Firmenwagen leasen als Selbstständiger oder Unternehmer

Fast 40% aller Firmenfahrzeuge werden über Firmenwagen-Leasing finanziert. Denn es schont die Liquidität des Unternehmers. Jedoch gibt es einige Fallstricke zu beachten. Wir zeigen die Vorteile und Nachteile und gehen auf Fragen der Besteuerung ein, insbesondere auf die 1%-Regelung im Vergleich zum Fahrtenbuch. 

1. Leasen oder Kaufen: Vorteile und Nachteile

Wenn ein Unternehmer oder Selbstständiger einen Firmenwagen kaufen, wird in den meisten Fällen mindestens ein Geldbetrag in 5-stelliger Höhe fällig. Firmenwagen-Leasing als Teil des Gewerbeleasings bzw. Geschäftsleasings schont dagegen die Liquidität. Anstatt der vollen Kaufsumme bezahlt der Unternehmer einen Anzahlungsbetrag und monatliche Leasingraten über eine Vertragslaufzeit von 3 bis 5 Jahren.

Firmenwagen-Leasing: Mischform zwischen Miete und Kauf

Im Gegensatz zum Mieter hat der Leasingnehmer Rechte, aber auch Pflichten in Bezug auf das Fahrzeug. Beispielsweise kann der Leasingnehmer nach Ablauf des Vertrags das Auto meist zu einem Restwertpreis übernehmen. Zu den Pflichten gehören unter anderem die pflegliche Behandlung des Autos, die regelmäßige Inspektion und Wartung oder der Abschluss einer Versicherung entsprechend den Regelungen im Leasingvertrag. Aufgrund dieser Pflichten sind Leasingraten in der Regel kleiner als Mietraten. 

Checkliste: Kaufen, leasen oder mieten

Folgende Leitfragen helfen Unternehmern bei der Entscheidung, ob sie einen Firmenwagen kaufen, leasen oder mieten sollen.

LeitfragenErläuterung und Entscheidungshilfe
Welches Finanzierungsbudget steht zur Verfügung?Sind die finanziellen Reserven knapp, kommt nur Leasing oder Miete in Frage.
Welches Kostenbudget ist monatlich denkbar?Das bestimmt die maximale Höhe der Leasingrate, die ein Unternehmen verkraften kann.
Soll der Dienstwagen bzw. Firmenwagen Eigentum des Unternehmens werden?Dann kommen nur Leasing oder Kauf in Frage.
Wie lange soll das Fahrzeug genutzt werden?Leasing eignet sich bei dauerhafter Nutzung besser als Miete.
Wie viel Aufwand wollen Sie für Pflege und Wartung in Kauf nehmen?Mieter haben weniger Pflichten als Leasingnehmer.
Sollen Ihre Mitarbeiter den Firmenwagen als Dienstwagen nutzen?Geleaste Firmenwagen sind attraktive Boni für Mitarbeiter.

Vorteile, wenn Unternehmer einen Firmenwagen leasen?

Der größte Vorteil beim Firmenwagen-Leasing liegt sicherlich darin, dass – von einer eventuellen Anzahlung abgesehen – keine großen Einmalkosten anfallen. Das Leasing ist somit liquiditätsverträglich und stellt auch keine Belastung der Eigenkapitalquote dar. Dennoch kann das Fahrzeug nach Ablauf des Vertrags übernommen werden. 

Steuerlich ist das Firmenwagen-Leasing vorteilhaft, denn Sie können sowohl die Anzahlung als auch die monatlichen Raten als Betriebsausgaben von der Steuer absetzen. Somit mindern Sie Ihren Gewinn und damit die Steuerlast. Zusätzlich sind die Raten vorsteuerabzugsfähig (19 Prozent).

