- CHECK24 verwendet für seine Geschäftskonto-Seite einen Firmenkreditkarten-Vergleich mit lediglich 5 Ergebnissen.
- Die Testnote bewertet vor allem Kartenmerkmale statt zentraler Geschäftskonto-Funktionen.
- Besonders auffällig: Eine Kreditkarte erhält 11 Punkte dafür, dass kein Konto benötigt wird.
- Wichtige Geschäftskonto-Funktionen wie Finanzierung, Buchungskosten, DATEV, Nutzerrechte oder SWIFT-Zahlungen sind nicht Bestandteil des Check24 Geschäftskonto-Vergleichs.
| Das Grundproblem: CHECK24 testet Firmenkarten statt Geschäftskonten
CHECK24 bezeichnet die Seite als „Geschäftskonto-Vergleich 2026“ und spricht von den „besten Firmenkonten im Vergleich“.
Doch CHECK24 erklärt auf derselben Seite:
- Wer das optimale Geschäftskonto suche, könne dafür den Kreditkartenvergleich nutzen. Dort würden Firmenkreditkarten angeboten, bei denen teilweise ein Geschäftskonto dazugehört. Das anschließende Ranking zeigt dementsprechend Karten und keine eigenständig bewerteten Geschäftskonten
Noch deutlicher wird es bei der Beschreibung der Methodik. Unter „So testen unsere Experten“ heißt es ausdrücklich, dass die CHECK24-Kreditkartenexperten jede Karte prüfen. Bewertet werden unter anderem Kosten, Abhebungen, Auslandseinsatz und Versicherungen.
Auch der Link zur Methodik führt nicht zu einer Geschäftskonto-Methodik, sondern zum Bewertungssystem für Kreditkarten.
Damit stellt sich eine grundsätzliche Frage:
- Kann eine Kreditkarten-Note beantworten, welches Geschäftskonto für ein Unternehmen am besten geeignet ist?
Aus unserer Sicht nicht.

| Nur fünf Angebote im CHECK24 Geschäftskonto-Vergleich
Die Marktabdeckung im sogenannten CHECK24 Geschäftskonto-Vergleich ist sehr gering. So besteht das aktuelle Ranking auf der CHECK24-Geschäftskonto-Seite besteht aus genau fünf Angeboten, die allerdings noch nicht einmal nach Testnote sortiert sind:
- Moss Firmenkreditkarte: 7,0
- Vivid Standard: 6,8
- N26 Standard Business: 7,3
- Finom Solo: 6,1
- Qonto Starter: 7,4
Diese fünf Produkte sind aktuell das komplette sichtbare Ranking unter „Die besten Firmenkonten im Vergleich“. Damit fehlen große Teile des Geschäftskonto-Marktes. Klassische Filialbanken sind im Ranking beispielsweise überhaupt nicht vertreten.
Das ist besonders bemerkenswert, weil CHECK24 selbst an anderer Stelle auf derselben Seite erklärt, dass Filialbanken Vorteile bei Beratung, Bargeld, Finanzierung und internationalem Zahlungsverkehr bieten können.
Unser Geschäftskonto-Test auf Für-Gründer.de umfasst dagegen 36 Anbieter und 111 Tarife. Darunter befinden sich Fintechs, Direktbanken und klassische Filialbanken. Grundlage sind mehr als 200 Einzelkriterien.
Das CHECK24-Ranking zeigt daher nicht das beste Konto aus dem gesamten relevanten Geschäftskonto-Markt, sondern eine Reihenfolge von fünf ausgewählten Firmenkarten beziehungsweise damit verbundenen Angeboten.
| 11 Punkte dafür, dass es kein Girokonto gibt
Der deutlichste Beleg für das methodische Problem steckt direkt im Bewertungssystem. CHECK24 bewertet bei seiner Kartennote unter anderem folgende Eigenschaften:
| Kriterium der CHECK24-Kartennote | Max. Punkte |
| Keine Jahresgebühr | 18 |
| Weltweit kostenlos bezahlen | 15 |
| Weltweit kostenlos Bargeld abheben | 15 |
| 100 % Rechnungsausgleich per Lastschrift | 15 |
| Ohne Girokonto erhältlich | 11 |
| Vollständig digitaler Eröffnungsprozess | 8 |
| Bonus | 7 |
| Effektiver Jahreszins | 5 |
| Apple Pay / Google Pay | 4 |
| Partnerkarte | 2 |
CHECK24 erklärt ausdrücklich, dass eine Kreditkarte 11 Punkte erhält, wenn für sie kein Girokonto benötigt wird. Ist ein Kkonto erforderlich, gibt es bei diesem Kriterium 0 Punkte.
