"Nichts wert, ohne Umsatz“ Insolvenz bei Cathy Hummels' Getränkemarke Hye

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Trotz prominenter Gründerin und großer Reichweite: Die Getränkemarke von Cathy Hummels ist insolvent. Das zeigt: Ein bekannter Name allein reicht nicht, um ein Start-up erfolgreich zu machen. Wir zeigen, warum manche Influencer-Marken scheitern, andere hingegen rasant wachsen – und was Gründer daraus für ihr eigenes Marketing lernen können.

Getränke im Supermarktregal
Hye (Symbolbild): Die Getränkemarke von Cathy Hummels hat Insolvenz angemeldet. Bild: Igor Ovsyannykov / Pixabay.

Hye-Insolvenz: Was ist passiert?

Im Jahr 2021 startete Cathy Hummels zusammen mit Geschäftspartnern die Getränkemarke Hye. Das Konzept: ein Lifestyle-Drink mit Vitaminzusätzen, verpackt in bunten Dosen und unterstützt durch die Reichweite der prominenten Gründerin. Medienberichte, Social-Media-Posts und Auftritte auf Events sorgten für viel Aufmerksamkeit – doch offenbar nicht für den erhofften Umsatz.

Nun steht das Startup vor dem Aus. Laut Informationen der Bild hat Hye Insolvenz angemeldet. Für Cathy Hummels ist das eine bittere Erfahrung. Wörtlich sagte sie: "Ich besitze eine Firmenbeteiligung, aber die ist leider nichts wert, ohne Umsatz."

Die Insolvenz von Hye zeigt exemplarisch, wie schwer es selbst für prominente Gründer ist, im hart umkämpften Getränkemarkt Fuß zu fassen: Hohe Konkurrenz, geringe Margen und ein Produkt ohne klaren Alleinstellungsfaktor machen es schwer, sich dauerhaft im Handel zu etablieren.

Holy Energy: Erfolgsrezept mit Schattenseiten

Ein anderes Trend-Getränk mischt aktuell hingegen den Softdrink-Markt auf: Holy Energy. Das Pulvergetränk richtet sich an eine junge Zielgruppe, verspricht "gesündere" Alternativen zu Energy-Drinks und hat sich vor allem in der Gaming-Community etabliert.

Der Erfolg basiert nicht nur auf dem Produkt, sondern vor allem auf aggressivem Influencer-Marketing: Holy arbeitet mit einer Vielzahl von Video-Creatorn auf Social Media zusammen. Wer sich in diesen Welten bewegt, stößt fast zwangsläufig auf Werbeeinbindungen oder Kooperationen – von Rabattcodes über Produktplatzierungen bis hin zu großen Events wie dem "Holy Hotfoot Run", der von Knossi und Rezo moderiert wurde. So entsteht eine Werbepräsenz, die in vielen Social-Media-Feeds allgegenwärtig ist.

Doch dieser Boom hat auch Schattenseiten. Verbraucherschützer warnen, dass Influencer-Marketing bei Lebensmitteln besonders problematisch sei, wenn sich die Kampagnen an Kinder und Jugendliche richten. Die Verbraucherzentrale Hamburg kritisiert, dass Produkte oft mit gesund klingenden Versprechen beworben werden, obwohl sie aus ernährungsphysiologischer Sicht kritisch einzuschätzen sind. Im Fall von Holy steht vor allem der hohe Koffeingehalt im Fokus, der für junge Zielgruppen problematisch sein kann.

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Verpackung des Produkts von Holy Energy
Holy Energy: Das bunte Verpackungsdesign spricht eine junge Zielgruppe an. Bild: Holy Energy.

Der große Hype um Influencer-Marketing – und warum Reichweite alleine nicht reicht

Influencer-Marketing gilt als Zauberformel für schnelles Wachstum. Kaum eine andere Werbeform verspricht, so direkt in die Lebenswelt der Zielgruppe einzudringen. Entsprechend boomt der Markt: 2024 soll Influencer-Marketing in Deutschland ein Volumen von über 600 Mio. Euro erreicht haben, rund 40 % der Unternehmen setzen bereits darauf oder planen den Einstieg. Der Grund liegt auf der Hand: Creatoren wirken authentisch, ihre Empfehlungen scheinen persönlicher als klassische Werbung.

Doch das Beispiel von Hye zeigt: Ein prominentes Gesicht reicht nicht, wenn Produkt und Markt nicht zusammenpassen. Holy beweist dagegen, wie eine Marke mithilfe von Social-Media-Allgegenwart groß werden kann – allerdings nicht ohne Risiken. Für Gründer heißt das: Wer auf Influencer setzt, sollte einige Grundregeln beherzigen.

1. Zielgruppe zuerst

Die Wahl des Influencers muss aus der Produkt- und Kundenlogik entstehen, nicht aus Prominenz oder Reichweite.

2. Influencer als Verstärker, nicht als Motor

Influencer können Aufmerksamkeit schaffen, ersetzen aber keine solide Geschäftsstrategie.

3. Reichweite diversifizieren

Newsletter, WhatsApp oder Community-Formate sorgen dafür, dass Reichweite nicht allein bei Plattformen oder Creatoren liegt.

4. Klein anfangen, messen, skalieren

Formate und Creatoren testen, bevor große Budgets fließen.

5. Transparenz wahren

Kennzeichnungspflichten ernst nehmen und keine überzogenen Gesundheitsversprechen machen.

6. Risiken im Blick behalten

Abhängigkeiten, Shitstorms und regulatorische Vorgaben sind Teil des Spiels und müssen einkalkuliert werden.

 

Diese Regeln sind keine Garantie für Erfolg. Aber sie erhöhen die Chance, dass Influencer-Marketing nicht zur teuren Falle wird – sondern zur wirksamen Unterstützung eines tragfähigen Geschäftsmodells. Wer tiefer in Unternehmerthemen einsteigen möchte, findet bei Für-Gründer.de viele praxisnahe Hilfen: kostenlose Ratgeber und Webinare, nützliche Tools für die Gründung, inspirierende Gespräche im Besser gründen Podcast sowie Videos auf YouTube, die konkrete Tipps für den Unternehmensalltag geben.

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