Feel Good Manager: Aufgaben und Vorteile für Unternehmen



Ein Feel Good Manager soll das Betriebsklima fördern. Welche Möglichkeiten er hat und wie Unternehmen auch wirtschaftlich davon profitieren, haben wir eine Feel Good Managerin und eine Ausbilderin gefragt.

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Damit Feel Good Manager für gute Stimmung im Büro sorgen können, braucht es die Bereitschaft des gesamten Teams, neue Wege zu gehen. (Foto: Unsplash)

Was macht ein Feel Good Manager?

Wenn Unternehmer darüber nachdenken, einen Feel Good Manager einzustellen, kommt eine Frage zwangsläufig auf:

Was bringt das?

Das Bild vom Feel Good Manager als Büro-Clown ist weit verbreitet, wird dem Berufsbild aber nicht gerecht. Feel Good Manager tragen eine hohe Verantwortung, indem sie sich um das Wohlergehen der Mitarbeiter kümmern – und zwar nicht mit aufgesetzter guter Laune. Stattdessen beschäftigen sie sich intensiv mit jedem Einzelnen im Team. So beschreibt Pia Zumbruch, Expertin und Ausbilderin für Feel Good Managment, was hierbei möglich ist und was zu kurz gedacht ist:

Ein guter Feel Good Manager kann helfen, die Defizite aufzudecken, die Führung dahingehend zu sensibilisieren und dann die Kultur hin zu einer Feel Good Unternehmenskultur zu entwickeln. Ein Obstkorb und Rückenkurse reichen dabei nicht aus!

Nicole Jamm ist Feel Good Managerin bei BOLDLY GO INDUSTRIES und beschreibt das Vorgehen in ihrem Alltag:

Beim Feel Good Management dreht sich alles um die Unternehmenskultur, die für bestehende und neue Mitarbeiter verbessert und attraktiver gestaltet werden soll. Hierzu gehören eine Vielzahl von abwechslungsreichen Aktivitäten: von der Gestaltung von Büroflächen, über die Veranstaltung von Teamevents bis hin zu klärenden Mitarbeiter- oder Gruppengesprächen.

Was bewirkt Feel Good Management?

Feel Good Manager sind auf sämtlichen Unternehmensebenen aktiv, um passende Maßnahmen für ein angenehmes Arbeitsklima zu entwickeln. Nicole erklärt, welche Effekte das insbesondere mit Blick auf die Personalplanung und Mitarbeiterbindung hat:

Gerade in der heutigen Zeit ist der Faktor Unternehmenskultur ausschlaggebend, um Mitarbeiter zu gewinnen und sie auch zu halten. Denn viele Unternehmen befinden sich zurzeit in einem Wandel. Durch mich hat das Team eine Ansprechpartnerin, die sich um ihre Belange kümmert, sich für ihre Probleme und Sorgen interessiert und zur Seite steht – beruflich wie privat.

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Dabei betont Nicole, dass Feel Good Manager auch und ganz besonders dann gebraucht werden, wenn die Sonne nicht scheint und Unternehmenskrisen drohen:

Insbesondere in unsicheren Zeiten, wie beispielsweise jetzt durch die Corona-Krise, stehe ich dem Team als Gesprächspartnerin oder vielmehr als Coach zur Verfügung. Generell ist es wichtig, gute wie kritische Themen anzusprechen, zu diskutieren und falls nötig bis in die Chefetage zu tragen. Feel Good Management dient deshalb nicht dem Mitarbeiter-Entertainment oder der Bespaßung, sondern sorgt für ein offenes, positives Betriebsklima und ein gestärktes Gemeinschaftsgefühl.

Dass diese vermeintlich weichen Faktoren klar nachweisbare Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg haben, bestätigt Ausbilderin und Expertin Pia Zumbruch:

Die Mitarbeiter arbeiten besser im Team zusammen und der Informationsfluss ist gut. Sie sind produktiv, leisten qualitativ gute Arbeit, bringen eigene Ideen ein und verbessern Prozesse. Sie entwickeln sich weiter. Und die Anzahl an “Blaumachern” sinkt.

Auf mittel- und langfristige Sicht verringern Unternehmer also den Frust im Team, was die Mitarbeitermotivation und damit auch den Unternehmenserfolg steigert.

