How to Startup: 10 Schritte, um durchzustarten

Mit dem Wunsch nach dem eigenen Unternehmen verbinden viele bekannte Erfolgsstorys wie die von Facebook, Google oder Microsoft. Denn weltbekannte Entrepreneure wie Mark Zuckerberg, Larry Page und Sergey Brin oder Bill Gates sind omnipräsent und Vorbild für viele Gründer. Allerdings ist aller Anfang schwer und ohne jede Menge Fleiß und harte Arbeit gelingt der Weg von der Idee bis zum erfolgreichen Start-up nur selten. Trotz der vermeintlichen Risiken gilt es die Chancen im Blick zu behalten und die eigene Vision zu verfolgen.

Start-up-Gründer sollten von Anfang groß denken. Wie der Weg von der ersten Geschäftsidee bis hin zum erfolgreichen Start-up aussehen kann, erklären wir anhand von 10 Schritten.



#1 How to Startup: Habe ich das Gründer-Gen?

Um erfolgreich zu gründen, muss man eine ganze Reihe an speziellen Eigenschaften mitbringen. Angefangen bei einer hohen Leistungsbereitschaft, einem gesunden Maß an Risikobereitschaft, einer hohen Belastbarkeit und der Fähigkeit, Menschen zu motivieren. Zudem sollten Sie auch fachlich ausreichend gewappnet sein, um in ihrem Markt bestehen zu können. Daneben spielen aber auch Faktoren wie Ihre familiäre Situation, Ihr aktueller beruflicher Status und Ihre finanzielle Lage eine wichtige Rolle.

Keine Sorge: die wenigsten Gründer erfüllen alle Voraussetzungen optimal. Viel wichtiger ist es, die eigenen Stärken und Schwächen von Anfang an zu kennen. Nur dann können Sie auch daran arbeiten. Dementsprechend haben wir für Sie einen Gründertest erstellt, der als Ergebnis ein Stärken-Schwächen-Profil liefert und Tipps für Ihre Gründungssituation gibt. Doch was für Sie gilt, gilt auch für das gesamte Team, das sich idealerweise gegenseitig ergänzt und jedes Teammitglied stärker macht. Schließlich legen Investoren auf das Team häufig noch mehr Wert als auf die Idee an sich (siehe auch #5 bei How to Startup).

#2 Die Idee als Grundstein jeder Entwicklung

Gründer brennen für ihre Idee - das ist auch gut so. Schließlich bildet die Idee den Ausgangspunkt einer hoffentlich erfolgreichen Reise. Somit ist Schritt 2 bei How to Startup die Suche nach der passenden Idee. Manche Start-ups haben dabei erfolgreich eine Marktlücke entdeckt, andere sind als Copycats unterwegs. Eine ganz neue Idee setzen tatsächlich die wenigstens Start-ups um. 

Somit beginnt die Suche nach einer guten Idee damit, dass man sich bereits am Markt etablierte, erfolgreiche Geschäftsmodelle anschaut und daraus dann die eigene Idee entwickelt. Etwa, indem ein bestehendes Produkt oder eine Dienstleistung verbessert oder auf neuen Märkten eingeführt wird. Wir stellen Ihnen als Inspiration regelmäßig Geschäftsideen vor, die sich bereits am Markt etabliert haben.

Ideen entwickeln, kann man übrigens üben. Kreativitätstechniken, die auf Brainstorming oder Mindmap setzen, helfen dabei neue Ansätze zu finden. Lernen Sie hier zahlreiche Kreativitätstechniken und Beispiele für die Ideenfindung kennen.

Doch bei aller Begeisterung für die eigene Idee: Am Ende entscheidet der Kunde über den Erfolg und Misserfolg. Wenn der Markt nicht vorhanden oder zu klein ist, hilft die beste Idee nicht. Denn nicht jede Idee ist auch eine Geschäftsidee. Deshalb kommt Schritt 3 in unserer Lektion "How to Startup" auch eine so große Bedeutung zu.

#3 Ein valides Geschäftsmodell entwickeln

Viele Gründer sprechen gerne und viel von ihrer Idee. Doch bereitet es ihnen oftmals Schwierigkeiten, die Idee in 3 bis 5 Sätzen zusammenzufassen. Also unser Tipp: halten Sie Ihre Idee fest.

