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    Shopsysteme im Vergleich: Baukasten oder Profilösung?

    Möchte man als Gründer seinen eigenen Onlineshop erstellen, dann steht die Wahl des passenden Shopsystems an erster Stelle. So gilt es beispielsweise zu prüfen, ob benötigte Schnittstellen zur Warenwirtschaft und zu Online-Bezahlsystemen vorhanden sind und ob rechtliche Rahmenbedingungen erfüllt werden. Wir zeigen, welche Kriterien Sie als Gründer bei der Auswahl beachten sollten. 

    1. E-Commerce Shopsysteme im Vergleich

    Shopsysteme sind die Software-Grundlage eines Onlineshops und müssen eigenhändig oder mit Unterstützung einer Agentur  auf dem Webserver installiert und eingerichtet werden. Allein in Deutschland gibt es über 200 teils kostenpflichtige, teils kostenfreie („open source“) Shopsysteme, die sich im Funktionsumfang gravierend unterscheiden. 

    Wir geben Ihnen hier einen Marktüberblick über einige bekannte Online-Shopsysteme in Deutschland. Während Baukastensysteme meist auch für Anfänger nutzbar sind, müssen On-premises-Lösungen in der Regel von einer professionellen Agentur eingerichtet und betreut werden. 

    Name des ShopsystemsBesonderheitenKosten
    SaaS-Shopsysteme / Baukastensysteme
    WooCommerceWordPress-Pluginkostenlos
    JimdoEinfach bedienbar, keine Provisionab 17 € / Monat
    Alzura | Shop30 Tage kostenlosab 19 € / Monat
    gambiounbegrenzte Produktanzahlab 19,95 € / Monat
    On premises Lösungen / Profilösungen
    MagentoUmfangreiche Möglichkeiten, Funktionen und Schnittstellen; auch Subshops einrichtbar; hohe Anforderungen an die Server-ArchitekturKostenlose Version erhältlich, sonst auf Anfrage
    Oxid eSalesGroßer Funktionsumfang, responsives Webdesign; auch für das B2B-Geschäft geeignetab 2,990 €
    ShopwareMobil nutzbar auch in der Basis-Version; viele Schnittstellen und ErweiterungenKostenlose Basisversion; sonst ab 1.295 €
    xanarioMultishop und Multi-Channel-Handel sind möglich; Schnittstellen zu Warenwirtschaftssystemen voreingestelltFür Existenzgründer ab 2.990 €
    xt: CommerceFür mobile Shopping optimiert; Schnittstelle auch zu Facebook-Shop; viele vorinstallierte Module; auch Multishopfähigab 449 €

    Das sind einige der bekannten Namen bei den Shopsystemen. Was die Preise angeht, so sind dies die Preise für die nackte Software. Selbst bei einem Baukasten-Shop wie jimdo ist es manchmal sinnvoll, beispielsweise einen professionellen Designer für das Webdesign zu beauftragen. Auch bei dem sehr beliebten WooCommerce-Plugin für Wordpress, braucht der Laie die Unterstützung durch einen Dienstleister, wenn er im Aufsetzen von Wordpress unerfahren ist.

    Wichtige Fragen, die Sie bei der Beurteilung der Shopsysteme berücksichtigen sollten, sind: 

    • Wie viele Produkte sollen angeboten werden? Planen Sie auch für die Zukunft. 
    • Welches Budget steht zur Verfügung? Beachten Sie sowohl einmalige als auch monatliche Kosten.
    • Sind Programmierkenntnisse vorhanden? Wird eine Agentur eingeschaltet oder genügt ein Baukasten-Shopsystem?
    • Wie viel Gestaltungsfreiheit wird gewünscht? 
    • Welche Schnittstellen müssen vorhanden sein? 
    • Wird die DSGVO eingehalten?
    • Wird über die Grenzen Deutschlands hinaus verkauft (auch in der Zukunft)? 

    2. Shop-Baukästen oder professionelle Shopsysteme? 

    Bei der Beantwortung dieser Fragen ist grundsätzlich zwischen professionellen Shopsystemen und einfachen Shop-Baukästen zu unterscheiden. Unter den sogenannten Shop- bzw. Homepage-Baukästen versteht man beim Anbieter bereits vorinstallierte Webshop-Systeme, die einfach und ohne Programmierkenntnisse einzurichten sind und wenig Geld kosten. Zu den bekannten Anbietern gehören beispielsweise 1&1, STRATO oder Jimdo. Sollten Sie für Ihren Onlineshop Umsätze jenseits der 30.000 Euro planen, dann stoßen Sie mit einem Shop-Baukasten jedoch schnell an Grenzen. Ein solcher ist aufgrund der fehlenden Flexibilität und des geringen Funktionsumfangs für professionellen E-Commerce nur eingeschränkt einsetzbar. In einem solchen Fall führt der Weg nicht länger an einem professionellen Shopsystem vorbei.

