Besser planen – erfolgreicher gründen!

Wir zeigen Ihnen, wie aus Ihrer Geschäftsidee ein valides Geschäftsmodell wird und wie Sie mit einem professionellen Businessplan Kapitalgeber überzeugen!

Jens Schleuniger, Geschäftsführer von Für-Gründer.de

Variable Kosten – diese Faktoren müssen Sie beachten

Variable Kosten sind ein wichtiger Bestandteil der Gewinn- und Verlustrechnung in ihrem Finanzplan. In Ihrer Umsatzplanung haben Sie bisher auf Basis Ihrer kalkulierten Preise und der prognostizierten verkauften Menge den Plan-Umsatz festgelegt. Der nächste Schritt ist die Bestimmung der variablen Kosten. Als variable Kosten werden stets alle umsatzabhängigen Kosten betrachtet – sie sind abzugrenzen von den fixen oder laufenden Kosten, obgleich der Übergang durchaus fließend ist.

Wie sich diese variablen Kosten zusammensetzen, welche Faktoren beeinflussend wirken sowie ein konkretes Anwendungsbeispiel für den Finanzplan stellen wir Ihnen im Folgenden vor.

Was sind variable Kosten?

Variable Kosten sind in der betriebswirtschaftlichen Rechnung ein Teil der monatlichen Gesamtkosten in der Gewinn- und Verlustrechnung. Sie sind abhängig von der Menge an gefertigten oder verkauften Produkten – somit ist die Höhe beispielsweise auch von den Preisen für Ihre Roh-, Hilfs- oder Betriebsstoffe abhängig. Es handelt sich also um Kosten, die sich in Ihrem Unternehmen von Monat zu Monat durch unterschiedliche Parameter verändern. Variable Kosten ergeben sich dabei direkt aus der Produktherstellung oder Ihren erbrachten Dienstleistungen.

Die variablen Kosten werden daher oftmals als direkte umsatzabhängige Kosten bezeichnet. Daraus setzen sie sich zusammen:

  • Einkaufspreise für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
  • Einkaufspreise für Waren
  • Transportkosten
  • Energiekosten

Zusammengefasst ergeben diese Zahlen die variablen Kosten. Je nach Produktion und Absatz werden diese Daten schwanken – dies sollten Sie daher in Ihrer Finanzplanung stets berücksichtigen.

Das Gegenteil zu den variablen Kosten sind dielaufenden Kosten. Diese werden oftmals auch als Fix- oder Betriebskosten bezeichnet. Darin finden sich unter anderem Ausgaben für Miete oder die Gehälter Ihrer Angestellten. Sie fallen in der Regel relativ konstant jeden Monat an und schwanken nicht in direkter Abhängigkeit von der produzierten Menge. Die laufenden und variablen Kosten ergeben zusammen die GesamtkostenIhres Unternehmens. In der Gewinn- und Verlustrechnung im Finanzplan kalkulieren Sie beide Faktoren. Für das spätere Controlling sind diese Daten ebenfalls relevant.

Praxisbeispiel: Die variablen Kosten eines Restaurants

Sie stehen ganz am Anfang Ihrer gastronomischen Karriere und wollen ermitteln, welche Ausgaben Sie monatlich zu erwarten haben. In Ihrer Umsatzberechnung haben Sie dabei zunächst bspw. den Durchschnittsverzehr pro Gast festgelegt und den monatlichen Umsatz ermittelt. Nun stellt sich die Frage, wie groß Ihr Wareneinsatz ist

In der Gastronomie ergeben sich die variablen Kosten insbesondere aus den Preisen für den Wareneinkauf von Getränken und Lebensmitteln. Die Einkaufspreise schwanken je nach Lieferanten, Mengenrabatten und Saison. Sie möchten natürlich nicht nur die Kosten des servierten Gerichts decken, sondern auch noch Gewinn daraus ziehen. Daher ist es schon vor Start Ihres Restaurants sinnvoll, eine genaue Analyse der Einkaufspreise, die für ein Gericht nötig sind, zu erstellen. Diese können Sie als Wareneinkauf für den jeweiligen Umsatzposten Ihrer Kalkulation eintragen, wie die nachfolgende Grafik aus einem Finanzplan zeigt.