Außerdem haben Sie die Möglichkeit, einen Full-Leasing-Service in Anspruch zu nehmen, der Versicherungen sowie Wartungen und eventuelle Reparaturen abdeckt. Dank eines solchen Pakets ist beim Firmenwagen-Leasing eine relativ sichere Kalkulation möglich. Nach Ablauf des Leasingvertrags können Sie auf Wunsch einen neuen Wagen leasen. 

Nachteile beim Leasing eines Firmenwagens

Im Vergleich zur Miete ist das Leasing eines Dienstwagens mit einer mehrjährigen Vertragslaufzeit verbunden. Sonderkündigungen sind nur unter gravierenden Umständen (Totalschaden, Tod des Leasingnehmers) möglich und ziehen ggf. eine Vorfälligkeitsentschädigung nach sich. Eine Verschlechterung der finanziellen Situation wird jedoch meist nicht berücksichtigt – daher birgt ein Leasingvertrag ein gewisses Risiko. Ebenso lassen sich die Verträge meist nicht ohne Weiteres abändern, wodurch veränderten Umständen nicht Rechnung getragen werden kann. Außerdem schreibt der Leasingvertrag dem Leasingnehmer beispielsweise vor, welche Versicherungen dieser abzuschließen hat. 

Hinweis: Da die Bonität eines Gründers unmittelbar nach der Gründung nur schwer einzuschätzen ist, fordern Leasingbanken möglicherweise Sicherheiten. Dann kann die Unterstützung durch eine Bürgschaftsbank notwendig werden. 

2. Checkliste Firmenwagen-Leasing

Wenn Sie vor der Entscheidung stehen, einen Firmenwagen zu leasen, sollten Sie folgende Punkte beachten und genau erfragen: 

  • Wie lang ist die Laufzeit des Leasingvertrages? Unter welchen Umständen greift das Sonderkündigungsrecht?
  • Wie hoch ist die Sonderzahlung bzw. die Anzahlung? Vorsicht: Eine fehlende Sonderzahlung kann höhere Monatsraten bedeuten.
  • Soll es ein Neuwagen oder ein Gebrauchtwagen sein? Die Raten sind bei Neuwagen meist deutlich höher.
  • Wie hoch sind die Raten? Einflussfaktoren auf die Monatsrate sind z. B.: Höhe der Sonderzahlung, Kaufpreis des Fahrzeugs, Ausstattung, Modell, Vertragslaufzeit u. a. m.
  • Inwiefern sind Inspektion und Wartung beim Händler abgedeckt? 
  • Welche Versicherungen müssen abgeschlossen werden? 
  • Was passiert nach Ablauf der Leasingfrist? Ist die Fahrzeugübernahme angedacht?
  • Was ist besser: Kilometer-Leasing oder Restwert-Leasing?

Kilometer-Leasing vs. Restwert-Leasing

Grundsätzlich werden beim Firmenwagen-Leasing zwei Arten unterschieden: das Kilometer-Leasing und das Restwert-Leasing.

Beim Kilometer-Leasing wird eine Anzahl an Kilometern vereinbart, die gefahren werden dürfen. Wer mehr fährt, zahlt in der Regel auch höhere Leasingraten. Nach Ablauf der Vertragslaufzeit wird geprüft, wie viele Kilometer gefahren wurden. Wurde die vereinbarte Höchstgrenze überschritten, wird eine Nachzahlung fällig; wurde sie unterschritten, kann eine ggf. vereinbarte Rückzahlung zustande kommen. 

Das Restwert-Leasing bringt meist niedrigere Raten mit sich, ist aber auch mit einem größeren Risiko verbunden. Wenn der Leasingvertrag ausgelaufen ist, beurteilt ein Gutachter den Restwert des Kfz. Weist das Fahrzeug mehr als „übliche Gebrauchsspuren“ auf, muss nachgezahlt werden – bei besonders guter Pflege ist hingegen eine Rückerstattung möglich. Auch die fachgerechte Inspektion und Wartung müssen lückenlos dokumentiert sein. Im Einzelfall kann es sich lohnen, ein eigenes Gutachten anfertigen zu lassen, Fotos vom Fahrzeug zu machen, eventuelle Schäden vorab beheben zu lassen.

