Das perfekte Pitch Deck für Start-ups

Start-ups auf der Suche nach Venture Capital müssen Investoren von ihrer Geschäftsidee überzeugen können. Ein gut durchdachtes Pitch Deck ist dabei Voraussetzung für den Erfolg. Erfahren Sie alles über den richtigen Aufbau eines Pitch Deck und die größten Fehler, die man als Gründer bei der Erstellung machen kann.

Außerdem beschreiben wir, wie man sein Pitch Deck vor einem Investor persönlich präsentiert und schauen uns das originale Pitch Deck eines erfolgreichen US-amerikanischen Start-ups an.



Mit dem Pitch Deck als Start-up Investoren gewinnen

Nicht nur Start-ups stehen bei der Beantwortung der Frage zur eigenen Unternehmensfinanzierung oft vor einer Herausforderung - auch Business Angels oder Venture Capital-Gesellschaften haben als Kapitalgeber oft die Qual der Wahl. Sie müssen nämlich die Frage beantworten, welche der vielen Finanzierungsanfragen von Start-ups am erfolgversprechendsten sind und näher betrachtet werden sollen.

Kapitalgeber bekommen teilweise über 100 Anfragen monatlich, welche wiederum mit einer gewissen Sorgfalt überprüft werden müssen. Einsendungen in Form eines Businessplans sind selten hilfreich, da die Zeit zur vollständigen Durchsicht meist fehlt.

In den USA wurde dieses Problem gelöst, indem von den Start-ups nicht mehr die Einreichung eines Businessplans sondern eines Pitch Deck gefordert wird. Auf wenige Präsentations-Folien komprimiert werden in einem Pitch Deck die wichtigsten Inhalte aus dem Businessplan dargestellt, sodass ein Wagniskapitalgeber in kürzester Zeit einen Überblick über die Geschäftsidee und den Finanzierungsbedarf erhält.

Das Pitch Deck richtet sich also an Start-ups auf der Suche nach Venture Capital. Der klassische Businessplan wird dann häufig erst im zweiten Schritt von Investorenseite benötigt. Gründer und Selbstständige auf der Suche nach einem Darlehen hingegen sollten im Bankgespräch ausschließlich auf den Businessplan zurückgreifen. Unterscheiden sollte man das Pitch Deck auch vom Business Model Canvas, welches sich inhaltlich zwar auch in Teilen mit dem Pitch Deck überschneidet, allerdings eher für die grundsätzliche Analyse eines Geschäftsmodell geeignet ist.

Die Struktur eines Pitch Deck

Das Pitch Deck wird in der Regel im ersten Schritt digital an einen Investor versandt. Zur Erstellung der Präsentation eignet sich am besten PowerPoint von Microsoft oder Keynote von Apple – der Versand des Pitch Deck sollte dann allerdings als PDF erfolgen.

Eine der wichtigsten Regeln bei der Präsentationserstellung: In der Kürze liegt die Würze. So sollte ein Pitch Deck zwischen zehn und zwölf Seiten haben und keinesfalls 15 Folien überschreiten. Die Folien dürfen nicht zu textlastig sein, stattdessen wirken Grafiken oft aussagekräftiger.

Die optimale Folienstruktur für ein Pitch Deck hat sich mittlerweile weitgehend einheitlich herausgebildet:

  • Folie 1: Einleitung
    In der Einleitung des Pitch Deck stellt man das Start-up und den Anlass der Präsentation in wenigen Worten vor.
  • Folie 2: Das Team
    Diese Folie gehört zu den wichtigsten Elementen im Pitch Deck und wird häufig vergessen. Sie beschreibt die wichtigsten Teammitglieder, deren Erfahrungen und Know-how sowie die Rolle im Unternehmen.
  • Folie 3: Das Problem
    Zu jeder guten Idee gibt es ein Problem, das gelöst werden soll. Auf dieser Folie im Pitch Deck ist das Problem nachvollziehbar zu beschreiben. Hier gilt es zu überprüfen, ob es sich dabei auch um ein tatsächliches Problem handelt, im Idealfall im Rahmen einer Marktanalyse.
  • Folie 4: Lösung
    Im nächsten Schritt des Pitch Deck sollte das eigene Produkt als die optimale Lösung für das beschriebene Problem präsentiert werden.
  • Folie 5: Produkt
    Auf dieser Folie kann detaillierter auf die wichtigsten Funktionsweisen des Produkts eingegangen werden. Ein Prototyp oder eine Demo in Form eines Bildes, Webseite oder Software kann oft erfolgsentscheidend sein.
  • Folie 6: Markt
    Wer ist die Zielgruppe? Wie groß ist der Markt und ist er womöglich schon gesättigt? Diese Fragen sollte man auf dieser Folie des Pitch Deck glaubwürdig beantwortet können – auch hier am besten mit einer seriösen Marktstudie oder einer eigenen Marktforschung.
  • Folie 7: Alleinstellungsmerkmal
    Investoren finanzieren ungerne Produktideen, die es in genau derselben Form schon am Markt gibt. Daher sollte ein deutliches Alleinstellungsmerkmal mit dem entsprechenden Mehrwert für den Kunden hervorgehoben werden.
  • Folie 8: Wettbewerb
    Welche Unternehmen am Markt lösen dasselbe Problem wie Ihr Start-up? Eine Auflistung der wichtigsten Wettbewerber und eine Beschreibung der Unterscheidungsmerkmale ist auf dieser Seite des Pitch Deck notwendig. Die Antwort „Wir haben keinen Wettbewerber" wird übrigens von keinem Investor akzeptiert – hier ist also Rechercheaufwand notwendig.
  • Folie 9: Proof of Concept
    In Deutschland sind Wagniskapitalgeber sehr vorsichtig. Der Proof of Concept, also ein Machbarkeitsnachweis des Geschäftsmodells, ist daher oft zwingende Voraussetzung für einen erfolgreichen Pitch. Dieser Beweis kann beispielsweise durch erste Umsätze oder die Zahl aktiver Nutzer erbracht werden.
  • Folie 10: Geschäftsmodell
    Letztlich muss jedes Start-up auch sein Geld verdienen. Das Geschäftsmodell gehört im Pitch Deck zu einer der wichtigsten Folien. Daher sollte nachvollziehbar dargestellt werden, wie und ab wann man Umsätze generiert. Hat man mehrere Ideen für Einnahmequellen, sollte man sich auf die wesentlichen Umsatzträger fokussieren.
  • Folie 11: Finanzierungsbedarf und -verwendung
    Ziel des Pitch Deck ist es, den Investor davon zu überzeugen, Geld für Ihr Start-up bereitzustellen. Also muss nun auch konkret genannt werden, welche finanziellen Mittel gebraucht werden, wofür sie eingesetzt werden sollen und was damit erreicht werden kann.

