leicht den optimalen Ort für ihr Bekleidungsgeschäft.

Auch die Wahl des Sortiments für Ihre Boutique ist ausschlaggebend für zufriedene, kauffreudige Kunden. Treffen Sie mit Ihrem Angebot nicht deren Vorstellungen oder ist Ihnen ein entscheidender Trend entgangen, kann das den Umsatz der gesamten Saison beeinträchtigen. Umso wichtiger ist es, dass die Zielgruppe klar definiert und gut analysiert wurde. Nur dann können Sie bei der Boutique-Eröffnung den Wareneinkauf auf die Bedürfnisse und Wünsche potenzieller Kunden ausrichten.

Nutzen Sie den Businessplan auch für eine realistische Personalplanung. Kalkulieren Sie die Anzahl der Mitarbeiter für Ihr Modegeschäft so, dass die Vorgaben des Arbeitsschutzgesetzes eingehalten werden können und Ihre Boutique immer so besetzt ist, dass Kunden bei Bedarf einen Ansprechpartner finden.

Einen wesentlichen Anteil macht der Finanzplan aus. Mit diesem verschaffen Sie sich einen Überblick über die Investitionskosten, künftige Betriebsausgaben und den Kapitalbedarf für Ihre eigene Boutique. Wollen Sie staatliche, zinsgünstige Fördermittel beantragen, bildet er eine Entscheidungsgrundlage für die Bank. Er muss eine detaillierte Auflistung aller geplanten Kosten für das Modegeschäft enthalten. Recherchieren Sie alle Preise und kalkulieren Sie diese besser großzügig. Die Umsatzerwartungen sollten dagegen nicht zu positiv bewertet werden, bevor Sie Ihre Boutique eröffnen. So ist sichergestellt, dass das Modegeschäft bei unvorhersehbaren Ereignissen nicht in einen finanziellen Engpass gerät.

Diese Posten sind besonders wichtig im Finanzplan jedes Modegeschäfts:
  • Modeboutique Einrichtung: Die potenziellen Kunden sollen sich wohlfühlen und das Sortiment muss perfekt in Szene gesetzt werden. Dafür ist das passende Interieur in der Boutique genauso unverzichtbar wie die optimale Beleuchtung. An dieser Stelle in die Beratung eines Experten für Modegeschäfte zu investieren, ist eine weitsichtige Entscheidung.
  • Waren: Das Herzstück der Boutique ist das Sortiment. Um möglichst viele Kunden zufriedenstellen zu können, muss nicht nur die Präsentationsware in angemessener Anzahl vorhanden sein, sondern ergänzend ein Lager für das Modegeschäft eingerichtet werden. Während das Befüllen des Lagers nach der Eröffnung langfristig durch die Einnahmen finanziert wird, ist die Erstausstattung ein großer Posten in den Gründungskosten.

5. Boutique gründen: Finanzierung

Nachdem im Businessplan alle Kosten, die entstehen, wenn Sie Ihre Boutique eröffnen, aufgelistet wurden, ist der Kapitalbedarf ermittelt und dargelegt wie rentabel das Modegeschäft voraussichtlich sein wird. Gründer müssen dann festlegen wie viel Eigenkapital sie mitbringen können und wollen, um zu sehen, wie viel Fremdkapital sie noch benötigen. Hierfür können Sie bei Ihrer Hausbank oder einem Förderprogramm einen Kredit beantragen.

Der Einzelhandel mit Mode stellt Gründer vor besondere Herausforderungen bei der Liquidität. Ohne Einkauf der Ware kann kein Verkauf in der Boutique stattfinden und die Einnahmen bleiben aus. Um dies zu verhindern, sollte eine Einkaufsfinanzierung durch einen kurzfristigen Kredit eingeplant werden.

6. Rechtsform und Gründungsformalitäten

Die meisten Gründer, die eine Boutique eröffnen, wählen als Rechtsform den Einzelunternehmer oder – bei mehreren Personen – eine GbR. Besonders vorteilhaft ist der hohe Gestaltungsspielraum und die einfache Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) für die Gewinnermittlung. Allerdings muss beachtet werden, dass in diesem Fall mit dem Privatvermögen gehaftet wird. Das ist bei einer Kapitalgesellschaft, also einer GmbH oder einer UG, nicht notwendig, da das Einlagevermögen der Boutique dafür vorgesehen ist. Diese zu gründen ist allerdings deutlich aufwendiger. Für die Entscheidungsfindung ist es sinnvoll, sich Rat von einem Experten zu holen. Damit alle formalen Kriterien berücksichtigt werden, bieten unsere Gründungspakete Gründern einen Rundum-Service.