    Welches das beste Shopsystem für Sie ist, hängt letztlich sowohl von Ihren Plänen und Zielen als auch von Ihrem Budget und Ihren Vorkenntnissen ab. Manche Anbieter von Onlineshop-Systemen gewähren Zugang zu kostenlosen Demoversionen, die Ihnen das Testen ermöglichen. 

    TIPP

    Sie wollen noch heute Ihren eigenen Onlineshop erstellen? Wir empfehlen Ihnen einen Homepage-Baukasten, mit dem Sie sofort Ihren Onlineshop starten können.

    Zum Angebot

    3. Das Onlineshop-System selbst gestalten oder gestalten lassen? 

    Da gerade in der Gründungszeit das Budget oft knapp ist, liegt es nahe, sich über kostengünstige oder sogar über gänzlich kostenfreie Open-Source-Shopsysteme zu informieren. Der enorme Vorteil der Geldersparnis bedeutet allerdings zugleich, dass viel eigene Zeit investiert zu investieren ist, wobei die gewünschte Umsetzung ohne externe Hilfe womöglich nur bedingt gelingt. 

    Eine Agentur unterstützt Sie bei der Auswahl möglicher Shopsysteme, richtet das gewählte System dann für Sie ein und übernimmt die Wartung und anfallende Änderungswünsche. Die Startkosten fallen je nach Ihren Individualisierungswünschen unterschiedlich hoch aus, beginnen in der Regel aber bei 1.000 € und sind nach oben offen. Auch wenn diese Kosten für Gründer hoch erscheinen mögen – wer langfristig plant, für den macht das professionelle Erstellen eines Onlineshops sicherlich Sinn.

    Hier sehen Sie die Vor- und Nachteile beider Lösungen auf einen Blick:

      Shopsystem selbst bauen und gestalten Shopsystem erstellen und gestalten lassen
    Vorteile(+)Schont die Finanzen.(+)Externe Dienstleister verfügen über das Spezial-Knowhow in Sachen Shopdesign, SEO, Onlinemarketing, Serverkonfiguration, Schnittstellen usw.
     (+)Ist eine Möglichkeit, "organisch" zu wachsen.(+)Händler kann sich auf seine Kernkompetenzen in seinem Warenbereich konzentrieren.
       (+)In umkämpften Marktsegmenten bzw. bei innovativen Verkaufskonzepten häufig die einzige Chance, Erfolg zu haben.
    Nachteile(-)Häufig wirken selbstgebaute Shops unprofessionell, eben selbst gemacht.(-)Abhängigkeit vom Dienstleister
       (-)Laie kann die Qualität eines Dienstleisters nicht erkennen.
       (-)In der Regel hohe einmalige und laufende Kosten.
    Optimaler Ablauf=>Der erste Gehversuch führt zu positiven Ergebnissen und stetigem Wachstum.=>Auch mit einem Dienstleister sollte man überschaubar starten und in robusten Schritten denken.
    Worst Case(!)Shop verdient nichts und der Händler hat viel Zeit verloren.(!)Trotz hoher Investitionen kommt der Shop am Markt nicht an.

    Ein sinnvolle Planung in robusten Schritten ist für beide Varianten sinnvoll. Ein Schritt ist dann robust, wenn die Möglichkeit der positiven Entwicklung gegeben ist und das Risiko des Scheiterns zu keinen dramatischen Konsequenzen führt.

    4. Kriterien zur Auswahl des passenden Shopsystems

    Um Ihnen eine Orientierung zu geben, welches Shopsystem zu Ihrem Vorhaben passt, stellen wir Ihnen hier die 10 wichtigsten Kriterien vor, gemäß derer Sie eine solide Entscheidung treffen können. 

    #1 Bedienbarkeit durch den Kunden

    Ein Onlineshop kann noch so viele Funktionen haben – wenn sich der Kunde beim Surfen nicht zurechtfindet, wird der Shop keine hohen Umsätze erzielen. Daher ist es ungemein wichtig, dass die Bedienbarkeit eines Shopsystems, auch „Usability“ genannt, einfach und auf die Zielgruppe zugeschnitten ist. Eine übersichtliche und detaillierte Produktdarstellung sowie eine klare und verständliche Navigation sind die Basis dafür.

