Durchstarten & wachsen

Wir helfen Ihnen, die großen unternehmerischen Herausforderungen zu meistern. Damit aus Ihrem Start-up ein erfolgreiches Unternehmen wird, das nachhaltig wächst. 

Helge Wils, Geschäftsführer von Für-Gründer.de

Finanzplanung für Gründer und Unternehmen

Die Finanzplanung steht nicht nur zu Beginn Ihrer Gründung an. Auch danach sollten Sie sich ausführlich der Finanzplanung widmen, um Liquiditätsprobleme frühzeitig zu erkennen. Gleichen Sie die Ist- mit der Soll-Entwicklung ab. An das Thema Steuern gilt es bei der Finanzplanung auch zu denken. Ungeplant beeinflussen können Zahlungsmoral der Kunden oder Zahlungsausfälle die Planung.

Aber auch wenn Sie neues Wachstum anpeilen kommt der Finanzplanung die wichtige Aufgabe zu, den finanziellen Spielraum zu sichern.

Anlässe und Ziele der Finanzplanung

Die grundlegende und in der Regel erste Finanzplanung nehmen Gründer und Start-ups vor, wenn sie einen Businessplan schreiben. Im Finanzplan ermitteln Sie den Kapitalbedarf für Ihre Gründung anhand der Gründungskosten, Investitionen und laufenden Kosten, um damit an Förderbanken und andere Kapitalgeber heranzutreten. Hier verfolgt die Finanzplanung also das Ziel, die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Gründung zu prüfen und die Finanzierung zu gewährleisten. Wir stellen Ihnen hierfür auch ein Tool für den Finanzplan zur Verfügung. Für eine solide Finanzplanung ist es wichtig, in die Berechnungen auch einen Puffer einfließen zu lassen.

Wenn die Finanzierung gesichert ist, verschwindet die Finanzplanung allerdings nicht in der Schublade. Der kontinuierliche Vergleich zwischen Soll- und Ist-Zahlen ist ebenfalls entscheidend für den Erfolg Ihres Unternehmens. Schließlich können Sie durch die kontinuierliche Finanzplanung Liquiditätsprobleme schnell erkennen und gegensteuern. Somit dient die Finanzplanung nach der Gründung zunächst dem Controlling und als Grundlage für operative Entscheidungen.

Sollte Ihr Unternehmen dann mit der Zeit wachsen, ist es ebenfalls notwendig die ursprüngliche Finanzplanung anzupassen. Sie aktualisieren Umsatzschätzungen, planen neue Investitionen oder kalkulieren die Kosten neu, da Sie bspw. Mitarbeiter einstellen. Ziel ist es auch hierbei, den Kapitalbedarf einschätzen zu können, um eine mögliche Finanzierungslücke durch die Aufnahme von Kapital zu decken.

Sie sehen, dass Sie die Finanzplanung dauerhaft beschäftigen wird. Gerade bei Start-ups steht sie auch noch viel häufiger im Fokus, wenn bspw. neue Finanzierungsrunden geplant oder Neuausrichtungen der Strategie, in der Start-up-Sprache als Pivot bezeichnet, beschlossen werden sollen.

Was fließt in die Finanzplanung ein?

Die Finanzplanung hat quasi zwei Seiten. Einerseits geht es um die Mittelverwendung, andererseits um die Mittelherkunft. Bei der Mittelwendung stehen in der Finanzplanung folgende Komponenten im Fokus:

  • Gründungskosten und Investitionen sowie später Erweiterungs- und Ersatzinvestitionen
  • Laufende Kosten für das operative Geschäft u.a. für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, Marketingausgaben, Löhne und Gehälter (inkl. Sozialabgaben), Miete, Büro- und Fahrtkosten etc.
  • Zinszahlungen und Rückzahlungen von Verbindlichkeiten
  • Steuerzahlungen

Bei der Mittelherkunft sind in der Finanzplanung maßgeblich die nachfolgenden Quellen relevant:

  • Eigene Mittel: insbesondere zum Zeitpunkt der Gründung sollten Sie Eigenmittel aufbringen
  • Externe Finanzierung: je nach Gründungsvorhaben und Geschäftsmodell gibt es unterschiedliche externe Kapitalquellen, die infrage kommen - angefangen von Risikokapital eines Business Angels bis hin zu Fördermitteln
  • Finanzierung aus dem Cashflow: natürlich dienen auch die im Unternehmen erzielten Umsätze zur Finanzierung und fließen in die Finanzplanung ein. 

Unsere Empfehlung: monatliche Finanzplanung vornehmen

Aus unserer Sicht ist es unabdingbar eine kontinuierliche Finanzplanung zumindest auf Monatsbasis vorzunehmen. Abhängig von Ihrer Finanzierungssituation und dem Geschäftsmodell ist zu bestimmten Zeiten auch eine wöchentliche Finanzplanung zu empfehlen. Dabei nehmen Sie den Vergleich zwischen Soll und Ist Ihrer Umsätze, Kosten und des Ergebnisses vor und prüfen die Auswirkungen auf Ihre Liquidität. Um Ihre Liquidität ideal im Blick zu behalten, sollten Sie auch gleichzeitig neben dem aktuellen Zeitraum Ihre Annahmen für die kommenden Monate prüfen und ggf. anpassen. Auf diese Weise können Sie mögliche Liquiditätsengpässe sechs bis zwölf Monate im Voraus erkennen.

Auf Basis dieser Finanzplanung können Sie frühzeitig an Ihre Bank oder andere Kapitalgeber herantreten und steigern die Chancen auf frisches Kapital. Denn wenn das Kind erstmal in den Brunnen gefallen ist, wird es schwer, neues Geld zu erhalten.