Sind die Vorbereitungen der jeweiligen Rechtsform abgeschlossen, kann die Gewerbeanmeldung für das Modegeschäft im Gewerbeamt vorgenommen werden. Das Formular steht häufig vorab auf der Website zum Download, abgegeben werden muss es in der Regel persönlich. Sind alle benötigten Angaben vollständig, werden das Finanzamt, das Gewerbeaufsichtsamt und das Statistische Landesamt sowie die Berufsgenossenschaft, die zuständige Handelskammer und die Zollverwaltung informiert. Die Mitgliedschaft in der Industrie- und Handelskammer (IHK) ist Pflicht, da die Kammer die gewerbliche Wirtschaft gegenüber dem Staat vertritt. Auch die Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik ist Pflicht, da diese die Trägerin der gesetzlichen Unfallversicherung für Unternehmen ist. Freiwillig, aber durchaus empfehlenswert für alle, die eine eigene Boutique eröffnen, sind dagegen Mitgliedschaften in Bundesverbänden, wie dem BTW Handelsverband Textil oder dem Gesamtverband Textil + Mode.

Alle notwendigen Schritte für die Anmeldung finden Sie hier:

Unternehmen anmelden

Corona-Regelungen im Ladengeschäft

Aus aktuellem Anlass wollen wir wichtige Regeln zu Hygienemaßnahmen für das Ladengeschäft kurz erwähnen. Wer in Corona-Zeiten einen Laden eröffnet, benötigt:

  • Ein Hygienekonzept und Kundenhinweise, beispielsweise für die Abstandsregelung
  • Einbahnstraßensystem für die Wegeführung im Laden
  • Geschützte Kassen mit Plexiglas Schutzschirmen
  • Sicherstellung, dass nur eine gewisse Anzahl von Personen den Laden betreten darf.
  • Spender für Desinfektionsmittel vor und im Geschäft

7. Gutes Marketing & passendes Personal

Bevor der Fashion Store öffnet, sollten potenzielle Kunden frühzeitig auf das neue Modegeschäft aufmerksam gemacht werden. Die sozialen Medien sind hierfür besonders nützlich und können geschickt eingesetzt dafür sorgen, dass der erste Tag der Boutique ein Erfolg wird. Auch eine eigene Website ist sinnvoll, um die Marke online gut zu präsentieren. Mit Google My Business ist eine prominente Positionierung in den lokalen Suchergebnissen möglich. Je nach Zielgruppe und Standort können Flyer oder eine Annonce im örtlichen Anzeigenblatt eine gute Investition sein. Einkaufstüten mit dem eigenen Logo sorgen dafür, dass die Kunden ihre Einkäufe gut transportieren können und dabei gleichzeitig Aufmerksamkeit für die Boutique generieren. Häufig werden die Kosten für das Marketing unterschätzt, denn es zahlen nicht nur laufende Kosten auf diesen Posten ein. Auch die investierte Arbeitszeit muss berücksichtigt werden, denn in dieser hätten theoretisch auch andere Aufgaben für das Modegeschäft erledigt werden können.

Natürlich ist es vernünftig, die laufenden Kosten möglichst lange niedrig zu halten. Andererseits kann eine Person allein nicht überall gleichzeitig sein. Während Sie in einer Beratung sind, müssen andere Kunden Ihrer Boutique warten. Auch die gängigen Öffnungszeiten machen es unerlässlich, Mitarbeiter einzustellen. Um das passende Personal für das Modegeschäft zu finden, wird zunächst ein Stellenprofil erstellt und um ein Mitarbeiterprofil ergänzt. Je ausführlicher hier die Vorstellungen dargestellt werden, umso leichter können die passenden Bewerbungen ausgewählt werden. Da bei einem Modeladen guter Service ausschlaggebend für die Kundenbindung ist, müssen Gründer sicherstellen, dass ihre Mitarbeiter sowohl fachlich kompetent als auch freundlich und zuvorkommend sind. Fühlen sich die potenziellen Kunden gut betreut, kommen sie gerne wieder und empfehlen die Boutique weiter.

