Online-Bezahlsysteme im E-Commerce: Rechnung, PayPal und Co.

Der E-Commerce ist für Gründer ein spannender Markt. Bevor man allerdings seinen eigenen Onlineshop erstellt, sollte man sich als Gründer im Klaren darüber sein, welche Online-Bezahlsysteme eingebunden werden müssen. Denn diese sind im E-Commerce oft erfolgsentscheidend. Auch ein gutes Warenwirtschaftssystem ist wichtig.

Zur Auswahl stehen neben der Zahlung per Kreditkarte, dem Rechnungskauf oder PayPal noch viele weitere Möglichkeiten. Wir klären über die wichtigsten Online-Bezahlsysteme auf.

Online-Bezahlsysteme sind im E-Commerce oft entscheidend

Viele Neugründungen im IT-Bereich versuchen sich im E-Commerce. Der Markt ist groß, hat weiteres Wachstumspotenzial und die Eintrittsbarrieren sind überwindbar. Aber auch etablierte Einzelhändler setzten im Rahmen ihrer Multichannel-Strategie einen eigenen Onlineshop auf und wollen damit den Negativtrend im stationären Einzelhandel kompensieren. Aber egal ob E-Commerce Start-up oder klassischer Einzelhändler, sie alle haben die gleiche Frage: Was sind die Erfolgsfaktoren im E-Commerce?

Verschiedenste Antworten darauf haben in den letzten Jahren viele Studien im E-Commerce gegeben. Besonders häufig wurden die Online-Bezahlsysteme als entscheidender Erfolgsfaktor genannt. So sollen beispielsweise über 70 % der Käufer ihren Einkauf abbrechen, wenn das von ihnen bevorzugte Online-Bezahlsystem vom Händler nicht angeboten wird. Um ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen, haben wir die wichtigsten Online-Bezahlsysteme für Sie herausgesucht und etwas genauer beleuchtet.

Zahlung auf Rechnung: pro und contra Rechnungskauf

Auch wenn verschiedene Studien zur Beliebtheit einzelner Online-Bezahlsysteme zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen – ganz oben auf der Liste der meistgenutzten Online-Bezahlsysteme steht fast immer die Zahlung auf Rechnung. Der Grund dafür ist offensichtlich: Man muss als Kunde keine sensiblen Zahlungsdaten angeben und die Ware wird sofort versendet. Erst wenn das bestellte Produkt angekommen ist, kann der Rechnungsbetrag nach Prüfung der Ware überwiesen werden.

Sollte ein Onlinehändler demnach den Rechnungskauf als eines seiner Online-Bezahlsysteme anbieten? Die Antwortet lautet „Ja, aber...". „Ja", weil das Fehlen der Bezahl-Option Rechnungskauf insbesondere bei hochpreisigen Produkten zu vielen Kaufabbrüchen führen kann. „Aber", weil das Risiko des Zahlungsausfalls für den Händler verhältnismäßig hoch ist.

Allerdings kann man das Risiko als Onlinehändler minimieren, indem man die Zahlung auf Rechnung über einen so genannten Payment Service Provider abwickelt, der das Risiko des Zahlungsausfalls übernimmt. Im Gegenzug zahlen Sie als Händler je Transaktion eine vom Verkaufspreis abhängige prozentuale Gebühr, die bei den meisten Payment-Service-Providern bei etwa 4 % beginnt. Bewegen Sie sich mit Ihrem Onlineshop in einem Sortimentsbereich mit niedrigen Gewinnmargen, kann dann für Sie als Händler die Zahlung auf Rechnung wegen der hohen Gebühren im Zweifel unrentabel werden. Ein Einsatz des Rechnungskaufs als eines Ihrer Online-Bezahlsysteme sollte in einem solchen Fall gut durchdacht sein.

TIPP

Insbesondere wenn Sie personenbezogene Daten erheben, sollten Sie sich über eine Onlineshop-Versicherung informieren. Diese schützt z.B. bei Cyberdiebstahl und Hackerangriffen. 

Zahlung per Lastschrift als gefragtes Online-Bezahlsystem

Die Deutschen lieben die Zahlung per Lastschrift. Nach Angabe der Kontodaten wird die Ware vom Händler direkt versendet und man kann als Kunde bei Problemen oder Unstimmigkeiten die Lastschrift ohne Wenn und Aber zurückgehen lassen. Aber sollte man auch als Händler die Zahlung per Lastschrift als eines seiner Online-Bezahlsysteme anbieten?

Der große Vorteil beim Lastschriftverfahren besteht darin, dass es Händlern mit jedem normalen Geschäftskonto ermöglicht wird, Lastschriften kostengünstig einzuziehen. Möchte man das Risiko einer Rücklastschrift minimieren, so kann auch hier wieder ein Payment-Service-Provider die Haftung für den gesamten Betrag übernehmen – die Gebühren sind allerdings wieder entsprechend hoch. Im Gegensatz zum Rechnungskauf ist die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls jedoch geringer, daher empfiehlt sich die Lastschrift als eines der Online-Bezahlsysteme für die meisten Webshops.