Für einen Kreditkartenvergleich ist diese Logik nachvollziehbar: Wer lediglich eine neue Kreditkarte sucht, möchte möglicherweise nicht zusätzlich die Bank wechseln. Für einen Geschäftskonto-Vergleich dreht sich die Logik jedoch um.
Schließlich sucht der Nutzer gerade ein Konto. Ein Produkt bekommt in der verwendeten Bewertungsmethodik also Punkte für eine Eigenschaft, die für die eigentliche Suchintention „Geschäftskonto“ keinen Qualitätsvorteil darstellt.
Besonders anschaulich wird das beim aktuellen Platz 1. CHECK24 führt dort die Moss Firmenkreditkarte. In den Produktdetails steht: „Konto: Nein.“
Moss selbst positioniert das Produkt als Firmenkarten- und Ausgabenmanagement-Lösung. Das kann für Unternehmen ein sehr nützliches Produkt sein. Es ist aber nicht dasselbe wie ein klassisches Geschäftskonto.
Damit steht auf einer Seite mit der Überschrift „Geschäftskonto-Vergleich“ aktuell auf Platz 1 ein Produkt, das CHECK24 selbst nicht als Geschäftskonto ausweist.
| Die Note misst Kartenqualität, zentrale Kontofunktionen fehlen
Noch deutlicher wird das Problem beim Blick auf die bewerteten Kriterien.
CHECK24 sagt auf seiner Geschäftskonto-Seite selbst, worauf Unternehmen bei einem Firmenkonto achten sollten. Genannt werden unter anderem Buchungsvolumen, Bargeldtransaktionen, Auslandszahlungsverkehr, Unterkonten, Multibanking, Software und persönliche Beratung. Bei Filialbanken weist CHECK24 zusätzlich auf Finanzierungsangebote hin.
Genau diese Punkte bilden aber nicht die Grundlage der sichtbaren Kartennote. Die Unterschiede lassen sich gut gegenüberstellen:
| Für ein Geschäftskonto wichtig | Teil der CHECK24-Kartennote? |
| Kosten je SEPA-Buchung | Nein |
| Anzahl kostenloser Buchungen | Nein |
| Unterstützte Rechtsformen | Nein |
| Bargeldeinzahlung und Kosten | Nein |
| Nutzer, Rollen und Mitarbeiterrechte | Nein |
| Unterkonten | Nein |
| DATEV / EBICS / HBCI | Nein |
| Buchhaltungsintegration | Nein |
| Kontokorrent- und Unternehmenskredite | Nein |
| SWIFT und internationale Überweisungen | Nein |
| Qualität des Firmenkundenservice | Nein |
| Weltweit kostenlos mit Karte bezahlen | Ja |
| Kostenlos mit der Karte Bargeld abheben | Ja |
| Bonus für den Kartenabschluss | Ja |
| Karte ohne Girokonto | Ja |
Dabei sind viele der fehlenden Punkte keine Randthemen.
Für einen Händler können Bargeldeinzahlungen entscheidend sein. Für eine GmbH sind Rollen und Zugriffsrechte relevant. Für ein international arbeitendes Unternehmen zählen SWIFT und Fremdwährungen. Für ein wachsendes Unternehmen kann die Finanzierung zur wichtigsten Bankleistung überhaupt werden.
Die redaktionellen Hinweise auf der CHECK24-Seite berücksichtigen diese Bedürfnisse durchaus. Die dazugehörige Note tut es jedoch nicht.
Das ist aus unserer Sicht die zentrale methodische Schwäche für den Geschäftskonto-Vergleich von CHECK24.
| Platz 1 hat nicht die beste Bewertung
Auch die Darstellung des Rankings verdient einen genaueren Blick:
- Aktuell steht Moss mit einer sichtbaren Bewertung von 7,0 auf Platz 1.
- N26 erreicht 7,3, steht aber auf Platz 3.
- Qonto erreicht sogar 7,4, wird aber erst auf Platz 5 angezeigt.
Die Reihenfolge ist damit offensichtlich nicht nach der sichtbaren Bewertung sortiert.