3. Firmenwagen leasen und 1-Prozent-Regelung

Wird der Dienstwagen auch privat genutzt, bedeutet auch der geleaste Firmenwagen einen geldwerten Vorteil, für den Unternehmer und für seine Angestellten. Ein geldwerter Vorteil ist zu versteuern. Die Versteuerung erfolgt mit der 1-Prozent-Regelung oder über eine Dokumentation der tatsächlichen privaten Fahrten durch ein Fahrtenbuch.

Die Besonderheit beim Leasing besteht darin, dass die Sonderzahlung zu Vertragsbeginn nicht in voller Höhe auf die Gesamtkosten anzurechnen ist, sondern auf die Gesamtlaufzeit des Vertrags verteilt werden darf. Somit sinkt die Steuerlast.

Für die 1-Prozent-Regelung gilt: Grundlage ist der Listenpreis plus Ausstattung. Hinzu kommen 0,30 € pro gefahrenem Kilometer. Somit ist die 1-Prozent-Regelung in der Regel weniger günstig als die Fahrtenbuchmethode. Weiterführende Artikel beleuchten die Themen Fahrtenbuch (bzw. elektronisches Fahrtenbuch) und 1-Prozent-Regelung genauer. 

TIPP

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4. Firmenwagen leasen für Mitarbeiter: Nur Vorteile?

Das Überlassen eines Firmenwagens ist ein attraktives Instrument zur Mitarbeiterbindung und kann sich positiv auf Loyalität und Motivation der Angestellten auswirken. Finanziell vorteilhaft ist die Möglichkeit der Barlohnumwandlung. Dabei wird ein Teil des Gehalts in Sachleistungen umgewandelt, in diesem Fall in die Nutzung des geleasten Firmenwagens.

Die Vorteile: Der Arbeitnehmer zahlt weniger Lohnsteuer auf sein Gehalt, der Unternehmer kann die Leasingraten als Betriebsausgaben absetzen. Diese Barlohnumwandlung muss im Arbeitsvertrag verankert sein. Zu beachten ist, dass bei privater Nutzung dem Angestellten ein geldwerter Vorteil entsteht. Es gilt ein Freibetrag von 44 € / Monat, was darüber hinaus an privater Nutzung anfällt, muss (analog zu einer Lohnerhöhung) versteuert werden.

Übrigens: Damit Versicherungen, Wartungen, Reparaturen etc. abgedeckt sind, wenn ein geleaster Firmenwagen dem Mitarbeiter überlassen wird, bieten viele Anbieter Rundum-sorglos-Pakete an, mit denen solche Kosten abgegolten sind. 
 

5. Fazit: Vorteile nutzen und Fallstricke beachten

Geht es um die Entscheidung, einen Firmenwagen zu leasen oder zu kaufen, sollten insbesondere die Aspekte Budget, Liquidität und Übernahmeoption des Fahrzeugs berücksichtigt werden.
Beim Leasing eines Firmenwagens sind die Kosten geringer als bei einer Finanzierung oder gar beim Sofortkauf. Auch steuerlich ergeben sich Vorteile: Die monatlichen Raten für das Leasing sind als Betriebsausgabe absetzbar und vorsteuerabzugsfähig. 
Dennoch gibt es auch Fallstricke: So sollten Unternehmer genau überlegen, ob sie sich für die lange Vertragslaufzeit binden wollen. Insbesondere beim Restwert-Leasing können auch Folgekosten auftreten, die vorab mit einkalkuliert werden sollten. Soll der Firmenwagen privat genutzt werden, muss der Unternehmer entscheiden, ob er den geldwerten Vorteil des Firmenwagens mit der 1-Prozent-Regelung versteuert oder ob er die tatsächliche private Nutzung mit einem Fahrtenbuch nachweist.

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