Was macht der Break Even-Rechner?
Mit dem Break Even Point-Rechner sehen Sie auf einen Blick, ab welcher Stückzahl Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung kostendeckend ist. Und ab wann Sie Gewinn erzielen.
Er hilft Ihnen:
- Den Deckungsbeitrag pro Einheit zu bestimmen
- Die Break-Even-Menge pro Monat und pro Tag zu berechnen
- Den dafür benötigten Umsatz zu ermitteln
- Ihre Fixkosten im Verhältnis zum Preis einzuschätzen
- Mit dem Kapazitäts-Check zu prüfen, ob die erforderliche Menge machbar ist
- Im Umsatz-Kosten-Diagramm die Umsatz- und Kostenentwicklung zu sehen
Stolperfalle:
Viele Gründer und Gründerinnen schauen nur auf den Umsatz („Klingt nach viel Geld“). Entscheidend ist aber, was nach allen Kosten übrig bleibt. Genau an dieser Stelle setzt der Online-Rechner für den Break Even Point an.
So einfach funktioniert der Rechner
Füllen Sie einfach die markierten Eingabefelder aus und das Tool errechnet, wann der Break Even Punkt erreicht wird. In einer Grafik wird der Break Even zusätzlich dargestellt.
Für wen eignet sich der Break Even-Rechner?
Ideal für:
- Gründer:innen
- Selbstständige & Freiberufler
- Kleine Unternehmen
- Online-Shops & Dienstleister
Zur Lösung dieser typischen Fragen:
- Lohnt sich der geplante Verkaufspreis wirklich?
- Wie viele Aufträge brauche ich im Monat, um nicht draufzuzahlen?
- Muss ich an Preis, Kostenstruktur oder Kapazität drehen?
Zusätzlich können Sie mit dem Tool berechnen, welches Produkt am vielversprechendsten für den Marktstart ist.
So nutzen Sie den Break Even-Rechner: Schritt für Schritt
Der Online Break Even-Rechner funktioniert in 6 Schritten:
- Grundeinstellungen (Preis & Umsatzsteuer)
- Variable Kosten von Material und Komponenten
- Zusätzliche variable Kosten (Gebühren, Retouren, Versand)
- Fixkosten
- Kapazität prüfen (optional)
- Ergebnisse interpretieren
Schritt 1: Grundeinstellungen (Preis & Umsatzsteuer)

- Verkaufspreis festlegen: Tragen Sie den Preis ein, zu dem Sie eine Einheit verkaufen wollen.
- Brutto oder netto wählen: Geben Sie an, ob Ihr Preis inkl. Umsatzsteuer (brutto) oder ohne Umsatzsteuer (netto) ist.
- Umsatzsteuersatz eintragen: Wählen Sie den passenden Steuersatz (z. B. 19 % oder 7 %).
Der Rechner rechnet den Nettopreis automatisch heraus, damit die Analyse unabhängig von der Umsatzsteuer funktioniert.
Schritt 2: Variable Kosten pro Einheit erfassen

Im Bereich „Variable Kosten von Material und Komponenten“ tragen Sie alles ein, was direkt pro verkaufter Einheit anfällt, z. B.:
- Materialeinsatz / Wareneinsatz
- Verpackung, Versandmaterial
- Zusätzliche Komponenten (Becher, Serviette, Zutaten etc.)
Für jede Position geben Sie ein:
- Name des Postens
- Kosten pro Einheit (Euro)
Der Rechner zeigt Ihnen dazu den prozentualen Anteil am Verkaufspreis.
Praxis-Tipps:
- Nutzen Sie Ihre realen Einkaufspreise (inkl. Lieferkosten) statt grober Schätzwerte.
- Tragen Sie lieber zu viele als zu wenige Posten zusammen. Kleinkram summiert sich.
Typische Stolperfallen:
- Versandmaterial, Becher, Servietten, Etiketten werden „vergessen“.
- Sonderkonditionen (z. B. Staffelpreise) werden ignoriert. Lieber mit einem durchschnittlichen Preis rechnen.
Schritt 3: Zusätzliche variable Kosten berücksichtigen

