Den Kaufpreis für den Firmenkauf ermitteln

Bei der Unternehmensnachfolge sind mehrere Schritte zu absolvieren. Den Kaufpreis für einen Firmenkauf zu ermitteln ist eine schwierige Aufgabe. Der Kaufpreis soll den Wert des Unternehmens widerspiegeln, der sich aus unterschiedlichen Faktoren zusammensetzt.

Verschiedene Verfahren zur Kaufpreisermittlung, wie zum Beispiel das Vergleichsverfahren oder die Ertragswertmethode, helfen Ihnen, den richtigen Kaufpreis für den Firmenkauf und die Unternehmensübernahme festzustellen.



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Firmenkauf: So wird der Kaufpreis ermittelt

Um den Kaufpreis des Unternehmens richtig festzusetzen, gilt es den Wert des Unternehmens für den Firmenkauf zu ermitteln. Der Altinhaber, der Mühe und Liebe in das Unternehmen gesteckt hat und dies mit berechnet, schätzt den Kaufpreis prinzipiell höher. Der Nachfolger möchte den Kaufpreis für den Firmenkauf hingegen möglichst gering halten.

Beim Firmenkauf spiegeln - neben den objektiven - auch subjektive Wertvorstellungen der Vertragsparteien eine große Rolle bei der Ermittlung des Unternehmenswertes und somit auch beim Kaufpreis. Ebenso fließen beim Firmenkauf folgende, außerbetriebliche Faktoren in die Berechnung für den Kaufpreis ein:

  • Alter und Risikobereitschaft des Nachfolgers
  • Finanzielle Situation des Altinhabers
  • Alternative Angebote Dritter für den Firmenkauf

Firmenkauf: Verfahren im Überblick

  • Firmenkauf per Ertragswertverfahren
    Wird beim Firmenkauf das Ertragswertverfahren (kleinere Unternehmen) verwendet, werden die gesamten netto Erträge der kommenden fünf Jahre geschätzt und auf den heutigen Wert abgezinst.
  • Firmenkauf per Discounted-Cash-flow-Methode
    Der Discounted-Cash-flow-Methode (größere Unternehmen) liegt der Cashflow zu Grunde. Das bedeutet, dass die zukünftigen Zahlungsströme abgezinst werden.
  • Firmenkauf per Vergleichsdaten
    Mithilfe von Vergleichsdaten (kleinere und mittelgroße Unternehmen) branchengleicher Betriebe kann ebenfalls der Preis des Unternehmens für den Firmenkauf ermittelt werden. Die Daten können Sie von Kammern und Verbänden beziehen.
  • Firmenkauf per Substanzwertverfahren
    Die Summe der zu veräußernden Werte von Wirtschaftsgütern (minus Verbindlichkeiten) wird mit dem Substanzwertverfahren (kleinere Unternehmen) geschätzt.
  • Firmenkauf per Mittelwertverfahren
    Die häufigste Methode beim Firmenkauf, bei der das arithmetische Mittel aller Substanz- und Ertragswerte gebildet wird, ist das Mittelwertverfahren.
  • Firmenkauf per Praktikermethode
    Außerdem wird die Praktikermethode beim Firmenkauf angewendet, wenn der immaterielle Wert des Unternehmens bewertet werden soll. Der immaterielle Wert setzt sich aus dem Know-how, dem Kundenstamm und dem Image des Unternehmens zusammen. Geschätzt wird er u.a. anhand zukünftig erwarteter Gewinne. Mit der Faustregel wird je nach Branche, ein Prozentsatz von Umsatz ermittelt und der Bewertung zu Grunde gelegt.

Auch bei der Kaufpreis- und Unternehmenswert-Ermittlung ist es äußerst ratsam einen Berater zum Firmenkauf hinzuzunehmen. Generell gilt: Angebot und Nachfrage beim Firmenkauf bestimmen die Höhe des Preises. Das heißt, wenn es mehrere potenzielle Nachfolger gibt, gewinnt oft derjenige, der das höchste Angebot für den Firmenkauf macht. Sind Sie der einzige Interessent beim Firmenkauf, besteht Verhandlungsspielraum zu Ihren Gunsten. Doch fair sollte die Preisermittlung bei jedem Firmenkauf sein.

Der Kaufpreis für den Firmenkauf im Überblick

  • Der Kaufpreis für den Firmenkauf spiegelt den Wert des Unternehmens wider.
  • Es gibt verschiedene Verfahren, um den Kaufpreis zu ermitteln.
  • Es fließen auch außerbetriebliche Faktoren in die Berechnung für den Kaufpreis beim Firmenkauf ein.
  • Es ist ratsam einen Berater zum Firmenkauf zu konsultieren.
TIPP

Lassen Sie sich beim Firmenkauf beraten. In der Dienstleister- und Beraterbörse finden Sie einen passenden Berater für Ihren Firmenkauf.

Die gängigsten Verfahren zur Ermittlung für den Kaufpreis beim Firmenkauf stellen wir Ihnen noch etwas genauer dar:

Vergleichsverfahren für den Firmenkauf

Dieses Verfahren wird häufig für Unternehmen angewendet, in deren Branchen ein Firmenkauf bzw. -verkauf üblich ist. Dabei werden Daten von branchengleichen Unternehmen herangezogen. Die Unternehmen sollten sich hinsichtlich Betriebsgröße, Kapitalstruktur, Rechtsform, Kunden- und Lieferantenstruktur, Mitarbeiterqualifikation und Gehaltsniveau, Diversifikationsgrad sowie der Region ähnlich sein. Beim Firmenkauf von kleinen und mittleren Unternehmen ist dieses Verfahren üblich. Die Daten können Sie von Unternehmensberatern, Verbänden und Kammern beziehen.

Ertragswertmethode beim Firmenkauf

Diese Methode setzt die geschätzten zukünftigen Erträge der folgenden fünf Jahre sowie den Kapitalzinssatz, mit dem die Erträge abgezinst werden, zusammen. Die zukünftigen Erträge werden auf Basis der vergangenen drei Jahre geschätzt.

Substanzwertmethode für den Firmenkauf verwenden

Diese Methode eignet sich eher als Hilfswerkzeug zum Firmenkauf, da nur die aktuellen Marktpreise der Vermögensgegenstände zu Grunde gelegt und keine Aussage über zukünftige Erträge gemacht werden. Die Formel ist simpel: Vermögensgegenstände minus  Schulden ergeben den Substanzwert des geplanten Firmenkauf.

Firmenkauf per Ertrags- und Substanzwertverfahren

In der Praxis werden häufig beide Verfahren in Kombination miteinander verwendet, um den Kaufpreis zu ermitteln. So fließt beim Firmenkauf beispielsweise der Ertragswert zu 90 % und der Substanzwert zu 10 % in den Kaufpreis ein.

Der nächste Schritt beim Firmenkauf: den Kaufvertrag gestalten

Im nächsten Schritt sollten Sie bei Ihrem Firmenkauf den Kaufvertrag ausarbeiten. Wichtige Punkte finden Sie dazu im Abschnitt Kaufvertrag.

TIPP

Anstatt eines Firmenkaufs sollten Sie auch eine Nachfolge per Franchise in Betracht ziehen. Wir stellen Ihnen spannende Franchisesysteme vor.

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