33-Millionen-Marke geknackt Mittelstand: Beschäftigtenzahl auf Rekordhoch

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33 Millionen Menschen arbeiten im Mittelstand – so viele wie nie zuvor. Trotz schwacher Konjunktur bleibt der Mittelstand laut dem aktuellen KfW-Mittelstandspanel der wichtigste Jobmotor Deutschlands. Doch die KfW warnt: Das Hoch könnte bald vorbei sein.

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Ein Schweißer bei der Arbeit

Historischer Rekord: 33 Millionen Beschäftigte im Mittelstand

Der deutsche Mittelstand hat 2024 seine Rolle als Rückgrat der Wirtschaft eindrucksvoll bestätigt. 33,01 Millionen Menschen waren in kleinen und mittleren Unternehmen beschäftigt – 207.000 mehr als im Vorjahr. Damit wurde erstmals die magische 33-Millionen-Marke überschritten.

Die KfW spricht von einem "spürbaren Beschäftigungsaufbau" und einem neuen Allzeithoch. Seit 2006 ist die Zahl der Erwerbstätigen im Mittelstand um rund sieben Millionen gestiegen. Selbst die Corona-Pandemie brachte nur eine kurze Delle, die rasch überwunden war.

Mit einem Anteil von 71,6 % an allen Erwerbstätigen sichern die KMU mittlerweile mehr als zwei Drittel aller Jobs in Deutschland – ein Plus gegenüber dem Vorjahr.

Breite Basis – mit Ausnahmen

Der Jobaufbau fand 2024 in fast allen Unternehmensgrößen statt. Besonders erfreulich: Auch kleinere Betriebe mit weniger als zehn Beschäftigten, die in den Pandemiejahren besonders gelitten hatten, konnten wieder leicht wachsen.

Die durchschnittliche Beschäftigungswachstumsrate lag bei 1,1 %, nach 0,5 % im Vorjahr. Im langfristigen Vergleich bleibt das aber verhalten – vor der Krise lag der Durchschnitt bei 2,6 %.

Ein Blick in die Branchen zeigt große Unterschiede:

  • Wissensintensive Dienstleistungen wie IT, Beratung oder Ingenieurbüros waren mit +2,8 % erneut die stärksten Jobtreiber.
  • Forschungsintensives Verarbeitendes Gewerbe und sonstige Dienstleistungen legten leicht zu (+0,7 % bzw. +1,0 %).
  • Bauunternehmen und das Sonstige verarbeitende Gewerbe verloren hingegen zum zweiten Mal in Folge Beschäftigte.

Ein besonders sichtbares Beispiel für die Krise im Bau: die Insolvenz der Roschmann Konstruktionen aus Stahl und Glas GmbH aus Gersthofen bei Augsburg. Das traditionsreiche Mittelstandsunternehmen, spezialisiert auf Glas- und Stahlarchitektur, musste im Sommer 2025 Insolvenz anmelden. Rund 100 Mitarbeiter verloren ihren Arbeitsplatz. Die KfW sieht solche Fälle als Warnsignal für eine Branche, die unter hohen Kosten, schwacher Nachfrage und teuren Bauvorschriften leidet.

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Fachkräftemangel und Mindestlohn als Bremsklötze

Die KfW-Studie macht deutlich, dass die Wachstumsdynamik auf dem Arbeitsmarkt nachlässt. Der Fachkräftemangel, hohe Arbeitskosten und die Unsicherheit über Energiepreise bremsen Neueinstellungen.

Vor allem kleinere Unternehmen spüren die Folgen: Ihnen fällt es zunehmend schwer, qualifiziertes Personal zu gewinnen. Während Großunternehmen mit attraktiven Gehältern punkten können, haben Mittelständler in ländlichen Regionen Probleme, offene Stellen zu besetzen.

Noch größer wird der Druck durch den neuen Mindestlohn, den das Bundeskabinett im Herbst 2025 beschlossen hat. Der Satz soll schrittweise von derzeit 12,82 € auf 14,60 € bis 2027 steigen. Für viele Handwerks-, Dienstleistungs- und Gastronomiebetriebe bedeutet das eine erhebliche Mehrbelastung.

 

Ende des Höhenflugs 2025?

Die Analysten von KfW Research erwarten, dass der Beschäftigungsboom 2025 endet. Schon seit Ende 2024 zeigt sich eine leichte Abkühlung: Laut Destatis waren im Mai 2025 nur noch 45,8 Millionen Menschen in Deutschland beschäftigt – ein Rückgang um rund 300.000 gegenüber dem Vorjahreswert.

Auch das KfW-ifo-Mittelstandsbarometer signalisiert eine Trendumkehr. Die Beschäftigungserwartungen vieler KMU sanken 2025 deutlich, vor allem im Bau und im produzierenden Gewerbe. Erst im Spätsommer stabilisierte sich die Stimmung wieder leicht.

Parallel dazu kletterte die Arbeitslosenquote in Deutschland auf ein Rekordhoch – ein weiteres Zeichen für die angespannte Lage am Arbeitsmarkt. Während der Mittelstand noch versucht, seine Belegschaften zu halten, zeigt sich im gesamtwirtschaftlichen Trend eine deutliche Abschwächung.

Die KfW prognostiziert deshalb für das laufende Jahr allenfalls Stagnation, eher aber einen Rückgang der Beschäftigtenzahlen.

Mittelstand bleibt Stabilisator – aber unter Druck

Trotz dieser Warnsignale bleibt der Mittelstand das Rückgrat des deutschen Arbeitsmarkts. Besonders die wissensintensiven Dienstleistungsbranchen zeigen sich krisenfest. Sie bilden laut KfW zunehmend den "Stabilitätsanker" für Beschäftigung in Deutschland.

Gleichzeitig drohen strukturelle Probleme: Bürokratie, hohe Energiekosten und eine unsichere Wirtschaftspolitik setzen den Betrieben zu. Ohne politische Entlastung könnte der Mittelstand seine Jobmotor-Rolle langfristig verlieren.

Auch spannend:

Quelle:

KfW-Mittelstandspanel 2025

Statistisches Bundesamt: Erwerbstätigkeit im 1. Quartal 2025 weiterhin leicht rückläufig

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