Walking Meeting: Tipps + Routen



Beim Walking Meeting setzt ihr mit eurem Gesprächspartner einen Schritt vor den anderen. Wir stellen die bei Unternehmern beliebte Methode für Besprechungen sowie geeignete Routen für das Walking Meeting in einigen Städten vor.

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Bewegung ist gesund und fördert die Kreativität: Walking Meetings sind ideal für einen dynamischen, produktiven Austausch. (Foto: Unsplash)

Wie funktioniert die Walking-Meeting-Methode?

Beim Walking Meeting verabreden sich mindestens zwei Personen zum Spaziergang. Sie laufen aber nicht einfach nur nebeneinanderher und plauschen, sondern besprechen wie in einem klassischen Meeting auch eine Agenda. So entspannt das Walking Meeting auch aussieht, die Teilnehmer sind konzentriert und ergebnisorientiert.

Walking Meetings finden ebenfalls im Team statt. Ihr solltet aber darauf achten, nicht zu viele Personen einzubeziehen. Kleine Gruppen können sich beim Laufen gut austauschen, doch mehr als vier Personen pro Gruppe sind zu viel für ein Walking Meeting. Teilt euch dann lieber auf, wenn ihr diese Meeting-Methode umsetzen wollt.

Vorteile des Walking Meetings

#1 Bewegung

Der moderne Mensch sitzt zu viel und kann jedes Quäntchen Bewegung am Tag gut gebrauchen. Das Walking Meeting eignet sich ideal dafür. Auch Sportmuffel oder gesundheitlich eingeschränkte Mitarbeiter kommen in den Genuss des moderaten Laufens. Zusätzlich zur Bewegung der Beine ist es sinnvoll, die Arme ein wenig zu schwingen.

#2 Frische Luft regt die Kreativität an

Unser Gehirn braucht reichlich Sauerstoff, um gut zu funktionieren. So ergab eine Studie der Stanford-Universität, dass Unterhaltungen an der frischen Luft mit einer gesteigerten Redelust bei gleichzeitig tieferen Gedankengängen und kreativeren Ideen einhergehen.

#3 Fördert Teambuilding

Gemeinsames Spazierengehen ist kein Teamevent, aber eine gemeinsame Aktivität, die Spaß macht. Der familiäre Gruppencharakter ermöglicht einen persönlichen Austausch. Regelmäßig durchgeführt, wird das Walking Meeting so zu einer Teambuilding-Maßnahme.

#4 Besprechung auf Augenhöhe

Viele klassische Meetings laufen frontal ab: Auf der einen Seite des Konferenztisches sitzt der Chef, auf der anderen die Mitarbeiter. Das Walking Meeting bricht diese Strukturen auf. Zugleich entspannt das Laufen, es entsteht eine Atmosphäre der Ungezwungenheit. Mitarbeiter trauen sich eher, ihre ehrliche Meinung zu sagen oder Vorschläge einzubringen.

Das solltet ihr beim Walking Meeting beachten

#1 Wetterbericht im Blick behalten

Plant ihr ein Walking Meeting am nächsten Morgen, aber der Wetterbericht kündigt Regen an? Dann solltet ihr eine örtliche Alternative für ein Meeting parat haben – oder zumindest einen überdachten Weg an der frischen Luft.

Auch starke Hitze oder Kälte können einem Walking Meeting entgegenstehen. Schließlich soll der kleine Spaziergang produktiv sein und Spaß machen. Lasst Meetings bei ungemütlichem Wetter also lieber drinnen stattfinden. Ihr müsst aber nicht komplett auf die Bewegung verzichten: In geschlossenen Räumen ist das Walking Meeting ebenfalls ein Zugewinn, probiert es einmal auf dem Flur oder im Foyer aus.

#2 Route planen

Die Route sollte stehen, bevor das Walking Meeting losgeht und nicht erst mittendrin festgelegt werden. Sonst verbringt ihr mehr Zeit mit dem Abstimmen der Laufrichtung als mit den eigentlichen Meeting-Inhalten. Achtet bei der Wahl der Route auf einen möglichst ruhigen, störungsfreien Verlauf. Jede Straßenüberquerung lenkt ab, wie auch lebhafte Einkaufspassagen.

