Pinterest-Marketing-Tipps



Nach wie vor als Hausfrauen- und DIY-Plattform belächelt, hat Pinterest sich längst zu einem Giganten der sozialen Netzwerke entwickelt. Und im Jahr 2020 wird die Plattform zu einer echten Traffic-Maschine. Wie ihr die für euer Start-up ankurbelt und was in diesem Jahr neu ist, erfahrt ihr in den folgenden Tipps.

Pinterest
Bei Millenials ist Pinterest besonders beliebt, um neue Marken und Produkte zu entdecken. Aber kaum ein Unternehmen nutzt diese Chance. Ergreift ihr sie? (Foto: Unsplash)

#1 Ihr seid im B2C? Meldet euch schnell bei Pinterest an

Pinterest ist vor allem für Unternehmer aus dem B2C-Bereich interessant: Über 322 Millionen Menschen weltweit nutzen das Netzwerk, um sich Einrichtungs- und Lebenstipps wie auch Kochrezepte und Geschenkideen zu holen.

Auch interessant: Die Nutzer sind überwiegend weiblich, verfügen über ein überdurchschnittliches Einkommen und zwei Drittel der Pins repräsentieren Marken sowie Produkte.

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Einfach lecker! Das Gewürz-Start-up Ankerkraut kombiniert Farben optimal miteinander, um das Interesse des Nutzers zu wecken. (Quelle: Pinterest | Ankerkraut)

Erkennt ihr Überschneidungen mit eurer Zielgruppe? Dann ist Pinterest die ideale Adresse für euch! Selbst wenn ihr andere Zielgruppen aus dem B2C-Bereich ansprecht, kann Pinterest sich lohnen. Erkundet die Plattform und schaut euch Pins sowie Accounts der Wettbewerber an. Dann werdet ihr schnell herausfinden, ob und mit welchen Designs eure Branche auf der Plattform Anklang findet.

Wenn ihr im B2B-Sektor tätig seid, dürfte Pinterest Marketing für euch tendenziell eher uninteressant sein. Ausnahmen gibt es natürlich immer, aber grundsätzlich lässt sich schon sagen, dass Geschäftskontakte effektiver über Plattformen wie LinkedIn und Xing ansprechbar sind.

#2 Millenials lieben Pinterest

Einer hauseigenen Analyse von Pinterest Business zufolge nutzen 86 Prozent der Millenial-Pinners – wie die Plattform sie nennt – Pinterest, um kleine und große Lebensmomente zu planen. Die Nutzung von Pinterest ist also stark mit positiven Emotionen verknüpft.

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Bei Pinterest habt ihr mit einer visuellen, emotionalen Bildsprache den größten Erfolg. (Quelle: Pinterest | Für-Gründer.de)

Weiterhin sagen 63 Prozent der Studie zufolge, dass Pinterest ihnen geholfen hat, neue Produkte und Marken zu entdecken. Die beliebtesten Kategorien sind übrigens Food, Style und Wohnungseinrichtung.

#3 Informiert euch über die Pinterest-Trends 2020

Jedes Jahr gibt Pinterest einen eigenen Trend-Guide heraus. Dieser liefert euch anhand von Statistiken wertvolle Informationen darüber, welche Themen im neuen Jahr besonders trendy sind. Schaut euch gleich einmal den Guide an und pickt euch die Hot Topics für eure Marke heraus.

#4 Pinterest ist und bleibt eine Suchmaschine, kein Netzwerk

Bei genauer Betrachtung zeigt sich, dass Pinterest kein klassisches soziales Netzwerk ist. Zwar könnt ihr auch mit anderen Mitgliedern über eine InMail-Funktion kommunizieren und Pins anderer Nutzer bewerten und kommentieren. Bei Pinterest geht es aber nicht primär um direkte Kommunikation, sondern darum, optisch ansprechende Pins zu gestalten und diese auf der Plattform hochzuladen beziehungsweise zu repinnen.

Das Geniale dabei: Anders als bei Tweets oder Facebook-Postings verschwinden eure Pins nicht nach kurzer Zeit im digitalen Nirvana.

Nein, sie bleiben im Pinterest-Kosmos über Monate und Jahre erhalten. Sucht ein Nutzer nun nach einem Thema, zu dem ihr einen oder mehrere Pins hochgeladen habt, tauchen diese Pins wieder und wieder in den Ergebnissen auf.

