Mit Versicherungen für Freiberufler die Selbstständigkeit absichern

Ob Sie nun Heilpraktiker, Wirtschaftsprüfer, Grafiker oder Dolmetscher sind - ohne Versicherung können im Schadensfall erhebliche Kosten auf Sie zukommen. Diese gefährden im schlimmsten Fall Ihre berufliche Existenz und Ihr Unternehmen.

Die freiberufliche Tätigkeit hat viele Vorteile, birgt allerdings auch Risiken. Um abgesichert zu sein, ist der richtige Versicherungsschutz wichtig. Im Folgenden erläutern wir ein paar Versicherungen für Freiberufler, wie die Betriebshaftpflicht oder die Vermögensschadenhaftpflicht.

Versicherungen für Freiberufler: Geschäftsinhaltsversicherung

Um für den Fall eines Schadens abgesichert zu sein, sollten sich Freiberufler um eine Geschäftsinhaltsversicherung bemühen. Damit sind alle beweglichen Waren und Vorräte versichert, die nicht mit dem Gebäude verbunden sind. Darunter fallen auch Schreibtische und Stühle, die Kaffeemaschine oder Aktenschränke.

Die Versicherung greift bei Schäden, die durch folgende Gefahren verursacht werden: Feuer, Leitungswasser, Sturm/Hagel und Einbruchdiebstahl. Wenn also ein Rohrbruch das Büro überflutet und dabei die Einrichtung zerstört wird, übernimmt die Inhaltsversicherung die Kosten. Wichtig zu wissen ist hierbei: Das zerstörte Inventar wird zum Wiederanschaffungswert, also zum Neuwert, ersetzt.

Die Ermittlung der benötigten Versicherungssumme gestaltet sich meistens einfach. So sollte der Gesamtwert des Inventars versichert werden. Es empfiehlt sich sogar, einen Puffer von 10 % zusätzlich zur Versicherungssumme abzusichern, um nicht unterversichert zu sein.

Krankenversicherung für Freiberufler

Wenn Sie nicht einem Versorgungswerk oder der Künstlersozialkasse angehören, haben Sie als Freiberufler ebenfalls die Wahl zwischen der privaten und der freiwillig gesetzlichen Krankenversicherung. Zu den Kosten der privaten Versicherung können Sie sich durch einen kostenlosen Vergleich schnell einen Überblick verschaffen.

Versicherungen für Freiberufler: Betriebshaftpflicht

Neben dem selbst erlittenen Schaden, sollten auch Schäden Dritter versichert werden, die durch Sie als Freiberufler verursacht wurden. Empfehlenswert sind die Betriebshaftpflicht und die Vermögensschadenhaftpflicht.

Die Betriebshaftpflichtversicherung wird für jeden Selbstständigen dringend empfohlen. Diese greift, wenn Dritte einen Schaden erleiden und Sie als Freiberufler innerhalb Ihrer Tätigkeit dafür verantwortlich sind. Die tatsächlich benötigte Versicherungssumme festzulegen, ist streng genommen so nicht möglich, da das Schadensszenario in der Haftpflichtversicherung sehr abstrakt ist. Vereinfacht gesagt bedeutet dies: Sie wissen nicht, wie hoch der höchstmöglichste Schaden tatsächlich ist, für den Sie eventuell in Haftung genommen werden.

Als Orientierungshilfe für eine „geeignete" Versicherungssumme herangezogen werden können die Branche, das Volumen der Kundenaufträge, die Größe des Betriebs und vor allem das Betätigungsfeld. Grundsätzlich empfiehlt es sich, eine Versicherungssumme von nicht unter drei Millionen Euro für die drei Schadensarten der Betriebshaftpflichtversicherung, die Personenschäden, die Sachschäden sowie Vermögensfolgeschäden zu wählen.

