Nach Übernahme Mäc-Geiz insolvent: Discounter schließt 50 Filialen

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Mäc-Geiz muss fast jede dritte Filiale schließen. Erst vor wenigen Monaten hatte Konkurrent Kodi den traditionsreichen Haushaltsdiscounter übernommen. Nun stecken beide Ketten in der Insolvenz. Für die Mitarbeiter beginnt jetzt das bangen.

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Mäc Geiz Filiale in Berlin Lichtenrade
Eine Mäc-Geiz-Filiale in Berlin-Lichtenrade: Der insolvente Haushaltsdiscounter will rund 50 seiner 183 Standorte schließen. Welche Filialen betroffen sind, soll bis Herbst 2026 feststehen. Bild: Sebastian Rittau / Wikimedia Commons.

Mäc-Geiz: Fast jede dritte Filiale schließt

Die nächste Hiobsbotschaft für die Mitarbeiter von Mäc-Geiz: Der insolvente Haushaltsdiscounter will rund 50 seiner bundesweit 183 Filialen schließen. Damit steht mehr als jeder vierte Standort vor dem Aus.

Welche Geschäfte betroffen sind, ist noch offen. Das Unternehmen verhandelt derzeit mit den Vermietern. Bis zum Herbst 2026 soll feststehen, mit welchen Filialen Mäc-Geiz weitermachen kann.

Der Einschnitt trifft vor allem Ostdeutschland. Dort ist die Kette besonders stark vertreten. Mäc-Geiz betreibt viele Geschäfte in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Berlin.

Das Amtsgericht Halle eröffnete am 1. August 2026 das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Mäc-Geiz hatte den Antrag bereits im Mai gestellt. Der Geschäftsbetrieb läuft vorerst weiter. Doch der geplante Kahlschlag zeigt, wie ernst die Lage ist.

Über 70 Stellen gestrichen

Mäc-Geiz beschäftigt nach eigenen Angaben noch rund 1.175 Mitarbeiter. Seit dem Insolvenzantrag hat das Unternehmen bereits 66 Stellen in Vertrieb, Logistik und Dienstleistungszentrum gestrichen.

Fünf weitere Stellen fielen bei der MTH Retail Services (Germany) GmbH weg. Die Gesellschaft übernimmt zentrale Aufgaben für Mäc-Geiz. Dazu gehören unter anderem Einkauf, Logistik, Technik, Controlling sowie das Finanz- und Rechnungswesen.

Weitere Einschnitte sind möglich. Wie viele Beschäftigte von den geplanten Filialschließungen betroffen sein werden, steht noch nicht fest.

Der Insolvenzgeldzeitraum ist inzwischen beendet. Seit August muss Mäc-Geiz die Gehälter wieder aus dem laufenden Geschäft bezahlen. Das wird zu einem entscheidenden Test: Reichen die Einnahmen aus den verbleibenden Filialen aus, um Personal, Waren, Energie und Mieten zu finanzieren?

Mäc-Geiz führt das Verfahren in Eigenverwaltung. Die Geschäftsführung bleibt damit im Amt und soll die Sanierung selbst steuern. Der vom Gericht bestellte Sachwalter Lucas Flöther überwacht das Verfahren im Interesse der Gläubiger.

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Warum ist Mäc-Geiz insolvent?

Das Unternehmen nennt nicht einen einzelnen Auslöser. Mehrere Probleme kamen gleichzeitig zusammen.

Die Kunden halten ihr Geld stärker zusammen. Gestiegene Lebenshaltungskosten drücken die Nachfrage. Gleichzeitig muss Mäc-Geiz mehr für Energie, Personal und den Betrieb seiner Filialen bezahlen.

Hinzu kommt der harte Wettbewerb. Mäc-Geiz konkurriert nicht nur mit Ketten wie Tedi, Action oder Woolworth. Auch digitale Händler und internationale Plattformen setzen den stationären Handel unter Druck.

Für einen Discounter ist diese Mischung besonders gefährlich. Das Geschäftsmodell lebt von niedrigen Preisen und hohen Stückzahlen. Die Gewinnspanne pro verkauftem Artikel bleibt klein. Steigen die Kosten, kann das Unternehmen diese nicht ohne Weiteres an die Kunden weitergeben.

Eine zu starke Preiserhöhung würde das zentrale Versprechen der Marke beschädigen: Alltagswaren sollen besonders günstig sein. Bleiben die Preise niedrig, schrumpft dagegen die ohnehin knappe Marge.

