FAQ: 10 Fragen, die sich (fast) jeder Existenzgründer stellt

Viele Menschen hegen insgeheim den Traum, ihr eigener Chef zu sein und ein eigenes Unternehmen aufzubauen. Bürokratische Hürden, Formalien oder die Frage der Finanzierung sollten angehende Existenzgründer jedoch nicht davon abhalten, ihren Traum zu verwirklichen. Schließlich gibt es zahlreiche Hilfsangebote, die Ihnen den Weg in die Existenzgründung vereinfachen.

Wir klären die wichtigsten 10 Fragen für Existenzgründer und stellen hilfreiche Anlaufstellen und Tools vor.



10 Fragen, die wir häufig von Gründern hören und die wir Ihnen beantworten

  1. Trage ich das Unternehmergen in mir?
  2. Wie finde ich die passende Idee für meine Gründung?
  3. Ist meine Geschäftsidee gut?
  4. Stichwort Bürokratie: was ist alles zu beachten, wenn ich ein Unternehmen gründe?
  5. Kann ich auch nebenberuflich gründen?
  6. Woher bekomme ich Geld für mein Unternehmen?
  7. Brauche ich einen Businessplan?
  8. Wie schreibe ich einen Businessplan?
  9. Wer hilft mir weiter?
  10. Muss ich ein Experte in Sachen Buchhaltung sein?

Frage 1: Das Unternehmergen: Bin ich als Existenzgründer geeignet?

In den Zeitungen und Newsportalen liest man immer wieder von (welt)berühmten Entrepreneuren unserer Zeit wie Mark Zuckerberg, Steve Jobs oder Jeff Bezos von Amazon sowie den Erfolgsgeschichten vieler Start-ups, die mit Millionenfinanzierungen von sich reden machen. Häufig nicht im Fokus stehen all die vielen hunderttausend Existenzgründer, die jedes Jahr in Deutschland den Sprung in die Selbstständigkeit wagen.

Meist geht es bei diesen Gründungen auch gar nicht darum, innerhalb weniger Jahre zu einem großen Unternehmen heranzuwachsen. Vielmehr steht der Wunsch im Mittelpunkt, eine bestimmte Idee umzusetzen, sich eine eigene Existenz aufzubauen (daher auch das Wort Existenzgründer) und eine gewisse Unabhängigkeit zu erlangen. Gerade deshalb ist es auch ein Fakt, dass die wenigsten Menschen als Unternehmer geboren werden. Wichtiger für den Erfolg als Existenzgründer sind grundlegende Eigenschaften wie Leidenschaft, Ausdauer, Hartnäckigkeit sowie die Bereitschaft stets Neues zu lernen. Und auch wenn Sie aus einer schwierigen Situation, wie der Arbeitslosigkeit, heraus starten, können Sie das schaffen.

Setzen Sie sich frühzeitig mit den Herausforderungen, die auf Sie als Existenzgründer zukommen auseinander. Machen Sie sich Ihre eigenen Stärken und Schwächen bewusst und erkennen Sie dadurch Chancen und Risiken, die auf Sie warten.

  • Unser Gründertest kann Ihnen dabei helfen, herauszufinden, ob Sie bereits die wichtigsten Voraussetzungen mitbringen, um erfolgreich zu gründen und wo es ggf. noch hapert. Hierfür stellen wir Ihnen 30 Fragen, die sich auf Ihre Kenntnisse und Fähigkeiten sowie Ihre Umfeldfaktoren beziehen. Nehmen Sie sich 10 Minuten Zeit und der Gründertest liefert Ihnen eine ausführliche Auswertung und zahlreiche Tipps: zum kostenfreien Gründertest für Existenzgründer.

Finden Sie heraus, welcher Gründertyp Sie sind und erhalten Sie wertvolle Tipps mit unserem kostenfreien Gründertest.

Frage 2: Wie finde ich eine meine Geschäftsidee?

