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    Zahlungsarten im E-Commerce: Rechnungskauf, PayPal und Co.

    Die Zahlungsarten, die einem Kunden bei dessen Online-Einkauf angeboten werden, spielen eine entscheidende Rolle für den Erfolg eines Onlineshops. Zur Auswahl stehen neben der Zahlung per Kreditkarte, dem Rechnungskauf oder PayPal noch viele weitere Möglichkeiten. Wir zeigen die wichtigsten Zahlungsarten sowie deren Vor- und Nachteile und erklären, worauf es bei der Auswahl ankommt. 

    1. Zahlungsarten: Entscheidend für den Shop-Erfolg

    Ob Sie zu 100 Prozent im E-Commerce aufgestellt sein wollen oder im Rahmen einer Multichannel-Strategie zusätzlich zum stationären Handel noch einen eigenen Onlineshop eröffnen möchten – Sie stehen vor der Herausforderung, Ihr Online-Geschäft möglichst profitabel zu machen. Diverse Studien haben gezeigt, dass zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren die angemessene Auswahl der Online-Bezahlsysteme gehört. Demnach sollen beispielsweise über 70 Prozent der Käufer ihren Einkauf sogar abbrechen, wenn das von ihnen bevorzugte Online-Bezahlsystem vom Händler nicht angeboten wird. 

    Die Folge sind sogenannte „Warenkorbabbrüche“, das bedeutet: Der Kunde hat sich bereits für ein Produkt entschieden und ist kaufbereit, springt jedoch vor dem letzten Schritt der Transaktion ab. Es gilt natürlich, das unbedingt zu vermeiden. Dennoch ist es nicht zielführend, wahllos möglichst viele Zahlungsarten anzubieten; oberste Priorität hat die einfache Handhabung für den Kunden. Im Folgenden finden Sie Online-Bezahlsysteme im Vergleich und Hinweise dazu, wann welches besonders sinnvoll ist. Außerdem stellen wir Ihnen die wichtigsten Anbieter von Online-Bezahlsystemen vor. 
     

    2. Zahlungsarten - Übersicht

    Hier finden Sie 10 Zahlungsarten in einer Übersicht. Dabei zeigen wir Unternehmern, welche dieser Zahlungsarten in einem Onlineshop unbedingt eingebaut werden sollten.

    ZahlungsartWesentlicher VorteilWesentlicher NachteilWie wichtig für einen Onlineshop?
    Kauf auf RechnungHoher KaufanreizRisiko von ZahlungsausfällenUnverzichtbar
    PayPalExtrem beliebtGebührenUnverzichtbar
    LastschriftUnkompliziertRisiko von RücklastschriftenSehr wichtig
    KreditkarteUnkompliziertRisiko von KreditkartenbetrugSehr wichtig
    SofortüberweisungGeht schnellBankdatenübergabe an einen externen DienstleisterSehr wichtig
    GiropayGeht schnellKreis der teilnehmenden Banken ist begrenzt.Nicht unbedingt notwendig
    Amazon PayHoher Vertrauensvorsprung beim KundenGebühren und unklare Fragen zur DatenverwertungGut, wenn Ihre Zielgruppe Amazon-affin ist.
    VorkasseSicherVersand verzögert sichNur, wenn Kunde bereit ist zu warten.
    NachnahmeHohe SicherheitWarenübergabe scheitert oftNicht mehr sinnvoll
    Gutscheinehohe WerbewirkungGeht auf Kosten der MargeAls Ergänzung sinnvoll

     

    3. Die 10 Zahlungsarten im Detail

    Hier präsentieren wir Ihnen die 10 Zahlungsarten im Detail, zeigen Vorteile und Nachteil und unsere Empfehlung, wie Sie mit dem jeweiligen Bezahlsystem umgehen sollten.

    #1 Online-Kauf auf Rechnung

    Auch wenn verschiedene Studien zur Beliebtheit einzelner Online-Bezahlsysteme zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen – ganz oben auf der Liste der meistgenutzten Zahlungsarten steht fast immer die Zahlung per Rechnung. Daher sollte in Ihrem Onlineshop dieses Bezahlsystem auf keinen Fall fehlen. 

    Vorteile des Rechnungskaufs:
    Für den Kunden ist die Bestellung auf Rechnung bequem und risikoarm. Er braucht keine sensiblen Zahlungsdaten anzugeben und zahlt die Ware erst nach Entgegennahme und Prüfung. Außerdem wird die Ware sofort versendet, und schneller Versand gehört ebenfalls zu den wichtigen Erfolgsfaktoren eines Onlineshops.

