LinkedIn oder Xing? Das ist NICHT die Frage



Die richtige Frage lautet: Wie können Unternehmer beide Plattformen effektiv und zeitsparend für Marketing und Vertrieb nutzen? Wir stellen die verschiedenen Möglichkeiten vor.

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LinkedIn ist ausschließlich was für internationale Unternehmen und Xing nur für den deutschsprachigen Raum interessant? Die Zeiten, in denen die Frage “LinkedIn oder Xing?” lautete, sind vorbei. (Foto: Unsplash)

5 Ziele für LinkedIn

Die Mitgliederzahlen des Netzwerkes steigen stetig, aktuell sind es mehr als 14 Millionen im D-A-CH-Raum. Was aber funktioniert bei LinkedIn besonders gut?

#1 Organisches Content Marketing betreiben

In der heutigen Zeit ist es selten geworden, dass soziale Netzwerke ihren Nutzern organische Reichweite bieten. Kein Wunder, schließlich verdienen Social-Media-Plattformen gutes Geld durch das Schalten von Anzeigen. So natürlich auch LinkedIn. Allerdings gibt es bei dieser Plattform eine Besonderheit: Eine Redaktion sichtet und bewertet Beiträge. Weltweit sind 70 Redakteure für LinkedIn tätig. Ihr Fokus richtet sich auf den Mehrwert für die User.

Für Unternehmer bedeutet dies: Wer guten Content bei LinkedIn liefert, wird belohnt! Nämlich mit Sichtbarkeit bei der Zielgruppe, denn die Redaktion möchte, dass starke Inhalte auch die passenden Nutzer erreichen. Wir empfehlen daher, besondere Sorgfalt in die Beiträge bei LinkedIn zu investieren. Dann kann die Plattform ein starker Boost für euer Content Marketing sein. Arbeitet in diesem Zusammenhang auch mit einem Social-Media-Redaktionsplan, um im Flow zu bleiben.

#2 Unkompliziert neue Geschäftskontakte knüpfen

Kontakte zu knüpfen, geht bei LinkedIn besonders leicht: Direkte Kontaktanfragen, auch unter Fremden, sind in diesem Netzwerk gang und gäbe. Achtet jedoch darauf, keine Kontaktanfragen auf Masse zu versenden. Das nützt niemandem. Es sollten schon Anfragen an Personen sein, mit denen ihr euch sinnvolle geschäftliche Beziehungen vorstellen könnt.

Der Weg der Kontaktaufnahme bei LinkedIn ist mit der neuen Funktion LinkedIn Stories besonders kreativ: Wie bei Snapchat und Instagram können kurzweilige Stories erstellt werden, die 24 Stunden sichtbar sind. Seit Ende Oktober ist das Feature für User in Deutschland verfügbar.

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LinkedIn-Stories tauchen in der LinkedIn-App über dem vertrauten Feed auf. Ein Schelm, wer dabei an die Instagram-Stories denkt… (Screenshot: LinkedIn)

Allerdings darf eine Story maximal 20 Sekunden lang sein.

Entwickelt erste Ideen und probiert die LinkedIn Stories so früh wie möglich aus.

ls Early Adopter hebt ihr euch von der Konkurrenz ab und verschafft euch mit diesem originellen Social Media Marketing einen Wettbewerbsvorteil. Hierfür sind auch die Einblicke in die Zuschauer-Statistiken erhellend: So seht ihr Namen und Beruf eurer Story-Zuschauer. Diese Informationen könnt ihr aufgreifen, um den Erstkontakt anzubahnen.

Weiterhin könnt ihr Mitglieder des Netzwerks in den Stories taggen und so deren Interesse für euch und eure Inhalte wecken. Interaktion ist auch gegeben, die Zuschauer können euch eine direkte Nachricht senden.

#3 Expertenstatus festigen

LinkedIn bietet die Funktion, eigene Artikel zu publizieren. Davon abgesehen sind zwei Features besonders wichtig: Bei LinkedIn könnt ihr andere Mitglieder taggen und Hashtags setzen. Die Postings erhalten dadurch ungleich mehr Reichweite und die entsprechenden getaggten Mitglieder werden über einen Hinweis informiert. Das macht es viel wahrscheinlicher, dass ihr entdeckt werdet und sich unter euren Postings Fachdiskussionen entspinnen oder InMails ins Postfach kommen. Nutzt diese Chance, um euer Know-how unter Beweis zu stellen und so einen Expertenstatus zu erlangen.

#4 Verschiedene Anzeigenformate nutzen

Das Spektrum von Anzeigenschaltungen ist bei LinkedIn breiter als bei Xing.

Sponsored Content, Sponsored InMail, Text Ads, Dynamic Ads, Programmatic Display Ads und Elevate – LinkedIn bietet die größere Auswahl, auch wenn Xing ähnliche Produkte führt. Allerdings sind diese bei Xing komplizierter in der Navigation zu erreichen. Bleibt festzuhalten: Werbeanzeigen lassen sich mit LinkedIn vielfältiger und genauer erstellen.

Darüber hinaus wird das Targeting ständig verbessert: Ihr könnt zurückverfolgen, wer mit euren Inhalten interagiert hat und entsprechend daran mit weiteren Marketing- bzw. Lead-Maßnahmen anknüpfen.

#5 Live-Videos ausstrahlen

Via LinkedIn Live besteht die Möglichkeit, Videos in Echtzeit zu streamen. Das ist insbesondere für Events spannend, an denen dadurch ein Online-Publikum teilnehmen kann. Allerdings muss das Live-Streaming über ein Bewerbungsformular beantragt werden.

