Recruiting-Videos: Beispiele + Tipps



Die klassische Stellenanzeige lockt immer weniger junge Fachkräfte. Gefragter sind moderne Medien zur Anwerbung wie Recruiting-Videos. Wir geben Tipps für die Produktion und stellen Beispiele für gelungene Recruiting-Videos vor.


Inhaltsverzeichnis


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Recruiting-Videos leben von Authentizität: Es geht darum, einen wahrhaftigen Eindruck eurer Arbeitsumgebung zu erhalten. (Foto: Unsplash)

Für wen lohnen sich Recruiting-Videos?

Recruiting-Videos sind ein modernes Tool für die Personalgewinnung. Sie werden entweder von Unternehmen selbst oder mit der Unterstützung von Agenturen oder Filmproduktionen realisiert. Die Produktion von Recruiting-Videos ist sinnvoll für Unternehmen, die junge Fachkräfte suchen, da diese sich viel im Internet aufhalten und die Videos dort besonders gut funktionieren.

Was ist wichtig bei Recruiting-Videos?

Ziel von Recruiting-Videos ist es, potenzielle Bewerber für das Unternehmen zu begeistern. Damit das gelingt, sollte der Clip authentische und interessante Einblicke in das eigene Unternehmen geben. In den meisten Recruiting-Videos werden Mitarbeiter bei ihren Tätigkeiten begleitet und äußern sich zu den Vorzügen ihres Arbeitsplatzes.

Negative Aussagen sollten in einem Recruiting-Video nicht vorkommen, schließlich wollt ihr damit um Fachkräfte werben. Es gibt jedoch auch Ausnahmen, wenn beispielsweise ein Mitarbeiter sagt, dass die bestehende Firmenkultur ermöglicht, Probleme anzusprechen und gemeinsam zu lösen. Das ist eine starke und ehrliche Aussage für ein Recruiting-Video, denn problemfreie Arbeitsplätze gibt es sowieso nicht.

Darüber hinaus sollte bei der Produktion auch auf eine ausreichend hohe Auflösung geachtet werden: Full-HD ist Mindeststandard, noch schärfer werden die Videos in 4K-Auflösung. Auch eine hervorragende Tonqualität ist unabdingbar. Was es dafür braucht, könnt ihr in unserem Leitfaden zu Imagefilmen nachlesen.

Recruiting-Video selber machen oder produzieren lassen?

Selber produzieren: Vor- und Nachteile

Niemand kennt euer Unternehmen besser als ihr selbst. Das spricht für die Eigenproduktion eines Recruiting-Videos. In enger Kommunikation innerhalb des Teams entscheidet ihr, wie ihr euch vor der Kamera zeigen möchtet und was ihr erzählen wollt.

Die Eigenproduktion hat allerdings auch einen entscheidenden Nachteil: Sie ist selten so professionell, wie sie es sein müsste, um im Wettbewerb gegen andere Recruiting-Videos der Konkurrenz zu bestehen. Dabei ist ein professioneller Look entscheidend, junge Fachkräfte sind ihn von anderen Videos gewöhnt.

Es gibt noch weitere Stolperfallen bei der Eigenproduktion von Recruiting-Videos: Eine davon ist, Mitarbeiter auswendig gelernte Texte aufsagen zu lassen, was der Zuschauer sofort merkt. Ein weiterer verbreiteter Fehler ist die verklärte Darstellung der Arbeitsumgebung: Für die Filmproduktion wird das Büro mit Pflanzen eingerichtet, doch in der Realität findet der Bewerber einen kahlen Raum vor. Diese Diskrepanz ist ein Schock für Neueinsteiger und kann das Vertrauen in das Unternehmen nachhaltig schädigen.

