| Warum brauchen Startups ein Geschäftskonto?
Eine gesetzliche Pflicht zum Geschäftskonto gibt es nicht. Gründen Sie Ihr Startup als GmbH, UG oder AG, kommen Sie in der Praxis dennoch nicht ohne aus.
Der Grund: Die Gesellschaft ist eine eigene juristische Person. Ihr Vermögen gehört nicht den Gründern, sondern dem Unternehmen.
Ein separates Geschäftskonto trennt die Finanzen des Startups sauber von den privaten Zahlungen der Gründer. Das bringt im Alltag folgende Vorteile:
- Mehrere Gründer: Alle Beteiligten können entsprechend ihrer Berechtigungen auf die Unternehmensfinanzen zugreifen.
- Transparente Buchhaltung: Private und geschäftliche Zahlungen bleiben getrennt. Das erleichtert die ordnungsgemäße Buchhaltung.
- Wachstum: Zusätzliche Nutzer, Karten und steigende Zahlungsvolumen lassen sich besser organisieren.
- Kapitalbeschaffung: Investoren erwarten bei Finanzierungsrunden nachvollziehbare, sauber getrennte Unternehmensfinanzen.
Außerdem wichtig: Auf das Geschäftskonto zahlen Startups, die als Kapitalgesellschaften gegründet werden, im Gründungsprozess ihr Stamm- bzw. Grundkapital ein.
| Welches Geschäftskonto ist das richtige für Startups?
„Startup“ ist keine eigene Rechtsform. Sie brauchen deshalb kein spezielles Startup-Konto, sondern ein Konto, das Ihre Rechtsform unterstützt.
Entscheidend sind zwei Fragen: Welche Rechtsform hat das Startup, und was braucht es im Alltag?
Geschäftskonto nach Rechtsform auswählen
Die meisten Startups in Deutschland gründen als GmbH oder UG. Beide Rechtsformen beschränken die Haftung auf das Gesellschaftsvermögen. Seltener entscheiden sich Gründer für eine AG.
Welche Rechtsform zu Geschäftsmodell, Kapitalbedarf und Wachstumsplänen passt, klärt unser Rechtsformtest.
Für die typischen Startup-Rechtsformen haben wir Geschäftskonten einzeln verglichen. Dort sehen Sie auch, welche Kriterien für die jeweilige Rechtsform besonders wichtig sind:
- Geschäftskonto-Vergleich für GmbHs
- Geschäftskonto-Vergleich für GmbHs i. G.
- Geschäftskonto-Vergleich für UGs
- Geschäftskonto-Vergleich für UGs i. G.
- Geschäftskonto-Vergleich für AGs
Fehlt Ihre Rechtsform, finden Sie diese in unserem großen Geschäftskonto-Vergleich.
Steht die Rechtsform fest, entscheiden die Anforderungen Ihres Startups über das passende Konto. Dazu gehören beispielsweise Teamfunktionen, Schnittstellen, Zahlungsverkehr und Kosten.
Konto für GmbH, UG und AG in Gründung
Gründen Sie eine Kapitalgesellschaft, brauchen Sie das Konto schon vor dem Eintrag ins Handelsregister. Bis dahin gilt die Gesellschaft als "in Gründung" (i. G.).
Auf das Konto zahlen Sie bei einer Bargründung das erforderliche Stamm- oder Grundkapital ein. Erst danach können Sie die Gesellschaft zum Handelsregister anmelden.
Das Geschäftskonto „i. G.“ können Sie erst nach der notariellen Beurkundung eröffnen. Nach der Einzahlung stellt die Bank eine Einzahlungsbestätigung aus, die Notar oder Registergericht häufig als Nachweis verlangen.
Achten Sie deshalb auf einen Anbieter, der Konten in der Gründungsphase eröffnet. Ein Geschäftskonto für bestehende Gesellschaften eignet sich nicht automatisch. Geeignet sind zum Beispiel Vivid als Online-Konto und die Deutsche Bank als Filialbank.