    Nachteile von Kauf auf Rechnung:
    Für den Händler bedeutet der Rechnungskauf ein relativ hohes Risiko für Zahlungsausfälle. Die Ware ist bereits versendet, das teilweise Eintreiben der Rechnungssumme aufwendig. Bewegen Sie sich mit Ihrem Onlineshop in einem Sortimentsbereich mit niedrigen Gewinnmargen, kann dann für Sie als Händler die Zahlung per Rechnung wegen der hohen Gebühren im Zweifel unrentabel werden.

    Empfehlung: Ausfallrisiko absichern
    Sie sollten aufgrund möglicher Warenkorbabbrüche nicht darauf verzichten, den Kauf auf Rechnung als Zahlungsart anzubieten. Gegen das Risiko von Zahlungsausfällen können Sie sich mithilfe eines Payment Service Providers absichern, der gegen eine prozentuale Gebühr das Risiko übernimmt.

    TIPP

    Insbesondere wenn Sie personenbezogene Daten erheben, sollten Sie sich über eine Onlineshop-Versicherung informieren. Diese sichert Sie z. B. bei Cyberdiebstahl und Hackerangriffen finanziell ab.

    Zur Onlineshop-Versicherung

    #2 PayPal: Eine der wichtigsten Zahlungsarten

    Durch den Einsatz seines Tochterunternehmens PayPal als mögliches Online-Bezahlsystem hat der E-Commerce-Gigant eBay dieses Bezahlverfahren in der gesamten Online-Welt schnell populär gemacht. Mittlerweile gilt PayPal als eines der beliebtesten Online-Bezahlsysteme.

    Vorteile von PayPal: 
    Die Zahlung per PayPal ist für den Kunden unkompliziert, sicher und in wenigen Sekunden erledigt, sodass die Ware sofort versendet werden kann. Für den Händler bietet PayPal als Bezahlsystem für den Onlineshop den Vorteil der Sicherheit: Der Kunde kann die Zahlung nicht ohne Weiteres stornieren. Die Gebühren bewegen sich mit 1,9 Prozent plus 0,35 Euro pro Transaktion (für kleine Händler) auf recht niedrigem Niveau

    Nachteile von Paypal:
    Für den Onlinehändler fallen Gebühren an. PayPal-Konten sind gerne Ziel von Hackerangriffen. Außerdem werden die Daten auf Servern weltweit gespeichert.

    Empfehlung zu Paypal:
    PayPal ist eines der wichtigsten Online-Bezahlsysteme und sollte daher in keinem Onlineshop fehlen.
     

    TIPP

    Starten Sie noch heue Ihren eigenen Onlineshop mit den wichtigsten Online-Bezahlsystemen!

    So starten Sie Ihren Onlineshop

    #3 Lastschrift

    Die Deutschen lieben die Lastschrift als Online-Bezahlsystem. Vor- und Nachteile für den Händler halten sich die Waage, sodass auch Sie diese Zahlungsart anbieten sollten.

    Vorteile der Lastschrift für Onlineshops:
    Für den Kunden ist der Kauf per Lastschrift einfach, er braucht an die pünktliche Zahlung nicht zu denken. Außerdem wird seine Ware schnell versendet, und bei Problemen kann er die Lastschrift ohne Wenn und Aber zurückbuchen lassen. Für den Händler ist die Abbuchung per Lastschrift als Online-Bezahlsystem kostengünstig und unkompliziert, da sie mit jedem normalen Geschäftskonto erfolgen kann.

    Nachteile der Lastschrift:
    Wie beim Rechnungskauf besteht auch bei der Lastschriftzahlung das Risiko, dass es zum Zahlungsausfall kommt. Allerdings ist das Risiko geringer als beim Bestellungen auf Rechnung.

    Empfehlung zur Lastschrift:
    Auch die Lastschrift sollten Sie nach Möglichkeit als Zahlungsart anbieten. Schützen Sie sich ggf. mithilfe eines Payment Service Providers vor Zahlungsausfällen.

    #4 Kreditkarte

    Allgemein setzte sich die Zahlung per Kreditkarte in Deutschland flächendeckend erst mithilfe des E-Commerce durch. Hier hat sich die Kreditkartenzahlung zu einem der beliebtesten Online-Bezahlsysteme entwickelt. 

