7 Symptome, an denen ihr merkt, dass ihr waschechte Gründer seid



Gründer sein ist selbstverständlich kein Zustand, um den sich ein Arzt sorgen machen muss, sondern ein spannendes Abenteuer. Aber hin und wieder zeigen sich Gründer-Symptome, wie sie wohl nur die führenden Köpfe eines Start-ups kennen. Wir haben da mal eine nicht ganz ernst gemeinte Liste zusammengestellt.

#1 Büro-Jetlag

“Oh mein Gott, schon so spät!?”

Gründer-Symptome
“Schon so spät?” – viele Gründer leiden unter chronischem Zeitmangel. Das ist eines der Gründer-Symptome. (Quelle: piktochart)

Der erschrockene Blick auf die Uhr ist eines der häufigsten Gründer-Symptome, unter denen Gründer leiden. Eben war noch Mittagspause, plötzlich ist draußen die Sonne untergegangen. Die Minuten und Stunden des Tages sind ein knappes Gut, erst recht für Gründer, die den Satz Zeit ist Geld quasi atmen.

Wenn euch die Zeit immer wieder wie Sand durch die Finger rinnt, kann sich das wie ein Jetlag anfühlen. Der tatsächliche Tagesverlauf passt dann nicht zu eurem eigenen Zeitempfinden. Das liegt daran, dass Zeit von uns Menschen relativ wahrgenommen wird. Und anders als die meisten Angestellten arbeitet ihr so lange, bis sich der Unternehmenserfolg einstellt und nicht nur bis zum Feierabend. Das erzeugt eben jene andere Zeitwahrnehmung, die mit einem Gefühl von Knappheit einhergeht.

  • Tipp: Damit ihr den Büro-Jetlag nicht ständig erleidet, ist es sinnvoll, wenn ihr eure Zeit beherrscht und nicht umgekehrt. Das erreicht ihr am besten dadurch, indem ihr eure Tage durchtaktet und ein effizientes Projektmanagement umsetzt. Eliminiert auch sämtliche Zeitfresser wie den Kaffeeklatsch in der Teeküche, um rechtzeitig mit euren Aufgaben fertig zu werden.

#2 Chronischer Pleitegeier

Wenn es gerade einmal nicht die Zeit ist, die Gründern fehlt, dann gern auch mal das liebe Geld. Schnell tauchen Fragen in den Köpfen auf wie:

Je nach Finanzlage beschäftigen euch diese Gedanken mal mehr und mal weniger intensiv. Immer aber sind sie typische Gründer-Symptome und sie sprechen für eine waschechte Unternehmerdenke.

  • Tipp: Erstellt einen Businessplan oder ein CANVAS-Modell, in dem ihr euer Geschäftsmodell und euren Finanzierungsplan festhaltet. Das schafft Klarheit und daran könnt ihr euch immer wieder orientieren, um angesichts der zahlreichen monetären Möglichkeiten nicht den Überblick zu verlieren. So werdet ihr nicht zum Pleitegeier, sondern sprecht gezielt und selbstbewusst die passenden Geldgeber an.

#3 Die Geister, die ich rief

Die Akquise ging heute ins Leere? Lieferanten haben sich einfach nicht gemeldet? Oder Kunden haben einen kleinen Social-Media-Shitstorm auf euer Unternehmen losgelassen? Was es auch ist, ihr werdet es höchstwahrscheinlich mit nach Hause nehmen.

Gründer-Symptome
Vollkommen abzuschalten fällt nicht leicht – besonders dann nicht, wenn man als Gründer emotional stark involviert ist. (Foto: piktochart)

Gründer zu sein ist kein Job, den man auf dem Heimweg hinter sich lässt. Es ist eine Berufung, die euch Tag und Nacht beschäftigen wird. Das kann sogar so weit gehen, dass euch unerfreuliche Erlebnisse mit Mitarbeitern, Geschäftspartnern und Kunden verfolgen wie Geister.

  • Tipp: Rituale helfen dabei, abzuschalten und eine Distanz zu eurem turbulenten Gründerdasein zu entwickeln. Empfehlenswert ist es zum Beispiel, ein privates und ein geschäftliches Handy zu haben. Das zweite schaltet ihr abends und am Wochenende aus, um zur Ruhe zu kommen. Auch helfen gesunde Gewohnheiten wie Sport, Meditationen und Urlaube, um mental sowie emotional einen gesunden Abstand von eurer Firma zu bekommen.

#4 Gründersprech

Ihr habt beim Pitchen klar den Break-Even-Point vor Augen? Und als CEO eines Lean Start-ups ist es für euch entscheidend, dass der Cashflow auf Grundlage des Minimum Viable Product stimmt? Gründer wissen genau, was mit diesen Termini gemeint ist, während der Otto-Normalbürger wohl nur Bahnhof verstehen dürfte.

