Finanzierung & Kredite EZB hält Zinsen stabil: Das bedeutet die Pause für Gründer

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Die Europäische Zentralbank lässt die Leitzinsen unverändert. Für Gründer und Selbstständige bedeutet die Zinspause, dass von der Geldpolitik zunächst kein zusätzlicher unmittelbarer Zinsdruck ausgeht. Günstiger werden Firmenkredite dadurch jedoch nicht automatisch.

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EZB-Präsidentin Christine Lagarde am Rednerpult
EZB-Präsidentin Christine Lagarde bei einem früheren Auftritt der Europäischen Zentralbank: Die EZB hat den Leitzins heute angehoben. Foto: Lorena Deidda/ECB.

EZB legt nach Zinserhöhung eine Pause ein

Der EZB-Rat um Präsidentin Christine Lagarde verzichtet auf eine weitere Zinserhöhung. Die drei wichtigen Leitzinsen bleiben auf dem Niveau vom Juni.

  • Der Einlagensatz liegt weiterhin bei 2,25 Prozent.
  • Der Hauptrefinanzierungssatz beträgt 2,40 Prozent.
  • Der Spitzenrefinanzierungssatz bleibt bei 2,65 Prozent.

Im Juni hatte die EZB alle drei Zinssätze um jeweils 0,25 Prozentpunkte angehoben. Es war die erste Erhöhung seit fast drei Jahren. Mit der jetzigen Pause wartet die Zentralbank die weitere Entwicklung ab. Im Mittelpunkt stehen die Inflation, die Energiepreise und das schwache Wachstum im Euroraum.

Warum der Einlagensatz für Gründer wichtig ist

Der Einlagensatz gilt derzeit als wichtigster Leitzins der EZB. Er beeinflusst, zu welchen Konditionen Banken Geld anlegen und Kredite vergeben. Steigt er, werden Finanzierungen häufig teurer. Sinkt er, können Kreditzinsen nachgeben. Banken geben Änderungen jedoch nicht immer sofort oder vollständig weiter.

Für Gründer ist der Leitzins deshalb nur ein Orientierungspunkt. Entscheidend sind auch die individuelle Bonität und die Risikobewertung des Vorhabens.

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Werden Gründerkredite jetzt günstiger?

Eine Zinspause macht Gründerkredite wie den der KfW nicht automatisch günstiger. Sie verhindert lediglich, dass von der EZB kurzfristig ein zusätzlicher Zinsschritt nach oben kommt.

Wie teuer ein Kredit tatsächlich wird, hängt vor allem von

Bei jungen Unternehmen fehlen häufig längere Geschäftszahlen, auf die sich Banken bei ihrer Risikobewertung stützen können.

Das kann zu höheren Zinsen, zusätzlichen Sicherheiten oder strengeren Kreditbedingungen führen. Die Entscheidung der EZB sorgt damit vor allem für etwas mehr Planungssicherheit. Eine schnelle und allgemeine Entlastung bei den Finanzierungskosten ist daraus jedoch nicht abzuleiten.

Vor dem Bankgespräch sollten Gründer ihre Bonität prüfen, einen belastbaren Liquiditätsplan erstellen und mehrere Finanzierungsangebote vergleichen und alle Kennzahlen um den Kredit durchrechnen

Sinkende Inflation verschafft der EZB Zeit

Die Inflation im Euroraum sank im Juni von 3,2 auf 2,8 Prozent. Sie liegt damit aber weiter über dem EZB-Ziel von zwei Prozent. Ein Risiko bleiben hohe Energiepreise. Sie verteuern Strom, Transporte und Material. Gründer sollten diese Kosten in ihrer Finanzplanung berücksichtigen.

Was passiert mit bestehenden Krediten?

Bei Krediten mit festem Zins ändert sich zunächst nichts. Variable Darlehen und Kontokorrentlinien können schneller auf das Zinsniveau reagieren. Unternehmer sollten auslaufende Zinsbindungen früh prüfen und mehrere Angebote für die Anschlussfinanzierung einholen.

Tagesgeld bleibt für Unternehmen interessant

Die vergleichsweise hohen Zinsen haben auch einen Vorteil. Unternehmen können freie Liquidität weiterhin verzinst anlegen. Tagesgeld eignet sich für Rücklagen, die kurzfristig verfügbar bleiben müssen. Dazu gehören Steuerreserven oder Geld für geplante Anschaffungen.

Festgeld bietet teilweise höhere Zinsen. Das Kapital ist jedoch für einen bestimmten Zeitraum gebunden. Unternehmer sollten deshalb nur Geld anlegen, das sicher nicht für das laufende Geschäft benötigt wird. Eine attraktive Verzinsung darf die Zahlungsfähigkeit nicht gefährden.

Wie geht es mit den Zinsen weiter?

Die nächsten Schritte der EZB hängen von Inflation, Energiepreisen und Wirtschaftswachstum ab. Gründer sollten daher nicht auf schnelle Zinssenkungen setzen. Eine Finanzierung muss auch beim aktuellen Zinsniveau tragfähig sein.

EZB Termine 2026 im Überblick

Insgesamt stehen in diesem Jahr noch drei weitere Sitzungen des EZB-Rats an:

  • 10. September 2026
  • 29. Oktober 2026
  • 17. Dezember 2026

Besonders aufmerksam verfolgen Anleger, Unternehmen und Finanzmärkte die Termine im September und Dezember. Dann veröffentlicht die EZB regelmäßig aktualisierte Prognosen zur Inflation und zur wirtschaftlichen Entwicklung im Euroraum.

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