Das ist kein Fehler an sich. CHECK24 erklärt für den zugrunde liegenden Kreditkartenvergleich, dass Angebote zunächst nach Beliebtheit sortiert werden. Diese Sortierung beruhe auf einer Kombination aus Bewertungen und der Attraktivität der Konditionen. Nutzer können alternativ nach der Kartennote sortieren.
Für die Geschäftskonto-Seite führt das jedoch zu einer potenziell missverständlichen Darstellung. Über dem Abschnitt steht:
- „Die besten Firmenkonten im Vergleich“
- Anschließend folgt ein nummeriertes Ranking von 1 bis 5.
Der Nutzer könnte deshalb erwarten, dass Platz 1 auch die höchste sichtbare Bewertung besitzt. Das ist aktuell nicht der Fall. Platz 1 bedeutet bei CHECK24 somit nicht automatisch: höchste Kartennote.
Gerade bei einer Vergleichsseite sollte die Sortierlogik unmittelbar am Ranking klar erkennbar sein.
| Produktdarstellung nicht immer konsistent
Bei unserer Prüfung sind außerdem mehrere Widersprüche innerhalb der CHECK24-Seite aufgefallen.
Ein Beispiel ist die Beschreibung der Produkte. CHECK24 schreibt im Geschäftskonto-Vergleich vor dem Ranking: Bei den Karten handelt es sich um Debitkarten.
In den eigenen Produktdetails wird die Moss Firmenkreditkarte anschließend aber als „Charge“ und Vivid Standard als „Credit“ klassifiziert.
Noch deutlicher ist Qonto. Beim Qonto Starter zeigt CHECK24 im Datenfeld: „Girokonto: Nein.“
Nur wenige Zeilen später beschreibt CHECK24 dasselbe Produkt selbst als Konto, das „ein Geschäftskonto mit einer IBAN“ umfasst. Auch Qonto selbst bezeichnet Starter eindeutig als Geschäftskonto mit deutscher IBAN. Damit widersprechen sich auf der CHECK24-Seite Datenfeld und Produktbeschreibung.
Für eine redaktionelle Randinformation wäre so etwas ärgerlich. Bei einem Geschäftskonto-Vergleich ist es relevanter, weil genau solche Daten die Grundlage dafür bilden, dass Nutzer Angebote unterscheiden können.
| Kartenperspektive führt zu falschen Prioritäten
Eine Firmenkarte ist nur ein Bestandteil eines Geschäftskontos. Wer allein auf das CHECK24-Ranking schaut, kann deshalb Kriterien stark gewichten, die für sein Unternehmen gar nicht entscheidend sind.
- Solo-Selbstständige: Wer ein kostenloses digitales Konto sucht, wenig bucht und hauptsächlich mit Karte zahlt, kann aus dem CHECK24-Ranking durchaus Nutzen ziehen.
- GmbH mit Mitarbeitern: Hier werden Nutzerrollen, Freigabeprozesse, mehrere Kontozugänge, Kartenmanagement und Unterkonten wichtiger. Diese Anforderungen werden von der Kartennote nicht systematisch bewertet.
- Händler und Gastronomie: Bargeldabhebungen mit der Firmenkarte werden bewertet. Wesentlich wichtiger kann aber die Frage sein, wo und zu welchen Kosten täglich Bargeld eingezahlt werden kann.
- Unternehmen mit Finanzierungsbedarf: Ein guter Kreditrahmen einer Karte ersetzt keinen Kontokorrentkredit, Gründerkredit oder Investitionskredit. CHECK24 selbst nennt Finanzierungsangebote als Vorteil klassischer Filialbanken. Diese Banken fehlen jedoch im sichtbaren Ranking.
- International tätige Unternehmen: Weltweit kostenlose Kartenzahlungen spielen in der Kartennote eine große Rolle. Für ein Unternehmen können dagegen SWIFT-Überweisungen, Fremdwährungskonten und internationale Überweisungsgebühren wesentlich wichtiger sein.
Die Gefahr besteht deshalb nicht darin, dass die bewerteten Karten schlecht wären. Die Gefahr liegt darin, eine gute Firmenkarte mit einer guten Gesamtbankverbindung gleichzusetzen.
Ein Unternehmen kann eine hervorragende Firmenkarte haben und trotzdem zusätzlich ein leistungsfähiges Geschäftskonto benötigen.
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