Gesamter Kapitalbedarf und Rentabilitätsrechnung

Aufgrund der vorherigen Kapitel Gründungskosten & Investitionen und laufende Kosten können Sie nun den gesamten Kapitalbedarf ermitteln. Da viele Existenzgründer bei der Einschätzung der Geschäftsentwicklung zu optimistisch sind, raten wir Ihnen, zusätzlich zum berechneten Kapitalbedarf einen Puffer mit einzukalkulieren.

Nachdem Sie den Kapitalbedarf berechnet haben, können Sie die Rentabilitätsrechnung erstellen. Die Rentabilitätsrechnung gibt Auskunft darüber, ob sich Ihr Vorhaben auch wirtschaftlich lohnt.



Kapitalbedarf für Ihre Existenzgründung

Im ersten Kapitel des Finanzplans haben Sie anhand der Gründungskosten und Investitionen den Kapitalbedarf für den Unternehmensstart berechnet. Darauf folgend, konnten Sie anhand der laufenden Kosten eine eventuelle Liquiditätslücke und somit weiteren Kapitalbedarf identifizieren. Mit diesen zwei Berechnungen haben Sie die wesentlichen Elemente zur Berechnung für den gesamten Kapitalbedarf zusammen.

Kapitalbedarf für Unternehmensstart & Laufende Kosten

 
Da viele Existenzgründer bei der Unternehmensentwicklung zu optimistisch sind raten wir Ihnen, zusätzlich einen Puffer in den Kapitalbedarf einzurechnen.

Haben Sie den Normalfall als Berechnungsgrundlage für den Kapitalbedarf genommen, so sollten Sie einen Puffer von 25 % zum Kapitalbedarf hinzurechnen. Wenn Sie die pessimistische Berechnung als Grundlage nehmen, brauchen Sie keinen zusätzlichen Puffer in den Kapitalbedarf miteinzukalkulieren, da Sie bei diesem Szenario ja schon sehr konservativ gerechnet haben.

Kapitalbedarf berechnen: Normalfall versus pessimistisches Szenario

Nachdem Sie den Kapitalbedarf ermittelt haben, ist natürlich die entscheidende Frage, wie Sie den Kapitalbedarf Ihrer Gründung finanzieren können. Bevor Sie aber ins abschließende Kapitel des Finanzplans springen, lesen Sie noch die Ausführungen zum Thema Rentabilität.

Grundlage der Rentabilitätsrechnung: Plan-Ergebnis

Neben dem Kapitalbedarf ist insbesondere die Frage nach der wirtschaftlichen Attraktivität Ihres Gründungsvorhabens relevant – darüber gibt die Rentabilitätsrechnung Auskunft.

Die Rentabilitätsrechnung ist zum einen wichtig für Sie, da Sie anhand der Rentabilitätsrechnung herausfinden können, ob sich Ihr Vorhaben lohnt. Zum anderen liefert die Rentabilitätsrechnung auch weitere Informationen zur wirtschaftlichen Tragfähigkeit Ihres Vorhabens, was vor allem für Ihre Geldgeber wichtig ist.

Bei der Erstellung der Rentabilitätsrechnung gehen Sie am besten in zwei Schritten vor. Da Sie bei der Rentabilitätsrechnung jeweils das Plan Ergebnis (je nach dem auch weitere Zahlen der Plan Gewinn- und Verlustrechnung) ins Verhältnis zum eingesetzten Kapital setzen, müssen Sie zuerst eine Plan GuV sowie eine Plan Bilanz erstellen. Die Plan GuV können Sie dabei kostenlos mit unserem Finanzplan Tool erstellen.

Grundlage der Rentabilitätsrechnung: Plan GuV

Die Rentabilitätsrechnung: lohnt sich Ihr Vorhaben?

Die Plan Gewinn- und Verlustrechnung beziffert zwar den Gewinn und Verlust in absoluter Höhe, sagt jedoch nur begrenzt etwas über die eigentliche Rentabilität aus. Denn: Es ist ein signifikanter Unterschied, ob Sie 10.000 Euro an Eigenkapital einsetzen und damit pro Jahr 100 Euro Gewinn machen (Eigenkapitalrendite 1%) oder ob Sie 100 Euro erwirtschaften und dabei „nur" 1.000 Euro Eigenkapital einsetzen (Eigenkapitalrendite 10%).

Neben der Eigenkapitalrendite, auf die insbesondere Investoren achten, ist auch die Gesamtkapitalrentabilität relevant. Die Gesamtkapitalrendite stellt dabei den erwirtschafteten Gewinn plus Zinsen (für das Fremdkapital) ins Verhältnis zum gesamten Kapital (Eigenkapital + Fremdkapital) der Gesellschaft.

Wichtige Kennzahlen der Rentabilitätsrechnung: EKR & GKR

Außerdem in der Rentabilitätsrechnung: die Marge

Neben der GKR und EKR haben wir beim Kapitel Rentabilitätsrechnung in unserem Finanzplan Tool auch die Marge miteinbezogen. Dieser Punkt gehört zwar nicht direkt in die Rentabilitätsrechnung, ist jedoch auch eine entscheidende relative Kennzahl.

So gibt z.B. die Gewinnmarge Auskunft darüber, wie viel von einem verdienten Euro als Gewinn verbucht werden kann. Dieser Punkt der Rentabilitätsrechnung ist unserer Meinung nach sehr wichtig, da Sie anhand der Marge relativ einfach feststellen können, wie viel Spielraum Sie z.B. für Preissenkungen haben, oder wie sich erhöhte Kosten auf Ihr Geschäftsmodell auswirken.

Das Ziel ist es…

…dass Sie in Ihrem Businessplan beim Thema Kapitalbedarf & Rentabilitätsrechnung zuerst den gesamten Kapitalbedarf (Gründungskosten, Investitionen, Liquiditätsengpass + Puffer) beziffern. Zeigen Sie in Ihrem Businessplan auf, wie sich der Kapitalbedarf im pessimistischen Fall vom errechneten Kapitalbedarf des normalen Szenarios unterscheidet. Ziel sollte sein, dass Sie einen realistischen Kapitalbedarf berechnen und Sie damit für die ersten 12-18 Monate ausreichend kapitalisiert sind.

Wenn Sie den gesamten Kapitalbedarf ermittelt haben, sollten Sie in Ihrem Businessplan eine aussagekräftige Rentabilitätsrechnung integrieren. Ihre Rentabilitätsrechnung, die auf der Plan GuV und der Plan-Bilanz basiert, macht dabei Angaben zur Rentabilität und den Margen Ihrer Existenzgründung.

Wenn Sie beide Themen, Kapitalbedarf und Rentabilitätsrechnung, durchgearbeitet haben, müssen Sie die Frage beantworten, wie Sie den berechneten Kapitalbedarf decken möchten. Dies tun Sie im nächsten Kapitel des Businessplans – der Finanzierung.

Brauchen Sie Hilfe bei der Finanzierung?

Wenn Sie eine Finanzierung benötigen, um Ihren Kapitaldarf zu decken, sollten Sie sich optimal vorbereiten. Ein bankfähiger Business- und Finanzplan sind Voraussetzung für eine positive Beurteilung.

Wenn Sie Unterstützung bei der Erstellung Ihres Finanzplans, der Erarbeitung einer Finanzierungsstrategie sowie der Vorbereitung auf die Bankgespräche benötigen, empfehlen wir Ihnen eine geförderte Beratung in Anspruch zu nehmen.

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