Im nächsten Schritt müssen Sie kritisch prüfen, ob diese auch tatsächlich umgesetzt, also als Produkt bzw. Dienstleistung am Markt platziert werden kann und langfristigen wirtschaftlichen Erfolg verspricht. Eine bewährte Methode zur Strukturierung des Konzepts und zur Überprüfung der Machbarkeit ist das Business Model Canvas. Dabei werden neun zentrale Schlüsselfaktoren, die für das eigene Geschäftsmodell wichtig sind, analysiert, in Verbindung gesetzt, visualisiert und so lange weiterentwickelt, bis ein tragfähiges Modell vorhanden ist. Stärken und Schwächen der eigenen Geschäftsidee werden dabei ebenso geprüft wie die wirtschaftliche Tragfähigkeit.

Das Business Model Canvas eignet sich besonders für Gründer in der frühen Gründungsphase, die ihr Konzept auf Herz und Nieren prüfen wollen. Bei unserer Weiterentwicklung des Business Model Canvas, dem Geschäftsmodell-Canvas, steht der Gründer bzw. das Gründerteam als einer der wichtigsten Faktoren einer Gründung im Fokus. Wie Start-ups ganz einfach und vor allem digital ein Geschäftsmodell-Canvas mit dem Unternehmerheld erstellen können, zeigt das nachfolgende Video:

TIPP

How to Startup: Idee-, Businessplan- und Gründerwettbewerbe bieten für Start-ups wertvolles Feedback, attraktive Preisgelder und erste PR. Eine Teilnahme lohnt sich - unser Leitfaden zeigt auf, welche Wettbewerbe es gibt.

#4 Feedback, Feedback, Feedback: starten Sie mit dem Minimum Vaiable Product

Die "Lean-Startup Methode" und das sogenannte Minimum Viable Product sind zwei große Trends in der Start-up-Praxis. Im Kern geht es dabei darum, ein Angebot, egal ob Produkt oder Dienstleistung, sehr nah am Markt bzw. den Zielkunden zu entwickeln. Anstatt auf einen langen Produktentwicklungszyklus zu setzen und erst das endgültig entwickelte Produkt an den Markt zu bringen, platziert man ein sogenanntes Minimum Viable Produkt (MVP) bereits frühzeitig am Markt. Bei diesem MVP handelt es sich um eine einfache Version des eigenen Produktes mit minimalen Anforderungen und Eigenschaften, das nur die nötigsten Funktionen erhält, potenziellen Kunden aber bereits einen Mehrwert bietet. Dieses wird am Markt platziert, um von Kunden Feedback einzuholen. Basierend auf diesem Feedback können Produktverbesserungen bzw. -erweiterungen - meist in mehreren Zyklen - durchgeführt werden.

Dieser Prozess kann sogar schon in der Phase der Businessplanerstellung erfolgen. Denn häufig scheitern Start-ups aufgrund eines unzureichenden Interesses des Marktes am zu kaufenden Produkt, besonders wenn es sich um innovative Geschäftsideen handelt, bei denen es bisher noch keine Erfahrungswerte über den konkreten Bedarf gibt. Zunächst wird aufwendig und kostenintensiv über eine lange Zeit an einem Produkt entwickelt, und nach dem Launch stellt sich heraus, dass kein Bedarf besteht. Die Vorteile beim Einsatz eines MVP lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Schneller und einfacher Produktentwicklungszyklus: Start-ups sind schneller am Markt und haben dadurch den Vorteil des First-Mover.
  • Deutlich günstigere Entwicklung: Teure Produktionskosten fallen weg, weshalb häufig geringere Entwicklungsbudgets notwendig sind als bei herkömmlicher Produktentwicklung.
  • Geringeres Marktrisiko: Durch den Einsatz eines MVP reduziert sich das Risiko des Scheiterns, da von Anfang an auf die Bedürfnisse der Zielgruppe eingegangen wird.

How to Startup: Beim MVP handelt es sich um die einfachste Version der eigenen Innovation, die für potenzielle Kunden dennoch einen Mehrwert bietet.

#5 Das passende Gründerteam bestimmt den Erfolg

Die Zusammenstellung des Gründerteams ist damit eine Kernkomponente für den späteren Unternehmenserfolg und damit auch eine der größten Herausforderungen in der Gründungsphase. Denn mit dem Team steht und fällt der Erfolg eines Start-ups. Deshalb ist für viele Investoren das Team meistens noch wichtiger als das Geschäftsmodell. 