Feel Good Management ist kein Allheilmittel

Ein Feel Good Manager kann dazu beitragen, die Kommunikation zwischen Mitarbeitern untereinander und mit der Unternehmensführung zu verbessern. Reichen die internen Probleme jedoch tiefer, gerät auch der Feel Good Manager an seine Grenzen. So betont Pia Zumbruch, dass es immer an der Unternehmensleitung liege, ob Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden und in das Wohlbefinden der Mitarbeiter investiert wird. Ein Feel Good Manager könne das nicht allein entscheiden.

Dass Grundvoraussetzungen gegeben sein müssen, sieht auch Nicole so:

In unserem Unternehmen funktioniert Feel Good Management nur im Dialog und im engen Zusammenspiel mit der Unternehmensführung. Mögliche Defizite, die im Unternehmen seitens der Mitarbeiter, aber auch von der Geschäftsführung erkannt werden, werden durch mich nicht ausgeglichen, sondern vielmehr lösungs- und ergebnisorientiert – im Sinne aller – moderiert.

Damit ein Feel Good Manager erfolgreich arbeiten kann, braucht es also die Bereitschaft aller, an sich selbst und den eigenen Kommunikationsmustern zu arbeiten.

Wann und für wen lohnt sich ein Feel Good Manager?

Nicht nur für große Konzerne, wie Nicole feststellt:

Auch wenn ein Unternehmen vielleicht nur fünf Mitarbeiter hat, empfiehlt es sich, dass wenigstens eine Person diese Aufgaben mitübernimmt, denn jedes Unternehmen, das in der heutigen Zeit wachsen und sich verändern will, braucht einen Feel Good Manager.

Dabei muss es sich nicht gleich um einen FGM auf Vollzeit handeln. Pia hält die Einrichtung eines Feel Good Managements in jeder Branche und bei jeder Unternehmensgröße für sinnvoll. Flexiblität ist der Ausbilderin zufolge der Schlüssel zum Mitarbeiterglück:

In mittelständischen Unternehmen sind es meist Personaler oder Assistenten, die sich als zentrale Anlaufstelle um die Belange der Mitarbeiter kümmern. Aber letztendlich trägt ja jeder dazu bei, dass alle sich bei ihrer Arbeit wohlfühlen: jeder Inhaber, Geschäftsführer, jede Führungskraft, jede Kollegin und jeder Kollege. Feel Good Management findet in allen Unternehmen und auf allen Ebenen statt. 

Je besser sich Führungskräfte und Mitarbeiter fühlen und je authentischer Unternehmenswerte gelebt werden, hinter denen das Team steht, desto effektiver kann der Feel Good Manager seine Arbeit gemeinsam mit dem Team erledigen. Sie bringen Freude und Glück in das Unternehmen, was sich maßgeblich auf die Zufriedenheit und den wirtschaftlichen Erfolg auswirkt.

Welche Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es?

Nicole empfiehlt GOODPlace, wo sie auch ihre eigene Ausbildung abgeschlossen hat. Darüber hinaus kennt sie noch weitere Stellen:

In den letzten Jahren haben sich diverse Seminaranbieter dem Themenfeld angenommen. Auch die Industrie- und Handelskammern (IHK) bieten zertifizierte Seminare an. Ein halbjährliches zertifiziertes Studium bietet unter anderem das Institut für Managementberatung (IFM) oder die Greiz Akademie an.

Es gibt also nicht den einen Weg hin zu diesem Beruf. Doch genau in den vielen Möglichkeiten zum Quereinstieg sieht Ausbilderin Pia die Chancen:

Für eine Tätigkeit als Feel Good Manager gibt es bisher immer noch keine einheitliche Ausbildung oder Qualifikation. Aber das ist meiner Ansicht nach auch gut so, denn genau diese Vielfalt an FGM mit den unterschiedlichsten Werdegängen macht die Arbeit ja so interessant. So kenne ich FGM, die ursprünglich aus den Bereichen Personal, Marketing oder dem betrieblichen Gesundheitsmanagement kommen, aber auch ehemalige Betriebsräte.

Weiterhin gibt es, so Pia, auch Online-Qualifikationen des Verlags für die Deutsche Wirtschaft AG, bei der auch ein Zertifikat der Hochschule Fresenius erworben werden kann.

Und das könnt ihr für gute Laune im Team tun

Ob mit oder ohne Feel Good Manager, die folgenden Tipps sorgen garantiert für eine schöne Zeit im Büro und außerhalb:

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