Schadensbeispiel: Der Kunde eines Grafikers stolpert in dessen Räumlichkeiten über ein unzureichend gesichertes Kabel, stürzt und verletzt sich dabei. Die Verletzung ist so schwerwiegend, dass er für mehrere Tage krankgeschrieben wird. Da der Kunde selbstständig ist, erleidet er dadurch finanzielle Einbußen, die er vom Grafiker einfordert. Hier greift die Betriebshaftpflicht, da es sich um einen Vermögensfolgeschaden handelt, der infolge des verschuldeten Personenschadens entstanden ist.

TIPP

Die passende Versicherung für Ihre Tätigkeit finden: machen Sie die Bedarfsanalyse für den Versicherungsschutz.

Versicherungsbedarf prüfen

Versicherungen für Freiberufler: Vermögensschadenhaftpflicht

Neben der Betriebshaftpflichtversicherung wird freiberuflich Tätigen außerdem eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung empfohlen. Diese deckt ausschließlich echte Vermögensschäden ab. Ihnen geht im Gegensatz zu Vermögensfolgeschäden, die in der Betriebshaftpflicht enthalten sind, kein Personen- oder Sachschaden voran. Für bestimmte Berufsgruppen ist der Abschluss einer Vermögensschadenhaftpflicht sogar gesetzlich vorgeschrieben. Dies ist beispielsweise bei Versicherungsmaklern oder Steuerberatern der Fall.

Schadensbeispiel: Ein freiberuflicher Grafiker erstellt für einen Veranstalter Poster. Ohne die Vorlage noch einmal final von seinem Auftraggeber prüfen zu lassen, gibt der Grafiker die Poster in Druck. Später stellt sich raus, dass der Grafiker ein falsches Datum eingefügt hat. Dadurch entstehen dem Veranstalter zusätzlichen Kosten, da die Poster neu gedruckt werden müssen. Diese zusätzlichen Kosten macht der Veranstalter nun gegenüber dem Grafiker geltend. Für den entstandenen Schaden springt dessen Vermögensschadenhaftpflicht ein.

Auch hier ist es nicht möglich, die Versicherungssumme „bedarfsgerecht" festzulegen. Sie wissen nämlich in der Regel nicht, wie hoch ein Schaden, für den Sie haftbar gemacht werden können, in der Praxis tatsächlich sein kann. Es gibt aber Orientierungshilfen, um eine „geeignete" Versicherungssumme zu ermitteln.

Als Indikatoren dienen die Branche, das Volumen der Kundenaufträge, die Betriebsgröße und vor allem das genaue Betätigungsfeld. Grundsätzlich empfiehlt sich eine Versicherungssumme von nicht weniger als drei Millionen Euro. Bei bestimmten Berufsgruppen, wie Anwälte, ist eine Mindestdeckungssumme von 250.000 Euro je Fall, jedoch mindestens eine Million Euro als Jahreshöchstleistung gesetzlich festgelegt.

Versicherungen für Freiberufler: gewerblicher Rechtsschutz

Neben der Vermögensschadenhaftpflichtversicherung, Betriebshaftpflicht- sowie  Inhaltsversicherung wird freiberuflich Tätigen dazu geraten, sich um gewerblichen Rechtsschutz zu kümmern. Dieser springt ein, wenn es um die Kostenübernahme im Fall juristischer Auseinandersetzungen geht. Der gesamte Ablauf ist abgedeckt - von der ersten Beratung durch einen Anwalt bis hin zum tatsächlichen Prozess.

Beispiel: Ein Heilpraktiker erhält vom Vermieter seiner Praxisräume die Mitteilung, dass seine Miete erhöht wird. Da der Vermieter jedoch in den vergangenen Jahren keine Renovierungsarbeiten durchgeführt hat und der Mietspiegel in der Region auch nicht erheblich angestiegen ist, empfindet der Heilpraktiker die Erhöhung als nicht verhältnismäßig. Deshalb geht er gegen seinen Vermieter gerichtlich vor. Die Rechtsschutzversicherung übernimmt die Kosten.