Obwohl man in den meisten Fällen kein Gründerteam am Reißbrett entwerfen kann, sollte bereits bei der Zusammenstellung darauf geachtet werden, dass sich die Gründer in ihren Fähigkeiten komplementär ergänzen. Das bedeutet, dass die Mitglieder des Gründerteams über sich gegenseitig ergänzende Erfahrungen und Fähigkeiten verfügen. Hier kann man auf die folgende Regel setzen:

  • ein Techniker (Programmierer)
  • ein Kaufmann und
  • ein Vertriebler

Wichtig für das Gründerteam ist auch, dass die Personen zwischenmenschlich zueinander passen. Denn gerade in der hektischen Gründungsphase ist es wichtig, das die Gründer auch dann weiter an einem Strang ziehen. Häufig sind die Mitglieder eines Gründerteams bereits vorher befreundet gewesen. In diesem Fall ist es wichtig, von Anfang an Geschäftliches vom Privaten zu trennen, damit das Start-up erfolgreich ist und die Freundschaft trotzdem weiter hält.

#6 Markt und Wettbewerber im Detail kennen

"Unser Angebot ist einzigartig und Wettbewerber gibt es keine" - bei diesem Satz schrillen bei Investoren direkt die Alarmglocken. Und in den meisten Fällen auch zu Recht. Schließlich bedeutet dies, dass die Gründer ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben. Den eigenen Markt sollte man folglich wie seine Westentasche kennen. Eine unzureichende Marktanalyse ist einer der häufigsten Gründe für das Scheitern einer Gründung. Wir haben Ihnen im Detail zusammengestellt, wie eine ausführliche Markt- und Wettbewerbsanalyse vorgenommen werden sollte.

Bei der Konkurrenzanalyse werden alle verfügbaren Informationen über die wichtigsten Konkurrenten gesammelt und ausgewertet. Die Ergebnisse sollten dann in Ihre Unternehmensstrategie einfließen. Neben allgemeinen Informationen wie der Anzahl der Konkurrenten und deren Produktangebot liefert die Konkurrenzanalyse auch Auskünfte über Stärken und Schwächen der Wettbewerber und zeigt zukünftige Trends Ihrer Branche auf.

TIPP

How to Startup: Für Ihre Konkurrenzanalyse können Sie unser kostenfreies Konkurrenzanalyse-Tool nutzen.

#7 Und trotzdem einen Businessplan schreiben

Auch wenn der Businessplan immer mal wieder als antiquiert bezeichnet wird, führt aus unserer Sicht kein Weg an ihm vorbei. Schließlich erfüllt ein Businessplan gleich mehrere Zwecke. Zuallererst bereiten Sie sich damit intensiv auf Ihre Gründung vor und setzen sich mit Ihrer Geschäftsidee, den Chancen und Risiken sowie ihren Zielen auseinander. Sie prüfen also mit dem Businessplan Ihre Geschäftsidee auf das wirtschaftliche Potenzial.

Gleichzeitig ist der Businessplan aber auch Ihr Planungstool. Im Businessplan legen Sie Ihre Ziele - meist für die nächsten drei Jahre - fest und können später die Umsetzung anhand der ursprünglichen Planung überprüfen. Dabei ist es üblich, die Ziele im Businessplan regelmäßig zu überarbeiten und der tatsächlichen Entwicklung anzupassen.

Der Businessplan ist aber auch das Dokument, auf das Banken oder Investoren setzen, wenn Sie auf Kapitalsuche sind. Banker oder Investoren werden Ihre Annahmen und Zahlen genau hinterfragen und Sie an deren Einhaltung messen. Große Sorgfalt ist deshalb von Anfang an ratsam. Und wer immer noch nicht überzeugt ist, findet hier 10 Gründe, wieso ein Businessplan unerlässlich ist.