Wenn Sie schon eine Geschäftsidee haben, können Sie direkt zu Frage 3 springen. Wenn Ihnen die passende Geschäftsidee noch nicht eingefallen ist, soll Ihr Plan, Existenzgründer zu werden, daran nicht scheitern. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um eine Idee zu finden:

#1 Inspiration für die eigene Geschäftsidee finden

Wenn Ihnen die passende Geschäftsidee noch fehlt, die Sie als Existenzgründer umsetzen wollen, dann lohnt es sich immer, Inspiration zu sammeln. Wir haben aus verschiedenen Branchen und zu verschiedenen Themen über 400 gute Geschäftsideen für Sie zusammengestellt. Auch neue Ideen aus Amerika, die es so in Deutschland noch nicht gibt, oder verrückte Geschäftsideen können Sie inspirieren. Neue Geschäftsideen gibt es jeden Montag auch in unserem GründerDaily.

Helfen können bei der Suche nach der passenden Geschäftsidee außerdem auch Kreativitätstechniken wie beispielsweise ein professionelles Brainstorming. Aber auch ohne zündende eigene Idee müssen Sie Ihren Traum als Existenzgründer erfolgreich zu werden, nicht aufgeben, wie die folgenden zwei Optionen zeigen.

#2 Starten per Franchise

Anstatt mit einer eigenen Geschäftsidee können Sie als Existenzgründer ein bestehendes Geschäftsmodell via Franchise übernehmen. Der wesentliche Vorteil hierbei ist, dass Sie bereits wissen, dass die Geschäftsidee funktioniert und Sie jede Menge Unterstützung durch das Franchisesystem erhalten - sei es in Sachen Marketing, Management oder Lieferanten. Hierfür entrichten Sie eine monatliche Gebühr an den Franchisegeber. Besonders gut geeignet ist Franchising übrigens für Quereinsteiger. Erfahren Sie auf Für-Gründer.de, wie Franchising genau funktioniert. In unserer Franchisebörse finden Sie außerdem zahlreiche spannende Franchisegeber, die aktuell neue Franchisenehmer suchen.

So funktioniert Franchising Bei der Gründung per Franchise greifen im Idealfall viele Zahnräder ineinander und sichern den Erfolg.

#3 Ein etabliertes Unternehmen übernehmen

Zu guter Letzt gibt es noch die Möglichkeit als Existenzgründer eine Unternehmensnachfolge anzutreten. Sprich: Sie übernehmen ein bestehendes Unternehmen. Das ist jedoch sicherlich die komplexeste Variante auf Ihrem Weg zum Existenzgründer. Nicht selten sind die Vertragsverhandlungen sehr zäh. Ist der Prozess jedoch abgeschlossen, starten Sie als Existenzgründer nicht bei Null sondern mit einem bereits etablierten Unternehmen.

Frage 3: Ist meine Geschäftsidee gut?

Natürlich ist im allerersten Schritt das Wichtigste, dass Sie selbst von Ihrer Idee überzeugt sind. Eine Frage, die sich jeder Existenzgründer stellen muss, ist dann aber dann auch schnell, ob die eigene Geschäftsidee auch wirtschaftlich tragfähig ist. Am Ende geht es schließlich darum, potenzielle Kunden, Geschäftspartner und gegebenenfalls sogar Investoren zu überzeugen.

Wichtig ist daher auch, dass Sie Ihre Idee in einer kleinen Runde bereits immer wieder testen. Dabei helfen können Familie, Freunde oder Bekannte, die das Produkt ausprobieren und Ihnen ehrliches Feedback geben. Sie sollten das Feedback stets aufnehmen und nicht unbedingt an Ihrer eigenen Idee festhalten, falls der Rücklauf das nicht hergibt. Neuer Input bringt Ihr Produkt weiter - denn am Ende muss allen voran einer überzeugt werden: nämlich der Kunde. Nach einer ersten kleinen Marktforschung, kann Ihnen ein Business Model Canvas dabei helfen, Ihre Geschäftsidee konkreter zu beschreiben und zu analysieren.

