KfW-Kredite gegen Corona-Krise



Die KfW will umfangreiche Kredite an Unternehmen vergeben. Die Liquiditätshilfen sollen Unternehmen in der Corona-Krise vor der Insolvenz bewahren. Wir zeigen auf, welche KfW-Kredite es gibt und welches Sonderprogramm geschnürt wurde.

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Die KfW vergibt Kredite ohne Obergrenze. Den Antrag stellt ihr bei eurer Hausbank, die nach wie vor Bonitätsprüfungen vornimmt. (Foto: Unsplash)

Kredite ohne Limit von der KfW, aber mit Einschränkungen

Auch die KfW vergibt in Zeiten der Corona-Krise Kredite an Unternehmen. Die KfW-Corona-Kredite müsst ihr bei eurem Finanzpartner mit einem entsprechenden Konzept beantragen – in der Regel ist das eure Hausbank. Für Bürgschaften – um fehlende Sicherheiten zu kompensieren – können die Bürgschaftsbanken der Länder einspringen.

Das KfW-Programm mit Krediten zur Liquiditätshilfe für Unternehmen in der Corona-Krise gliedert sich in folgende Bereiche:

Unternehmen, die weniger als 3 Jahre am Markt sind:

Für junge Unternehmen, die noch nicht 2 Jahresabschlüsse vorlegen können, besteht die Möglichkeit den Kredit KfW-Gründerkredit Startgeld in Anspruch zu nehmen. Mit diesem können bis zu 30.000 Euro für Betriebsmittel beantragt werden. Die KfW übernimmt 80 % des Risikos für die Hausbank.

Alternativ kann in Zeiten der Corona-Krise auch der ERP-Gründerkredit Universell beantragt werden – aber nur, wenn sich die Hausbank zur Risikoübernahme bereit erklärt. Wie hoch die Summen dann sind, erfahrt ihr im nächsten Abschnitt

Junge Unternehmen, die 3 bis 5 Jahre am Markt sind:

Wenn ihr mindestens 3 Jahre aktiv seid und 2 Jahresabschlüsse vorweisen könnt, ist die Beantragung des KfW-Gründerkredit Universell ohne Probleme möglich. Mit diesem können Betriebsmittel und Investitionen finanziert werden. Hierzu zählen im Detail:

  • Laufende Kosten (Betriebsmittel): z.B. für eure Mietzahlungen, Personalkosten oder die Vorfinanzierung von Zahlungszielen, die ihr euren Kunden eingeräumt habt
  • Kosten für das Warenlager: bspw. im Einzelhandel, wenn die bereits bestellte Ware eintrifft, ihr aber aktuell einen deutlichen Umsatzrückgang zu verzeichnen habt
  • Investitionen: wenn ihr Maschinen oder Geschäftsausstattung bezahlen müsst

Die Kredithöhe ist in der Corona-Krise wie folgt beschränkt:

  • 25 % des Umsatzes, den ihr 2019 erzielt habt (bei 300.000 Euro also 75.000 Euro)  oder
  • eure Lohnkosten des Jahres 2019 mal 2 (beliefen sich die Lohnkosten 2019 auf 100.000 € dann also 200.000 €) oder
  • euren Finanzierungs- bzw. Kapitalbedarf für die kommenden 18 Monate (für kleine und mittlere Unternehmen) oder 12 Monate bei großen Unternehmen oder
  • bei Krediten über 25 Mio. Euro max. 50 % der aktuellen Gesamtverschuldung eures Unternehmens

Die Kosten für den Kredit sollen für kleine und mittlere Unternehmen bei 1 bis 1,46 % Sollzins liegen.

Absolut ist der KfW-Corona-Kredit bei 1 Mrd. Euro gedeckelt, was für die meisten Unternehmen mit diesem Unternehmensalter jedoch unproblematisch ist. Die Laufzeit KfW-Gründerkredit Universell beträgt im Zusammenhang mit der Corona-Krise 2 bis 5 Jahre. Das 1. Jahr kann dabei tilgungsfrei sein, um die Liquidität zu entlasten. Sollen ausschließlich Betriebsmittel finanziert werden, ist bei einer Laufzeit von 2 Jahren die Tilgung in einer Summe zum Laufzeitende möglich.

  • Hinweis: Auch Freiberufler können diesen KfW Kredit gegen die Corona-Krise in Anspruch nehmen.

Die KfW will die Kreditvergabe für Banken vereinfachen, indem sie bei kleinen Unternehmen (maximal 250 Beschäftigte, höchstens 50 Millionen Euro Umsatz) des Risikos der Bank trägt.

Unternehmen, die länger als 5 Jahre am Markt sind:

Für ältere Unternehmen werden die Liquiditätshilfen über den KfW Unternehmerkredit ausgegeben. Die Bedingungen in der Corona-Krise sind für diesen KfW Kredit jedoch identisch mit denen des zuvor dargestellten Programme KfW-Gründerkredit Universell.