Damit der Businessplan den genannten Anforderungen gerecht wird und sowohl für externe Zwecke wie auch als internes Planungs- und Steuerungsinstrument Anwendung finden kann, bietet sich folgende Struktur an:

  • Executive Summary: Zusammenfassung bzw. Kurzporträt des Geschäftsmodells
  • Vorstellung des Gründers bzw. des Gründerteams
  • Erläuterung der Geschäftsidee (Produkt bzw. Dienstleistung)
  • Marktübersicht / Zielgruppe / Absatzchancen
  • Vorstellung der Marketingstrategie
  • Unternehmensorganisation (Rechtsform, Standort, Personal)
  • Der Finanzplan (mindestens 3-Jahresplanung)
  • SWOT-Analyse (Chancen / Risiken)

Allerdings: Das Businessplanschreiben Spaß sollte auch Spaß machen. X Word-Versionen, die per E-Mail verschickt werden und durch den Änderungsmodus kaum noch übersichtlich sind, verhindern das oftmals. Dementsprechend haben wir eine Businessplan-Software entwickelt, die all diese Probleme behebt und die Arbeit im Team zum Kinderspiel macht.

How to Startup: Mit einer Businessplan-Software macht auch das Businessplan schreiben Spaß.

#8 How to Startup: die passende Rechtsform

Grundsätzlich gibt es in Deutschland eine ganze Reihe an verschiedenen Rechtsformen für die Unternehmensgründung. Bei Teamgründungen von Start-ups kommt in der Praxis aber im Endeffekt direkt die GmbH infrage, da häufig auch zeitnah Investoren gewonnen werden sollen. Eine Umwandlung von einer GbR in einer GmbH ist zwar möglich, aber nicht empfehlenswert. Wir haben die wichtigen Schritte für die GmbH Gründung zusammengestellt. Als Alternative für den Start ist durchaus auch die Unternehmergesellschaft möglich. Gerade vor dem Hintergrund der Investorensuche gilt es, von Anfang an ein großes Augenmerk auf den Gesellschaftsvertrag zu legen. Anwaltliche Unterstützung ist dabei, ebenso wie später beim Beteiligungsvertrag, anzuraten.

# 9 Die ersten Finanzierungsschritte planen & Pitch it

Start-ups verfolgen in der Regel einen klassischen Finanzierungszyklus, der sich über die folgenden Phasen erstreckt:

PhaseHöheWer?
StartHäufig nicht vielDer Gründer selbst sowie Family & Friends
SeedBis 500.000 EuroBusiness Angels, High-Tech Gründerfonds
Series A1 Mio. EuroVenture Capital Fonds
Series Bbis 10 Mio. EuroBestehende Investoren, Private Equity Fonds
Series C, D, E...> 10. Mio. EuroBestehende Investoren
IPOMillionen-, teils MilliardenhöhePrivatanleger, Institutionelle Investoren wie Banken, Fonds, Versicherungen

Am schwierigsten sind dabei naturgemäß die ersten Phasen. Wenn es erstmal läuft und die operativen Ergebnisse stimmen, lassen sich spätere Finanzierungsrunden meist einfacher umsetzen. Dabei gibt es gravierende Unterschiede, worauf Investoren in der jeweiligen Finanzierungsphase achten. Unter dem Stichwort Investor Readiness haben wir die wichtigsten Aspekte für Sie zusammengestellt.

Doch wie geht man nun die ersten (schwierigen) Schritte an? Noch vor der Gründung bietet das Förderprogramm EXIST, insbesondere für forschungs- und technologieorientierte Projekte einen attraktiven Zuschuss. Auch die verschiedenen Acceleratoren und Inkubatoren sind gute Anlaufstellen, um die Produktentwicklung voranzutreiben. Der High-Tech Gründerfonds ist der größte Frühphasenfinanzierer in Deutschland - ein Pitch lohnt sich auf jeden Fall. Business Angels gibt es Deutschland auch immer zahlreicher - und diese stellen neben Kapital auch ihr Wissen und Netzwerk zur Verfügung.

Und wo findet man Business Angels und andere Investoren? Der beste Zugang zu Investoren ist ohne Zweifel eine Empfehlung über das eigene Netzwerk. Doch gerade Erstgründer haben diese Kontakte oftmals noch nicht. Daher empfehlen wir, möglichst relevante Pitching-Events zu besuchen und das eigene Start-up bspw. per Elevator Pitch vorzustellen. Für den weiteren Kontakt mit interessierten Investoren sind dann das Pitch Deck und der Businessplan entscheidend.