Aus vielen Gedanken ein fertiges Geschäftsmodell erstellen – dabei hilft ein Business Model Canvas.

Im Business Model Canvas beschreiben Sie anhand von neun Bereichen, die für jedes erfolgreiche Unternehmen relevant sind, Ihre Geschäftsidee konkreter und analysieren sie. Zu den Bereichen zählen neben dem eigentlichen Produkt oder der Dienstleistung auch die damit verbundenen Aktivitäten (bspw. Materialbeschaffung und Produktion) sowie Ressourcen, Zielgruppe, Kundenbeziehung, Marketing und Kooperationen. Auch die Ausgaben und die Einnahmen werden einander gegenübergestellt. Nach der Erstellung des Business Model Canvas können Sie relativ schnell feststellen, ob es sich lohnt, weiter an Ihrem Konzept zu arbeiten.

  • Wir haben eine Onlinelösung entwickelt, mit der Sie ein digitales Canvas ganz einfach anhand von hilfreichen Beispielen und Leitfragen erstellen: jetzt den Geschäftsmodell-Check machen.

Nach dem Canvas folgt im Übrigen der ausführliche Businessplan, mit dem Sie auch Banken und Investoren überzeugen können... hierzu mehr in den Fragen 7 und 8.

TIPP

Auch in einem Ideenwettbewerb können Sie Ihre Geschäftsidee auf den Prüfstand stellen. Wir zeigen, für wen sich ein Ideenwettbewerb eignet, welche Wettbewerbe es gibt und wie Sie am besten an einem Ideenwettbewerb teilnehmen.

Frage 4: Welche Formalitäten sind zu beachten, wenn ich ein Unternehmen gründe?

Wenn Sie als Existenzgründer ein Unternehmen gründen wollen, müssen Sie im Hinblick auf die bürokratischen Vorgaben in der Regel folgende drei Schritte durchlaufen:

Während sich die Punkte Genehmigungen und Rechtsformen meistens schneller klären, schrecken viele Existenzgründer häufig vor den vielen Anlaufstellen zurück, die für die Unternehmensanmeldung angesteuert werden müssen. Nachfolgendes Video gibt Ihnen einen Überblick darüber, welche Behördengänge für Sie als Existenzgründer notwendig sind.

Step by step erklärt: Die Unternehmensanmeldung

Frage 5: Kann ich auch nebenberuflich gründen?

Die kurze Antwort lautet: Ja, selbstverständlich!

Die lange Antwort ist etwas komplexer. Es gibt zahlreiche Geschäftsideen, die sich als Existenzgründer nebenberuflich umsetzen lassen. Allerdings empfiehlt es sich, dies immer mit dem Arbeitgeber abzustimmen. Außerdem müssen auch gewisse Grundregeln eingehalten werden, was die Arbeitszeit und das Einkommen betrifft. Ganz generell sollten Sie sich außerdem darüber bewusst sein, dass ein eigenes Unternehmen meistens mehr Arbeit ist, als man denkt. Langfristig gesehen lohnt es sich also meistens, Existenzgründer in Vollzeit zu sein, um Ihr Unternehmen richtig voranzutreiben. Wer finanziell jedoch durch einen anderen Job abgesichert sein will und deswegen nebenberuflich gründet, für den haben wir hier mehr Tipps zusammengestellt.

Frage 6: Wo bekomme ich Geld für mein Unternehmen?

Für die meisten Existenzgründer zählen die eigenen Ersparnisse, Unterstützung auf dem familiären Umfeld sowie die klassischen Förderkredite zu den häufigsten Geldquellen für die Gründung. Wir haben Ihnen rund um die Themen Fremdkapital und Fördermittel zahlreiche Informationen und Anlaufstellen zusammengestellt.