Damit das funktioniert, solltet ihr eine aussagekräftige Pin-Beschreibung und themenrelevante Hashtags verwenden. Das Ergebnis ist ein konstanter Traffic-Strom, ohne dass ihr ständig Energie in Pinterest investieren müsst. Die Pins machen die Arbeit für euch. Was nicht bedeutet, dass Marketing auf Pinterest eine Einmal-und-nie-wieder-Aktion ist, aber dazu gleich mehr.

#5 Erstellt Pins mit Canva

Canva ist ein mächtiges Tool, mit dem ihr auch ohne Design-Kenntnisse schicke Grafiken erstellen könnt. Da der Erfolg bei Pinterest mit dem Look eurer Pins steht und fällt, solltet ihr die zahlreichen Vorlagen dort nutzen.

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Design-Vorlagen helfen euch dabei, schnell und einfach Pins für euren Pinterest-Account zu erstellen. (Quelle: Pinterest | Für-Gründer.de)

Kreiert gleich mehrere Pins zu einem Produkt, zu einem Blogpost oder einer Landingpage. Teilt diese in regelmäßigen Abständen, aber vermeidet Spamming. Nehmt euch genügend Zeit, bei Canva ansehnliche Pins mit gut leserlicher Schrift und ansprechenden Farben zu basteln. So erhöht ihr die Wahrscheinlichkeit für Repins.

#6 Gestaltet Pinterest Stories

Ihr kennt sie bereits von Instagram und Snapchat: Stories. Im Spätsommer 2019 startete auch Pinterest sein Story-Format. Seitdem könnt ihr diese anfertigen. Doch kaum ein Unternehmen nutzt diese Möglichkeit!

Dabei könnt ihr bis zu 20 Story Pins anlegen und für jeden einzelnen Pin ein individuelles Linkziel definieren. Außerdem könnt ihr der Story sogar Videos hinzufügen. Stellt euch das Ganze wie ein Magazin vor, das ihr mit reinen Grafiken oder in Kombination mit Videos erstellen könnt. Und das alles kostet euch keinen Cent, wird aber bei qualitativ hochwertiger Umsetzung mit Reichweite und Klicks belohnt.

Achtet bei der Erstellung von Stories unbedingt auf die unterschiedliche Darstellung: auf Smartphones sehen die Pins nämlich anders aus als auf dem Desktop. Hier hilft nur: Design-Erfahrungen durch Trial & Error sammeln.

#7 Tretet Gruppenboards bei

In Gruppenboards versammeln sich Menschen mit gleichen Interessen: Hundebesitzer, Bastler, Leseratten – die Zahl der Boards und Communities ist grenzenlos. Und jetzt stellt euch vor, ihr veröffentlicht in diesen Gruppenboards Pins mit euren Produkten, welche die Mitglieder ohnehin schon interessieren. It’s a match!

Findet heraus, welche Gruppenboards es gibt, die mit eurem Unternehmen beziehungsweise euren Produkten zusammenpassen. Bittet den Administrator höflich um eine Aufnahme und – ganz wichtig – haltet euch strikt an die Regeln der Boards. So werdet ihr meist darum gebeten, nur einen Pin pro Tag zu pinnen und auch Pins anderer Mitglieder zu repinnen. Wenn ihr diese Regel nicht respektiert, fliegt ihr aus den Gruppenboards. Und das wäre wirklich schade.

#8 Verwendet die Pinterest Ads

Seit Februar können Nutzer in Deutschland die Pinterest Ads nutzen. Schaut euch diese spannende Werbeform unbedingt an, denn bisher haben sie nur sehr wenige Unternehmen auf dem Schirm. Wenn ihr jetzt damit einsteigt und eure Pins promotet, verschafft ihr euch einen Wettbewerbsvorteil. Die Ads lassen sich mit wenigen Klicks ausspielen und werden klassisch mit Cost-per-Click abgerechnet.

#9 Regelmäßigkeit und Geduld entscheiden

Wie in jedem anderen sozialen Netzwerk ist der Erfolg von eurem regelmäßigen Engagement abhängig. Baut euren Account nach und nach aus, erstellt spannende eigene Boards und sammelt auch fremde Pins.

Das ideale Verhältnis lautet 1:4.