Unter „Zusätzliche variable Kosten“ erfassen Sie variable Kosten, die nicht direkt Material sind, z. B.:
- Zahlungsgebühren (z. B. PayPal, Kreditkarte) prozentual und/oder absolut
- Provisionen pro verkaufter Einheit (z. B. Plattformgebühren)
- Versandkosten pro Einheit
- Ausschuss/Retouren in Prozent (z. B. 1 % der Ware ist unverkäuflich oder wird retourniert)
So stellen Sie sicher, dass wirklich alle Kosten je Verkauf berücksichtigt werden.
Praxis-Tipp:
Nutzen Sie hier unbedingt echte Werte aus Ihrem Zahlungsanbieter oder Shop-System. Eine Rücklastschriftquote oder Retourenquote von 2–5 % kann Ihre Marge deutlich drücken.
Stolperfallen:
- Nur prozentuale Gebühren erfassen, fixe Gebühren je Transaktion vergessen
- Retouren/Ausschuss mit 0 % ansetzen, obwohl real immer etwas zurückkommt
Schritt 4: Fixkosten eingeben

Im Bereich „Fixkosten“ tragen Sie Ihre monatlichen Fixkosten ein, z. B.:
- Miete
- Versicherungen
- Personal
- Strom, Internet, Software
- Sonstige Fixkosten (Marketingpauschalen, Leasing etc.)
Der Rechner summiert die Fixkosten und nutzt sie für die Break Even-Berechnung.
Praxis-Tipps:
Denken Sie auch an Ihren eigenen Unternehmerlohn als Fixkosten-Position. Sie sollen von Ihrem Geschäft leben können.
Rechnen Sie mit einem realistischen Monatsdurchschnitt (nicht nur einen „guten“ Monat).
Stolperfallen:
- Fixkosten und variable Kosten vermischen (z. B. Personalkosten pro Stunde als Fixkosten). Wenn Personal stark von der Menge abhängt, lieber anteilig als variabel mitdenken.
- Wichtige Kostenblöcke wie Versicherungen, Steuervorauszahlungen oder Software ignorieren.
Schritt 5: Kapazität prüfen (optional)

Im Abschnitt „Kapazität (optional)“ können Sie testen, ob die für den Break Even nötige Menge operativ überhaupt machbar ist:
- Arbeitstage pro Monat (z. B. 20–26 Tage)
- Kapazitätsträger (z. B. 1 Person, 1 Maschine, 1 Backofen)
- Verfügbare Zeit pro Tag (z. B. 5 Stunden)
- Zeitbedarf je Einheit (z. B. 5 Minuten pro Einheit)
Der Rechner vergleicht:
- Theoretische Kapazität pro Tag
- Benötigte Einheiten pro Tag für den Break Even
und zeigt an, ob Ihre Kapazität ausreicht oder nicht.
Praxis-Tipps:
Planen Sie bei „verfügbare Zeit pro Tag“ nicht die volle Arbeitszeit ein. Meetings, Organisation, Pausen. all das kostet Zeit. Rechnen Sie z. B. mit 60–70 % der Arbeitszeit für die eigentliche Leistungserbringung.
Berücksichtigen Sie bei Dienstleistungen auch Reisezeiten, Kommunikation und Nachbereitung.
Stolperfallen:
- Zu optimistische Annahmen („8 Stunden am Tag produktiv“). Dadurch wirkt die Kapazität höher als in der Realität.
- Zeitbedarf je Einheit nur für den Kernprozess, aber ohne Rüstzeiten, Vor-/Nachbereitung.
Schritt 6: Ergebnisse interpretieren
Analyse im Überblick

In der Break Even-Analyse sehen Sie:
- Break Even & erster Gewinn (Einheiten/Monat und pro Tag)
- Deckungsbeitrag pro Einheit (Betrag und Prozentsatz)
- Variable Kosten pro Einheit
- Fixkosten/Monat
- Notwendiger Umsatz für Break Even (netto)
Kapazitätscheck

Im Kapazitäts-Check erkennen Sie:
- ob Ihre Kapazität reicht, um die nötige Menge zu produzieren/zu erbringen
Diagramm: Wo liegt der Break-Even-Point?