Geschäftskonto nach Bedarf auswählen
Steht die Rechtsform fest, entscheidet der Bedarf des Startups über das passende Konto. Typische Anwendungsfälle sind:
- Gründerteams: Gründen mehrere Personen gemeinsam, braucht jede einen eigenen Zugang mit passenden Rechten. Wichtig sind außerdem eigene Karten und Zahlungsfreigaben durch eine zweite Person. Geeignet sind zum Beispiel Vivid und das Geschäftskonto der Deutschen Bank.
- Internationale Zahlungen: Wer Kunden oder Dienstleister im Ausland hat, sollte auf niedrige Gebühren für Fremdwährungen und Auslandsüberweisungen achten. Geeignet sind zum Beispiel Vivid, Finom und die Deutsche Bank.
- Hohe Guthaben: Nach einer Finanzierungsrunde liegen oft große Summen auf dem Konto. Dann sollte die gesetzliche Einlagensicherung greifen. Sie schützt Guthaben bis 100.000 Euro, falls die Bank insolvent geht. Sicher gilt sie bei Banken mit eigener Lizenz, etwa der Deutschen Bank oder der Commerzbank.
- Wachstumskredite: Plant das Startup später Kredite für das Wachstum, sollte der Anbieter Finanzierungen anbieten. Diese finden Sie vor allem bei Direkt- und Filialbanken. Geeignet sind zum Beispiel die Deutsche Bank und die Commerzbank.
Förderkredite der KfW, der staatlichen Förderbank, beantragen Gründer nicht direkt, sondern über eine Bank. Online-Anbieter ohne eigene Banklizenz kommen dafür nicht infrage.
| Worauf sollten Startups beim Geschäftskonto achten?
Ein gutes Geschäftskonto für Startups startet günstig und wächst mit Ihrem Unternehmen. Besonders wichtig sind dafür Kosten, Teamfunktionen, Schnittstellen, Zahlungsverkehr und die Skalierbarkeit des Kontos.
#1 Kosten und Buchungen
Vergleichen Sie nicht nur die monatliche Grundgebühr. Entscheidend ist, was das Geschäftskonto in der tatsächlichen Nutzung kostet.
Achten Sie bei den Kosten und Buchungen auf:
- enthaltene und kostenpflichtige Buchungen
- Kosten für zusätzliche Karten und Nutzer
- Gebühren für Unterkonten
- Kosten für Auslandszahlungen und Fremdwährungen
- kostenpflichtige Zusatzfunktionen
Ein kostenloses Geschäftskonto kann bei vielen Buchungen teurer werden als ein kostenpflichtiger Tarif. Unser Geschäftskonto-Vergleich berücksichtigt deshalb neben dem Grundpreis auch die weiteren Kosten und Leistungen der Tarife.
#2 Nutzer, Karten und Unterkonten
Gründen Sie im Team, sollten alle Beteiligten passende Zugriffsrechte erhalten. Ein gemeinsamer Login ist dafür keine gute Lösung.
Prüfen Sie bei Nutzerfunktionen, Karten und Unterkonten:
- Wie viele Nutzer sind inklusive?
- Lassen sich Rollen und Zugriffsrechte festlegen?
- Können Zahlungen durch eine zweite Person freigegeben werden?
- Erhalten Mitarbeitende eigene Karten mit individuellen Limits?
- Lassen sich Unterkonten für Steuern, Gehälter oder Projekte anlegen?
So können Mitarbeitende eine Firmenkreditkarte erhalten, ohne vollen Zugriff auf das Geschäftskonto des Startups zu bekommen.
#3 Buchhaltung und Schnittstellen
Das Geschäftskonto Ihres Startups sollte zur Buchhaltung passen. Arbeitet Ihre Steuerberatung mit DATEV, sollte das Konto die nötige Datenübertragung unterstützen. So sparen Sie sich manuelle Übertragungen.