KfW-Sonderprogramm:

Das KfW-Sonderprogramm richtet sich in der Corona-Krise an mittlere und große Unternehmen. Dementsprechend beteiligt sich die KfW-Bankengruppe ab 25 Millionen Euro an der Konsortialfinanzierung für Betriebsmittel und Investitionen in Deutschland. Hierbei übernimmt die KfW 50 Prozent der Gesamtverschuldung und 80 Prozent des unternehmerischen Risikos.

Bedingungen des KfW-Sonderprogramms auf einen Blick:

  • ab 25 Millionen Euro Finanzierung
  • Laufzeit bis zu 6 Jahren
  • Risiko wird bis zu 80 Prozent von der KfW übernommen
  • gilt für Betriebsmittel und Investitionen in Deutschland
  • geordnete wirtschaftliche Verhältnisse sind Voraussetzung, keine ungeregelten Zahlungsrückstände von mehr als 30 Tagen
  • Vor-Ort-Prüfung der Finanzierung durch die KfW möglich
  • Finanzierungsstrukturen flexibel
  • Weitere Infos findet ihr im Merkblatt

Bonitätsprüfung durch Hausbanken erfolgt weiterhin

Die Hilfen der KfW sind nicht schrankenlos: Da die Anträge über die Hausbanken erfolgen, prüfen diese weiterhin eure Bonität. Hierfür müsst ihr Jahresabschlüsse einreichen und einen einen Finanzplan inkl. Liquiditätsplanung erstellen. Wenn diese Prüfung nicht erfolgreich verläuft, habt ihr auch keinen Anspruch auf die KfW-Unterstützung.

Antrag auf KfW Kredit für Corona-Krise vorbereiten

Wenn ihr wegen Corona einen Kredit bei der KfW erhalten wollt, müsst ihr zur Hausbank. Die KfW bietet zur Vorbereitung eine digitale Hilfe an.

Corona-KfW-Kredit Formular ausfuellen
Den Kreditantrag für eure Sparkasse oder Bank könnt ihr ganz einfach im KfW-Online-Portal ausfüllen.

Kredite bis 3 Millionen Euro werden automatisiert und schneller bearbeitet. Hier geht es direkt zum KfW-Portal.

Welche Liquiditätshilfen gibt es noch für Selbstständige und Freiberufler?

Einzelkämpfer und kleine Unternehmen trifft die momentane Krise besonders hart. Hier geht Bayern als Bundesland mit gutem Beispiel voran: Freiberufler und KMU mit bis zu 250 Mitarbeitern erhalten finanzielle Unterstützung aus einem Soforthilfe-Fonds. Der Bürgschaftsrahmen der LfA Förderbank Bayern wird um 500 Millionen Euro erhöht.

Am 23.03.2020 hat das Bundeskabinett ein Rettungspaket in Höhe von 756 Milliarden Euro im Kampf gegen die Coronakrise vorgestellt. Bis zu 15.000 Euro an Zuschuss sollen Kleinstunternehmen und Solo-Selbstständige erhalten. Das Hilfspaket erhielt am Mittwoch Zustimmung vom Bundestag und soll am Freitag vom Bundesrat bestätigt werden. Spätestens am 01. April soll die Corona-Hilfe bei den Unternehmen eintreffen. Mehr zu den einzelnen Maßnahmen erfahrt ihr im Artikel zu den Corona-Hilfen.

Wer in diesen Tagen versucht hat, bei seiner Hausbank oder dem zuständigen Finanzamt an genaue Informationen zu gelangen, konnte schon froh sein, wenn er durchkam. Doch während die Ratlosigkeit Anfang der Woche noch groß und die Informationen spärlich waren, sind Behörden und Förderbanken sowie Bürgschaftsbanken inzwischen gut aufgestellt. So wurden und werden Hilfspakete geschnürt, Notfall-Hotlines eingerichtet und Rettungsschirme gespannt.

Wie geht es mit der Liquiditätshilfe weiter?

Mit jedem Tag kommt mehr Struktur in die Beantragung von Liquiditätshilfe: Bund und Länder, Behörden und Beratungsstellen arbeiten hierbei eng zusammen, um die Wirtschaft in der Krise so gut es geht zu stabilisieren. So stehen für Unternehmen in immer mehr Bundesländern Online-Anträge bereit, mit denen Corona-Soforthilfe-Zuschüsse und -Kredite beantragt werden können. Nahezu täglich werden weitere Hilfsangebote nach und nach online gestellt. Wir wünschen euch alles Gute für diese herausfordernde Phase und halten euch mit Infos auf dem Laufenden!

Artikel aktualisiert am 26.03.2020

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