    Vorteile der Kreditkarte als online Zahlungsart:
    Die Kreditkarte ist als Zahlungsart bei Kunden beliebt. Die prozentualen Gebühren bewegen sich bei den meisten Anbietern zwischen 2 und 4 Prozent, könnten zukünftig aufgrund neuer EU-Richtlinien aber noch weiter sinken. Der Händler hat bei der Kreditkartenzahlung den Vorteil, dass eine ungerechtfertigte Rückbuchung durch den Kunden – anders als beim Lastschriftverfahren – nicht einfach möglich ist.

    Nachteile Kreditarte:
    Es besteht die Gefahr des Kreditkartenbetrugs, bei dem der Händler in der Regel auf dem Verlust sitzenbleibt. Durch den Einsatz einer neuen Sicherheitsvorkehrung, dem sogenannten 3D-Secure-Verfahren, tritt jedoch eine Haftungsumkehr in Kraft – der Kreditkartenbesitzer haftet also bei dieser Art geschützter Kreditkartenzahlung selbst für etwaige finanzielle Verluste infolge von Betrug.

    Empfehlung zur Kreditkarte als Zahlungsart:
    Die Kreditkartenzahlung gehört zu den wichtigsten und beliebtesten Online-Bezahlsystemen und sollte als Zahlungsart angeboten werden. 
     

    #5 Sofortüberweisung

    Die Sofortüberweisung läuft nicht direkt über die jeweiligen an der Transaktion beteiligten Banken, sondern über einen externen Dienstleister: die Sofort GmbH. Sie ist Teil der Klarna Bank AG mit Sitz in Schweden.

    Vorteile der Sofortüberweisung:
    Der Händler erhält bei dieser Zahlungsart eine sofortige Bestätigung über die erfolgte Zahlung, sodass ein schneller Versand möglich ist. Der Kunde muss seine sensiblen Bankdaten nicht an den Händler, sondern stattdessen an die Sofort GmbH freigeben. Obendrein gestaltet sich diese Zahlungsart für den Kunden recht bequem: Der Login erfolgt mit den normalen Online-Banking-Zugangsdaten. Der Kunde benötigt also weder eine Kreditkarte, noch muss er sich irgendwo zusätzlich registrieren. 

    Nachteile Sofortüberweisung:
    Nicht alle Kunden fühlen sich damit wohl, ihre Bankdaten an einen externen Dienstleister herauszugeben. Auch heißt es, die Sofort GmbH greife auf mehr als nur die notwendigen Kontodaten zu und sammele stattdessen zusätzliche Informationen über Kunden und deren Kaufverhalten. 

    Empfehlung zur Sofortüberweisung:
    Wichtig ist vor allem, dass Sie neben der Sofortüberweisung noch weitere Bezahlsysteme für Ihren Onlineshop zur Verfügung stellen: Ein Gerichtsurteil zur Sofortüberweisung hat ergeben, dass die Sofortüberweisung nicht als einzige Zahlungsart zulässig ist. 

    #6 Giropay

    Auch Giropay ermöglicht Onlinekäufe ohne den Einsatz einer Kreditkarte. Es ist daher eine interessante Option als Bezahlsystem für Ihren Onlineshop. 

    Vorteile von Giropay:
    Der Kunde muss beim Kauf lediglich sein eigenes Konto für Giropay legitimieren und ansonsten keine Bankdaten preisgeben. Auch eine Kreditkarte ist nicht erforderlich. Die sofortige Zahlungsbestätigung ermöglicht einen schnellen Versand der Ware. Das Ausfallrisiko für den Händler ist gering, denn Giropay garantiert die Zahlung. 

    Nachteile von Giropay:
    Giropay wird nur von einigen Banken angeboten, nämlich der Postbank, den Sparkassen und den Volks- und Raiffeisenbanken. 

    Empfehlung zum Bezahlsystem:
    Diese Zahlungsart kann optional angeboten werden, ist jedoch nicht unbedingt notwendig.

    #7 Amazon Pay

    Amazon Pay als Zahlungsart bietet dem Kunden die Möglichkeit, Zahlungen direkt über sein bestehendes Amazon-Konto abzuwickeln. 

    Vorteile Amazon Pay:
    Amazon Pay genießt großes Vertrauen bei den Kunden und ist denkbar einfach zu nutzen. Amazon selbst wirbt mit einer 87-prozentigen Kaufabschlussrate, wenn Amazon Pay als Online-Bezahlsystem genutzt wird. 

    Nachteile Amazon Pay:
    Für die Nutzung von Amazon Pay fallen, ähnlich wie bei PayPal, Gebühren an. Auch ist nicht abschließend geklärt, inwieweit Amazon die Daten nutzt, um das Kaufverhalten der Nutzer auszuwerten. 