Dazu kommen die hohen Fixkosten eines großen Filialnetzes. Mieten, Personal und Energie fallen auch dann an, wenn weniger Kunden einkaufen. Standorte, die in besseren Zeiten noch gerade profitabel waren, können dadurch schnell zum Verlustgeschäft werden.

Genau hier setzt die Sanierung nun an. Mäc-Geiz prüft jede Filiale. Auch die Gespräche mit den Vermietern dürften darüber entscheiden, welche Geschäfte bleiben dürfen.

Nicht die erste Insolvenz für Mäc-Geiz

Die aktuelle Krise ist nicht die erste in der Geschichte des Discounters. Mäc-Geiz wurde 1994 in Halle gegründet. Das Unternehmen wuchs mit günstigen Haushaltswaren, Reinigungsmitteln, Schreibwaren und anderen Alltagsprodukten schnell zu einer bundesweiten Kette.

Doch das Wachstum geriet schon früh ins Stocken. Am 17. Mai 2010 meldeten drei Gesellschaften der Mäc-Geiz-Gruppe Insolvenz an. Zu diesem Zeitpunkt betrieb der Discounter rund 260 Filialen. Die Geschäfte blieben zunächst geöffnet, während der Insolvenzverwalter nach einem Käufer suchte.

Die Rettung kam aus Österreich. Die MTH Handels-Holding übernahm im Spätsommer 2010 den Geschäftsbetrieb, den Einkauf und die Logistik. Allerdings überlebte nicht das gesamte Filialnetz. MTH führte 184 der ursprünglich rund 260 Standorte weiter. Ein Teil der übrigen Geschäfte ging an den Textildiscounter NKD oder wurde geschlossen.

Auch die meisten Mitarbeiter wechselten zum neuen Eigentümer. Über den Kaufpreis ist nichts bekannt. Zur MTH-Gruppe gehörte damals bereits der deutsche Haushaltsdiscounter Pfennigpfeiffer.

Mäc-Geiz konnte nach der Übernahme weiterarbeiten und sein Filialnetz später wieder ausbauen. Die Marke blieb erhalten. Die erste Insolvenz hatte jedoch gezeigt, wie schnell ein großes Netz aus Mietverträgen, Personal- und Logistikkosten zur Belastung werden kann.

Der Fall Mäc-Geiz zeigt ein gefährliches Wachstumsproblem

Die Insolvenz ist mehr als eine weitere schlechte Nachricht aus dem Einzelhandel. Sie zeigt ein Problem, das auch kleinere Unternehmen treffen kann.

Ein großes Filialnetz wirkt wie ein Zeichen von Stärke. Es sorgt für Bekanntheit, Reichweite und hohe Umsätze. Doch jeder neue Standort erhöht zugleich die laufenden Verpflichtungen. Solange die Nachfrage wächst, kann dieses Modell funktionieren.

Sinken die Einnahmen, wird die Größe zur Belastung. Auch die Übernahme durch einen Konkurrenten löst solche strukturellen Probleme nicht automatisch.

Ein größerer Verbund kann günstiger einkaufen. Er kann Verwaltung und Logistik teilen. Er übernimmt aber auch Mietverträge, Personalkosten und unrentable Standorte.

Für Gründer und Unternehmer steckt die entscheidende Einordnung deshalb in den Ursachen der Insolvenz: Umsatz, Wachstum und Bekanntheit reichen nicht aus. Am Ende müssen einzelne Standorte, Produkte oder Aufträge genügend Geld verdienen, um ihre Kosten zu tragen.

Bei Mäc-Geiz ist dieses Gleichgewicht offenbar an vielen Standorten verloren gegangen.

Welche Mäc-Geiz-Filialen schließen, bleibt offen

Für Kunden und Mitarbeiter beginnt nun eine Zeit der Unsicherheit. Die Geschäfte bleiben zunächst geöffnet. Auch Einkäufe und Reservierungen sind weiterhin möglich.

Erst im Herbst soll feststehen, welche rund 50 Filialen schließen. Die Entscheidung dürfte davon abhängen, wie profitabel die einzelnen Standorte sind und ob sich Mäc-Geiz mit den Vermietern auf niedrigere oder angepasste Konditionen einigen kann.

Das Ziel der Sanierung ist ein deutlich kleineres Filialnetz, das wieder wettbewerbsfähig arbeitet. Ob das gelingt, ist offen.

Mäc-Geiz hat bereits eine Insolvenz überlebt. Doch die zweite Krise innerhalb der Unternehmensgeschichte trifft die Kette in einem besonders schwierigen Markt: Hohe Kosten, schwache Nachfrage und aggressive Konkurrenten lassen wenig Raum für Fehler.

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