245,1 Milliarden Euro Wirtschaft: Bitkom prognostiziert 4,4 % Plus für 2026 im ITK-Markt

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Während viele Branchen schwächeln, zeigt sich die Digitalwirtschaft erstaunlich robust. Neue Zahlen des Branchenverbands Bitkom deuten auf Wachstum, Beschäftigung und Investitionen hin. Ist das digitale Umfeld stabil genug für neue Geschäftsmodelle?

Mann arbeitet stehend am Laptop in Serverzentrum
Bitkom rechnet 2026 mit einem Wachstum beim IT-Umsatz um rund 6 %. Bild: Gerd Altmann / Pixabay.

IT und Telekommunikation weiterhin auf Wachstumskurs

Der Markt für IT und Telekommunikation bleibt auf Expansionskurs. Für das Jahr 2026 prognostiziert Bitkom ein Wachstum von 4,4 % auf 245,1 Milliarden Euro. Bereits 2025 waren die Umsätze um 3,9 % auf rund 235 Milliarden Euro gestiegen. Damit setzt sich ein Trend fort, der die Digitalwirtschaft klar von vielen anderen Branchen abhebt.

Parallel zum Umsatz wächst auch die Beschäftigung. Die Zahl der Erwerbstätigen im ITK-Sektor soll 2026 um rund 11.000 auf 1,36 Millionen steigen. Ende 2025 lag sie bei 1,349 Millionen. Die Digitalbranche baut damit ihre Position als größter industrieller Arbeitgeber Deutschlands weiter aus, noch vor Maschinenbau, Elektro- und Automobilindustrie.

Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst spricht vor diesem Hintergrund von einer widerstandsfähigen Branche in schwierigen Zeiten. Trotz Konjunkturschwäche, hoher Kosten und geopolitischer Spannungen bleibe die Digitalwirtschaft stabil.

Software, Cloud und KI als Treiber

Das Wachstum der Digitalwirtschaft wird klar von der Informationstechnik getragen. Für 2026 rechnet Bitkom mit einem IT-Umsatz von 170 Milliarden Euro, ein Plus von 5,8 %. Besonders dynamisch entwickelt sich dabei das Softwaregeschäft. Die Umsätze sollen um 10,2 % auf 58,3 Milliarden Euro steigen.

Ein zentraler Wachstumsmotor ist Cloud-Software. Allein Software für den Betrieb öffentlicher Clouds erreicht 2026 ein Volumen von 38,3 Milliarden Euro, ein Zuwachs von 16,4 % gegenüber dem Vorjahr. Cloud ist damit endgültig vom Zukunftsthema zum Standard geworden, quer durch alle Branchen.

Besonders auffällig ist die Entwicklung im KI-Markt. Zwar bleibt das Marktvolumen vergleichsweise klein, die Dynamik ist jedoch außergewöhnlich. Die Umsätze mit KI-Plattformen steigen 2026 um 61 % auf 4,1 Milliarden Euro, nachdem sie bereits 2025 um 62 % zugelegt hatten. Diese Dynamik spiegelt sich auch in der Gründungslandschaft wider: 2025 erreichten die Startup-Gründungen in Deutschland getrieben durch Künstliche Intelligenz ein Rekordhoch.

Auch IT-Dienstleistungen wachsen weiter. Der Umsatz steigt auf 54,3 Milliarden Euro (+3,5 %). Cloudbasierte Services machen mit 35,7 Milliarden Euro inzwischen rund zwei Drittel dieses Marktes aus.

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Handel mit Endgeräten schwächelt

Nicht alle Segmente der Digitalwirtschaft profitieren gleichermaßen. Während Software, Cloud und Infrastruktur stark wachsen, zeigt sich der Handel mit Endgeräten weiter schwach. Das gilt sowohl für IT-Hardware als auch für Telekommunikationsgeräte.

Zwar wächst der IT-Hardware-Markt insgesamt um 3,9 % auf 57,4 Milliarden Euro, doch dieses Plus wird vor allem von Infrastruktur-Investitionen getragen. Besonders stark legt Infrastructure-as-a-Service zu: gemietete Server-, Netzwerk- und Speicherkapazitäten wachsen um 21,0 %. Zuwächse verzeichnen auch Workstations (+5,1 %), Mobile PCs (+4,5 %) und Server (+4,3 %).

Dagegen bleiben Consumer Electronics rückläufig (–3,2 %), ebenso Tablets (–3,5 %). Der Trend setzt sich auch im Telekommunikationsmarkt fort. Dieser wächst insgesamt um 1,2 % auf 75,1 Milliarden Euro, doch das Geschäft mit Endgeräten schrumpft um 1,2 % auf 12,5 Milliarden Euro. Smartphones werden länger genutzt, Neuanschaffungen verschoben.

Deutlich dynamischer entwickeln sich dagegen die Investitionen in die Telekommunikations-Infrastruktur. Sie steigen um 4,6 % auf 8,5 Milliarden Euro. Netze, Glasfaser und 5G gelten als Rückgrat der digitalen Wirtschaft.

Welche Geschäftsmodelle lohnen sich jetzt?

Die Bitkom-Zahlen zeigen ein klares Bild: Wachstum entsteht dort, wo Unternehmen in Software, digitale Infrastrukturen und KI-Anwendungen investieren. Gefragt sind Lösungen, die Prozesse automatisieren, Kosten senken oder neue digitale Abläufe ermöglichen. Für Gründer bieten sich vor allem softwarebasierte Geschäftsmodelle an, die sich skalieren lassen und einen klaren Nutzen im Unternehmensalltag haben.

Konkret ergeben sich Chancen etwa bei:

  • B2B-SaaS-Lösungen zur Prozessautomatisierung, etwa in Buchhaltung, Personal oder Vertrieb
  • KI-gestützten Anwendungen, die bestehende Abläufe effizienter machen, zum Beispiel in Kundenservice, Marketing oder Controlling
  • Cloudnahen Services, die Unternehmen beim Betrieb, der Migration oder der Optimierung ihrer IT-Infrastruktur unterstützen

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Gleichzeitig bleibt das Umfeld anspruchsvoll. Trotz eines Gesamtmarktwachstums ist die wirtschaftliche Lage vieler deutscher Unternehmen angespannt. Der Bitkom-ifo-Digitalindex lag Ende 2025 bei minus 4,0 Punkten und damit weiter unter der Nulllinie. Während die aktuelle Geschäftslage noch leicht positiv bewertet wird (+1,7 Punkte), fallen die Erwartungen deutlich zurück (–9,4 Punkte).

Der internationale Vergleich zeigt, wie stark politische und regulatorische Bedingungen über die Dynamik eines Marktes entscheiden. Weltweit wächst der ITK-Markt 2026 um 6,4 % auf 5,7 Billionen Euro. Die USA legen mit 9,2 % deutlich stärker zu und vereinen 41 % der weltweiten ITK-Ausgaben auf sich. Deutschland kommt auf ein Wachstum von 4,4 %  und einen Weltmarktanteil von 3,9 % – zwei Punkte unter dem globalen Durchschnitt.

Deshalb sieht Bitkom Handlungsbedarf. Weniger Bürokratie, schnellere Genehmigungen und der zügige Ausbau digitaler Infrastrukturen gelten als Voraussetzung, damit aus dem stabilen Wachstum der Digitalwirtschaft ein echter Schub wird. Aktuell bleibt der Markt hierzulande unter seinen Möglichkeiten.

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