Achten Sie auf Schnittstellen zu:
- DATEV
- Ihrer Buchhaltungssoftware
- Rechnungsprogrammen
- weiteren Anwendungen per API
Klären Sie vor der Kontoeröffnung, welche Systeme Sie in Ihrem Startup dauerhaft einsetzen möchten.
#4 Internationale Zahlungen
Planen Sie internationale Kunden, Mitarbeitende oder Dienstleister, sollten Sie Auslandszahlungen bei der Kontoauswahl berücksichtigen.
Prüfen Sie bei internationalem Zahlungsverkehr:
- Welche Fremdwährungen unterstützt das Konto?
- Was kosten Überweisungen außerhalb des Euroraums?
- Welche Wechselkursgebühren fallen an?
- Funktionieren die Karten weltweit?
- Sind Fremdwährungskonten verfügbar?
Bezahlen Sie regelmäßig US-Dienstleister, können Wechselkurs- und Überweisungsgebühren dauerhaft ins Gewicht fallen.
#5 Sicherheit der Guthaben
Nach einer Finanzierungsrunde liegen oft hohe Beträge auf dem Geschäftskonto. Die gesetzliche Einlagensicherung schützt Guthaben bei Banken bis 100.000 Euro pro Kunde und Bank.
Einige Fintechs sind keine Bank, sondern E-Geld- oder Zahlungsinstitute. Für deren Kundengelder gilt keine Einlagensicherung. Die Anbieter müssen das Geld aber getrennt vom eigenen Vermögen verwahren.
Klären Sie beim Geschäftskonto-Vergleich für Ihr Startup:
- Hat der Anbieter eine eigene Banklizenz oder arbeitet er mit einer Partnerbank?
- Greift die Einlagensicherung für Ihr Guthaben?
- Lohnt es sich, hohe Guthaben auf mehrere Banken zu verteilen?
#6 Skalierbarkeit und Finanzierung
Das Geschäftskonto sollte ebenso wie Ihr Startup wachsen können. Aus zwei Gründern werden schnell zehn Mitarbeitende. Dann benötigen Sie weitere Nutzer, Karten, Unterkonten und höhere Zahlungslimits.
Auch für die spätere Finanzierung spielt das Konto eine Rolle. Werden Betriebsmittelkredite oder ein Kontokorrentkredit relevant, bieten nicht alle Anbieter solche Finanzierungen an.
Prüfen Sie hinsichtlich Skalierbarkeit und Finanzierungsmöglichkeiten:
- Können Nutzer, Karten und Unterkonten erweitert werden?
- Gibt es passende Tarife für höhere Buchungszahlen?
- Lassen sich Limits mit wachsendem Zahlungsverkehr erhöhen?
- Bietet der Anbieter Kredite oder Kontokorrentlinien?
- Können Sie unkompliziert in einen leistungsfähigeren Tarif wechseln?
Tipp: Geschäftskonto über die Gründung hinaus planen
Gründen Sie Ihr Startup als GmbH, UG oder AG, sollte das Konto nach dem Eintrag ins Handelsregister weiterlaufen können. Stellen Sie deshalb gleich zu Beginn sicher, dass Tarif und Funktionen zum geplanten Wachstum passen.
So sparen Sie sich einen späteren Kontowechsel und konzentrieren sich auf das Wesentliche: den Aufbau Ihres Startups.
| Fintech, Direktbank oder Filialbank: Was passt zum Startup?
Geschäftskonten für Startups bieten sowohl Online-Anbieter als auch klassische Banken an. Für digital arbeitende Startups passt häufig ein Fintech. Bei Finanzierungs- oder Beratungsbedarf sind dagegen Direkt- oder Filialbanken oft besser geeignet.
Fintech: für digitale Prozesse und wachsende Teams
Fintechs passen häufig zum Arbeitsalltag junger Startups, da sich viele Prozesse vollständig digital abwickeln lassen.