TIPP

Starten Sie noch heue Ihren eigenen Onlineshop mit den wichtigsten Online-Bezahlsystemen.

PayPal als eines der wichtigsten Online-Bezahlsysteme

Durch den Einsatz des Tochterunternehmens PayPal als eines seiner Online-Bezahlsysteme hat der E-Commerce-Gigant eBay dieses Bezahlverfahren in der Online-Welt schnell populär gemacht. Mittlerweile gilt es als eines der beliebtesten Online-Bezahlsysteme, da es schnell und sicher vom Endkunden genutzt werden kann.

Aufgrund der starken Verbreitung empfiehlt es sich Onlinehändlern, PayPal als eines der bekanntesten Online-Bezahlsysteme unbedingt anzubieten. Die Gebühren bewegen sich mit 1,9 % plus 0,35 Euro pro Verkauf für kleine Händler auf recht niedrigem Niveau, insbesondere wenn man bedenkt, dass eine Stornierung der Zahlung durch den Kunden nicht ohne Weiteres möglich ist. Bezahlt ein Kunde per PayPal, dann erhält der Händler umgehend eine Zahlungsbestätigung, sodass die Ware ebenfalls direkt versendet werden kann. PayPal ist eines der wichtigsten Online-Bezahlsysteme und sollte daher in keinem Onlineshop fehlen.

TIPP

Für einen Onlineshop brauchen Sie neben dem Bezahlsystem auch ein gutes Warenwirtschaftssystem.

VISA, MasterCard & Co: Zahlen per Kreditkarte

Die Zahlung per Kreditkarte setzte sich in Deutschland flächendeckend erst mit dem Einsatz im E-Commerce durch und hat sich seitdem zu einem der beliebtesten Online-Bezahlsysteme entwickelt. Als Onlinehändler sollten Sie den Einsatz der Kreditkartenzahlung als eines Ihrer Online-Bezahlsysteme daher positiv gegenüberstehen.

Die prozentualen Gebühren bewegen sich bei den meisten Anbietern zwischen 2 und 4 %, können zukünftig aufgrund neuer EU-Richtlinien aber noch weiter sinken. Der Händler hat bei der Kreditkartenzahlung den Vorteil, dass eine ungerechtfertigte Rückbuchung durch den Kunden wie beim Lastschriftverfahren nicht ohne Weiteres möglich ist. Allerdings besteht die Gefahr des Kreditkartenbetrugs, für dessen Verlust der Händler in der Regel aufkommen muss. Durch den Einsatz einer neuen Sicherheitsvorkehrung, dem so genannten 3D-Secure Verfahren, lässt sich jedoch eine Haftungsumkehr ermöglichen – der Kreditkartenbesitzer haftet in diesem Fall für etwaige finanziellen Verluste. Die Kreditkartenzahlung gehört also zu den wichtigsten Online-Bezahlsystemen.

So geht’s weiter: Der Payment-Service-Provider hilft

Natürlich existieren neben den genannten Online-Bezahlsystemen noch weitere, wie beispielsweise die Sofortüberweisung oder auch Giropay. Wenn Sie allerdings die oben beschriebenen Online-Bezahlsysteme in Ihrem Onlineshop anbieten werden, dann sollten Sie damit bereits auf der sicheren Seite sein. Worauf Sie jedoch nicht verzichten sollten: Die Zahlung per Vorkasse gehört zwar nicht zu den eigentlichen Online-Bezahlsystemen, aufgrund der starken Verbreitung der Vorkasse sollten Sie diese aber nicht vergessen.

Nachdem Sie die für Ihr Vorhaben passenden Online-Bezahlsysteme ausgewählt haben, gilt es diese nun in Ihren Onlineshop zu integrieren. Der einfachste Weg führt dabei über den bereits erwähnten Payment-Service-Provider. Dieser bietet in der Regel für alle bekannten Shopsysteme Zahlungsschnittstellen an, über welche viele gängigen Online-Bezahlsysteme wie Paypal, Kreditkarten- und Lastschriftzahlung oder Rechnungskauf eingebunden werden können. Der große Vorteil für den Händler: Man hat nur einen Vertragspartner und viel weniger des komplexen technischen Integrationsaufwands. Zu den bekanntesten Payment-Service-Providern in Deutschland gehören unter anderem ConCardis, Sage Pay, PAYONE und Wirecard.

Wenn Sie die für Sie idealen Online-Bezahlsysteme ausgewählt haben, dann können Sie im nächsten Schritt das passende Shopsystem bestimmen.

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