Pinterest-Marketing-Tipps



Während bei Facebook die organische Reichweite schwindet, bleibt Pinterest eine Traffic-Maschine. Erfahrt, wie ihr die Power von Pinterest für euer Unternehmen nutzt und was neu ist.


Tipps für euer Pinterest-Marketing


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Bei der Gen Z und den Millennials ist Pinterest besonders beliebt, um neue Marken und Produkte zu entdecken. Aber kaum ein Unternehmen nutzt diese Chance. Ergreift ihr sie? (Foto: Unsplash)

#1 Richtet ein Pinterest-Unternehmenskonto ein

Ein Pinterest-Unternehmenskonto ist genauso wie der private Pinterest-Account kostenlos, beinhaltet jedoch zahlreiche Vorteile:

  • Ihr könnt Anzeigen schalten und den Werbeanzeigenmanager zum Monitoring nutzen.
  • Lasst ihr eure Website verifizieren, könnt ihr Rich Pins nutzen, zusätzlich erhöht die Verifizierung den Trust beim Nutzer.
  • Rich Pins: Das sind besonders hilfreiche Pins für Kunden, da sie bei Produkten Preisangaben, bei Rezepten Zutatenlisten etc. beinhalten.
  • Video- und Storypins lassen sich erstellen, dabei handelt es sich um weitere praktische Pin-Formate.
  • Ihr erhaltet ausführliche Statistiken über die Performance eurer Pins und eures Accounts (Pinterest Analytics).
  • Vorausplanung von Pins: Die Veröffentlichung von bis zu 30 Pins lässt sich im Backend planen.

Ihr habt schon ein privates Pinterest-Profil? Dann könnt ihr es mit einem separaten Unternehmenskonto verknüpfen. Genauso ist die Umwandlung eines privaten Kontos in ein Unternehmenskonto möglich.

  • Tipp: Hier geht es zur offiziellen Anleitung für die Einrichtung eines Unternehmenskontos. Wie ihr eure Website bei Pinterest verifiziert, wird hier erklärt.

#2 Verknüpft Pinterest mit Instagram, YouTube und Etsy

Ist der Pinterest Business Account vollständig eingerichtet, folgt noch ein administrativer Schritt: Ihr solltet euer Instagram-, Etsy- und/oder YouTube-Konto mit Pinterest verknüpfen. Dadurch wird es möglich, Bilder von Instagram und Etsy sowie die bei YouTube hochgeladenen Videos bei Pinterest zu pinnen. Diese Automation durch Synchronisation spart Zeit und erhöht die Reichweite künftiger Postings.

#3 Informiert euch über die Konkurrenz und über die Pinterest-Trends 2021

Analysiert als Nächstes die Pins sowie Accounts der Wettbewerber, um herauszufinden, mit welchen Designs sie aktuell arbeiten, um potenzielle Kunden anzulocken. Lasst euch von deren Pins inspirieren, aber klaut nicht einfach Designs, sondern gestaltet eigene Pins. Wie das geht, erfahrt ihr unter Punkt #4.

Jedes Jahr gibt Pinterest einen eigenen Trend-Guide namens Pinterest Predicts heraus. Dieser liefert anhand von Statistiken wertvolle Informationen darüber, welche Themen bald besonders trendy sein werden. Rückblickend lag Pinterest im vergangenen Jahr in 8 von 10 Fällen goldrichtig mit den Trend-Vorhersagen.

#4 Erstellt Pins mit Canva und ladet sie in Boards hoch

Canva ist ein mächtiges Tool, mit dem ihr auch ohne Design-Kenntnisse schicke Grafiken erstellen könnt. Da der Erfolg bei Pinterest mit dem Look der Pins steht und fällt, solltet ihr die zahlreichen Vorlagen dort nutzen. Mit diesen lassen sich schicke Pins wie im folgenden Beispiel ganz einfach erstellen.

pin ankerkraut neu
Einfach lecker! Das Gewürz-Start-up Ankerkraut kombiniert Farben optimal miteinander, um das Interesse des Nutzers zu wecken. (Quelle: Pinterest | Ankerkraut)

Nehmt euch genügend Zeit, bei Canva ansehnliche Pins mit gut leserlicher Schrift und ansprechenden Farben zu basteln. Je attraktiver eure Pins sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für Repins.

Für aussagekräftige Pins sind Produktfotos sehr wichtig. Stockbilder sind auch eine Möglichkeit, allerdings solltet ihr eigenen Content bevorzugen, damit eure Pins auch mit eurer Marke in Verbindung gebracht werden und aus der Masse herausstechen.

Gebt euch weiterhin Mühe bei der Pin-Beschreibung: Was erwartet den Nutzer, wenn er auf den Pin klickt, welches Linkziel verbirgt sich dahinter? Macht ihm den Klick mit einer aussagekräftigen Kurzbeschreibung schmackhaft und fügt der Beschreibung Keywords mit Hashtags bei, wie bei Twitter. Seid bei den Keywords aber sparsam, mehr als 6 pro Pin sollten es nicht sein.