    Empfehlung zu Amazon Pay:
    Wenn Sie wissen, dass Ihre Zielgruppe Amazon bereits nutzt, bietet sich Amazon Pay als Zahlungsart besonders an. 

    #8 Vorkasse

    Die Zahlung per Vorkasse ist heutzutage weniger üblich geworden, da sie den Kauf- und Versandprozess verzögert.

    Vorteile Vorkasse:
    Die Zahlung per Vorkasse ist unkompliziert und der Kunde muss keine Bankdaten an den Shop übermitteln. Für den Händler entstehen keinerlei Kosten. Auch das Ausfallrisiko ist gering, da die Zahlung vor dem Versand der Ware eingeht.

    Nachteile Vorkasse:
    Kunden nehmen die Zahlung per Vorkasse ungern an, da sie mitunter mehrere Tage auf den Versand ihrer Ware warten müssen. Stehen keine weiteren Zahlungsarten zur Verfügung, kann es hier zu besonders vielen Kaufabbrüchen kommen.

    Empfehlung: Bedingt empfehlenswert
    Die Vorkasse empfiehlt sich als Zahlungsart nur dann, wenn bereits ein hohes Kundenvertrauen vorhanden ist und der Kunde aufgrund der Qualität oder Bindung bereit ist, einige Tage auf seine Ware zu warten. Im Idealfall ist sie nicht die einzige mögliche Zahlungsoption. 
     

    #9 Nachnahme

    Bei der Zahlung per Nachnahme nimmt der Kunde seine Ware an der Haustür (oder später bei der Post) in Empfang und begleicht in diesem Moment den Rechnungsbetrag. 

    Vorteile Nachnahme:
    Da die Ware sofort versendet wird, braucht der Kunde nicht lange darauf zu warten. Auch wird das Paket ohne Bezahlung nicht ausgehändigt – die Sicherheit für den Onlinehändler ist also groß.

    Nachteile Nachnahme:
    Für Kunden, die nicht oft zu Hause sind, ist diese Zahlungsart unattraktiv, da das Paket nicht beim Nachbarn hinterlegt werden kann. Für den Händler fallen außerdem Nachnahmegebühren an – und zwar auch, falls der Kunde das Paket nicht in Empfang nimmt. 

    Empfehlung zur Zahlungsart:
    Die Zahlung per Nachnahme war besonders in Zeiten der Katalogbestellung, also vor der Verbreitung des E-Commerce, beliebt. Daher ist sie für eine ältere Zielgruppe noch heute eine wichtige Alternative. 
     

    #10 Coupons und Gutscheine

    Streng genommen ist der Gutschein oder der Coupon kein Zahlungsmittel im Sinne eines gesetzlichen Zahlungsmittels. Für Onlinehändler ist der Coupon jedoch eine wichtige Ergänzung und der User kann damit tatsächlich bezahlen.

    Vorteile Coupons:
    Coupons und Gutscheine sind hervorragende Werbemittel für Kundengewinnung, Kundenbindung und Kundenrückgewinnung. Oft kauft der Kunde über den Gutscheinwert hinaus ein und das Risiko des Umtauschs ist gering.

    Nachteile Coupons:
    Gutscheine sind im Grunde ein Rabatt, der die Marge des Händlers kürzt. Auch Abmahnungen wegen irreführender Werbung kommen in der Praxis vor.

    Empfehlung dazu:
    Händler sollten die Gutschein-Option mit Augenmaß nutzen. Gerade am Anfang und in Kombination mit Gutscheinportalen kann damit viel Neukundengeschäft generiert werden.
     

    4. Häufige Fragen zu Zahlungsarten

    Laut einer Erhebung von Statista aus dem Jahr 2017 waren folgende Zahlungsarten am beliebtesten:

    • PayPal: 69%
    • Kauf auf Rechnung: 41%
    • Lastschrift/Bankeinzug: 36%
    • Gutschein-Codes: 32%
    • Kreditkarte: 26%
    • Sofortüberweisung: 21%

    Sowohl vom Ablauf als auch von den Gebühren her entspricht die Zahlung per Amazon Pay am ehesten der Zahlung mit PayPal. 

    Kunden können eine gebuchte Lastschrift zurückbuchen lassen – allerdings nur dann, wenn eine stichhaltige Begründung vorliegt. Kreditkartenbanken, PayPal und Amazon Pay bieten ebenfalls Käuferschutz zu unterschiedlichen Bedingungen und in unterschiedlicher Ausprägung an.