Produzieren lassen: Vor- und Nachteile

Eine professionelle Produktionsfirma weiß, worauf bei Recruiting-Videos zu achten ist. In Abstimmung mit euch erstellt sie ein Storyboard und dreht nach einem festen Plan, der die Arbeitsatmosphäre in eurem Unternehmen gut wiedergibt. Die Wahrscheinlichkeit ist also hoch, dass ihr ein starkes Recruiting-Video erhaltet, das auch bei potenziellen neuen Mitarbeitern gut ankommt. Zudem kann es hilfreich sein, wenn Filmprofis von außen auf euer Unternehmen schauen und die Stärken in Szene setzen.

Das kann sich jedoch auch in einen Nachteil verkehren, da externe Produzenten euer Unternehmen nicht kennen. So besteht immer ein Restrisiko, dass das Recruiting-Video nicht zu eurem Unternehmen passt bzw. euch nicht so repräsentiert, wie ihr dies wünscht. Von daher ist eine genaue Absprache im Vorfeld erforderlich.

Weiterhin ist die externe Produktion eines solchen Videos recht teuer, Tausende Euro an Ausgaben sind normal. Ein weiterer Nachteil ist die Abhängigkeit gegenüber der Filmproduktionsfirma. Für jede kleine Änderung und Anpassung müsst ihr diese einbeziehen.

Der Vorteil einer externen Produktion ist wiederum die Zeitersparnis in Summe. Profis produzieren Recruiting-Videos deutlich schneller als der Laie.

Für welchen Weg ihr euch auch entscheidet: Nach der Video-Produktion geht es an die Verbreitung.

3 Verbreitungswege für Recruiting-Videos

Recruiting-Videos lassen sich in verschiedenen Bereichen einsetzen. Dabei sind drei von ihnen dominierend.

#1 Auf der eigenen Website

Ideal macht sich ein Recruiting-Video auf der Homepage der eigenen Website oder auf der Karriereseite. Auch auf der Über-uns-Seite ist ein solches Video ein Hingucker, der eure Zusammenarbeit treffender veranschaulicht als lediglich Texte und Gruppenfotos.

#2 In Social Media

Bewegtbild boomt in sozialen Netzwerken, wie die Erfolge der Video-Netzwerke TikTok und Snapchat zeigen. Ein Recruiting-Film passt perfekt in dieses digitale Umfeld. Achtet darauf, dass der Film nicht zu lang ist, 30-60 Sekunden sind ideal. Wenn das Original-Recruiting-Video eine längere Laufzeit hat, solltet ihr dieses für eine Social-Media-Version zuschneiden.

#3 Auf Messen

Sowohl auf Offline- als auch Online-Messen sind Recruiting-Videos effektiv. An eurem Messestand gewinnen Interessenten gleich einen Eindruck vom Unternehmen. Daran lässt sich mit einem Chat bzw. einem persönlichen Gespräch und weiterem Infomaterial anknüpfen.

4 Beispiele für Recruiting-Videos

Im Folgenden stellen wir euch vier Beispiele für Recruiting-Videos und deren Stärken vor.

#1 AVANTGARDE Experts

Das hat uns gefallen: Mut zur Länge: Für ein normales Recruiting-Video wäre der Clip viel zu lang. Aber das hier ist kein normaler Clip, sondern eine Parodie auf Recruiting-Videos und dadurch urkomisch. Deshalb ist die Länge auch egal, denn die Macher nehmen den Stil heutiger Recruiting-Videos aufs Korn. Das ist unterhaltsam und so wird die Dauer des Clips zweitrangig.

Hinzu kommt, dass es sich hierbei nicht einmal um ein besonders aufwendiges Video handelt. Zwar wurde hier Equipment über dem Durchschnitt verwendet, dennoch sind die Shots und Übergänge einfach gehalten. Auch das halten wir für Absicht, um genau jene Standard-Recruiting-Videos zu parodieren. Dieses Video zeigt, dass ihr mit Humor viele Zuschauer erreichen könnt – wenn ihr ihn richtig einsetzt.

