Online Geld verdienen: Die wichtigsten Geschäftsmodelle im Überblick

Für viele klingt es wie ein Traum: man eröffnet eine Website und wird damit im Schlaf reich. So einfach ist es zwar leider nicht, trotzdem gibt es heute viele verschiedene Möglichkeiten, online Geld zu verdienen. Die besten stellen wir in diesem Beitrag vor.

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Chefredakteur: René Klein
Für-Gründer.de Redaktion

René Klein verantwortet als Chefredakteur seit über 10 Jahren die Inhalte auf dem Portal und aller Publikationen von Für-Gründer.de. Er ist regelmäßig Gesprächspartner in anderen Medien und verfasst zahlreiche externe Fachbeiträge zu Gründungsthemen. Vor seiner Zeit als Chefredakteur und Mitgründer von Für-Gründer.de hat er börsennotierte Unternehmen im Bereich Finanzmarktkommunikation beraten.

Online Geld verdienen: Die Voraussetzungen

Um im Netz ein Geschäft aufzubauen, müssen Sie – wie in der Offline-Welt auch – über die notwendigen fachlichen Kompetenzen und Erfahrungen verfügen. Hilfreich ist, bereits in einem Unternehmen der jeweiligen Branche gearbeitet zu haben und aus dem eigenen Know-how eine tragfähige Geschäftsidee zu entwickeln. Dabei entscheidend ist, ob es einen Bedarf bzw. eine Marktlücke gibt, die Sie mit ihrem Online-Business ausfüllen können. Haben Sie einen echten Problemlöser anzubieten, ist die Vermarktung eines Online-Geschäfts wesentlich einfacher, als einfach nur einen weiteren Online-Shop zu eröffnen und zu hoffen, dass jemand diesen findet. 

Deshalb ist – wie vor jeder Gründung – eine ausführliche Marktrecherche notwendig. Diese halten Sie in einem Businessplan fest.  

Doch wie verdient man im Netz eigentlich Geld? Dafür gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die wichtigsten stellen wir nachfolgend vor. 

Die wichtigsten Online-Geschäftsmodelle im Überblick

1. Banner/Display 

Das bekannteste Geschäftsmodell im Netz ist Werbung. Da Webseiten grundsätzlich kostenlos sind, generieren viele Anbieter mit der Platzierung von Bannerwerbung Einnahmen. Wer viele Nutzer auf seiner Seite hat, kann diesen Traffic mit Werbeanzeigen vermarkten. Der Vorteil: es muss nichts verkauft werden, jeder Klick auf Ihre Website generiert Geld. Auch wenn man nicht arbeitet, macht die Website Umsatz: Tag und Nacht und auch am Wochenende. Das Problem: um nur mit Werbung Geld zu verdienen, braucht man extrem viele Nutzer. Mit weniger als 100.000 Nutzern pro Monat wird man nur schwer nennenswerte Summen erwirtschaften können. Das heißt, dass man auf seiner Website Produkte oder Dienste bieten muss, die sehr viele Menschen suchen. Und dass man sich dann auch gegen die große, weltweite Konkurrenz durchsetzen muss. Es kann viele Jahre dauern, bis man seinen Lebensunterhalt mit einer rein werbefinanzierten Website bestreiten kann. 

2. Newsletter-Vermarktung 

Nicht nur auf Websites, auch in Newslettern kann man Werbung platzieren oder Services oder Produkte anbieten. Allerdings ist es fast noch schwieriger, Newsletter-Abonnenten auf legalem Weg zu bekommen, als Nutzer auf ein kostenloses Webangebot zu locken. Denn dies erfordert die Bereitschaft eines Kunden, seine persönlichen Daten preiszugeben und die Daten von Verbrauchern schützt der Gesetzgeber immer strikter. Aber auch für einen Newsletter gilt: Man braucht viele Tausend Abonnenten, bis sich ein Newsletter irgendwann finanziell auszahlen kann. Und so viele Leser zu gewinnen, dauert in der Regel ebenfalls mehrere Jahre. 

3. Affiliate Marketing 

Affiliate heißt, man platziert einen Shoplink auf einer Webseite, zum Beispiel einen Link zu Amazon, und verdient dann an jedem verkauften Produkt mit. Amazon zahlt je nach Produktkategorie zwischen 3 und 11 Prozent Provision für Käufe, die über Affiliate Links generiert wurden. Kauft jemand beispielsweise eine Uhr im Wert von 500 Euro, weil er von Ihrem Fashion-Blog zu Amazon geklickt hat, erhalten Sie eine Werbekostenerstattung in Höhe von 11 Prozent, also 55 Euro von Amazon. Auch für Affiliate Marketing brauchen Sie sehr viele Nutzer, damit sich daraus regelmäßige Einnahmen erzielen lassen und die erzielbaren Summen pro Verkauf sind überschaubar. 

