3.568 neue Startups Startup Gründungen 2025 dank KI auf Rekordhoch

Künstliche Intelligenz als Gründungsmotor
Noch nie zuvor wurden in Deutschland so viele Startups gegründet wie im Jahr 2025: Nach Zahlen des Bundesverbands Deutsche Startups entstanden im vergangenen Jahr 3.568 neue Start-ups. Das entspricht einem Zuwachs von 29 % gegenüber dem Vorjahr.
Auffällig ist dabei vor allem ein Faktor: Künstliche Intelligenz. Mehr als 27 % aller Neugründungen nutzen KI als zentralen Bestandteil ihres Geschäftsmodells. Damit ist KI der wichtigste Wachstumstreiber der aktuellen Gründungsdynamik. Zum Vergleich: Noch wenige Jahre zuvor lag der KI-Anteil bei 15 %.
Die Entwicklung zeigt sich nicht nur in absoluten Zahlen, sondern auch im Tempo: Zwischen 2019 und 2020 wurde ein starker Rückgang bei KI-bezogenen Neugründungen verzeichnet. Ab 2023 beschleunigte sich die Dynamik deutlich. 2025 markiert nun einen vorläufigen Höhepunkt. Innerhalb von zwei Jahren hat sich die Zahl der KI-Startups rasant gewachsen.
Der Befund ist eindeutig: Gründen ohne KI wird zunehmend zur Ausnahme. Künstliche Intelligenz ist nicht mehr auf einzelne Technologiefelder beschränkt, sondern zieht sich durch nahezu alle Branchen. Software bleibt zwar der wichtigste Treiber, doch auch Bereiche wie Recht, Werbung, Finanzen oder Bildung holen schnell auf.
In diesen Branchen wird KI am häufigsten eingesetzt
Gründen ohne Künstliche Intelligenz wird zunehmend zur Ausnahme. Doch der KI-Boom verteilt sich nicht gleichmäßig über alle Branchen. Ein Blick auf die Zahlen des Bundesverbands Deutsche Startups zeigt klare Schwerpunkte und deutliche Unterschiede in der Marktreife.
Mit Abstand am häufigsten kommt KI im Bereich Werbung und Marketing zum Einsatz. Hier setzen gut 56 % der neu gegründeten Start-ups auf KI-basierte Anwendungen. Der Anteil ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen und liegt inzwischen auf einem ähnlichen Niveau wie im Software-Segment.
Ebenfalls stark vertreten ist KI im Software-Sektor. Rund 42 % der dort gegründeten Start-ups nutzen Künstliche Intelligenz als zentralen Bestandteil ihres Geschäftsmodells. Damit ist Software nicht nur der größte, sondern auch der technologisch reifste KI-Markt. Viele Gründungen setzen hier auf Automatisierung, Datenanalyse oder KI-gestützte Produktfunktionen. Im Spezialsegment LegalTech liegt die Quote sogar noch höher: Knapp die Hälfte aller Neugründungen setzen auf Künstliche Intelligenz.
Auch in den Finanz- und Immobilienbranchen ist KI weitverbreitet. Gut ein Drittel der dort gegründeten Start-ups arbeitet mit KI-gestützten Lösungen. Der Einsatz reicht von Analyse- und Prognosetools bis hin zu automatisierten Prozessen.
Wo KI bei Neugründungen noch die Ausnahme ist
So deutlich Künstliche Intelligenz in einzelnen Branchen präsent ist, so klar zeigen die Zahlen auch ihre Grenzen. In mehreren Wirtschaftsbereichen bleibt der KI-Anteil bei Neugründungen bislang vergleichsweise niedrig.
Besonders gering ist der Einsatz von KI im Bereich Food. Hier liegt der Anteil KI-basierter Geschäftsmodelle bei nur 1,4 %. Neugründungen in diesem Segment konzentrieren sich weiterhin vor allem auf Produktinnovation, Vertrieb und Markenaufbau.
Auch im Gaming-Sektor spielt KI bislang eine untergeordnete Rolle. Der KI-Anteil bewegt sich bei 4 %. Zwar wird Künstliche Intelligenz punktuell eingesetzt, etwa bei der Analyse von Spielerdaten, doch steht sie nur selten im Zentrum des Geschäftsmodells.