Im Umsatz-Kosten-Diagramm erhalten Sie einen visuellen Überblick:
- Break Even-Punkt (Einheiten)
- Gesamtkosten bei dieser Menge
- Umsatz bei dieser Menge
Sie können die Grafik als Bild speichern, z. B. für Ihren Businessplan oder eine Präsentation gegenüber Banken oder Investoren.
Praxis-Tipps:
Rechnen Sie zusätzlich einen Sicherheitspuffer ein: Fragen Sie sich, ob Ihr Geschäftsmodell auch funktioniert, wenn Sie 10 bis 20 % weniger verkaufen als im Rechner geplant.
Legen Sie für Ihre Planung drei Szenarien an:
- konservativ (niedriger Preis, höhere Kosten)
- realistisch
- optimistisch (bessere Auslastung, leicht höherer Preis)
Typische Stolperfallen:
- Break Even als „Ziel“ ansehen. In der Praxis brauchen Sie mehr als nur Kostendeckung, um Investitionen, Rücklagen und Ihren Lebensunterhalt zu finanzieren.
- Nur auf die Stückzahl achten, nicht auf den tatsächlich benötigten Umsatz.
Zentrale Kennzahlen des Rechners einfach erklärt
Break Even-Punkt: Der Break Even-Punkt ist die Menge, bei der Ihre Erlöse genau Ihre Kosten decken. Ab dieser Stückzahl beginnt jede weitere Einheit, zum Gewinn beizutragen.
Deckungsbeitrag pro Einheit: Der Deckungsbeitrag ist der Verkaufspreis minus variable Kosten. Er zeigt, wie viel jede Einheit zur Deckung Ihrer Fixkosten und zum Gewinn beiträgt.
Variable Kosten: Variable Kosten fallen pro verkaufter Einheit an (z. B. Ware, Verpackung, Versand, Zahlungsgebühren, Provisionen, Retourenquote).
Fixkosten: Fixkosten fallen unabhängig von der Verkaufsmenge an. Z. B. Miete, Versicherungen, Gehälter, Grundgebühren.
Kapazität: Die Kapazität beschreibt, wie viele Einheiten Sie realistisch pro Tag/Monat herstellen oder leisten können. Der Rechner prüft, ob diese Kapazität für den Break-even ausreicht.
Was der Break Even-Rechner leistet? Und was nicht?
Was leistet der Break Even-Rechner?
- Berechnung von Deckungsbeitrag, Break-even-Menge und notwendigem Umsatz
- Berücksichtigung von variablen Kosten, zusätzlichen Gebühren und Retouren
- Einbeziehung Ihrer Fixkosten in die Analyse
- Kapazitäts-Check, ob die nötige Stückzahl machbar ist
- Grafische Darstellung von Umsatz und Kosten (Umsatz-Kosten-Diagramm)
Was kann der Break Even-Rechner nicht leisten?
- Er ersetzt keine detaillierte Unternehmensplanung oder steuerliche Beratung.
- Er geht von linearen Zusammenhängen aus (keine Sprungfixkosten, Staffelpreise, Rabatte etc.).
- Er kalkuliert ein einzelnes Produkt/eine Leistung – Mischkalkulationen über viele Produkte müssen getrennt betrachtet oder vereinfacht werden.
- Er kann keine Marktnachfrage garantieren. Dass Sie die nötige Menge verkaufen, bleibt immer eine unternehmerische Aufgabe.
Häufige Fragen zum Break-Even-Rechner
Ja, Sie können den Break Even-Rechner kostenlos nutzen, um Ihr Angebot zu kalkulieren und verschiedene Szenarien zu testen.
Ja. Statt Materialkosten tragen Sie z. B. Zeitaufwand, Fremdleistungen, Gebühren oder Provisionskosten als variable Kosten ein.
Nutzen Sie den Rechner zunächst für Ihr Hauptprodukt oder ein typisches Angebot. Für weitere Produkte können Sie jeweils eigene Berechnungen durchführen oder mit einem durchschnittlichen Preis und durchschnittlichen Kosten arbeiten.
Hilfreich sind: geplanter Verkaufspreis, Wareneinsatz/Materialkosten, typische Gebühren (Zahlungsanbieter, Plattform), Versandkosten, Retourenquote und Ihre monatlichen Fixkosten (Miete, Personal, Versicherungen etc.).
Dann zeigt der Rechner, dass Sie die für den Break Even nötige Menge mit der aktuellen Teamgröße oder Ausstattung nicht schaffen. Sie müssten entweder Preis, Kostenstruktur oder Kapazität (z. B. mehr Personal, effizientere Prozesse) anpassen.
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