Innere Ruhe finden: Gelassen durch den Tag



In der Ruhe liegt die Kraft – das Sprichwort zeigt bereits, wie wichtig die innere Ruhe ist. Sie gibt uns die Kraft, auch in hektischen und schwierigen Zeiten den Büroalltag zu bewältigen. 


Innere Ruhe finden: Schritt für Schritt und Soforttipps


Innere Ruhe finden
Ihr ärgert euch mal wieder? Versucht innerlich ruhig zu bleiben, dann löst ihr gelassen eure Herausforderungen. (Foto: Unsplash/Jeshoots.com))

Was bedeutet innere Ruhe?

Innere Ruhe bedeutet Gelassenheit, oder anders ausgedrückt: ein Leben ohne bzw. mit sehr wenig Stress. Denn Stress ist der häufigste Auslöser von innerer Angespanntheit, Nervosität und Angst.

Aber meistens sieht der Alltag so aus: Die Projekte reihen sich aneinander, die Mitarbeiter wünschen Gespräche und die To-do-Liste wird länger. Wenn ihr innere Unruhe verspürt, schlecht schlaft, der Tag übellaunig startet und sich Überforderung oder Abgeschlagenheit bemerkbar machen, ist es an der Zeit, etwas zu verändern. Anstelle die Kontrolle und Übersicht zu verlieren, sollte euer Ziel sein, die innere Ruhe zu finden. Denn: Wer ruhig ist, ist gelassen. Und damit nicht nur leistungsfähiger, sondern auch glücklicher.

Schritt für Schritt die innere Ruhe finden:

  • Macht euch zuerst bewusst, dass es um die INNERE Ruhe geht. Ihr wollt NICHT den Trubel um euch herum ausschalten, da es oft unmöglich ist. Und wenn möglich, ist es ein anderes Thema. Ihr wollt hingegen innerlich ruhig und ausgeglichen sein, selbst dann, wenn um euch herum sehr viel passiert.
  • “Versuche nicht, den Sturm zu beruhigen, beruhige deinen Verstand und der Sturm zieht vorbei.” Dieses Buddha-Zitat veranschaulicht das Vorhaben perfekt. Der Sturm: Das ist nicht nur die reale Hektik und Reizüberflutung, das handfeste, echte Problem, der Schicksalsschlag. Der Sturm entsteht oft nur in einem, den man spürt (eventuell gar bei einem lauen Lüftchen, also bei Kleinigkeiten), weil man auf Begebenheiten sehr emotional reagiert.
  • Räume dem Verstand Priorität ein, und nicht den (starken, negativen) Emotionen. Allerdings solltet ihr nicht versuchen, die Emotionen zu verdrängen. Vielmehr solltet ihr euch eure Gefühle bewusst machen. Denn damit setzt der Verarbeitungsprozess bereits ein.
  • Macht euch bewusst, was bei euch Stress auslöst, um diesen dann zu minimieren.

Das Auslöschen der Stressauslöser – auf pragmatische Art und Weise:

Oft haben kleine Änderungen eine große Wirkung – und zwar langfristig.

  • Problem: Der Straßenlärm macht nervös, die Konzentration leidet.Lösung: Zieht in ein ruhigeres Büro um. Vielleicht ist es kleiner, vielleicht nicht so schön. Aber dafür ist es ruhig. Das ist wichtiger.
  • Problem: Ihr könnt nicht gut mit Zeitdruck umgehen, werdet nervös, hektisch, habt Angst, die Arbeit nicht zu schaffen, macht vielleicht Fehler.
    Lösung: Fangt früher an. Oder: Nehmt keine sehr kurzfristigen Aufträge an. Kalkuliert von Beginn an mehr Zeit ein. Kalkuliert realistisch. Dabei hilft die ALPEN-Methode.
  • Problem: Morgen müsst ihr vor einem Publikum pitchen. Das fällt schwer, die Nacht davor wird kaum geschlafen aus Angst, sich zu verhaspeln, zu blamieren.
    Lösung: Überlasst diese Aufgabe einem Kollegen, der das besser kann und konzentriert euch auf die Aufgaben, die euch besser liegen. Das nennt man schlaue Arbeitsteilung. Oder: Bereitet euch so gut vor, dass ihr wisst, dass es gut wird. Hier gibt es Tipps zur Rhetorik und Körpersprache.
  • Problem: Die To-do-Liste ist so lang, der Kalender voller Meetings, sodass der Arbeitstag zwölf und mehr Stunden beträgt. Es gibt kaum noch freie Zeit, um abzuschalten.
    Lösung: Sortiere alle Aufgaben nach dem Eisenhower-Prinzip oder der ABC-Methode. Delegiert mehr Aufgaben. Oder: Erledigt die Aufgaben nicht in allerhöchster Perfektion, sondern handelt nach der 80-20-Regel, dem Pareto-Prinzip. Lernt ferner, „Nein“ zu sagen. Möglicherweise wird es leichter akzeptiert, als vorher gedacht.