#2 Oberfinanzdirektion Frankfurt am Main

Das hat uns gefallen: Originelles, spannendes und spaßiges Video, das Lust darauf macht, die Finanzdirektion näher kennenzulernen – und das, obwohl der Text des Schauspielers Standard für Recruiting-Videos ist. Doch durch den kreativen Schnitt gelingt es, die Aufmerksamkeit des Zuschauers für längere Zeit zu halten. Man sieht, dass hier ein guter Cutter am Werk war und ein durchdachtes Storyboard als Basis hinter der professionellen Produktion steht. Hier waren Profis am Werk, die zeigen, wie ein Recruiting-Video unterhaltsam gestaltet sein kann.

#3 Sozialstiftung Bamberg – Kinderintensivstation

Das hat uns gefallen: Das Video schaut sich angenehm an, zwar gibt es viel Text im Hintergrund, doch passt dieser informative Look gut zur Branche. Ruhige Musik und Bilder vermitteln einen angenehmen Eindruck der Kinderstation. Der Film ist professionell produziert, die Kamera liefert hochwertige Bilder und die langsamen Bewegungen sind angenehm für das Auge. Gut gefallen hat uns auch die Lichtgestaltung. Somit ergibt sich ein stimmiges Gesamtbild und eine aus unserer Sicht authentische Darstellung einer Kinderstation.

#4 Teufel

Das hat uns gefallen: Das Video ist kurz gehalten und kommt auf den Punkt. Die Philosophie des Unternehmens wird klar kommuniziert, die gute Team-Atmosphäre ist für den Zuschauer spürbar, zugleich wird seitens der Führungsebene deutlich gemacht, dass die Mischung von Verantwortung und Freiheit dafür verantwortlich ist. Dass alle Darsteller mit der Filmklappe arbeiten, lockert das Video humorvoll und originell auf.

Das Video ist Handheld, wurde also vornehmlich aus der Hand gefilmt. So geht es also auch, ohne Stativ oder andere Unterstützung. Diese Drehart und die peppige Musik sowie die schnellen und energetischen Cuts sorgen für den Erhalt der Aufmerksamkeit.

10 Tipps für Recruiting-Videos im Überblick

  1. Ein Recruiting-Video ist mehr als nur ein Clip für die Personalgewinnung: Ihr präsentiert euch als attraktiver Arbeitgeber im Sinne des Employer Branding.
  2. Authentizität zählt: Lasst eure Mitarbeiter keine auswendig gelernten Texte aufsagen, sondern ihre ehrliche Meinung.
  3. Vorsicht jedoch vor der Authentizitäts-Falle: Recruiting-Filme sind nach wie vor werblich, interne Kritikpunkte haben dort nichts verloren.
  4. Nicht nur der Inhalt, auch der Look sollte das Unternehmen repräsentieren – Stichwort Corporate Design.
  5. Zielgruppe klar definieren: An wen soll sich das Recruiting-Video richten?
  6. Entsprechende Kanäle für die Verbreitung festlegen: Junge User bei TikTok erwarten andere Videos als Facebook-Nutzer um die 30.
  7. Vergesst klassische Verbreitungswege nicht: Ein Recruiting-Film eignet sich nicht nur für das Internet, das Format funktioniert auch gut als Kinowerbung – entsprechendes Budget vorausgesetzt.
  8. Auf Grundlage der Zielgruppe und den Verbreitungskanälen richten sich der Inhalt des Recruiting-Videos und die technische Umsetzung aus: Welche Mitarbeiter sollen zu Wort kommen, braucht das Video eher schnelle oder langsame Schnitte usw.
  9. Kurz fassen: Die Aufmerksamkeitsspanne der Nutzer ist gering, spart jede Sekunde Film ein, die ihr einsparen könnt.
  10. Unterhaltung ist der Schlüsselfaktor: Je unterhaltsamer ein Recruiting-Film ist, desto eher erhaltet ihr die Aufmerksamkeit der Zuschauer.

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