Interessant sind vor allem Teamfunktionen, Unterkonten und Schnittstellen. Diese können die Finanzverwaltung bei wachsenden Teams erleichtern.
Achten Sie auf zwei Punkte: Nicht jedes Fintech hat eine Banklizenz. Ob Ihr Guthaben dann unter die Einlagensicherung fällt, hängt davon ab, ob es bei einer Partnerbank liegt.
Direktbank: digitales Banking mit klassischen Bankleistungen
Direktbanken verbinden digitales Banking mit klassischen Bankleistungen. Sie eignen sich damit für Startups, die einen Mittelweg zwischen digitalem Fintech und beratungsorientierter Filialbank suchen.
Eine persönliche Betreuung vor Ort bieten Direktbanken in der Regel nicht. Je nach Anbieter können dafür aber Finanzierungsprodukte verfügbar sein.
Filialbank: persönliche Beratung und Finanzierung
Filialbanken können für Startups mit höherem Finanzierungs- oder Beratungsbedarf interessant sein. Das gilt beispielsweise bei größeren Investitionen oder komplexeren Unternehmensstrukturen.
Ein persönlicher Ansprechpartner kann die Abstimmung mit der Bank erleichtern.
| Wie eröffnen Startups ein Geschäftskonto?
Die Eröffnung eines Geschäftskontos für Startups hängt von der Rechtsform, dem Gründungsstatus und dem Anbieter ab.
Im Allgemeinen gehen Sie so vor:
- Rechtsform und Gründungsstatus klären: Prüfen Sie, für welche Rechtsform Sie das Konto eröffnen. Kapitalgesellschaften benötigen bei einer Bargründung schon vor ihrem Eintrag ins Handelsregister ein Geschäftskonto. Stellen Sie sicher, dass der Anbieter die Kontoeröffnung in der Gründungsphase unterstützt.
- Passende Geschäftskonten vergleichen: Vergleichen Sie nur Konten, die für Ihre Rechtsform und Ihren Gründungsstatus verfügbar sind. Berücksichtigen Sie dabei die Anforderungen Ihres Startups an Kosten, Funktionen und Wachstum.
- Unterlagen einreichen: Typischerweise brauchen Sie die Ausweise der vertretungsberechtigten Personen und den notariell beurkundeten Gesellschaftsvertrag oder das Musterprotokoll. Bei bestehenden Gesellschaften kommen Handelsregisterauszug, Gesellschafterliste und häufig ein Auszug aus dem Transparenzregister hinzu. Außerdem fragt der Anbieter nach den wirtschaftlich Berechtigten.
- Vertretungsberechtigte Personen legitimieren: Der Anbieter muss die handelnden Personen identifizieren. Bei einer GmbH betrifft das beispielsweise die vertretungsberechtigten Geschäftsführer. Die Legitimation erfolgt je nach Anbieter über unterschiedliche Identifikationsverfahren.
- Prüfung und Kontoeröffnung abwarten: Der Anbieter prüft die eingereichten Angaben und Unterlagen. Dauer und Umfang der Prüfung unterscheiden sich nach Rechtsform, Unternehmensstruktur und Anbieter.
- Kapital einzahlen (bei Gründung): Zahlen Sie das Stamm- oder Grundkapital ein und fordern Sie die Einzahlungsbestätigung der Bank an. Damit kann die Anmeldung zum Handelsregister erfolgen.
Online-Anbieter eröffnen Konten häufig schneller und vollständig digital. Bei klassischen Banken dauert die Prüfung oft länger.
Fehlende Dokumente oder ungeklärte Vertretungsverhältnisse verzögern die Kontoeröffnung. Reichen Sie deshalb alle Unterlagen vollständig ein.
Als Gründer, Selbstständiger oder Unternehmer weißt du, wie wichtig passgenaue Inhalte sind. Hilf uns, diese auch in Zukunft zu liefern, indem du uns bewertest.