Für (technologieorientierte) scheiden Banken zur Startfinanzierung meist aus. Wer dann nicht auf Bootstrapping setzen will oder kann, hat die Möglichkeit auf Business Angels oder Venture Capital-Geber zuzugehen.

Egal, welchen Weg der Finanzierung Sie wählen, empfiehlt sich für Existenzgründer immer eine sorgfältige Vorbereitung und Planung für das jeweilige Vorhaben. Hauptelement ist dabei der Businessplan inkl. eines plausiblen Finanzplans.

Frage 7: Brauche ich einen Businessplan?

Viele Gründer schwören heute auf das Business Model Canvas (vgl. Frage 3) oder setzen ganz auf das Motto: Einfach mal ausprobieren. Dem spricht eigentlich in der Theorie nichts entgegen. Die Praxis zeigt jedoch: Eine optimale Planung kann das vorzeitige Scheitern für Existenzgründer verhindern. Mangelnde Planung ist einer der häufigsten Gründe, weshalb Existenzgründer Ihr Vorhaben wieder aufgeben müssen. Ein Businessplan überprüft das wirtschaftliche Potenzial Ihrer Geschäftsidee und legt gleichzeitig die wichtigsten operativen Maßnahmen für die Zeit nach der Gründung fest. Wenn Sie dennoch an der Notwendigkeit eines Businessplan zweifeln, haben wir hier 10 Gründe: für den Businessplan festgehalten, die jeder Existenzgründer beherzigen sollte.

Frage 8: Wie schreibe ich einen Businessplan?

Ein Businessplan besteht aus verschiedenen Kapiteln, wie beispielsweise Idee & Zielgruppe, Markt & Wettbewerb, Ziele, Strategie, Marketing oder Finanzen. In dieser Infografik sehen Sie auf einen Blick, welche Kapitel zu einem Businessplan für Existenzgründer gehören. Für den Businessplan selbst können Sie ein Worddokument oder eine Businessplan-Vorlage nutzen.

Unser Tipp ist jedoch die Nutzung unserer Businessplan-Software, mit der Existenzgründer kostenfrei, unkompliziert und anhand von hilfreichen Beispielen und Leitfragen einen Businessplan online schreiben können.

Mit der kostenfreien Businessplan-Software im Unternehmerheld schreiben Sie in 12 Kapiteln ganz einfach Ihren Businessplan.

Frage 9: Wo gibt es Hilfe für Existenzgründer?

Tipps, Angebote und Tools für Existenzgründer gibt es wie Sand am Meer. Doch welche sind wirklich gut? Damit Sie den Durchblick nicht verlieren, haben wir Ihnen die Besten zusammengestellt.

Jahrelange Erfahrung als Gründer und mit Gründern haben wir in über 100 Tipps für Existenzgründer verpackt.

Beratung, Konto, Versicherung, Ausstattung, Vorlagen - alles, was ein Existenzgründer braucht auf einen Blick.

Über 20 Tools für Existenzgründer haben wir für Sie entwickelt und zusammengestellt - fast alle sind kostenfrei!

Frage 10: Kein Experte in Sachen Steuern und Buchhaltung - was tun?

Vor Steuern und der Buchhaltung schrecken viele Existenzgründer zurück. Allerdings muss die Buchhaltung in einem Unternehmen gar nicht so kompliziert sein, wie man zunächst denken mag. Zudem ist unser Tipp für Existenzgründer die Buchhaltung nicht selbst machen zu wollen, sondern entweder direkt mit einem Steuerberater zu arbeiten oder eine Buchhaltungssoftware zu nutzen. Dies spart Ihnen Zeit und reduziert die Fehleranfälligkeit - so vermeiden Sie Ärger mit dem Finanzamt.

Dennoch ist es wichtig für Unternehmer, zumindest die Grundzüge der Buchhaltung zu kennen. Hierfür haben wir Ihnen alles rund um die Buchhaltung von A bis Z zusammengestellt.

Nächster Artikel:
Entrepreneur