Pinnt also jeden Tag mindestens einen eigenen Pin und vier fremde Pins. So demonstriert ihr den Netzwerkgedanken, macht andere einflussreiche Pinner auf euch aufmerksam und erhöht damit die Wahrscheinlichkeit, dass eure Pins repinnt werden und ihr damit mehr Reichweite generiert. Noch schneller stellt sich natürlich der Erfolg ein, wenn ihr mehr Pins am Tag pinnt. Berücksichtigt dabei immer das 1:4-Verhältnis. Auf 25 eigene Pins sollten also 100 fremde Pins folgen.

Wenn ihr das eine Weile macht und im Idealfall täglich aktiv werdet, kommt irgendwann der Punkt, den die Pinterest-Expertin Alexandra Polunin als Bäm! bezeichnet: Der Traffic auf eurer Website wird massiv zunehmen, da immer mehr Menschen von Pinterest zu euch kommen. Das kann das Geschäft merklich ankurbeln und darum geht es ja letztendlich.

#10 Try-on-Funktion im Blick behalten

Zum Jahresanfang sorgte ein revolutionäres Pinterest-Feature für Schlagzeilen: Try On in Verbindung mit Augmented Reality. Wählt einen Pin über das Smartphone aus, aktiviert die Kamera und schon könnt ihr verschiedene Lippenstiftfarben direkt an euch ausprobieren. Der Weg geht also klar in Richtung Beauty-Industrie, doch wird beim Innovationsgeist von Pinterest sicherlich noch nicht Schluss sein.

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Mit Try On könnt ihr Lippenstiftfarben, die ihr auf Pinterest findet, via Handykamera selbst an euch testen. (Foto: Pinterest)

Derzeit gibt es das Feature nur in den USA, doch wie andere Pinterest-Entwicklungen auch wird es nur eine Frage der Zeit sein, bis uns das Feature auch hierzulande zur Verfügung steht. Wenn ihr in diesem Bereich euer Start-up führt, solltet ihr darauf gut vorbereitet sein.

Extra-Tipp: Pinterest mit Instagram, YouTube und Etsy verknüpfen

Seit Kurzem könnt ihr euer Instagram-, Etsy- und/oder YouTube-Konto mit Pinterest verknüpfen. Somit ist es möglich, eure Bilder von Instagram bei Pinterest zu pinnen. Das spart Zeit und erhöht die Reichweite eurer Postings.

Wir empfehlen euch daher, diese effiziente Verbindung zu nutzen. Achtet jedoch darauf, aussagekräftige Postings zu pinnen. Ein schickes Foto mag bei Instagram funktionieren, bei Pinterest braucht es jedoch mehr Kontext beziehungsweise Text im Bild, damit die Nutzer angesprochen werden. Beide Plattformen funktionieren einfach unterschiedlich.

Nutzt die Tatsache, dass Pinterest noch immer unter dem Radar fliegt

Antonia Wille von LEAD Digital trifft den Nagel auf den Kopf: Pinterest ist der Underdog im Online-Marketing. Die wenigsten Marketer haben die Macht dieser Plattform bisher vollumfänglich auf dem Schirm. Das ist gut für euch! Nutzt diese Phase der fehlenden Einsicht für euer strategisches Marketing. Denn es werden andere Zeiten kommen, in denen die Power flächendeckend erkannt wird und andere Unternehmen das Netzwerk überschwemmen.

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Auch 2020 findet Pinterest noch recht wenig Beachtung im Social-Media-Marketing. Das gibt euch die Chance auf einen Vorsprung. (Foto: Unsplash)

Dann wird Pinterest womöglich nicht mehr so effektiv funktionieren, vielleicht werden die privaten Nutzer sogar angesichts der Welle werblicher Pins vergrault. Die gute Nachricht lautet aber, dass ihr jetzt die Chance habt, eure Zielgruppe dort abzuholen und auf euren Online-Shop, eine Landingpage und so weiter zu holen.

Da es sich um eine hochdynamische Plattform handelt, solltet ihr dabei immer die neuesten Entwicklungen im Auge behalten. Ständig wird am Algorithmus gearbeitet, auch die empfohlenen Formate für die Höhe und Breite der Pins ändert sich immer mal wieder. Bleibt daher fit in Sachen Pinterest und ihr werdet mit Traffic und schlussendlich mit steigenden Umsätzen belohnt. Wir wünschen euch viel Erfolg dabei!

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