  • Tipp: LinkedIn hat drei Guides veröffentlicht, mit denen ihr eure Erfolge auf der Plattform steigert. Die Guides helfen euch dabei, mehr Leads zu generieren, besser zu werben und/oder die Markenbildung zu forcieren. Wer eher Lust auf Videos hat, dem sei die Watch-me-Series mit denselben Themen im Bewegtbildformat empfohlen.

5 Ziele für Xing

Auch Xing ist mit über 15 Millionen Mitgliedern auf Wachstumskurs. Aus gutem Grund, wie die folgenden fünf Nutzungsmöglichkeiten zeigen.

#1 Mitarbeiter suchen und finden

Xing hat in jüngerer Vergangenheit einen massiven Shift vorgenommen: Vom allgemeinen Business-Netzwerk hin zum Tool für Arbeitgeber, die Fachkräfte suchen. Der Schwerpunkt liegt bei Xing also voll und ganz auf Employer Branding. Der TalentManager hilft dabei, passende Mitarbeiter zu finden. Aber ihr könnt auch Freischaffende über die noch junge Plattform HalloFreelancer akquirieren. Ebenfalls spannend ist der TalentService, über den Xing schreibt:

Mit der neuen Dienstleistung XING TalentService automatisiert XING E-Recruiting ab Oktober 2020 als einen Teil der aktiven Kandidatenansprache für Unternehmen und gestaltet das Active Recruiting datengetrieben, transparent und schnell. Der XING TalentService richtet sich an Unternehmen, die noch nicht über die notwendigen Ressourcen im Recruiting verfügen oder einfach zusätzliche Unterstützung beim Active Recruiting benötigen.

Auf den Punkt gebracht übernimmt Xing mit diesem Service die Suche nach passenden Kandidaten für eure freien Stellen. Dabei wird nicht nur auf die fachliche Eignung, sondern auch auf den Cultural Fit und weitere Parameter wie Gehaltsvorstellungen geachtet. Damit sollen kleine wie große Unternehmen in der Kandidatensuche entlastet werden.

Einen Wermutstropfen hat die neue Ausrichtung jedoch: Die Businessseiten für Unternehmen wurden abgeschafft und durch das Employer-Branding-Profil ersetzt, das auf Xing und der Bewertungsplattform kununu erscheint. Zudem hat das Xing-Design eine komplette Überarbeitung in Kacheloptik bekommen, was ein wenig gewöhnungsbedürftig ist. Ebenfalls relativ neu: Der Reaktionen-Tab, wie man ihn von Facebook kennt. Mit einem Klick auf die Glocke oben rechts öffnen sich persönliche Benachrichtigungen.

#2 Marketing betreiben

Auch die Anzeigenformate haben sich geändert: Seit Ende 2019 gibt es mehr Zeichen für Teasertext und die Möglichkeit, größere Bilder zu verwenden. Das macht Xing zu einer noch attraktiveren Plattform für das Recruiting. Die Anzeigen werden auf der Xing-Startseite der jeweiligen Zielgruppe, an anderen Stellen auf der Plattform und in der App ausgespielt.

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News-Hub und Kontaktpflege: Xing ermöglicht euch, mit Inhalten bei euren Kontakten aufzuleuchten und Stellengesuche optimal zu platzieren. (Screenshot: Xing App)

#3 Schwerpunkt im D-A-CH-Raum setzen

Auch wenn LinkedIn seinen Einfluss in Deutschland, Österreich und in der Schweiz in den vergangenen Jahren massiv erweitert hat: Platzhirsch in diesen Regionen ist und bleibt Xing. Wenn ihr im deutschsprachigen Raum unternehmerisch tätig seid, sind Aktivitäten bei Xing einfach ein Muss. Dazu gehört mindestens, Profile der Geschäftsführung anzulegen und ein Employer Branding Profil zu erstellen.

Noch besser ist es, wenn die Mitarbeiter ebenfalls über Profile verfügen und diese mit dem Branding Profil der Firma bei Xing verknüpft sind.

#4 Aktive Teilnahme an Gruppen

Bei Xing findet der Austausch unter den Mitgliedern in Gruppen statt. Zwar gibt es bei LinkedIn auch Gruppen, allerdings sind die meisten davon nach wie vor englischsprachig und international ausgerichtet.

Der Austausch in Xing-Gruppen erfüllt ein ähnliches Ziel wie bei LinkedIn: Ihr festigt euren Expertenstatus und zieht dadurch Geschäftskunden an Land, nur eben auf anderem Wege. Ihr könnt auch eigene Gruppen gründen und euch dadurch eine Community aufbauen.

#5 Events mitbekommen und teilnehmen

LinkedIn bietet ebenfalls Events an. In der Praxis erleben wir es jedoch wesentlich häufiger, dass Events bei Xing inseriert und entsprechende Plätze auch gebucht werden.

Das ist eine große Stärke von Xing: Die organische Einbettung von Event-Einladungen sowie die unkomplizierte Ticketbuchung inklusive Bezahlung. Wenn ihr also ein Event im D-A-CH-Gebiet erstellt, empfehlen wir euch, dieses zuerst bei Xing zu promoten und erst im zweiten Schritt bei LinkedIn.

LinkedIn oder Xing? Die beiden Netzwerke sind gleich wichtig

Trennscharf lassen sich die Aktivitäten auf Xing und LinkedIn nicht voneinander abgrenzen. Beide Netzwerke eigenen sich für Marketing, Vertrieb und Recruiting, allerdings mit unterschiedlicher Gewichtung. Außerdem sind beide Plattformen nicht in allen Bereichen gleich stark.

Wir hoffen daher, dass ihr mithilfe unserer Tipps eure Aktivitäten bei LinkedIn und Xing besser priorisieren könnt. Dann bespielt ihr die Business-Netzwerke effektiv, ohne dass sie zu Zeitfressern werden.

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