  • Tipp: Seit 2021 wertet Pinterest Fresh Pins deutlich höher als Repins von bestehenden Pins. Fresh Pins sind selbst erstellte Pins. Empfohlen werden maximal 20-25 neue Pins pro Tag, mindestens aber 3-10 Pins für jeweils ein Produkt oder einen Blogartikel.

Die Pins ladet ihr dann in Boards hoch, die ihr ebenfalls erstellt. Boards sind Pinnwände, die einen eigenen Namen tragen, zum Beispiel Geschäftsideen oder Ideen für die Indoor-Einrichtung. Achtet wie bei der Pin-Beschreibung auch auf die Benennung nach Keywords, nach denen eure Zielgruppe sucht.

#5 Für Make-up-Unternehmen: Nutzt die Try-on-Funktion für Product Pins

Damit das funktioniert, müsst ihr zuerst einen Produktkatalog bei Pinterest hochladen. Erstellt dann Produkt Pins und aktiviert im Business Account Manager die Anprobieren-Funktion für diese Pins. Als Datenquelle kann ein Produktfeed der eigenen Website dienen, eine detaillierte Anleitung und Übersicht der unterstützten Integrationen findet sich bei Pinterest.

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Mit Try On können Kunden die Farben eines Lippenstifts via Handykamera in Echtzeit an sich testen. (Foto: Pinterest)

Der Nutzer wählt dann den Produkt Pin über das Smartphone aus, öffnet die Kamera mit der Pinterest App und schon kann er dank der Technologie Pinterest Lens verschiedene Lippenstiftfarben an sich ausprobieren. In den USA geht das auch schon mit Lidschatten, es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis die Funktion nach Deutschland kommt.

#6 Tretet Gruppenboards bei und pinnt dort weiter

In Gruppenboards versammelt sich eure Zielgruppe gebündelt: Hundebesitzer, Möbelfans, Leseratten – hier erreicht ihr konzentriert potenzielle Kunden, die sich gern über neue Produkte mithilfe von Pins informieren.

Findet heraus, welche Gruppenboards es gibt, die mit eurem Unternehmen beziehungsweise euren Produkten zusammenpassen. Bittet den Administrator höflich um eine Aufnahme und – ganz wichtig – befolgt als Mitglieder strikt die Regeln der Boards. So wird meist darum gebeten, im Board nur einen Pin pro Tag zu pinnen und auch Pins anderer Mitglieder zu repinnen. Wer die Regeln nicht respektiert, fliegt aus den Gruppenboards.

  • Tipp: Viele Gruppenboards ermöglichen mittlerweile die automatische Teilnahme durch einen entsprechenden Button.

#7 Postet Pinterest Stories

Sie sind bereits von Instagram und Snapchat bekannt: Stories. Im Spätsommer 2019 startete auch Pinterest sein Story-Format. Doch kaum ein Unternehmen nutzt diese Möglichkeit.

Dabei lassen sich bis zu 20 zusammenhängende Story Pins anlegen und für jeden einzelnen Pin ein individuelles Linkziel definieren. Außerdem könnt ihr der Story sogar Videos hinzufügen. Das Ganze funktioniert wie ein Magazin, das mit Grafiken oder in Kombination mit Videos erstellt wird. Und das alles kostet keinen Cent, wird aber bei qualitativ hochwertiger Umsetzung mit Reichweite und Klicks belohnt.

Achtet bei der Erstellung von Stories unbedingt auf die unterschiedliche Darstellung: Auf Smartphones sehen die Pins anders aus als auf dem Desktop. Hier hilft nur, Design-Erfahrungen durch Trial & Error zu sammeln.

#8 Schaltet Pinterest Ads

Seit Ende 2019 können Nutzer in Deutschland die Pinterest Ads nutzen. Schaut euch diese spannende Werbeform unbedingt an, denn nach wie vor haben sie nur wenige Unternehmen auf dem Schirm. Wer jetzt damit einsteigt und Pins promotet, verschafft sich einen Wettbewerbsvorteil. Die Ads lassen sich mit wenigen Klicks ausspielen und sind aufgrund der geringen Konkurrenz vergleichsweise günstig.

#9 Bleibt dran und pinnt regelmäßig

Der Erfolg bei Pinterest ist vom regelmäßigen Engagement abhängig. Baut den Account nach und nach aus, erstellt spannende eigene Boards und sammelt auch ausgewählte fremde Pins.

  • Tipp: Deutlich schneller und effizienter geht das Pinnen mit dem kostenpflichtigen, von Pinterest offiziell erlaubten Tool Tailwind.

Wer im Idealfall täglich aktiv ist, kommt innerhalb von 1-2 Monaten an den Punkt, den die Pinterest-Expertin Alexandra Polunin als Bäm! bezeichnet: Der Traffic auf der eigenen Website wird massiv zunehmen. Das kann das Geschäft merklich ankurbeln und darum geht es ja letztendlich.