Diese elf wesentlichen Folien dürfen in keinem Pitch Deck fehlen und sollten natürlich um ein Deckblatt zu Beginn und die Kontaktdaten zum Schluss ergänzt werden. Manche Investoren erwarten auch noch Informationen zum Marketing, der Markteintrittsstrategie oder zum Status quo sowie der langfristigen Vision eines Start-ups. Je nach Relevanz kann das Pitch Deck um diese Folien erweitert oder die wichtigsten Infos in die vorhandenen Seiten des Pitch Deck eingearbeitet werden.

TIPP

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Die größten Fehler bei der Erstellung eines Pitch Deck

Die richtige Struktur ist die Erfolgsgrundlage für Ihr Pitch Deck. Allerdings können unerfahrenen Gründern trotzdem noch gravierende Fehler im Pitch Deck passieren, die es zu vermeiden gilt:

  • Zu viele Bullet-Points
    Der Leser sollte innerhalb weniger Sekunden den Inhalt einer Folie aufnehmen können. Dies ist bei zu vielen und zu langen Erläuterungen und Aufzählungen nicht möglich.
  • Schlechtes Folien-Design
    Das Design des Pitch Deck muss kein Kunstwerk sein, Schriftgröße und -farbe sowie Abstände zueinander sollten allerdings einheitlich dargestellt werden. Eine individuell von einem Profi erstellte Präsentation ist trotz alledem deutlich beeindruckender als ein Standarddesign.
  • Rechtschreib- oder Grammatikfehler
    Wer in einer so wichtigen Präsentation schludert, der macht dies womöglich auch im Geschäftsalltag. Davon wird zumindest der ein oder andere Investor bei einem Pitch Deck mit Fehlern ausgehen.
  • Animationen
    Bewegbilder in Präsentationen waren zu Beginn der Jahrtausendwende angesagt. Heute sind Animationen – sei es auch nur das animierte Einblenden des Texts – nur noch nervig und sollten in keinem Pitch Deck für Investoren verwendet werden.
  • Zu kleine Schrift
    Die Schriftgröße 28 wirkt groß, ist für Text aber empfehlenswert. So gerät man schon nicht in Versuchung, zu viel Text auf eine Folie zu packen.

Pitch Deck vor Investoren richtig präsentieren

Präsentiert man sein Geschäftskonzept vor Investoren – sei es in einem Einzelgespräch oder bei einem Elevator Pitch – spielt neben dem Inhalt des Pitch Deck die Art und Weise der Präsentation natürlich auch eine entscheidende Rolle. Dies sind die wichtigsten Regeln bei der persönlichen Präsentation eines Pitch Deck vor Investoren:

  • Erzähle eine Story: Durch Storytelling lassen sich Emotionen wecken und Investoren positiv beeinflussen.
  • Der erste Eindruck zählt: Wer die ersten Sekunden beeindruckt, der hat gute Chancen auf einen positiven Gesamteindruck des Investors.
  • Vorbereitung ist wichtig: Wer die Entstehung der Umsatzzahlen im Pitch Deck nicht erklären kann, hat verloren.
  • Präsentieren, nicht vorlesen! Möchte man ein Millionen-Unternehmen gründen, dann sollte eine Präsentation nicht nur aus dem Ablesen von Bullet Points bestehen.

Sie möchten sich detaillierter mit dem Thema Elevator Pitch beschäftigen? Auf Für-Gründer.de gibt es auch noch weitere, detaillierte Tipps für die richtige Vorbereitung auf den Pitch vor einem Investor.

TIPP

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Pitch Decks bekannter Start-ups

Auch namhafte Internet-Unternehmen wie Facebook, Tinder & Co haben einmal mit einem eigenen Pitch Deck um die Gunst der Investoren gerungen. Wir haben die Präsentation des 2008 gegründeten Start-ups Airbnb auftreiben können, welches 2015 bereits mit über 20 Milliarden US-Dollar bewertet wurde.

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