Corona-Hilfe für Solo- und Kleinstunternehmen



Als Corona-Hilfe für Solo-Selbstständige, Einzelunternehmer, Freiberufler und Kleinstunternehmen mit bis zu 10 Mitarbeitern gibt es einen Zuschuss von max. 15.000 Euro. Wir zeigen, wie hoch der Zuschuss im Einzelfall ist und wie er beantragt werden kann.

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Zuschüsse könnten als Corona-Hilfen bald fließen. (Foto: Unsplash)

50 Mrd. Euro wurden durch Bundestag und Bundesrat als möglichst unbürokratische Sofort-Hilfe für Freiberufler, Selbstständige und kleine Unternehmen in der Corona-Krise zur Verfügung gestellt. Ziel ist, Liquiditätsengpässe und damit eine drohende Insolvenz dieser Unternehmen zu verhindern – da andere Finanzierungsinstrumente, wie bspw. Kredite, dieser Zielgruppe häufig nicht gewährt werden und in der jetzigen Phase in der Beantragung auch viel zu lange dauern würden.

  • Tipp – kostenfreie Beratung nutzen: Freiberufler und kleine Unternehmen, die von der Corona-Krise betroffen sind, können Beratungsleistungen bis zu 4.000 Euro kostenfrei in Anspruch nehmen. Der Staat zahlt dies als Zuschuss direkt an den Berater. Auf Für-Gründer.de könnt ihr ein Erstgespräch anfordern.

Wer kann den Zuschuss erhalten?

Die Soforthilfe steht Freiberuflern, Solo-Selbstständigen und Kleinstunternehmen aller Wirtschaftsbereiche zur Verfügung. Beantragen könnt ihr den Zuschuss, wenn ihr maximal 10 Mitarbeiter habt.

Gibt es auch Zuschüsse für Unternehmen mit mehr als 10 Mitarbeitern?

Grundsätzlich ja. Einige Bundesländer stellen Corona-Hilfen auch für Unternehmen zur Verfügung, die mehr als 10 Mitarbeiter haben. Hierzu zählen bspw.:

  • Bayern: Zuschuss auch für Unternehmen bis 250 Mitarbeiter
  • Hamburg: Zuschuss für Unternehmen bis 250 Mitarbeiter
  • Hessen: Zuschuss für Firmen bis 50 Mitarbeiter
  • Zuschüsse der Bundesländer findet ihr in unseren Beitrag: Corona-Soforthilfen

Wofür kann der Zuschuss genutzt werden?

Als Soforthilfe für die Auswirkungen der Corona-Krise soll der Zuschuss dazu dienen, Liquiditätsengpässe zu überbrücken, die durch rückläufige und ausbleibende Umsätze sowie weiterlaufende Kosten wie bspw. für Waren, Miete oder Kredite entstehen würden. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten dürfen jedoch erst seit dem 11. März 2020 bestehen, damit ihr den Zuschuss beantragen könnt. Dies müsst ihr auch im Antrag bestätigen.

Wie hoch ist der Zuschuss?

Als Hilfe für Selbstständige ist der Zuschuss abhängig von der Zahl der Mitarbeiter in eurem Unternehmen:

  • max. 9.000 Euro für Freiberufler, Solo-Selbstständige und Kleinstunternehmen bis 5 Mitarbeiter
  • max. 15.000 Euro für Kleinstunternehmen mit bis zu 10 Mitarbeitern

Für den Antrag auf die Soforthilfe müsst ihr daher kalkulieren, wie hoch euer Liquiditätsengpass in den nächsten 3 Monaten sein wird. Sollte euer Vermieter die Miete um mind. 20 % reduzieren, könnt ihr den eventuell nicht ausgeschöpften Zuschuss auch für 2 weitere Monate einsetzen.

  • Beispiel: Ihr beschäftigt 2 Mitarbeiter und verhandelt mit eurem Vermieter eine Mietreduktion um 25 % für die kommenden Monate. Für die nächsten 3 Monate kalkuliert ihr zunächst mit einem Liquiditätsengpass in Höhe von 7.000 Euro. Da die Mietminderung über 20 % liegt, könnt ihr dies für 2 weitere Monate in der Berechnung des Zuschusses berücksichtigen und beantragt folglich 8.000 Euro.

Muss der Zuschuss zurückgezahlt werden?

Der Zuschuss als Corona-Hilfe für Freiberufler, Solo-Selbstständige und Kleinstunternehmen muss nicht zurückgezahlt werden.

  • Aber: der Zuschuss wird im Jahr 2021 in der Ermittlung eurer Einkommensteuer bzw. Körperschaftsteuer (bei Kapitalgesellschaften) bei der Gewinnermittlung berücksichtigt – ihr müsst also ggf. Steuern auf den erhaltenen Zuschuss zahlen.

Wann gibt es den Zuschuss als Corona-Hilfe?

Die Soforthilfen des Bundes können ab sofort beantragt werden.

Wo und wie werden die Soforthilfen beantragt?

Die Beantragung und Abwicklung des bundesweiten Zuschusses erfolgt über die einzelnen Bundesländer. Bei einigen Bundesländern ist die bereits möglich – bei anderen wird der Start in den nächsten Tagen erwartet. Das Antragsverfahren läuft dabei meist über ein PDF oder einen Onlineantrag ab. Zu den Details klickt auf den jeweiligen Link zu eurem Bundesland:

Was ihr neben den Corona-Soforthilfen auch im Blick haben solltet:

  • Prüft das Kurzarbeitergeld sowie Steuerstundungen und -herabsetzungen
  • Achtet auf Liquidität: Wo könnt ihr sparen? Und behaltet offene Rechnungen im Blick – wartet nicht mit Zahlungserinnerungen und Mahnungen. Zur Rechnungsvorfinanzierung könnt ihr Factoring einsetzen.
  • Plant die nächsten Monate: Auch wenn die aktuellen Verwerfungen schon große Belastungen bedeuten, müsst ihr als Unternehmer den Blick auch noch ein Stück weiter in die Zukunft werfen. Dafür haben wir euch wichtige Tipps zusammengestellt.
  • Auch wenn ihr jetzt noch keine Liquiditätsprobleme habt, ist es ratsam zu prüfen, ob die Liquiditätshilfen des Bundes nicht in den kommenden Monaten notwendig werden könnten.
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