Liquiditätsprobleme erkennen: Unternehmenskrise vermeiden

Wenn Sie feststellen, dass sich gravierende und dauerhafte negative Abweichungen bei den Ist-Zahlen Ihrer Geschäftsentwicklung in der Finanzplanung ergeben und Sie zunehmend Liquiditätsprobleme bekommen, dann können Sie zunächst Maßnahmen ergreifen, um diese zu beheben. Wenn Sie jedoch nicht zügig eine Besserung der Lage herbeiführen können, sollten Sie Ihre ursprüngliche Finanzplanung - also die wirtschaftliche Tragfähigkeit - überprüfen. Passen Sie Ihre Prognosen an die neuen Gegebenheiten an und analysieren Sie das Ergebnis der neuen Finanzplanung. Bei der beschriebenen Entwicklung ist klar, dass sich Ihr Unternehmen in einer Krise befindet. Sie haben dann grundsätzlich zwei Möglichkeiten:

  • Weitere Maßnahmen ergreifen, um die Unternehmenskrise zu überwinden.
  • Oder Sie entscheiden, die Geschäftstätigkeit einzustellen, bevor weitere Schulden entstehen. Die Aufgabe des Unternehmens ist zweifelsohne ein schmerzender Schritt. Doch lieber eine Ende mit Schrecken, als Schrecken ohne Ende - auch dieser Maßgabe muss ein Unternehmer ins Auge sehen.

Ein Unternehmen braucht sehr oft eine gewisse Anlaufzeit, um sich im Markt zu etablieren. Die Finanzplanung nach unten anzupassen, ist kein Beinbruch. Aber eines dürfen Sie nicht aus den Augen verlieren: Sie betreiben das Unternehmen zur Sicherung Ihres Lebensunterhalts. Setzen Sie sich daher feste Zeiträume zu denen Sie die wirtschaftliche Perspektive Ihres Vorhabens neu bewerten.

Steuern als Stolperstein in der Finanzplanung

Das Thema Steuern wird in der Finanzplanung häufig nicht ausreichend berücksichtigt - mit dem Ergebnis, dass Steuernach- oder -vorauszahlungen schnell zu Liquiditätsengpässen führen. Folgende Hinweise können Ihnen an dieser Stelle helfen:

  • Umsatzsteuer, die Sie durch den Verkauf Ihrer Produkte vereinnahmen, müssen Sie im Folgemonat im Rahmen der Umsatzsteuervoranmeldung an das Finanzamt abführen. Sorgen Sie daher im Rahmen Ihrer Finanzplanung für eine ausreichende Kontodeckung.
  • Steuern auf den möglichen Gewinn Ihres Unternehmens (je nach Rechtsform Einkommensteuer oder Körperschaftsteuer) werden nach dem Jahresabschluss festgesetzt. Zu den Nachzahlungen kommen dann aber meist direkt Vorauszahlungen, die die Liquidität belasten können. Sprechen Sie hier regelmäßig mit Ihrem Steuerberater, um keine Probleme in der Finanzplanung zu haben.

Einfluss der Zahlungsmoral auf die Finanzplanung

Einen Strich durch die Rechnung bzw. durch Ihre Finanzplanung können Ihnen die Zahlungsmoral Ihrer Kunden sowie Zahlungsausfälle machen. Gerade große Unternehmen zahlen teilweise erst nach 60 Tagen oder lassen Sie zunächst komplett in Vorleistung gehen. Die Zahlungsverzögerungen sollten Sie in der Finanzplanung berücksichtigen - ggf. müssen Sie hier zwischenfinanzieren. 

Versuchen Sie bei größeren Projekten Meilensteinzahlungen zu vereinbaren und informieren Sie sich über die Bonität bei Neukunden, wenn Sie Zweifel haben. Im Rahmen der Finanzplanung sollten Sie ohnehin stets die Zahlungseingänge im Blick behalten und ein effizientes Mahnwesen aufbauen. Ggf. können Sie auch über Factoring nachdenken. Hierbei verkaufen Sie Ihre Forderungen an spezielle Dienstleister - zwar gegen einen Abschlag, allerdings haben Sie den sofortigen Zahlungseingang.

Die Finanzplanung an das Wachstum anpassen

So merkwürdig es klingen mag, aber auch Wachstum kann zu Problemen bei Ihrer Finanzplanung führen. Denn mit zusätzlichem Wachstum wird auch mehr Kapital gebunden. Ggf. werden auch Erweiterungsinvestitionen fällig. Gehen Sie sicher, dass Ihr Unternehmen auch für die nächsten Wachstumsschritte mit genügend Kapital ausgestattet ist. Mit der neuen Finanzplanung erhöhen Sie den finanziellen Spielraum. Zudem werden Sie erkennen, ob Sie neues externes Kapital benötigen oder durch den Cashflow aus dem laufenden Geschäft wachsen können.

Tipps für die Finanzplanung

Abschließend halten wir die wichtigsten Tipps für Ihre Finanzplanung fest:

  • Nutzen Sie Tools für Ihre Finanzplanung: für den Start Ihrer Gründung haben wir ein Finanzplantool entwickelt.
  • Eng mit der kontinuierlichen Finanzplanung ist die Buchhaltung verbunden. Nehmen Sie diese zeitnah vor und sprechen Sie regelmäßig mit Ihrem Steuerberater. Viele Buchführungsprogramme bieten auch per Klick grafische Auswertungen.
  • Passen Sie Ihre Prognosen im Rahmen der laufenden Finanzplanung an, damit Sie Liquiditätsprobleme frühzeitig erkennen.
  • Spielraum in Ihrer Finanzplanung kann Ihnen ein Kontokorrentkredit sichern.