Für wen eignet sich Pinterest?

Primär für Start-ups und Unternehmen, die im B2C-Bereich arbeiten. Über 400 Millionen Menschen weltweit nutzen Pinterest, um sich Einrichtungs- und Lebenstipps wie auch Kochrezepte und Geschenkideen zu holen. Die Nutzer sind überwiegend weiblich, verfügen über ein überdurchschnittliches Einkommen und zwei Drittel der Pins repräsentieren Marken sowie Produkte.

Wenn ihr im B2B-Sektor tätig seid, dürfte Pinterest Marketing für euch tendenziell eher uninteressant sein. Ausnahmen gibt es natürlich immer, aber grundsätzlich lässt sich sagen, dass Geschäftskontakte effektiver über Plattformen wie LinkedIn und Xing ansprechbar sind.

Weitere spannende Infos zu Pinterest

Ihr überlegt, ob sich Pinterest-Marketing für euch lohnt? Dann lest die folgenden Informationen, um zu einer Entscheidung zu gelangen.

Pinterest fliegt noch immer unter dem Radar

Die Nutzung von Pinterest ist längst keine Selbstverständlichkeit im Online Marketing. Die wenigsten Unternehmer haben die Macht dieser Plattform bisher vollumfänglich auf dem Schirm. Das ist gut für euch! Nutzt diese Phase der fehlenden Einsicht für strategisches Marketing. Denn es werden andere Zeiten kommen, in denen die Power flächendeckend erkannt wird und andere Unternehmen das Netzwerk überschwemmen.

Pinterest
Auch 2021 findet Pinterest wenig Beachtung im Social-Media-Marketingmix. Das gibt die Chance auf einen Vorsprung. (Foto: Unsplash)

Da es sich um eine hoch dynamische Plattform handelt, solltet ihr dabei immer die neuesten Entwicklungen im Auge behalten. Permanent wird am Algorithmus gearbeitet, auch die empfohlenen Formate für die Höhe und Breite der Pins ändert sich immer mal wieder. Bleibt daher informiert in Sachen Pinterest und ihr werdet mit Traffic und schlussendlich mit steigenden Umsätzen belohnt.

Eure Pins bleiben viel länger sichtbar als andere Postings in Social Media

Pinterest ist kein klassisches soziales Netzwerk. Zwar könnt ihr auch mit anderen Mitgliedern über eine InMail-Funktion kommunizieren und Pins anderer Nutzer bewerten und kommentieren. Bei Pinterest geht es aber nicht primär um direkte Kommunikation, sondern darum, optisch ansprechende Pins zu gestalten und diese auf der Plattform hochzuladen beziehungsweise zu repinnen.

Das Geniale dabei: Anders als bei Tweets oder Facebook-Postings verschwinden Pins nicht nach kurzer Zeit im digitalen Nirvana.

Sie bleiben im Pinterest-Kosmos über Monate und Jahre erhalten. Sucht ein Nutzer nun nach einem Thema, zu dem ihr einen oder mehrere Pins hochgeladen habt, tauchen diese Pins wieder und wieder in den Suchergebnissen auf.

Damit das funktioniert, sollten Publisher aussagekräftige Pin-Beschreibungen und themenrelevante Hashtags verwenden. Das Ergebnis ist ein konstanter Traffic-Strom, ohne dass ihr ständig Energie in Pinterest investieren müsst. Die Pins machen die Arbeit.

Gen Z und Millenials lieben Pinterest

Einer hauseigenen Analyse von Pinterest zufolge steigen die Nutzerzahlen bei den Jungen rasant: Im Vergleich zum Vorjahr um 50 % bei der Gen Z und um 36 % bei den Millenials. Die User nutzen Pinterest, um während der Pandemie das Beste aus ihrer Zeit zu Hause zu machen. Die Nutzung von Pinterest ist also stark mit positiven Emotionen verknüpft.

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Bei Pinterest erreicht ihr die Generation Z und die Millenials, die auf der Suche nach Sinn in Leben und Arbeit sind. (Quelle: Pinterest | Für-Gründer.de)

Auch spannend: Pinterest ist keine Plattform mehr, die überwiegend von Frauen genutzt wird. Die Zahl der männlichen Nutzer stieg im vergangenen Jahr um 50 %.

Fazit

Kaum eine Plattform belohnt euren Fleiß so sehr mit organischem Traffic wie Pinterest: Wer ansprechende Pins erstellt, spannende Pin-Beschreibung formuliert, thematisch für die Zielgruppe passende Boards eröffnet und seine Hausaufgaben im Bereich Pinterest SEO macht, wird monate- und teils jahrelang mit organischem Traffic belohnt. Niemand weiß, wie lange das noch so sein wird, denn je mehr Unternehmen auf Pinterest Marketing aufmerksam werden, desto schwieriger wird es mit der Sichtbarkeit. Der Zeitpunkt, um mit Pinterest Marketing anzufangen, ist daher nicht morgen oder in einer Woche – sondern jetzt.

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