    #2 Filtersysteme und Suchfunktionen

    Bei steigender Zahl an Artikeln wird es für die Nutzer allerdings immer schwieriger, das gewünschte Produkt zu finden. Hierzu bieten die meisten Shopsysteme Filter- und Suchfunktionen an, dank derer das Auffinden eines gesuchten Produkts erleichtert werden soll. Die Qualitätsunterschiede dieser Standardfunktionen können je nach Shopsystem jedoch gewaltig sein, daher empfiehlt es sich, sie vorher ausführlich zu testen.

    #3 Schnittstellen zu Bezahlsystemen

    Auch eine große Auswahl an möglichen Zahlungsarten spricht für ein Shopsystem. Wird das vom Kunden bevorzugte Bezahlverfahren nicht angeboten, verlässt er den Shop möglicherweise, ohne bestellt zu haben. Die meisten Shopsysteme bieten Schnittstellen zu Zahlungsdienstleistern, sogenannten „Payment Service Providern“ (PSP), die eine Vielzahl an Online-Bezahlsystemen bündeln. Sie sollten sich also darüber informieren, ob die infrage kommenden Shopsysteme für Ihren favorisierten PSP eine Schnittstelle beinhalten.

    #4 Schnittstellen zu Warenwirtschaftssystemen

    Ebenso wichtig ist eine notwendige Schnittstelle zwischen Shopsystem und Ihrem Warenwirtschaftssystem (WWS). Schließlich sollten Kunden beispielsweise in Echtzeit erfahren, ob das gewünschte Produkt aktuell auf Lager oder wann es lieferbar ist. Prüfen Sie daher im Vorfeld, ob eine Anbindung Ihres WWS an ein bestimmtes Shopsystem möglich ist.

    TIPP

    Das passende Warenwirtschaftssystem zum Onlineshop: Lesen Sie unseren Leitfaden.

    Jetzt informieren

    #5 Multichannel-Funktionen

    Sie sind Einzelhändler und wollen noch zusätzlich zum stationären Geschäft einen Onlineshop betreiben? Dann sollten Sie auf die Vernetzung Ihres lokalen Geschäfts mit Ihrem E-Commerce-Shopsystem achten. Nutzen Sie den Vorteil, den Sie gegenüber reinen Onlinehändlern haben, und bieten Sie die Abholung der Ware bei Ihnen vor Ort an. Solche Multichannel-Funktionen sind allerdings nicht der Standard und werden nur von manchen der Webshop-Systeme unterstützt. Wichtig für das Shopsysteme sind dabei Plugins für Store-Picking, sprich: die Abholung bzw. Reservierung der Ware vor Ort ist eine weitere Zahlungsart.

    #6 Optimierung für mobile Endgeräte

    Eine Ausrichtung auf Multichannel-Vertrieb macht automatisch auch die Fokussierung auf mobile Endgeräte notwendig, da der Anteil der über Smartphones und Tablets bestellten Produkte von Jahr zu Jahr steigt. Daher sollte es für Sie eine zwingende Anforderung an ein Shopsystem sein, dass es für eine Mobile-Nutzung optimiert ist.

    #7 Marketing-Features

    Achten Sie bei der Auswahl darauf, welche Marketing-Features Ihr favorisiertes Online-Shopsystem zur Verfügung stellt: Können Gutschein-Codes erstellt und in Ihrem Shopsystem eingelöst werden? Gibt es Schnittstellen zu Preis- und Produktsuchmaschinen wie idealo.de oder Google Shopping? Auch die automatisierte Anbindung an andere Vertriebskanäle wie eBay oder Amazon gehören mittlerweile fast zum Standard und sollte bei der Auswahl möglicher Shopsysteme ggf. beachtet werden.

    #8 Suchmaschinenoptimierung

    Da Ihre Produkte in den Suchmaschinen gefunden werden sollen, ist eine gute Suchmaschinenoptimierung (SEO) der Shopsysteme unabdingbar. Mittlerweile sind die meisten Shopsysteme in puncto SEO aber ziemlich weit fortgeschritten, sodass die Unterschiede nicht gravierend ausfallen sollten. Der eigentliche Aufwand beim SEO für Onlineshops ist die laufende Optimierung der Kategorie und Produktseiten gemäß aktuellen SEO-Standards.

    #9 Rechtliche Rahmenbedingungen müssen erfüllt sein

    Die gesetzlichen Anforderungen an Shopsysteme sind in Deutschland hoch und unterscheiden sich von denen der USA. Da viele Shopsysteme ihren Ursprung in den Vereinigten Staaten haben, kann es aufgrund rechtlich unzureichender Shopsysteme zu Wettbewerbsverstößen und damit zu Abmahnungen kommen. Auf diese Punkte sollten Sie daher besonders achten:

    • Die Preisangaben der Produkte müssen mit Mehrwertsteuer erfolgen.
    • Button-Lösung: Die Textformulierung beim „Bestellen"-Button muss rechtlichen Anforderungen entsprechen.
    • Widerrufsrecht und AGB müssen vor dem Kauf durch den Käufer anerkannt und aktiv bestätigt werden.
    • Es muss ein vollständiges und korrektes Impressum vorhanden sein.
    • Die Datenschutzerklärung muss den Anforderungen der DSGVO entsprechen.
    TIPP

    Informieren Sie sich rechtzeitig über die Onlineshop-Versicherung, um sich gegen Risiken wie Cyberdiebstahl und/oder Hackerangriffe schützen zu können.