4. Paid Content/Sponsored Posts 

Wenn Ihre Website eine bestimmte Zielgruppe anspricht, zum Beispiel Liebhaber von Vinyl-Schallplatten, könnte es sein, dass ein Vinylversand gerne seine Produkte bei Ihnen präsentieren möchte. Er hat nun die Möglichkeit, einen werblichen Beitrag zu kaufen und auf Ihrer Homepage zu platzieren. Dafür wird in der Regel ein Festbetrag vereinbart, der abhängt von der Reichweite der Website. Spezielle Vermarkter vermitteln Aufträge, aber man sollte sich dessen bewusst sein, dass es sehr viel Konkurrenz um diese bezahlten Artikel gibt und die Wahrscheinlichkeit, dass man Ihnen Geld anbietet, sehr gering sein dürfte, wenn Sie nicht bereits Markt- und Meinungsführer auf Ihrem speziellen Gebiet sind. 

5. Onlineshop: Etsy oder eigener Shop 

Wenn Sie keine Inhalte, sondern Produkte anbieten möchten, können Sie einen eigenen Shop eröffnen. Ist das Produkt einzig- und neuartig, bietet sich dafür ein eigener Onlineshop an, auf dem Sie Ihr Produkt exklusiv verkaufen und den Shop auf Suchmaschinen oder sozialen Netzwerken bewerben. Sind Ihre Produkte in Handarbeit gefertigt (zum Beispiel Schmuck oder Kleidung), finden Sie interessierte Kunden einfacher auf spezialisierten Plattformen wie Etsy.

6. Amazon oder Ebay Seller 

Sie haben bereits einen Laden oder möchten im ganz großen Stil Produkte online verkaufen, zum Beispiel Werkzeug oder Fahrrad-Ersatzteile, bieten sich die beiden Weltmarktführer Amazon oder Ebay als Marktplatz an, denn diese verfügen bereits über Millionen von Kunden. Allerdings zahlen Sie für diesen Service auch eine erhebliche Provision und unterwerfen sich den Regeln dieser Plattformen. Und die sind sehr streng. Ein Amazon Shop kann von einem Tag auf den anderen geschlossen werden – ohne Angabe von Gründen, einfach nur weil sich Nutzer beschweren oder Amazon ihre Produktpalette nicht gefällt. Über die Risiken als Amazon Seller sollte man sich im Klaren sein, bevor man einen Shop dort eröffnet. 

7. Influencer auf Youtube oder Instagram 

Mit der Demokratisierung der Medienlandschaft durch Youtube oder Social Media entfachen sogenannte Influencer einen regelrechten Hype. Die beliebtesten Nutzer auf Youtube oder Instagram erreichen Millionen von Menschen und wurden deshalb von der Werbeindustrie als Multiplikatoren entdeckt. Wer also einen sehr populären Youtube-Kanal betreibt, kann diesen nicht nur durch Bannerwerbung refinanzieren, sondern möglicherweise auch durch Produktplatzierungen. 

8. Berater/Coach 

Wer über spezielles fachliches Know-how verfügt, kann dieses online vermarkten. Wer zum Beispiel als Social Media Experte wertvolle Erfahrungen gesammelt hat, kann dieses Wissen gewinnbringend an andere Unternehmen verkaufen oder Online-Kurse und Webinare anbieten. Über Google My Business kann man dieses Wissen auch lokal vermarkten und sicherstellen, dass Menschen in der eigenen Stadt das Angebot finden, zum Beispiel über Google Maps.

9. Community Abos & Memberships  

Viele Menschen haben ein gesellschaftliches oder politisches Anliegen, das sie nicht durch kommerzielle Platzierungen verwässern möchten. Wenn Sie zum Beispiel einen politischen Blog betreiben oder aber seriöse journalistische Inhalte anbieten, sind Banner, Affiliate oder sonstige Vermarktungsangebote häufig störend. Dafür können Sie Ihre treuen Leser bitten, Ihr Angebot zu abonnieren und durch eine monatliche Mitgliedschaft oder ein Abonnement zu refinanzieren. Dienstleister wie Steady fungieren als technische Plattform, um diese Memberships zu verwalten und haben dadurch zahlreichen unabhängigen Onlinemedien jenseits von Werbung ein stabiles Einkommen refinanziert.

Abomodelle eignen sich vor allem für exklusive Inhalte (zum Beispiel längere Texte, Musik oder Film), die es nirgendwo anders gibt oder Herzensangelegenheiten wie zum Beispiel soziales oder politisches Engagement. 

10. Franchising 

Wer zwar online Geld verdienen möchte, aber keine eigene zündende Geschäftsidee hat, kann sich auch nach passenden Franchise-Systemen umsehen, die online allerdings noch rar gesät und häufig nicht seriös sind.

