400 Filialen betroffen KiK-Schließungen: Krise beim Discounter?

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Der Textildiscounter KiK steht vor tiefgreifenden Veränderungen. Wie Medien berichten, könnten bis zu 400 der rund 2.400 Filialen in Deutschland geschlossen werden. Eine Entwicklung, die nicht nur für die Mitarbeitenden von Bedeutung ist, sondern auch ein Zeichen für den Wandel im deutschen Einzelhandel setzt.

KiK-Filiale in Halle Neustadt
KiK-Filiale in Halle Neustadt: Laut Berichten sollen bis zu 400 Filialen geschlossen werden. Bild: paul muster / Wikimedia Commons.

CEO-Rücktritt und Filialschließungen: Was ist passiert?

Patrick Zahn war seit 2016 Geschäftsführer von KiK. Nun hat er das Unternehmen "auf eigenen Wunsch" verlassen – laut eigenen Angaben aufgrund strategischer Differenzen mit dem Eigentümer Tengelmann. Gleichzeitig wurde bekannt, dass der Konzern bis zu 400 Filialen schließen will. KiK spricht von "kontinuierlichen Anpassungen", bei denen unrentable Standorte überprüft werden.

Zwar nennt das Unternehmen keine konkreten Zahlen, doch laut übereinstimmenden Medienberichten könnte jede sechste Filiale in Deutschland betroffen sein. Das Unternehmen beschäftigt europaweit rund 32.000 Mitarbeitende. Wie viele Arbeitsplätze durch die geplanten Schließungen konkret gefährdet sind, ist noch unklar. KiK will betroffene Angestellte  wenn möglich an anderen Standorten weiterbeschäftigen.

Steckt KiK in der Krise?

Die Entscheidung, so viele Filialen auf den Prüfstand zu stellen, wirft Fragen auf. Zwar betont KiK, dass es sich um eine normale betriebswirtschaftliche Maßnahme handele. Doch der Zeitpunkt zusammen mit dem überraschenden Rücktritt des CEOs legt nahe, dass es größere strukturelle Herausforderungen gibt.

Der zunehmende Wettbewerbsdruck im Discount-Textilhandel, verändertes Konsumverhalten und steigende Betriebskosten könnten Gründe sein. Zudem setzt der Onlinehandel stationäre Anbieter zunehmend unter Druck. KiK selbst plant zwar Investitionen in bestehende Filialen und ein modernes Ladenkonzept bis 2028. Doch ob das reicht, um dem Trend entgegenzuwirken, bleibt offen.

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Innenansicht einer KiK-Filiale
KiK: Der Einzelhändler setzt bewusst auf Discounter-Preise. Bild: High Contrast / Wikimedia Commons.

Der deutsche Einzelhandel unter Druck

Die Situation bei KiK ist kein Einzelfall. Der gesamte Einzelhandel in Deutschland steht vor großen Herausforderungen. Der Handelsverband Deutschland (HDE) erwartet für 2025 ein nominales Umsatzwachstum von nur rund 2 %. Gleichzeitig prognostiziert der Verband, dass rund 4.500 Geschäfte im laufenden Jahr dauerhaft schließen werden.

Besonders betroffen ist der stationäre Einzelhandel. Die Geschäftslage wird zwar oft noch als "befriedigend" bewertet, aber viele Händler rechnen mit rückläufigen Umsätzen. Energiepreise, Personalengpässe und sinkende Kundenfrequenz setzen den Betrieben zu. Währenddessen wächst der Onlinehandel weiter: 2024 lag sein Anteil am gesamten Einzelhandelsumsatz bereits bei über 13 %, Tendenz steigend.

Was Gründer und Selbstständige daraus lernen können

Die Entwicklung bei KiK und die Lage im Einzelhandel zeigen, wie wichtig es ist, das eigene Geschäftsmodell regelmäßig auf den Prüfstand zu stellen. Für Selbstständige ergeben sich daraus fünf zentrale Erkenntnisse:

  1. Wirtschaftlichkeit konsequent prüfen: Unprofitable Standorte oder Angebote können auf Dauer zur Belastung werden. Wer frühzeitig gegensteuert, sichert die eigene Handlungsfähigkeit.
  2. Flexibilität zulassen: Manchmal ist es besser, einen Teil des Geschäfts aufzugeben, um Ressourcen gezielt auf funktionierende Bereiche zu konzentrieren.
  3. Strategien klar abstimmen: Wie der Fall KiK zeigt, können Unstimmigkeiten in der Führung schwerwiegende Folgen haben. Unternehmer sollten darauf achten, mit Partnern, Gesellschaftern oder Investoren auf einer Linie zu sein.
  4. Modernisieren und investieren: Stillstand ist selten eine Option. Wer in sein Geschäftsmodell investiert – sei es durch Digitalisierung, Kundenbindung oder neue Vertriebskanäle – bleibt wettbewerbsfähig.
  5. Onlinepräsenz ausbauen: Der Trend ist eindeutig. Selbst kleine Händler sollten über einen starken digitalen Auftritt verfügen – sei es über Social Media, einen Online-Shop oder lokale Plattformen.

Fazit: Einzelhandel im Wandel

Die geplanten Einschnitte bei KiK sind ein Signal: Der stationäre Einzelhandel steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Für Unternehmer und Selbstständige ist es jetzt wichtiger denn je, flexibel zu bleiben, das eigene Angebot zu hinterfragen – und sich konsequent auf die Zukunft auszurichten.

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