Körperschaftsteuer Steuer: Warum sich Holdings ab 2028 noch mehr lohnen

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Die Steuerreform verändert ab 2028 die Spielregeln für Unternehmensgewinne. Wer frühzeitig auf eine Holding setzt, kann deutlich mehr Geld reinvestieren und Vermögen schützen. Warum 2026 der richtige Zeitpunkt ist, um die Weichen zu stellen.

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Wer Unternehmensgewinne falsch strukturiert, zahlt ab 2028 unnötig hohe Steuern. Bild: Andrea Piacquadio / Pexels.

Was ändert sich mit der Steuerreform?

Derzeit liegt die Steuerbelastung für Gewinne einer GmbH bei rund 30 %. Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer summieren sich je nach Standort zu einer hohen Belastung – unabhängig davon, ob der Gewinn ausgeschüttet oder im Unternehmen belassen wird.

Nach den aktuellen Plänen soll die Körperschaftsteuer ab 2028 schrittweise sinken. Für 2028 sind 14 %  vorgesehen, 2029 sollen es 13 % sein. In den Folgejahren sind weitere Absenkungen geplant.

In der Konsequenz sinkt die Gesamtsteuerlast auf einbehaltene Gewinne perspektivisch auf rund 25 %. Für Unternehmen bedeutet das: mehr Liquidität und mehr Investitionsspielraum.

Besonders stark wirkt diese Entlastung dort, wo Gewinne systematisch im Unternehmen verbleiben. Und genau hier kommen Holdingstrukturen ins Spiel.

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Für wen lohnt sich die Holding ab 2028 besonders?

Holdingstrukturen richten sich vor allem an Unternehmer, die ihre Gewinne nicht kurzfristig privat verbrauchen. Mit der geplanten Steuerreform ab 2028 wird dieser Ansatz noch attraktiver. Denn sinkende Steuersätze verstärken den Effekt der nahezu steuerfreien Gewinnausschüttung innerhalb der Struktur.

Ein klassisches Beispiel ist der Inhaber eines IT-Dienstleisters mit 15 oder 20 Mitarbeitern. Das Unternehmen erwirtschaftet stabile Jahresgewinne von 200.000 bis 400.000 €. Operativ wird davon nur ein Teil benötigt. Ohne Holding fließt der überschüssige Gewinn entweder teuer versteuert ins Privatvermögen oder bleibt ungenutzt im Unternehmen. Mit einer Holding kann der Unternehmer diese Mittel bündeln und über Jahre in Beteiligungen, neue Softwarefirmen oder Immobilien reinvestieren, künftig mit deutlich geringerer Steuerlast.

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Ähnlich profitieren Agenturinhaber und Beratungsunternehmer. Viele von ihnen erzielen hohe Überschüsse, haben aber vergleichsweise geringe laufende Kosten. Wer seine Gewinne direkt entnimmt, zahlt sofort Einkommensteuer. Wer sie über eine Holding strukturiert, baut Vermögen außerhalb des operativen Geschäfts auf und trennt klar zwischen persönlichem Lebensstandard und unternehmerischer Investitionsstrategie.

Auch für klassische Mittelständler aus Industrie und Handwerk gewinnt die Holding an Bedeutung. Ein Maschinenbauer oder ein Produktionsbetrieb, der regelmäßig sechsstellige Gewinne erzielt, kann diese über die Holding gezielt für neue Maschinen, zusätzliche Standorte oder Beteiligungen an Zulieferern einsetzen. Das operative Risiko bleibt in der Tochtergesellschaft, während sich in der Holding ein wachsendes Vermögen ansammelt.

Besonders relevant ist die Struktur zudem für Unternehmer mit Exit-Perspektive. Wer sein Unternehmen in einigen Jahren verkaufen will, kann den Verkaufserlös über die Holding steuerlich begünstigt vereinnahmen und weiter investieren. In der Nachfolgeplanung sorgt die Holding für klare Eigentumsverhältnisse und reduziert steuerliche Reibungsverluste erheblich.

Was ist eine Holding und wie gründet man sie?

Eine Holding ist vereinfacht gesagt eine Unternehmensstruktur mit zwei Ebenen. Unten arbeitet das operative Geschäft. Oben sitzt eine eigene Gesellschaft, die Anteile an diesem operativen Unternehmen hält. Diese obere Gesellschaft ist die Holding.

Der zentrale Vorteil liegt im Geldfluss: Gewinne werden im operativen Unternehmen erwirtschaftet und anschließend an die Holding ausgeschüttet. Steuerlich ist diese Ausschüttung nahezu neutral. Rund 98,5 % des Gewinns bleiben in der Holding und können dort weiterverwendet werden.

Sinkt ab 2028 zugleich die Steuerbelastung in der operativen Gesellschaft von heute rund 30 auf perspektivisch etwa 25 %, erhöht sich der tatsächlich investierbare Betrag spürbar. Erzielt eine operative GmbH 100.000 € Gewinn, bleiben heute nach rund 30 % Steuerbelastung etwa 70.000 €. Sinkt die Belastung ab 2028 auf etwa 25 %, stehen rund 75.000 € zur Verfügung: 5.000 € mehr pro Jahr, die nahezu vollständig in der Holding reinvestiert werden können.

In der Praxis wird eine Holding fast immer als Kapitalgesellschaft gegründet. Am häufigsten entscheiden sich Unternehmer für eine GmbH. Sie ist rechtlich etabliert, steuerlich klar geregelt und auch für spätere Verkäufe oder Nachfolgeregelungen gut geeignet. In kleineren Strukturen kann auch eine UG als Holding dienen, langfristig ist die GmbH jedoch meist die stabilere Lösung.

Der Aufbau erfolgt entweder von Beginn an oder durch eine spätere Umstrukturierung. Neue Unternehmen lassen sich direkt unter einer Holding gründen. Bestehende Firmen können eingebracht werden, was jedoch rechtlich und steuerlich anspruchsvoll ist und sorgfältige Vorbereitung erfordert.

Auch wenn die steuerlichen Entlastungen erst ab 2028 greifen, sollte die Planung nicht aufgeschoben werden. Die Struktur muss stehen, bevor die Vorteile wirken. Verträge, Beteiligungsverhältnisse und steuerliche Details lassen sich nicht kurzfristig regeln. Deshalb gilt 2026 als sinnvoller Zeitpunkt, um die Holding aufzusetzen oder vorzubereiten.

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