Gerade zu Beginn bietet Bootstrapping eine Alternative zur Finanzierung durch Investoren. Hierbei finanziert man das Wachstum aus dem operativen Geschäft. Dies dauert in der Regel zwar länger, hat aber den Vorteil, dass man erst später Anteile am eigenen Unternehmen abgeben muss. Dabei ist man dann meist in einer besseren Verhandlungsposition, da bspw. der Proof of Concept schon erbracht und erste Erfolge eingefahren wurden. Wie zeigen Ihnen, was es im Detail mit Bootstrapping auf sich hat.

#10 Läuft's? Oder müssen Sie pivoten?

Wenn Sie die "Lean-Startup-Methode" eingesetzt und so die Marktakzeptanz Ihres Produkts durch ein MVP getestet haben, dann haben Sie wahrscheinlich bis zu diesem Punkt bereits mehrere Zyklen durchlaufen. Und regelmäßig Ihr Produkt, basierend auf dem Kundenfeedback, verbessert. Was aber, wenn trotz regelmäßiger Verbesserung das finale Produkt am Ende doch nicht am Markt akzeptiert wird? Die Flinte ins Korn werfen und zurück in die Festanstellung?

So zeitig sollten Sie keinesfalls aufgeben! Denn genau jetzt gilt es, dranzubleiben und die bisherigen Ergebnisse und möglichen Fehler zu analysieren. Denn Fehler gehören zum Start-up-Alltag dazu und die Lerneffekte sind möglicherweise der Startschuss zum eigentlichen Erfolg. Sie sollten nochmal am Anfang ansetzen, den gesamten (hier beschriebenen) Gründungszyklus Revue passieren lassen und sich erneut die folgenden Fragen stellen:

  • Passt das Gründerteam tatsächlich zusammen?
  • Ist die Geschäftsidee wirklich dazu geeignet, langfristig am Markt erfolgreich zu sein?
  • Ist das Produkt evtl. zu kompliziert, um vom Markt akzeptiert zu werden?
  • Fehlt es uns an Marktorientierung bzw. werden die Bedürfnisse der Kunden befriedigt?
  • Ist die Finanzplanung realistisch und lässt sich das Produkt monetarisieren?
  • Setzen wir die richtigen Prioritäten und fokussieren wir uns auf die wichtigen Punkte?
  • Haben wir den Vertrieb tatsächlich im Griff?

Unter Umständen lohnt es sich sogar, das gesamte Geschäftsmodell in Frage zu stellen und nochmals ganz von vorne zu starten. Zahlreiche Beispiele wie Twitter, die als Podcasting-Plattform begonnen haben, Nokia als Gummistiefelhersteller oder Paypal als Zahlungsanbieter für den Palm, zeigen, dass Start-up-Pivots manchmal ein strategisches Instrument sein können, um im Rahmen einer Neuausrichtung tatsächlich erfolgreich zu sein.

Bonustipp: Von Anfang an Fokus auf den Vertrieb

Zugespitzt formuliert kann man den Unterschied im Vertrieb zwischen Start-ups aus den USA und Deutschland so auf den Punkt bringen: Während in Deutschland neun Entwickler an der perfekten Lösung basteln und ein Vertriebler versucht, das Produkt den Kunden zu verkaufen, entwickelt in den USA ein Mitarbeiter und neun verkaufen das Produkt.

Zugegeben, das Beispiel ist überzogen. Dennoch bringt es ein Kernproblem auf den Punkt: Viele Start-ups scheitern, weil dem Vertrieb viel zu wenig Beachtung geschenkt wird. Dabei ist die Sicht auf die Dinge doch sehr einfach. Wer es schafft, seine Produkte dem Kunden zu verkaufen, erzielt den notwendigen Umsatz und Ertrag, um langfristig erfolgreich zu sein.

Deshalb sollte optimalerweise bereits bei der Unternehmensgründung ein Vertriebsprofi zum Gründerteam gehören. Und dieser Gründer sollte sich von Anfang an mit nichts anderem Beschäftigen als dem Aufbau eines funktionierenden Vertriebsteams. Gleichzeitig sollte ein ausgeklügeltes Leistungsanreizsystem für ein hohes Maß an Motivation sorgen. Hier gilt: Wer gut und viel verkauft, der darf (und muss) überdurchschnittlich viel verdienen! Den Gründern muss daran liegen, klar zu signalisieren, dass Verkaufsumsätze entsprechend honoriert werden. 

Denn nur wer seine Vertriebs-PS von Anfang an auf die Straße bringt, der ist auf der Überholspur und wird mit seinem Business entsprechend schnell wachsen.