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Plant die Route nicht erst während des Walking Meetings, sondern schon vorher. (Foto: Unsplash)

Besser geeignet sind Parks oder Nebenstraßen. Für einen kurzen Zwischenstopp lässt sich auch ein Café ansteuern. Oder ihr nehmt euch das leckere Croissant für jeden als Meeting-Abschluss vor, dann hat die Gruppe noch ein kleines Highlight, auf das sie sich freuen kann.

#3 Walking Meeting kurz halten

Das Walking Meeting sollte nicht länger als 20 Minuten dauern. Sonst können sich die Vorteile der Bewegung an der frischen Luft ins Gegenteil verkehren, wenn ihr zu lange unterwegs seid. Dadurch wird aus dem Walking Meeting ein Walking Trip und das kann sehr erschöpfend sein.

#4 Ergebnisse vorstellen und festhalten

In einem klassischen Meeting haben die Teilnehmer die Agenda entweder am Bildschirm oder als Ausdruck vor Augen. Beim Walking Meeting braucht ihr eure Augen aber, um euch zu orientieren. Also müssen Alternativen her.

Entweder nutzt ihr unterwegs digitale Notizapps wie Evernote, um die einzelnen Punkte abzurufen und Ergebnisse festzuhalten, was aber unpraktisch und riskant ist, denn jeder Blick aufs Smartphone oder Tablet lenkt von eurer Umgebung wie an euch vorbeifahrende Autos ab.

Oder ihr verwendet Sprachnotizen. Erheblich ist hierbei allerdings der Aufwand im Nachgang: Das gesamte Material muss später im Büro nochmals abgespielt werden, um die Kernaussagen herauszufiltern und zu notieren.

Die effizientere und effektivere Variante ist, den Ablauf des Meetings an seine Form anzupassen. Beim Walking Meeting geht das in zwei Schritten:

1. Agendapunkte vorher festlegen

Die Gruppe einigt sich vorher auf Agendapunkte, die im anschließenden Walking Meeting besprochen werden. So wissen alle, worum es geht.

2. Ergebnisse vorstellen

Am Ende des Meetings stellt eine Person aus der Gruppe die Ergebnisse mündlich vor. Entweder schreibt hier schon jemand mit, oder die Präsentation der Ergebnisse lässt sich direkt im Anschluss ins Büro verlagern, wo alles bequem notiert werden kann.

Orte für ein Walking Meeting in eurer Stadt

Ihr wollt das Walking Meeting ausprobieren? Hier sind lokale Tipps, die wir fortlaufend ergänzen.

Berlin:

  • Volkspark Friedrichshain: Der Park grenzt an den Stadtteil Prenzlauer Berg, in dem die Büros vieler Start-ups liegen. Daher ist er für zahlreiche Unternehmer und Mitarbeiter gut zu erreichen. Danke seiner Größe ist genügend Platz für Spaziergänger und das Walking Meeting.
  • Die Wuhlheide ist ein Naherholungsgebiet im Osten der Stadt und nahe am Kult-Standort Schöneweide gelegen. Die Spree ist nicht weit, wie auch das Strandbad des Freizeit- und Erholungszentrums (FEZ), falls es eine kurze Erfrischung braucht.
  • Das Tempelhofer Feld bietet als ehemaliger Flughafen eine gigantische Freifläche. Neuköllner und Kreuzberger kommen schnell dorthin, um eine Runde an diesem geschichtsträchtigen Ort zu flanieren.

Frankfurt:

  • Das Mainufer lädt zum Spazieren und Sinnieren ein. Ob Skyline, Liebieghaus oder die Gärten des Städels: Für das Auge gibt es bei einem Walking Meeting in der Region reichlich Inspirierendes zu sehen.
  • Der Grüneburgpark ist ideal für eine große Runde: Wer im Westend oder Bockenheim arbeitet, kommt schnell dorthin und kann die Pavillons erkunden.
  • Eine Runde hin zum oder rund um das Holzhausenschlösschen bietet sich im Günthersburgpark insbesondere für Bornheimer an.

