Zinshype aus den USA Chase-Tagesgeld im Vergleich: 4 Prozent auch für Selbstständige?

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Chase startet in Deutschland mit 4 % Zinsen aufs Tagesgeld. Das Angebot bringt spürbar Bewegung in den Markt und ist stark für Privatkunden. Doch profitieren auch Geschäftskunden von dem Angebot?

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Chase von J.P. Morgan startet in Deutschland mit einem Tagesgeld-Angebot
Chase startet in Deutschland mit 4 Prozent Tagesgeldzinsen. Doch für Selbstständige hat das Angebot einen wichtigen Haken. Bild: Christian Pries / Chase.

Chase greift deutschen Zinsmarkt an

Die US-Großbank J.P. Morgan ist mit ihrer Digitalbank Chase in Deutschland gestartet. Das erste Produkt richtet sich an Privatkunden und hat es in sich: 4 % Zinsen pro Jahr aufs Tagesgeld. Für einen Markt, in dem viele Bestandskunden deutlich weniger bekommen, ist das ein lautes Signal. 

Mit seinem Angebot bringt Chase Bewegung in den deutschen Markt: Kurz nach dem Start zog die Norisbank, Tochtergesellschaft der Deutschen Bank, mit einem eigenen 4-Prozent-Angebot nach.

Zum Vergleich: Bei den besten Aktionszinsen in unserem Tagesgeld-Vergleich erhalten Privatkunden bei der Consorsbank 3,4 % und bei Distingo von 3,3 %.

Wie funktioniert das Chase-Tagesgeld?

Das Chase-Angebot ist klar gebaut. Es richtet sich an Kunden, die Geld flexibel parken wollen. Chase berechnet die Zinsen täglich und zahlt sie monatlich aus.

Die Kontoeröffnung und Kontoführung sind nach Angaben der Bank kostenlos. Eine Mindesteinzahlung gibt es nicht.

Das Geld bleibt täglich verfügbar. Die Bedienung läuft über die App.

Die Bank verweist auf die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 €. Zusätzlich nennt Chase eine freiwillige Einlagensicherung von bis zu 3 Millionen €.

Betrieben wird Chase in Deutschland von der J.P. Morgan SE mit Vollbanklizenz. Das klingt solide und kann gerade für private Rücklagen interessant sein. Wer Geld für Urlaub, Notgroschen oder größere Anschaffungen liegen lässt, bekommt für vier Monate einen sehr attraktiven Zins.

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Wo ist der Haken?

Das Top-Angebot von Chase hat mehrere Haken: Die 4 % Zinsen gelten nur für vier Monate. Danach fällt der Zinssatz auf aktuell 2 % variabel. Er kann sich also ändern.

Bei 20.000 € bringt die Aktion in vier Monaten rund 267 € Zinsen vor Steuern. Bleibt das Geld danach acht Monate zu 2 % liegen, liegt die Jahresrendite rechnerisch nur bei etwa 2,67 %.

Für private Zinsjäger kann sich das lohnen. Sie nehmen den Aktionszins mit und vergleichen danach neu.

Warum sich das Angebot für Selbstständige nicht lohnt

Für Selbstständige ist das Angebot schwieriger. Denn Firmengeld soll nicht ständig wandern. Es muss verfügbar, sauber getrennt und buchhalterisch klar zuzuordnen sein.

Für Unternehmer zählt also nicht nur der Zinssatz. Entscheidend ist, ob ein Konto auch geschäftlich genutzt werden darf.

Genau das ist beim Chase-Angebot zum Start nicht vorgesehen: Es ist kein Firmentagesgeld und kein Geschäftskonto mit Buchhaltungsanbindung und Unterkonten für eine saubere Finanzstruktur. 

Wer Firmengeld jedoch auf einem Privatkonto parkt, riskiert Chaos in der Buchhaltung. Rücklagen für UmsatzsteuerEinkommensteuer-Vorauszahlungen, Gewerbesteuer, Gehälter oder Wareneinkauf sollten klar vom Privatvermögen getrennt bleiben.

Selbstständige sollten deshalb lieber zu einem echten Firmentagesgeld greifen. Dort passen Nutzung, Kontoauszüge, Verrechnungskonto und steuerliche Zuordnung zum Unternehmen.

Tagesgeld-Alternativen für Geschäftskunden

Folgende Angebote für Selbstständige können sich mit dem neuen Zinskracher aus den USA messen:

Tarif Aktionszins Aktionszeitraum
Finom Basic * 5 % 5 Monate
Tide Tagesgeldkonto * 4,25 % 4 Monate
Vivid Standard * 4 % 4 Monate
ING Business Extra-Konto * 3,5 % 4 Monate
Fyrst Business Tagesgeld * 3,5 %  3 Monate

 

Die Tabelle zeigt: Auch Geschäftskunden bekommen attraktive Zinsen. Aber sie müssen die Bedingungen genau prüfen und Tagesgeld-Angebote vergleichen

Chase: Nett für Private, keine Option für Unternehmer

Chase setzt mit 4 % Tagesgeld ein Ausrufezeichen und ist ein starkes Privatangebot. Der Start der US-Großbank bringt neuen Druck in den deutschen Zinsmarkt. Das ist gut für Sparer

Das Konto ist aber aktuell keine Lösung für betriebliche Rücklagen: Wer Geld aus seinem Unternehmen verzinsen will, sollte ein echtes Firmentagesgeld wählen.

Wer hingegen über mehrere Monate oder Jahre sicher auf einen Teil seiner Rücklagen verzichten kann, sollte Festgeld prüfen: Dort sind die Zinsen oft planbarer, dafür bleibt das Geld bis zum Laufzeitende gebunden.

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Quellen: 

Capital: Die größte Bank der Welt startet in Deutschland

Chase: Tagesgeld

tagesschau: US-Großbank JP Morgan auf Kundenfang in Deutschland

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