Stressiger Augenblick? Soforttipps für mehr Gelassenheit

Abgesehen von den individuellen Stressauslösern und den damit verbundenen individuellen Möglichkeiten, diese dauerhaft oder zumindest langfristig abzustellen, gibt es hilfreiche Methoden, um in stressigen Augenblicken schnell innere Ruhe zu finden.

Die folgenden Tipps sind alle leicht in den Arbeitsalltag zu integrieren:

  • Pausen: Selbst kurze Pausen helfen, sich anschließend besser zu fühlen und konzentrierter weitermachen zu können. Es ist ein Trugschluss, zu denken, in stressigen, arbeitsintensiven Zeiten habe man keine Zeit, um Pausen einzulegen. Gerade dann sind Pausen unabdingbar.
    Tipp: Mit der Pomodoro-Technik oder dem Arbeitsrhythmus 52-17 könnt ihr euch gezielt Pausen in den Tagesplan einbauen. Der Wechsel zwischen hochkonzentriertem Arbeiten und kurzen, entspannten Pausen bringen euch Energie, Fokus und die innere Ruhe, euch auf Einzelaufgaben zu konzentrieren.
  • Bewegung: Nutzt die Pause für Bewegung, am besten an der frischen Luft. Ein 15-minütiger Spaziergang kann Wunder wirken. Ihr könnt aber auch hinter verschlossener Tür 15 Minuten wild tanzen oder Rückenübungen machen. Mit diesen Tipps haltet ihr euch fit im Büro.
  • Entspannungsübungen: Yoga, Autogenes Training, Meditation, Muskelentspannung etc. helfen, die eigene Mitte und innere Ruhe zu finden. Etliche Sportapps geben Anleitungen für kurze Übungen, die oft sogar auf dem Bürostuhl durchgeführt werden können. Hier geht es zu weiteren Pausen-Tipps.
  • Durchatmen: Sobald der Stress aufsteigt, hilft es, mehrmals tief durchzuatmen und sich dabei bewusst nur auf die Atmung zu konzentrieren. Fast automatisch wird man ruhiger.
    Tipp: Legt eine Hand auf den unteren Bauch, schließt die Augen, atmet tief ein, haltet den Atem für einige Sekunden und atmet anschließend langsam wieder aus. Wiederholt den Vorgang so oft, bis ihr euch entspannter fühlt.

Artikel-Tipp: Arbeitet dauerhaft daran, eure Resilienz zu stärken.

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Ob am Strand oder im Ruheraum des Büros: Meditation wirkt sich positiv auf das eigene Resilienzvermögen aus. (Foto: Unsplash)

Innere Ruhe finden im gesamten Alltag

Innere Ruhe zu finden, ist kein rein auf die Arbeitszeit beschränktes „Projekt“. Bestenfalls sollte das gesamte Leben so gestaltet werden, dass ihr ruhig, gelassen, zufrieden und glücklich seid. Das heißt:

  • Work-Life-Balance: Achte auf ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Arbeit und Freizeit. Auszeiten sind nämlich wichtig, um Energie zu tanken. Wichtig ist, dass die Auszeiten einem tatsächlich guttun und einen entspannen.
    Tipp: Verbringe nicht die gesamte Freizeit mit anderen Menschen. Nehmt euch mehrmals in der Woche Zeit nur für euch selbst – ob Badewanne oder Liegestuhl im Garten, ob Spaziergang oder Saunagang.
  • Gönnt euch genügend Schlaf: Tipps fürs besser Schlafen findet ihr hier.
  • Routinen erleichtern das Leben: Gewöhnt euch eine Morgenroutine oder Abendroutine an, die euch bestmöglich in den Tag bringen oder entspannt den Arbeitsalltag ausklingen lassen.
  • Ernährt euch gesund: Kaffee, Alkohol, fettes Essen etc. befördern Unruhe. Viel Wasser und Kräutertees sowie leichte, vitaminreiche Kost sind gut für mehr Ausgeglichenheit. Auch Nahrungsergänzungsmittel wie etwa Magnesium oder Calcium können helfen, Stress abzubauen. Lebt grundsätzlich gesund, etwa mit einer grünen Ernährung.
  • Gönnt euch einmal in der Woche eine Massage: Engagiert einen Masseur, der in die Firma kommt. Auch die Mitarbeiter können davon profitieren.
  • Werdet langsamer: Nicht der Schnellste arbeitet am effizientesten, sondern der Strukturierteste, Konzentrierteste. Wer zu schnell tippt, durch die Flure läuft, spricht etc. verfällt leicht in Hektik und Stress. Daraus folgt: Strukturiert den Tag und konzentriert euch aufs Wesentliche: Ablenkendes wie E-Mails, WhatsApp-Nachrichten etc. solltet ihr bewusst mehrmals am Tag für einen längeren Zeitraum komplett ignorieren.
  • Kommt es zu Ablenkungen, die ihr nicht ignorieren könnt (ein Mitarbeiter hat eine unaufschiebbare Frage, ein wichtiger Anruf eines Kunden kommt herein etc.): Dann konzentriert euch in diesem Moment nur darauf. Das heißt: Springt nicht in Gedanken zu der Tätigkeit, an der ihr gerade gesessen hattet und die ihr jetzt lieber schnell abschließen würdet. Denn sobald ihr das macht, setzt ihr euch automatisch unter Stress. Plant in euren Arbeitstag mit Hilfe der ALPEN-Methode ausreichend Puffer für solche Ablenkungen ein.
  • Denkt positiv. Das Glas ist halbvoll – und nicht halbleer. Die beste Methode, um positiv zu denken ist: positiv zu sprechen.
    1) Indem ihr sehr positive Worte benutzt. Etwa: „Die Präsentation ist nicht bloß gut, sondern hervorragend gelaufen.“
  • 2) Indem ihr Negationen vermeidet. Beispiel: Statt: „Das ist kein Problem“ sagt ihr: „Das ist leicht machbar.“ Oder: Statt: „Ich bin mir nicht sicher, ob wir den Auftrag bekommen.“ sagt ihr: „Wir haben die Chance, den Auftrag zu bekommen.“ 3) Indem ihr bei der Beurteilung einer Situation/eines Tages etc. zuerst das Positive durchdenkt/benennt.
  • Vermeidet Grübeleien. Sich ständig Sorgen um die Zukunft zu machen, ist kontraproduktiv. Das heißt nicht, dass ihr nicht für die Zukunft vorsorgen/sie im gewissen Rahmen planen sollt. Das schon. Die Zukunft jedoch tendenziell schwarzzumalen, ist das Gegenteil davon.
  • Lächelt so oft es geht. Es ist so einfach: Sobald man lächelt (selbst wenn man das Gefühl hat, dass es gerade keinen Grund dafür gibt), fühlt man sich besser.
  • Stärkt das Selbstbewusstsein. Wer von sich überzeugt ist, gibt weniger auf die Meinung anderer. Und somit läuft er auch seltener Gefahr, dass ihn diese Meinung aufregt. Er lässt sich nicht so leicht unter Druck setzen, muss sich nicht dauernd vergleichen und beweisen.
  • Erwartet nicht zu viel (von euch und anderen). Denn je höher die Erwartungen sind, desto größer fallen die Enttäuschungen aus, wenn etwas nicht wie erhofft eintritt.
  • Überfordert euch nicht. Auch ihr seid nur Menschen und keine Maschinen. Setzt euch realistische Ziele, statt Luftschlösser zu bauen. Gestaltet den Terminkalender realistisch, also so, dass das Pensum des Tages ohne Hetze machbar ist.
  • Nehmt Niederlagen nicht zu schwer, gebt euch nicht die Schuld an allem. Analysiert besser objektiv. Schaut grundsätzlich mehr nach vorne als zurück. Denn das Vergangene könnt ihr nicht mehr ändern, die Zukunft allerdings könnt ihr ab genau jetzt gestalten.

Fokussiert euch auf die Dinge, die ihr ändern könnt

Allerdings hat man nicht alles in der Hand. Nehmt die Dinge, die ihr nicht ändern könnt, hin. Wenn ihr im Stau steht und dabei eh schon zu spät dran seid: Es bringt gar nichts, sich aufzuregen. Macht stattdessen das Beste daraus. Freut euch über die gute Musik im Radio oder legt ein schönes Hörbuch ein. Und kommuniziert eurem Team, dass ihr später ins Büro kommt. Kurzum:

Fokussiert euch auf die Dinge, die ihr ändern könnt und geht sie tatsächlich an.

Hier ein paar Beispiele zum Abschluss:

  • Ihr schlaft zu wenig: Geht früher ins Bett.
  • Ihr trinkt zu viel Kaffee. Ab morgen steht die Teetasse neben dem Computer.
  • Ihr verschwendet Zeit in Meetings, da viel zu viel Nebensächliches/Unwichtiges besprochen wird: Setzz klare Konferenz-Regeln auf und gebt Zeitlimits vor.
  • Sprecht Dinge an, die euch auf die Palme bringen/grübeln lassen an. Vieles redet man sich nur ein, interpretiert es über. Klärende Gespräche räumen Missverständnisse aus und verschaffen somit innere Ruhe.
  • Und last not least: Vollbringt jeden Tag eine gute Tat!
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