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Helge Wils, Geschäftsführer von Für-Gründer.de

Mit dem Bonus Fachkräfte anwerben und Mitarbeiter belohnen

Der Bonus erhält Einzug in die Start-up-Welt. Was bislang hauptsächlich Führungskräften in Konzernen und Banken vorbehalten war, wird seit einigen Jahren auch Mitarbeitern in kleinen und jungen Unternehmen ermöglicht. Denn durch den Einsatz der Mitarbeiterbeteiligung oder des Bonus können auch Gründer im Kampf um Fachkräfte punkten.

Um Existenzgründer und Selbstständige auf den Umgang mit den verschiedenen Varianten, einen Bonus zu gewähren, vorzubereiten, wird hier erklärt, worauf zu achten ist.

Bonus: Vom Konzern ins Start-up

Noch vor wenigen Jahren stand der Bonus fast ausschließlich mit der Tätigkeit des Bankangestellten oder Managers im Zusammenhang. Vor allem in großen Konzernen war der Umgang mit dem Bonus geläufiger, als in kleinen Unternehmen. Da sich die Hebelwirkung, die ein Bonus beim Mitarbeiter auslösen kann, aber scheinbar herumgesprochen hat, setzen auch immer mehr Start-ups den Bonus als ein Instrument zur Mitarbeitermotivation ein. So erhalten auch Berufseinsteiger und „normale" Angestellte die Chance auf einen Bonus.

Im Gegensatz zum fixen monatlichen Gehalt wird der Bonus als variabler Gehaltsanteil gehandelt, der zumeist einmal im Jahr über den festen Lohn hinaus gewährt wird, sofern bestimmte Zielvorgaben erreicht werden konnten. Diese Zielvorgaben beziehen sich in der Regel auf den betrieblichen Erfolg des Unternehmens und die persönlichen Leistungen der Mitarbeiter. Allerdings warnen einige Experten davor, den Bonus an Zielvorgaben zu koppeln, da so die intrinsische Verbindung zum Unternehmen geschwächt werde. Andere wiederum sehen darin die perfekte Möglichkeit, Mitarbeitermotivation zu generieren. In jedem Fall sollten Gründer wissen, wie man den Bonus richtig einsetzt.

Warum extra Bonus zahlen?

Zu den Hauptzielen, die mit dem Bonus verfolgt werden, gehören die Motivation der Mitarbeiter und die Stärkung der Unternehmenskultur durch Teilhabe des Teams am Erfolg. Vor allem für Start-ups sind diese Ziele wichtig, selbst wenn viele Gründer glauben, keinen Bonus zahlen zu können. Aber gerade für Start-ups eignet sich der Bonus, um vor allem Fachkräfte ins Boot zu holen, die zumeist eher von großen Unternehmen mit attraktiven Gehältern angeheuert werden.

Gerade dann, wenn man nur ein kleines monatliches Gehalt bieten kann, hebt ein Bonus das Niveau der Gehaltsverhandlung auf ein neues Level. Letztendlich können Mitarbeiter mit der Aussicht, am Jahresende einen größeren Bonus zu erhalten, über einen längeren Zeitraum hinweg motiviert werden.

Höhe des Bonus festlegen

Um die Höhe des Bonus festlegen zu können, ist ein Blick auf die Einflussfaktoren im Unternehmen nötig. Hierfür sollten sich Gründer folgende Fragen stellen:

  • Was bedeutet Erfolg im Unternehmen?
  • In welcher Beziehung stehen der Unternehmenserfolg und der persönliche Erfolg der Mitarbeiter zueinander?
  • Wie kann der Erfolg des Unternehmens gemessen werden?
  • Wie kann der Erfolg des Mitarbeiters gemessen werden?
  • Ist ein regelmäßiges Mitarbeitergespräch nötig, in dem der Zwischenstand besprochen wird?
  • Wie können sich Mitarbeiter über den Stand der Dinge generell informieren?
  • Was passiert, wenn Ziele nicht erreicht werden konnten?
  • Wie kann man Mitarbeiter dabei unterstützen, Ziele zu erreichen?

Sofern man den Bonus von bestimmten Zielen abhängig machen möchte, sollte diese zuerst deutlich in einem Mitarbeitergespräch kommuniziert, in konkrete Zahlen gegossen und schriftlich festgehalten werden. Solche Zielvorgaben können Nutzerzahlen oder Umsätze sein. Ebenso wie die unternehmerischen Ziele müssen jene Zielvorgaben für die Mitarbeiter festgehalten werden, damit diese wissen, ab wann der Bonus erreicht ist und wie der Bonus erzielt werden kann. Wage Formulierungen, wie „wenn es dem Unternehmen gut geht" reichen nicht.