Ähnlich fällt das Bild im Handels- und Commerce-Bereich aus. Auch hier nutzt nur ein vergleichsweise kleiner Teil der Neugründungen KI als zentrale Technologie (8,2 %). Klassische Geschäftsmodelle rund um E-Commerce, Logistik oder Plattformen dominieren weiterhin.
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Zwischen Boom und Nische: Wo Gründer jetzt Chancen haben
Aus den Zahlen des Startup Verbands ergeben sich zwei grundsätzlich unterschiedliche Gründungsstrategien. Welche davon sinnvoller ist, hängt von Marktmechanik und Geschäftsmodell ab.
In Branchen mit hoher KI-Dichte ist KI längst Marktstandard. Gründer treffen dort auf informierte Kunden, investitionsbereite Kapitalgeber und eine hohe technologische Reife. Gleichzeitig sind diese Märkte stark fragmentiert. Viele Anbieter lösen ähnliche Probleme, oft mit vergleichbaren Technologien. Wer hier gründet, muss von Beginn an skalierbar denken und sich klar differenzieren: über Spezialisierung, Geschwindigkeit oder eine besonders klare Zielgruppe.
Anders stellt sich die Lage in Branchen dar, in denen KI bislang kaum eingesetzt wird. In Bereichen wie Food, Gaming oder Teilen des Handels ist Künstliche Intelligenz noch kein fester Bestandteil vieler Geschäftsmodelle. Das bedeutet nicht automatisch geringere Chancen, im Gegenteil. Hier kann KI zum strategischen Hebel werden, wenn sie messbare Effizienzgewinne oder neue Wertschöpfung ermöglicht. Allerdings sind diese Märkte häufig erklärungsbedürftiger. Kunden müssen überzeugt, Prozesse angepasst und Anwendungsfälle erst etabliert werden.
Entscheidend ist deshalb nicht die Frage, wo KI am stärksten boomt, sondern wo sie ein reales Problem besser löst als bestehende Lösungen. In reifen KI-Märkten entscheidet die Qualität der Umsetzung. In weniger erschlossenen Branchen entscheidet die Relevanz des Anwendungsfalls. Die Zahlen legen nahe: Erfolgreiche Gründungen entstehen dort, wo technologische Machbarkeit und wirtschaftlicher Nutzen zusammenkommen – unabhängig davon, ob der KI-Anteil einer Branche bereits hoch oder noch niedrig ist.
München auf Platz 1 der Startup-Standorte
Neben Branche und Geschäftsmodell spielt auch der Standort bei der Gründung eine wichtige Rolle. Die Zahlen des Bundesverbands Deutsche Startups zeigen, dass sich das Gründungsgeschehen in Deutschland weiterhin auf wenige Regionen konzentriert.
Im Jahr 2025 liegt München klar an der Spitze der deutschen Startup-Standorte. Die bayerische Landeshauptstadt profitiert vor allem von ihrer Nähe zu Forschungseinrichtungen, einem starken Technologieumfeld und einer hohen Verfügbarkeit von Wagniskapital. Besonders KI-nahe Gründungen sind hier überdurchschnittlich stark vertreten.
Berlin folgt auf dem zweiten Platz. Die Hauptstadt bleibt ein zentraler Gründungsstandort, verliert jedoch relativ an Bedeutung. Gründe dafür sind steigende Kosten, aber auch die zunehmende Attraktivität anderer Städte für technologiegetriebene Gründungen.
Ebenfalls stark positioniert sind Düsseldorf (3) und Aachen (4). Auffällig ist zudem die Rolle von Universitäts- und Forschungsstandorten. Städte mit starker wissenschaftlicher Infrastruktur profitieren besonders bei technologie- und KI-nahen Ausgründungen.
Die Standortdaten unterstreichen: Das Startup-Ökosystem ist zunehmend dezentriert. Regionale Stärken, Netzwerke und Förderstrukturen spielen eine große Rolle. Für Gründer kann der Standort damit zum strategischen Faktor werden, etwa beim Zugang zu Talenten, Kapital oder Kooperationspartnern.
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Quellen:
Startup Verband: Next Generation: Startup-Neugründungen in Deutschland
Tagesschau: Start-up-Gründungen auf Rekordniveau