    In vielen Shopsystemen sind die gängigen Zahlungsarten von vorneherein bereits integriert. Sie können also sofort starten. Sind Zahlungsarten nicht  integriert, sollten Onlinehändler prüfen, ob es bereits Plugins zu entsprechenden Zahlungsart gibt, oder ob der Zahlungsanbieter für das jeweilige Shopsystem ein Integrations-Skript anbietet. Die Integration sollte der Dienstleister des Shops machen, es sei denn das Shopsystem bietet eine einfache Möglichkeit, neu hinzugekommene Zahlungsarten freizuschalten.

    In jedem Fall empfehlen sich umfangreiche Funktionstests, bevor Sie eine neue Zahlungsart im laufenden Betrieb verwenden.

    Beliebtheit und Abbruchrate sind die wichtigsten Kriterien, nach denen Onlinehändler Zahlungsarten beurteilen sollten. Zu prüfen ist:

    • Welche Zahlungsarten werden im Shop am häufigsten verwendet?
    • Bei welchen Zahlungsarten gibt es signifikant hohe Abbrüche?

    Werden Zahlungsarten angeboten und nicht benutzt, ist zu überlegen, die Zahlungsart nicht mehr anzubieten. Denn das macht den Kassenbereich übersichtlicher. Bei hohen Abbruchraten sollten Sie untersuchen, ob es im Ablauf des Bezahlprozesses nach der Wahl der Zahlungsart Probleme gibt.

    Händler sollten ihre Zahlungsarten auf jeder Seite ihres Shop kommunizieren. Nehmen Sie sich ruhig bekannte Onlineshops als Vorbild. Dort sind die Zahlungsarten in der Regel am Seiten-Ende in der Nähe des Footers kompakt und mit dem Anbieter-Logo dargestellt. 

    Zu viele Zahlungsarten machen einen Bezahlprozess schnell unübersichtlich. Auch das Auswahlparadoxon kann sich bemerkbar machen, also die Tatsache, dass zu viel Auswahl die Entscheidungsfreude des Kunden lähmt. Konzentrieren Sie sich auf 3 bis 5 der wichtigsten und beliebtesten Zahlungsarten.

      Stellen Sie folgende Leitfragen:

      • Welche Zahlungsarten sind am beliebtesten und bieten den höchsten Nutzen für Ihre Kunden?
      • Wie viele Zahlungsarten verwendet die Konkurrenz?
      • Welche Zahlungsarten passen grundsätzlich zur Zielgruppe?
      • Mit welchen Zahlungsarten sind die Ausfallrisiken gering?
      • Welche Zahlungsarten machen im Büro am wenigsten Arbeit?

      Wenn Sie ein stationäres Geschäft haben, bietet sich die Zahlungsart "Abholung im Shop" in jedem Falle an. Das ist quasi eine Reservierung von Ware. Sie eignet sich bei Produkten, die ein Kunde auch gerne vorher mal in die Hand nimmt.

      • Vorteile: Gut für stationäre Händler, die den Einstieg ins Onlinebusiness wagen. Das Umtauschrisiko ist bei dieser Zahlungsart minimal. Für Stammkunden ist diese Zahlungsart ein weiterer guter Service.
      • Nachteile: Auf dem Weg zum Händler kann es sein, dass sich der Kunde das Ganze anders überlegt.
      • Empfehlung: Stationäre Händler sollten es in jedem Fall machen.

      10. Fazit: Nutzerfreundlichkeit ist entscheidend

      Der Erfolg Ihres Webshops wird direkt davon beeinflusst, welche Zahlungsarten Sie Ihren Kunden zur Verfügung stellen. Setzen Sie auf Klasse statt Masse und bieten Sie lieber drei bis maximal 5 passende Zahlungsarten an, als den Kunden mit unzähligen Online-Bezahlsystemen zu überfordern, von denen er die wenigsten nutzen wollen wird. Entscheidend ist, dass alle Online-Bezahlsysteme reibungslos funktionieren. Testen Sie daher jede Zahlungsart ausgiebig auf alle nur denkbaren Fehler, damit Ihnen hier kein Umsatz entgeht.

      Bei manchen Zahlungsarten besteht das Risiko von Zahlungsausfällen. Gänzlich umgehen können Sie das Risiko mithilfe eines Payment Service Providers: Der Payment Service Provider übernimmt das Risiko des Zahlungsausfalls für eine kleine Gebühr. Das sollten Sie machen, anstatt das Forderungsmanagement mit hohem Aufwand an Zeit und Personalkosten im Büro selbst zu machen.

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