Eine weitere Grundregel bezieht sich auf den prozentualen Anteil des leistungsbezogenen Bonus. Der darf nämlich nicht beliebig hoch sein. Stattdessen sollte das garantierte Festgehalt 80 % des branchenüblichen Entgelts betragen, damit das wirtschaftliche Risiko nicht auf den Mitarbeiter abgewälzt wird.

Geldprämien als Bonus

Die populärste Variante, einen Bonus zu bieten, ist die Auszahlung von Geld. Hierbei wird zumeist am Ende des Jahres ein vorab festgelegter Betrag zusätzlich zum eigentlichen Gehalt gewährt, der je nach persönlicher Leistung, Betriebszugehörigkeit oder Gewinn- bzw. Erfolgsbeteiligung variieren kann.

In Start-ups gehen dem Bonus häufig niedrigere Grundgehälter voraus. Den Gründer freut es. Allerdings wird gerade Berufseinsteigern, die sich von der potenziellen Höhe des Bonus blenden lassen könnten, geraten, sich über die Leistungen jenseits des Bonus zu informieren. Auch die Grundvoraussetzungen, wie ein ausreichendes Festgehalt, Abgaben zur Altersvorsorge oder Maßnahmen der Weiterbildung fließen in die Gesamtbetrachtung ein. Um also als Start-up unabhängig vom Geld einen attraktiven Arbeitsplatz bieten zu können, könnten Weiterbildungsmaßnahmen, ein Feel-Good-Manager oder die Übertragung von Verantwortung und Freiheiten weitere Pro-Argumente sein.

Denn einige Unternehmensberater warnen davor, Mitarbeiter mit einem Bonus in Form von Geld motivieren zu wollen. Hierbei könne es nämlich passieren, dass aus jedem Mitarbeitergespräch auch eine Gehaltsverhandlung wird, sobald neue Aufgaben besprochen werden. Wenn sich Mitarbeiter scheinbar nur über einen Bonus motivieren lassen, sollten Gründer überlegen, welche anderen nachhaltig wirkenden Anreize zur Motivation geschaffen werden könnten.

Sachzuwendungen als Bonus

Eine weitere Möglichkeit, seinen Mitarbeitern einen Bonus zukommen zu lassen, bietet sich mit Gutscheinen oder Zuschüssen. Hierbei überlässt der Arbeitgeber dem Mitarbeiter einen Warenrabatt, Tank- und Essensgutscheine oder bezuschusst die Mitgliedschaft in einem Fitnessclub.

Der Vorteil des Bonus durch Sachzuwendungen liegt in der Besteuerung, da ein Bonus als Geldprämie voll zu versteuern ist. Bei diesem Bonus kommt letztlich weniger beim Mitarbeiter an. Ein Bonus mittels Sachzuwendung hingegen wird steuerbegünstigt für den Mitarbeiter behandelt, während sich der Gründer den Arbeitgeberanteil, wie er ihn beim herkömmlichen Lohn oder Bonus zahlen müsste, erspart. Das ist ein deutlicher Vorteil des Bonus in Form von Sachzuwendungen. Ein Nachteil dieser Form, einen Bonus auszuhändigen, ist, dass er nicht in die Bemessungsgrundlage der Rentenversicherung des Mitarbeiters einfließt.

Gleiches wie beim Bonus in Form von Gutscheinen und Zuschüssen gilt beim Bonus durch Gegenstände, die der Arbeitgeber dem Mitarbeiter günstiger überlassen kann. Branchenbezogen kann dies eine Kamera, ein Laptop, ein Tablet oder sogar ein Dienstwagen sein. Aber ganz so einfach ist es dennoch nicht. Denn die Sachleistung muss überwiegend im betrieblichen Interesse sein, um als eine nicht zu versteuernde Sachleistung gehandelt zu werden. Wer so einen Bonus vergeben möchte, sollte sich vorab mit einem Steuerberater besprechen.

TIPP

Nicht nur beim Gehalt, auch beim Bonus - ganz gleich ob in Form einer Geldprämie oder durch Sachzuwendungen - sind steuerliche Hürden zu nehmen. Ein Steuerberater ist dabei der beste Ansprechpartner.

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