 

Keine Geschäftsmodelle im klassischen Sinn, aber eine interessante Form der Re-Finanzierung von Online-Businesses sind folgende Finanzierungsmöglichkeiten. 

Crowdfunding 

Wer eine Produktidee hat, aber keine Finanzierung von der Bank dafür bekommt, kann sich auch online private Investoren suchen. Das Prinzip: Menschen, die das Produkt interessant finden, können es online ordern, bevor es produziert wurde und sobald die entsprechende Menge verkauft ist und sich genug Kapital angesammelt hat, fangen Sie an zu produzieren. Crowdfunding ist allerdings nur für Produkte geeignet, die einzigartig sind und für Gründer, die ihr Produkt so professionell und kreativ vermarkten können, dass die Kunden an es glauben, obwohl es noch gar nicht erhältlich ist. Auf Plattformen wie Kickstarter oder Startnext können potenzielle Investoren spannende Crowdfunding-Projekte finden. Auch in der Musikwelt werden immer mehr Alben über Crowdfunding durch Fans refinanziert. 

Venture Capital 

Wer eine Online-Geschäftsidee hat, die im größeren Maßstab international skalierbar ist und große Umsätze verspricht, für den ist Venture Capital eine interessante Form der Finanzierung. Das Ziel von Start-ups ist meistens nicht der Gewinn, sondern der so genannte “Exit” bzw. der Verkauf von Unternehmensanteilen um ein schnelleres Wachstum durch mehr Eigenkapital zu ermöglichen. Interessiert sich ein Investor für Ihr Produkt, kann er Geld ins Unternehmen geben, wird im Gegenzug Mitgesellschafter und profitiert vom Wachstum des Unternehmens. Das ist zwar riskant (deshalb spricht man auch von “Risikokapital”), verspricht im Erfolgsfall aber sehr hohe Renditen. Um Venture Capital zu erhalten, muss eine Geschäftsidee neuartig und innovativ sein und in einem Wachstumsmarkt mit großen Potenzial angesiedelt sein. Der Nutzen für den Kunden muss klar ersichtlich sein und nicht zuletzt müssen die Gründer glaubwürdig sein. 

Online Geld verdienen als Nebenjob

Wer noch studiert oder nur nebenbei etwas Geld dazu verdienen möchte, dem bietet das Internet ebenfalls zahlreiche Möglichkeiten. 

  1. Texte schreiben 
    Voraussetzung: sehr gute Schreibe, Kenntnisse in der Suchmaschinenoptimierung oder Social Media 
  2. Websites bauen 
    Voraussetzung: Programmierkenntnisse 
  3. Webdesign 
    Voraussetzung: Ausbildung in Grafik- und Webdesign 
  4. Online-Umfragen 
    Voraussetzung: keine 
  5. Produkttester werden 
    Voraussetzung: keine 
  6. Freelancer werden
    Voraussetzung: Ausbildung in einem speziellen Fachgebiet (Marketing, PR, Grafik,…) 
  7. Online-Flohmarkt 
    Voraussetzung: keine 
  8. Mit Aktien handeln 
    Voraussetzung: Kenntnisse im Aktiengeschäft 
  9. Fotos an Bilddatenbanken verkaufen 
    Voraussetzung: erstklassige Fotografie-Kenntnisse 

Fazit: Online Geld verdienen ist schwierig

Auch online ist Geld verdienen nicht ganz so einfach, wie es scheint. Zwar gibt es heute durch das Internet viele neue Geschäftsmodelle sowie die Möglichkeit, Kunden auf der ganzen Welt zu erreichen, doch durch den riesigen Wettbewerb ist es heute mindestens genau so schwierig, im Internet Geld zu verdienen, wie im klassischen Offline-Geschäft. Die Goldgräberzeiten, in denen eine neue Website viel Aufmerksamkeit bekommen hat, sind definitiv vorbei. Heute gibt es bereits (fast) alles im Netz. Die Suche nach einer lohnenswerten Nische für ein Online-Business gleicht der Suche nach der sprichwörtlichen Nadel im Steckhaufen. Aber mit Kreativität, Erfahrung und Können kann man online immer noch sehr viel Geld verdienen, wenn man die richtige Idee zum richtigen Zeitpunkt konsequent verfolgt und umsetzt. Der erste Schritt, um online Geld zu verdienen, ist jedoch eine ausführliche Marktrecherche im Rahmen eines Businessplans.

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Chefredakteur: René Klein

René Klein verantwortet als Chefredakteur seit über 10 Jahren die Inhalte auf dem Portal und aller Publikationen von Für-Gründer.de. Er ist regelmäßig Gesprächspartner in anderen Medien und verfasst zahlreiche externe Fachbeiträge zu Gründungsthemen. Vor seiner Zeit als Chefredakteur und Mitgründer von Für-Gründer.de hat er börsennotierte Unternehmen im Bereich Finanzmarktkommunikation beraten.