    Zur Onlineshop-Versicherung

    #10 Kosten für Einrichtung und Wartung

    Je nachdem, ob eine Agentur die Gestaltung und Wartung des Shopsystems übernimmt oder Sie eine bestehende Shopsoftware in Eigenregie heranziehen, fallen unterschiedliche Kosten an. Das können ggf. einmalige Kosten sein (z. B. für den Erwerb der Software) oder auch monatliche Gebühren (vor allem bei Miet-Shopsystemen). Kalkulieren Sie außerdem ein, dass Sie Ihren Shop nach dem Relaunch permanent pflegen und optimieren müssen. Kalkulieren Sie hier permanenten zeitlichen Aufwand im Falle der Eigenregie und Ausgaben für den Dienstleister ein, um notwendige und sinnvolle Optimierungen durchzuführen.

     

    5. Alternativen zum Online-Shopsystem

    Anstatt auf komplexe Shopsysteme zurückzugreifen, kann es sich für Gründer auch lohnen, ihre Waren über Online-Marktplätze wie eBay, Amazon oder Rakuten anzubieten. Schließlich besuchen viele Millionen Kaufinteressenten jeden Monat die Websites dieser Anbieter. Zusätzliche Werbemaßnahmen sind hier daher oft gar nicht mehr notwendig. Zeitlichen Aufwand für die Pflege der Produkte auf dem Online-Marktplatz müssen Sie trotzdem einkalkulieren. Erfahren Sie in unserem Leitfaden Schritt für Schritt, wie Sie einen eBay-Shop eröffnen oder Amazon Seller werden.

    6. FAQ-Shopsysteme

    Eine abschließende Auflistung würde den Rahmen sprengen, da es allein auf dem deutschen Markt eine große Menge von Anbietern gibt. Shopsysteme sind als kostenpflichtige oder als Open-Source-Lösungen, als Profi-Lösungen oder in Form von Miet-Shops erhältlich. 

    Wenn Sie keine Programmierkenntnisse haben, empfiehlt sich entweder die Zusammenarbeit mit einer Agentur oder die Wahl eines Baukasten-Webshop-Systems, etwa von Jimdo, gambio oder Wix.

    WordPress-Seiten ermöglichen E-Commerce mit dem Plugin WooCommerce. Um WooCommerce gruppiert sich eine ganze Plugin-Familie, wie zum Beispiel wpShopGermany und GetShopped.

    Ein Onlineshop bedarf der regelmäßigen und Wartung, dann müssen regelmäßig neue Produkte eingepflegt werden, was Kosten für Texte und Bildmaterial verursacht. Außerdem entstehen Kosten für die Onlineshop-Werbung. In regelmäßigen Abständen sollte auch die Nutzerfreundlichkeit getestet werden. Technische Anpassungen sind notwendig, wenn zum Beispiel neue Funktionen oder Zahlungsarten hinzukommen.

    7. Fazit: Das "beste" Shopsystem gibt es nicht.

    Welches Shopsystem Sie im E-Commerce nutzen sollten, hängt von unterschiedlichen Kriterien wie Ihrem Budget, der Anzahl der Produkte, benötigten Schnittstellen (z. B. zu Online-Bezahlsystemen) u. a. m. ab. Grundsätzlich kann ein Onlineshop-System sehr günstig sein, jedoch muss der Gründer dann eigene Zeit darin investieren, Einrichtung, Gestaltung und Wartung vorzunehmen. Eine Alternative stellt die Zusammenarbeit mit einer Agentur dar, die das Shopsystem professionell aufsetzt. Eine solche Zusammenarbeit ist natürlich mit Kosten verbunden, die beträchtlich sein können.

    Letztendlich gibt es jedoch Faktoren, die für den Erfolg eines Onlineshops auch noch wichtiger sind als das Shopsystem. Dazu zählt vor allem ein klarer, belastbarer USP – ein Alleinstellungsmerkmal, das Sie von der Konkurrenz im E-Commerce abhebt. Weitere Erfolgsfaktoren für Ihren Onlineshop zeigen wir Ihnen in unserem Artikel zum Thema „Onlineshop eröffnen“ auf.