  • Tipp: Wenn euch regelmäßig fragende Blicke in einem Gespräch entgegengeworfen werden, obwohl ihr aus eurer Sicht nur ganz normal über die Entwicklung eures Unternehmens geplaudert habt, dann ist das ein untrügliches Symptom dafür, dass ihr einmal mehr in Gründersprech verfallen seid.

Das ist aber überhaupt nicht schlimm, schließlich kann jeder in unserem Start-up ABC nachschlagen, um selbst die gar nicht so geheimnisvolle Sprache der Unternehmer zu lernen. Oder ihr gewöhnt euch an, die typischen Begriffe aus der Gründerszene zu erklären beziehungsweise nach Möglichkeit leichter verständliche Wörter zu verwenden.

#5 Unicorn-Träume – tagsüber und nachts

Wenn Gründer von Einhörnern (tag)träumen, dann liegt es nicht daran, dass sie in eine infantile Phase ihres Lebens zurückfallen. Im Gründersprech sind Unicorns Start-ups, die eine Marktbewertung von über einer Milliarde US-Dollar erreicht haben. Wenn das eigene Unternehmen also so richtig durch die Decke geht.

Und egal, wie realistisch und bodenständig ihr seid: Bestimmt fliegt auch bei euch hin und wieder dieses kleine Einhorn vor eurem inneren Auge herum. Denn Hand aufs Herz: Träumt nicht jeder Gründer vom ganz großen Erfolg?

  • Tipp: Es ist völlig in Ordnung, groß zu denken. Das kann eine starke Motivation sein, um die Ärmel hochzukrempeln. Wir raten euch dazu, diesen Traum eher als richtungsweisendes Ideal und nicht als festgesetztes Ziel zu verstehen. Denn Einhorn-Start-ups sind äußerst selten und auch kleinere Bewertungen brauchen sich keinesfalls hinter den großen Durchbrüchen zu verstecken. Hauptsache, ihr seid zufrieden mit der Entwicklung!

#6 Multitaskeritis

Ihr lest die Texte im Pitch Deck gegen, während ihr am Telefon mit eurem Co-Founder über die Notwendigkeit einer Einstellung neuer Mitarbeiter sprecht. Zeitgleich notiert ihr euch mit eiliger Krakelschrift im Kalender den Interviewtermin, den euch der Journalist wenige Sekunden zuvor an eben jenem Telefon vorher durchgegeben hat. Kurzum: Ihr lebt symptomatisch den ganz normalen Wahnsinn eines Gründers. Oft habt ihr gar nicht die Wahl, ob ihr der Multitaskeritis verfallt, sondern nur, inwieweit. Aber es gibt Hoffnung.

  • Tipp: Setzt Prioritäten. Ein Vorteil als Gründer ist, dass ihr den Hut aufhabt. Ihr entscheidet also, welche Aufgabe wann von euch erledigt werden muss. Manchmal ist das durch äußere Einflüsse nicht immer möglich, doch kann eine Aufgabenstrukturierung allein schon viel in puncto Vorsorge gegen Multitaskeritis bewirken.

#7 “Bleibt denn immer alles an mir hängen?”

Als Gründer bräuchtet ihr eigentlich zehn Arme, drei Gehirne und 48 Stunden Zeit pro Tag. Besonders am Anfang sind die meisten Unternehmer mit nichts als einer Idee und jeder Menge Tatkraft auf sich allein gestellt. Mit der Zeit wird das aber besser, wenn euer Start-up wächst und gedeiht.

  • Tipp: Versucht, den Druck so gut es geht von euren Schultern zu nehmen. Da wäre zum Beispiel die finanzielle Last: Warum nicht als Sidepreneur gründen? Zwar habt ihr dann eine Doppelbelastung bei der Arbeit, dafür müsst ihr euch keine Gedanken um Geld machen und könnt euch Zeit beim Aufbau eures Unternehmens lassen.

Wenn ihr Vollzeit-Gründer seid, dann holt euch so früh wie möglich Unterstützung von der Familie und Freunden. Bestimmt helfen sie euch gern dabei, die Möbel in eurem Büro aufzubauen oder sie stehen euch mit Rat und Tat zur Seite. All das kann einer Überforderung vorbeugen.

Gründer-Symptome: Genießt das Gründerleben

Wohl kaum etwas ist so aufregend, abwechslungsreich und spannend wie das Leben als Gründer. Ständig warten neue Herausforderungen auf euch und ihr erfahrt hautnah, wie eure Idee Gestalt in Form eines florierenden Start-ups annimmt. Natürlich gibt es auch viel Routine und manchmal auch Druck und schwierige Zeiten. Umso hilfreicher ist es für die Gelassenheit, wenn ihr die typischen Gründer-Symptome rechtzeitig erkennt und unsere Tipps beherzigt.