Leipzig:

  • Die Promenade am Karl-Heine-Kanal nahe der König-Albert-Brücke im Südwesten eignet sich ideal für Walking Meetings. Die Kreativ- und Start-up-Hubs in Plagwitz und Lindenau sind direkt um die Ecke, zur Mittagspause oder früh am Morgen ist ein Spaziergang gut möglich.
  • Der ebenfalls südlich gelegene Clara-Zetkin-Park lädt an verschiedenen Punkten zum Walking Meeting ein: Am malerischen Musikerviertel, nach einem Stück Kuchen im Café Grundmann oder am Elsterflutbett an der Rennbahn Scheibenholz finden sich viele Schneisen und Wege, um ins idyllische Grün zu gelangen.
  • Nahe der Universität Leipzig liegen der Botanische Garten und der Friedenspark. Hier gibt es viele Kräuter, Sträucher und Blumen zu entdecken, das Plätschern des Springbrunnes im Botanischen Garten verstärkt den Wohlfühlfaktor.

Potsdam:

  • Die Freundschaftsinsel befindet sich mitten im grünen Zentrum Potsdams. In der Nähe liegt das Potsdamer Stadtschloss, das Inselcafé liegt am Wasser, für eine kleine Stärkung also optimal.
  • Der Park Sanssouci ist zwar auch bei Touristen beliebt, aber abseits der Hauptachsen lässt es sich dort auch weitgehend ungestört bei einem Walking Meeting konferieren.
  • Der Neue Garten bildet das Gegenstück zum Park Sanssouci und ist gar nicht so neu: Bereits Ende des 18. Jahrhunderts wurde das grüne Areal gebaut und bietet heute reichlich Platz für Entspannung, aber auch für Brainstorming. Unweit entfernt für den kreativfördernden Blick aufs Wasser befindet sich die Potsdamer Seenlandschaft.

10 Regeln für Walking Meetings

  • Überrascht die Kollegen nicht mit einem Walking Meeting: Dieses sollte rechtzeitig angekündigt werden, damit jeder sich darauf vorbereiten kann.
  • Berücksichtigt den Wetterbericht und nehmt je nach Prognose Schirm oder Sonnenschutz mit.
  • Plant vorher eine ruhige, sichere und nicht allzu ausschweifende Route.
  • Vor dem Losgehen werden die Agendapunkte festgelegt, über die gesprochen werden soll.
  • Ob digital oder ausgedruckt: Nehmt euch eine Notiz mit den Agendapunkten mit, falls sie unterwegs vergessen werden.
  • Bildet kleine Gruppen: Teilt bei mehr als vier Personen in mehreren Gruppen auf, in denen sich ausgetauscht wird.
  • Haltet die Meetings kurz, zu langes Laufen ermüdet und die Konzentration verringert sich.
  • Die Ergebnisse werden abschließend in versammelter Runde von einem Mitglied der Gruppe vorgestellt, bei mehreren Gruppen gibt es jeweils einen Sprecher.
  • Haltet die Ergebnisse schriftlich fest, entweder über ein digitales Notizbuch oder im Anschluss am Computer im Büro.
  • Plant Walking Meetings für die Abwechslung in euren Arbeitsrhythmus und den eures Teams ein.

Erfahrt, wie ihr eure Meetings optimiert und wie ihr eure Zeit richtig plant. Mit diesen 10 Tipps haltet ihr euch fit im Büro. Findet außerdem heraus, wie ihr euren Arbeitsrhythmus taktet und wie ihr mit den Kollegen dank Teambuilding an einem Strang zieht.

  • Wo führt ihr Walking Meetings durch? Sendet uns Tipps für eure Region an redaktion(at)fuer-gruender.de!
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