Variable Kosten in der Finanzplanung
In unserem Finanzplan-Tool können Sie Schritt für Schritt alle anfallenden variablen Kosten eintragen.

Diese Aufstellung mit allen variablen Kosten ermöglicht es Ihnen, zu geringe Gewinnmargen zu erkennen und gegebenenfalls etwas am geplanten Verkaufspreis pro Gericht oder Getränk zu verändern. Sie geben auch Auskunft darüber, ob Sie mit Ihrer Kalkulation pro Gericht oder Getränk wettbewerbsfähig sind. Das bedeutet: Kann sich Ihr Preis für z. B. eine Speise am Markt durchsetzen?

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Berechnung der variablen Stückkosten

Die variablen Stückkosten geben im nächsten Schritt Auskunft darüber, ob Ihr bereits in der Umsatzplanung festgelegter Verkaufspreis realistisch ist. Dieser variable Kosteneinsatz pro verkauftem Artikel lässt sich mit einer einfachen Formel ermitteln:

Gesamte variable Kosten (K) : Produktionsmenge oder Bezugsmengengröße (x) = variable Stückkosten (k)

Im konkreten Fall bedeutet das beispielsweise für den Getränkeabsatz in Ihrem Restaurant:

  • geplante verkaufte Getränke: 1.800
  • direkte Kosten im Einkauf: 700 €
  • weiterer Wareneinkauf (darin enthalten Strohhalme, Bierdeckel, etc.): 250 €

Auf die Formel übertragen bedeutet das:

K (700 € + 250 €) : x (1.800) = k (0,52 €)

Sie müssen also mit variablen Stückkosten von 0,52 € pro verkauftem Getränk rechnen. Pro Getränk haben Sie in Ihrer Planung bereits einen Verkaufspreis von 2,50 € kalkuliert. Das ergibt einen erwarteten Umsatz von 4.500 € mit Getränken. Abzüglich der variablen Kosten von insgesamt 950 € bleibt Ihnen – wenn sie 1.800 Getränke verkaufen – eine Marge von 3.550 €. Die Kalkulation mit den variablen Kosten pro Getränk geht zunächst also auf, die variablen Kosten sind gedeckt. In der weiteren Finanzplanung berücksichtigen dann Marketingkosten, laufende Kosten wie Miete und Gehälter etc. Schritt für Schritt wird sich dann die erzielte Marge reduzieren, bis Sie am Ende sehen, ob ein Gewinn oder eine Verlust entsteht.

Fazit: Alle variablen Kosten im Griff behalten

Variable Kosten sind ein wichtiger Bestandteil der Gewinn- und Verlustrechnung in Ihrer Finanzplanung. Variable Kosten sind in allen Branchen abhängig von der Menge an Produkten oder Dienstleistungen, die Sie verkaufen. Das definiert sie als umsatzabhängige Kosten in der Kalkulation. Sie fließen ebenfalls direkt in die Preiskalkulation für Ihre Produkte oder Dienstleistungen ein und geben Auskunft darüber, ob Sie gewinnbringend wirtschaften.

In vielen Bereichen umfassen die variablen Kosten hauptsächlich den Einkaufspreis der Rohstoffe oder Waren. Aber auch Transport- und Energiekosten gehören als Ausgaben dazu – allerdings bspw. auch umsatzabhängige Provisionen an Handelsvertreter.

Im direkten Gegensatz dazu stehen die laufenden oder fixen Kosten: dazu zählen beispielsweise Abschreibungen oder Mieten für Ihr Geschäft oder Ihr Restaurant. Diese verändern sich nicht direkt, wenn Sie mal mehr oder weniger verkaufen und fließen ebenfalls in Ihre Finanzplanung mit ein. Um die laufenden Kosten soll es dann im nächsten Abschnitt gehen.