8. Versicherung, Buchhaltung & Software

Neben der Betriebshaftpflicht, die sie bei Personenschäden in ihren Geschäftsräumen absichert, sollten Gründer, die eine eigene Boutique eröffnen, unbedingt eine Geschäftsinhaltsversicherung abschließen. Mit dieser können Brand- und Wasserschäden, Einbruchdiebstahl, Schäden durch Raub und Vandalismus nach Einbruch abgedeckt werden. Hier sollte nicht gespart werden, denn während bei Ladendiebstahl einzelner Kleidungsstücke der Schaden überschaubar bleibt – so es ein Einzelfall ist –, können durch einen Wasserschaden im Lager hohe Kosten und schwerwiegende Einnahmeausfälle entstehen.

Um sich zu Beginn vollständig auf Ihren Modeladen konzentrieren zu können, kann es hilfreich sein, die Buchhaltung an einen externen Anbieter auszulagern – insbesondere, wenn Sie selbst in diesem Bereich nicht firm sind. Wollen Sie das selbst übernehmen, schaffen Sie ein geeignetes Buchhaltungsprogramm dafür an. Auch eine Customer Relationship Management Software kann eine sinnvolle Investition sein, beispielsweise als Unterstützung für Kundenbindungsmaßnahmen.

Jedes Unternehmen im Einzelhandel benötigt ein Kassensystem. Um den Mitarbeitern die Nutzung einfach zu machen, sollte es intuitiv bedienbar sein. Davon profitieren auch die Kunden, da der Bezahlvorgang so schneller ablaufen kann. Außerdem sollte sie zahlreiche Bezahlmöglichkeiten bieten, damit potenzielle Kunden auch mit einer Girocard (früher EC-Karte) und Kreditkarte oder mobil bezahlen können. Zudem muss die Kasse GOBD-konform (Grund­sät­ze zur ord­nungs­mä­ßi­gen Füh­rung und Auf­be­wah­rung von Bü­chern, Auf­zeich­nun­gen und Un­ter­la­gen in elek­tro­ni­scher Form so­wie zum Da­ten­zu­griff) sein, um den Vorgaben des Finanzamtes zu entsprechen.

Um bei Verkauf, Retouren und Reklamationen den Überblick über den eigenen Warenbestand zu behalten, ist außerdem die Anschaffung eines Warenwirtschaftssystems sinnvoll. Damit kann leicht ermittelt werden, wann Nachbestellungen notwendig sind und wie viel Bestand sich noch im Lager befindet. Außerdem können Gründer so den Überblick darüber behalten, welche Produkte sich besonders gut verkaufen und welche Ware zum Ladenhüter wird.

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9. Fazit: Erfolgreich dank einer spezifischen Kundengruppe

Im Einzelhandel mit dem Schwerpunkt Mode zu gründen, stellt Modebegeisterte vor besondere Herausforderungen. Doch mit einem fundierten Konzept und solider Planung lassen sich diese gut meistern. Durch eine gründliche Analyse der Zielgruppe können Angebot, Marketing und Kundenbindungsmaßnahmen optimal auf die Bedürfnisse und Wünsche potenzieller Kunden ausgerichtet werden und mit einem gründlich ausgearbeiteten Finanzplan kann ein Gründerkredit bei der Haus- oder einer Förderbank beantragt werden.

Besonders wichtig sind gute Kontakte in der Branche, vor allem zu Lieferanten. Auf Messen und bei Mode-Events können Sie sicherstellen, dass Ihnen kein Trend entgeht. Gründen Sie als Franchisenehmer, bekommen Sie fachkundige Unterstützung an die Seite gestellt, als Einzelunternehmer oder GbR können Sie dagegen Ihre ganz eigenen Ideen umsetzen. Behalten Sie dabei trotz aller Begeisterung für den stationären Handel auch die virtuellen Möglichkeiten im Blick und profitieren Sie von den wechselseitigen Einflüssen.

Nach gründlicher Vorbereitung beginnt mit der Gewerbeanmeldung die Gründung offiziell, doch gibt es noch einiges zu tun bis Ihre Boutique eröffnen kann. IHK und die zuständige Berufsgenossenschaft werden durch das Gewerbeamt informiert, doch sollten Sie sich auch um die Mitgliedschaft in einem der Bundesverbände bemühen, um Teil dieser wichtigen Netzwerke zu werden und immer über Entwicklungen innerhalb der Branche informiert zu sein. Außerdem muss das Ladengeschäft eingerichtet und das Lager befüllt werden. Denken Sie daran, rechtzeitig mit den Werbemaßnahmen für die Eröffnung Ihres Modegeschäfts zu beginnen. Dann haben Sie beste Voraussetzungen für den Erfolg Ihres Unternehmens geschaffen.

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