Altersvorsorge: Was Gründer und Selbstständige wissen sollten

Die meisten Gründer können sich entweder freiwillig in der gesetzlichen Rentenversicherung versichern oder beispielsweise in die private Altersvorsorge einzahlen. Durch die Entscheidungsfreiheit lassen sich individuelle Altersvorsorge-Konzepte aufstellen, die zum jeweiligen Alter als auch der Situation des Gründers passt.
Doch es gibt auch einige Berufsbilder, die der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht unterliegen. Welche das sind, und wann man sich als Gründer oder Selbstständiger mit dem Thema Altersvorsorge beschäftigen sollte, haben wir nachfolgend zusammengestellt.

Private Altersvorsorge für Selbstständige ein wichtiger Pfeiler

Mit einer Selbstständigkeit ändert sich vieles im Leben. Die Gedanken und Ideen werden Wirklichkeit und besonders die Motivation ist ausgeprägter denn je. Pläne werden stets verbessert und die ersten Erfolge sind vielleicht bereits verbucht. Besonders nach den ersten erfolgreichen Monaten fragen sich viele Gründerinnen und Gründer worauf Sie im Bereich Absicherung und Altersvorsorge achten müssen.

Selbstständige sind in der Regel von der gesetzlichen Rentenversicherung befreit und müssen keinerlei Beiträge in das gesetzliche Rentensystem abführen. Dabei gibt es ein paar wenige Ausnahmen, die verpflichtet sind, in die gesetzliche Rente einzuzahlen.

Mit der Aufnahme der Selbstständigkeit erlischt automatisch die Einzahlung. Bis dahin gezahlte Beiträge werden angerechnet und bereits verdiente Entgeltpunkte bleiben bestehen. Dadurch ergeben sich aus der gesetzlichen Rente meist nur kleinere Renten für das Alter. Auf Grund dessen ist es wichtig, eine passgenaue Altersvorsorge zu finden, die zu den finanziellen Ressourcen passt. Dies ist der wesentliche Vorteil einer privaten Altersvorsorge, denn hier können Gründer nicht nur den Beitrag individuell an die persönliche Situation anpassen, sondern auch das Anlagekonzept.

Dem Risiko Altersarmut frühzeitig vorbeugen

Altersarmut nimmt in Deutschland drastisch zu. Wie drastisch, zeigt eine Studie der Wirtschaftsforschungsinstitute DIW und ZEW im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Jeder fünfte 67-Jährige wird demnach 2036 von Altersarmut bedroht sein. Das Armutsrisiko der Neurentner steigt laut den Autoren von derzeit bundesweit 16,2 Prozent auf 20,2 Prozent.

Insbesondere Gründer und Selbstständige sollten sich so früh wie möglich mit dem Thema Altersvorsorge beschäftigen, um dem Risiko Altersarmut vorzubeugen. Oft bietet sich dabei eine Kombination der gesetzlichen Rentenversicherung in Kombination mit einer privaten Altersovorsorge an.

Gesetzliche Rentenversicherung

Grundsätzlich geht es bei der Altersvorsorge immer darum, was der Gründer vorhat, sprich welche Ziele verfolgt werden. Natürlich war die gesetzliche Rentenversicherung in der Vergangenheit ein ausgezeichnetes Tool, um einen Grundstein zu legen. Jedoch haben sich die Zeiten geändert und der demografische Wandel stellt die Bevölkerung vor die Herausforderung der Altersarmut.

Unter Umständen kann es auch Sinn machen, seine erarbeiteten Entgeltpunkte auszubauen, wenn eine Freiberuflichkeit nur für wenige Jahre angedacht ist. Selbstständige haben sich für ihren Beruf dazu entschieden, nur auf sich selbst zu verlassen. Es stellt sich also die Frage: „Vertrauen Sie eher auf sich selbst oder dem Staat“. Denn auf die vertraglichen Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung haben wir alle keinen Einfluss.

Zusätzlich private Altersvorsorge

Die Sinnhaftigkeit einer zusätzlichen Vorsorge ist unabdingbar. Es spielt keine Rolle, ob man als Selbstständiger freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt oder nicht, es besteht auf Grund der fallenden Zahlungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung ohnehin Handlungsbedarf.

Selbstständige sollten sich daher wie erwähnt so früh wie möglich um einen Ausbau ihrer Vermögenswerte im Alter kümmern, da Zeit eine tragende Rolle  spielt. Generell gilt, je früher desto besser - auch kleine Beiträge zu Beginn können den Unterschied machen.

3 Tipps für die Altersvorsorge von Selbstständigen

Das Feld Altersvorsorge kann man breit Fächern und auch kompliziert darstellen, doch im Grunde geht es um drei wesentliche Punkte:

  1. Den Bedarf ermitteln und währen der Ansparphase überprüfen.
  2. Die Vorsorge nach den eigenen Wünschen gestalten und an die individuelle Lebenssituation anpassen.
  3. So früh wie möglich mit dem Sparen beginnen.

Exkurs: Selbstständige als Arbeitgeber: das sollten Sie zur betrieblichen Altersvorsorge wissen

Der deutsche Gesetzgeber hat 2018 im Rahmen des Betriebsrentenstärkungsgesetzes neue Regularien für die betriebliche Altersvorsorge getroffen. Doch nicht nur der Gesetzgeber möchte mittels der betrieblichen Altersvorsorge der Bevölkerung eine Möglichkeit bieten, mit nur geringen Beiträgen eine beachtliche Zusatzrente im Alter zu erhalten, sondern auch aus Arbeitgebersicht macht die betriebliche Altersvorsorge (bAV) Sinn.

Viele Arbeitgeber nutzen dieses Personalinstrument bereits um sich so als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren um sich so die Fach- und Führungskräfte von morgen zu sichern.